Gliederung
1 Einführung
3 Industrialisierung
4 Städtische Verwandtschaftsbeziehungen ersten Grades in der
zeitgen össischen Gesellschaft
5 Abschlussbetrachtung
6 Quellenangabe
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1 . Einführung
andtschafts-
beziehungenin der städtischen Gesellschaft Die Autorin untersucht in diesem Text die Bedeutung von Verwandtschaft und Verwandtschaftsnetzwerken. Dabei stützt sie sich auf eine kritische Betrachtung der Thesen von Talcott Parsons. Der Autorin geht es nicht darum, Parsons Gesamtkonzept zu widerlegen. Vielmehr versucht sie zu beweisen, dass dieses nicht zu generalisieren, das heißt auf die gesamte folgende gesellschaftliche Entwicklung, anzuwenden ist. Im ersten Teil der Hausarbeit möchte ich einen verständlicheren Überblick über die Thesen Parsons geben. Dies wird insofern schwierig, da die Quellenangaben der Autorin unzureichend sind. Wichtig ist hier auch der Bezugsrahmen dieser Thesen. Parsons konnte sie mit empirischen Untersuchungen der amerikanischen Gesellschaft der 50-er und 60-er Jahre belegen. Deshalb ist es wichtig einige der sehr umfangreichen Grundanalysen zu erläutern. Im zweiten Teil der Hausarbeit möchte ich Verwandtschaftsbeziehungen in Arbeiterfamilien während der Industrialisation aufzeigen. Hier wird dargestellt, wie die Familie die Anpassung an die industrielle Gesellschaft erleichtert und in der großbürgerlichen Schicht an Machterhaltung und -ausweitung aktiv beteiligt war.
Danach gehe ich auf die Beziehungen zwischen Eltern und verheirateten Kindern ein. Hier geht es um empirische Untersuchungen zu den Thesen Parsons. Die wichtigste Untersuchung führte Louis Rousell durch, in der er Kontakthäufigkeit zwischen verheirateten Kindern und ihrer Familie untersucht. In weiteren Analysen beschäftigt er sich mit dem Beziehungsgefüge im französischen Mittelstand.
Am Ende der Hausarbeit möchte ich die Kritik der Autorin im Gesamtzusammenhang mit Parsons Thesen darstellen. Vor allem aber zu den Thesen , die sich auf die Verwandtschaftsbeziehungen in der urbanen Gesellschaft beziehen . Hierbei soll ein Übergang zur zweiten Hausarbeit, die sich mit dem letzten Abschnitt des Textes von Martine Segalen befasst, eingeleitet werden.
2 . Talcott Parsons Thesen z
Was ist eine Familie?
Sie ist eine soziale Institution und die Urform des Gruppenlebens. Sie ist gekennzeichnet durch die Übernahme bestimmter gesellschaftlicher Funktionen, wie der Reproduktions- und Sozialisationsfunktion, der Generationendifferenzierung, durch ein spezifisches Kooperations- und Solidaritätsverhältnis zu ihren Mitgliedern und anderen, die kulturell variabel sind. Unter
3
diesen Familienbegriff fallen auch neuere Lebensformen wie Wohngemeinschaften, nichteheliche Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende. 1
Der Begriff der Kernfamilie beruht auf der Annahme, dass in der Gesellschaft zu allen Zeiten die Familie bestimmte Grundfunktionen für ihre Mitglieder und die Gesellschaft, in der sie leben, zu erfüllen hat. Daraus wurde das Modell der Kernfamilie mit Vater, Mutter, Tochter und Sohn entwickelt, mit dem man für jede Gesellschaft feststellen kann, welche Funktionen wie erfüllt werden. 2
Des Weiteren ist für die Betrachtung der Thesen Parsons ein kurzer Überblick des historischen Kontextes nötig. Die USA war zu jener Zeit der industriell am weitesten entwickelte Staat. Daraus resultierte ein Aufschwung der Wissenschaften und der Kultur. So gesehen war die USA in den 60-er Jahren der modernste Staat der Welt . Dies ist insofern wichtig, da Parsons die amerikanische Gesellschaft und deren Weiterentwicklung in dieser Zeit untersuchte. Aus den Ergebnissen schloss er auf die Entwicklung anderer Gesellschaften. Die USA war für ihn ein Vorbild, dem jeder früher oder später folgen musste. Dies schlussfolgerte Parsons aus der Modernisierungstheorie, einer
n. 3 Man nutzte sie, um unter -
entwickelte Länder mit der moderne Erfolgs - und Führungsgesellschaft größtenteils subjektiv wertend zu vergleichen. Man kann diese Entwicklung als einen Prozess der Mobilisierung, der Differenzierung und der Säkularisierung kennzeichnen. Unter dem Begriff der Mobilisierung versteht man nicht nur eine individuelle Veränderung der sozialen Lage oder die Geschwindigkeit der Zirkulation von Gütern und Informationen in einer Gesellschaft, sondern auch Bevölkerungswanderung von einer Region in die andere, oder vom Land in die Städte. Dies und auch der Prozess der Differenzierung spielen in Parsons Konzepten eine zentrale Rolle. Welche Theorien stellte er auf?
Während der Industrialisierung hat sich durch die Differenzierung von Betrieben und Haushalten ein Großteil der wirtschaftlichen produktiven Arbeit außer Haus verlagert. Diese Verlagerung schuf
dies nicht den radikalen Abbruch der Bindungen an die weitläufige Verwandtschaft. Insbesondere die Herkunftsfamilien der Ehepartner bleiben weiterhin wichtig. Da aber die Familie von den Verdiensten aus der Berufsarbeit abhängig ist, kommt der Wohnortmobilität große Bedeutung zu. Dies heißt meiner Meinung nach, dass man dort wohnt, wo Arbeit zu finden ist. Diese Wohnortmobilität führt zu einer Schwächung der Verwandtschaftsbindungen. 4 In diesem Prozess wird die häusliche Gemeinschaft auf ein Ehepaar mit geringer Kinderzahl reduziert. Diese
Institutionen. 5 Parsons schreibt dazu, das vor allem die Bildungsrevolution wichtige
auch hier die Rolle der Verwandtschaftsbindungen geschwächt, da deren Einfluss bei der
1 siehe Korte \ Schäfers (1997 , S . 12 )
2 siehe Korte \ Schäfers ( 1995 , S . 87 )
3 siehe Geißler ( 1996 , Kapitel 16 )
4 siehe Parsons ( 1972 , S . 116 )
5 siehe Segalen ( 1990 , S . 105 )
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Arbeit zitieren:
Jörn Moch, 1997, Die Verwandtschaftsverhältnisse in der städtischen Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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