Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
Inhalt
Prolog 3
Einleitung 5
Inhaltliches zur Untersuchung 9
Über die allgemeinen Prinzipien der Moral 9
Über das Wohlwollen 10
Über die staatliche Gesellschaft 11
Warum die Nützlichkeit gefällt 11
Über Eigenschaften, die uns selbst nützlich sind 13
Über Eigenschaften, die anderen unmittelbar angenehm sind 13
Schlu ß 14
Schlu ß - Humes Kritik an der Theorie des Egoismus 15
Humes Kritik am Rationalismus 16
Humes Moralphilosophie Objektivistisch? Subjektivistisch? Intersubjektivistisch? 19
Ausgew ählte Zitate
Erster Abschnitt (Über die allgemeinen Prinzipien der Moral) 22
Zweiter Abschnitt (Über das Wohlwollen) 23
Erster Teil 23
Zweiter Teil 23
Dritter Abschnitt (Über die Gerechtigkeit) 24
Erster Teil 24
Zweiter Teil 25
Vierter Abschnitt (Über die staatliche Gesellschaft) 27
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
F ünfter Abschnitt (Warum die Nützlichkeit gefällt) 27
Erster Teil 27
Zweiter Teil 28
Sechster Abschnitt (Über Eigenschaften, die uns selbst nützlich sind) 30
Erster Teil 30
Zweiter Teil 32
Siebter Abschnitt (Über Eigenschaften, die uns selbst unmittelbar angenehm sind) 32
Achter Abschnitt (Über Eigenschaften, die anderen unmittelbar angenehm sind) 33
Neunter Abschnitt (Schluß) 34
Erster Teil 34
Zweiter Teil 36
Anhang I (Über das moralische Gefühl) 36
Anhang II (Über die Selbstliebe) 38
Anhang III (Einige weitere Überlegungen zur Frage der Gerechtigkeit) 39
Anhang IV (Über einige Wortstreitigkeiten) 39
Ein Dialog 40
Index 43
2
Das vorliegende Exzerpt folgt einer zentralen Absicht: Die wichtigsten Passagen des Werkes von DAVID HUME unter besonderer Berücksichtigung einer bestimmten Fragestellung zu zitieren. Angedacht ist das Exzerpt als Arbeitsgrundlage, um sich schnell einen Überblick zu verschaffen und in komprimierter Form die wesentlichen Gedanken HUMES nachvollziehen zu können. Die verwendete Ausgabe des Reclam Verlags (Herausgegeben und übersetzt von Gerhard Streminger) liefert mit einem sehr ausführlichen Vorwort eine perfekte Vorlage, um die Arbeit HUMES und die Schlüsse in ihrem Ausmaß und in ihren Konsequenzen zu begreifen. Natürlich kann (und will) dieses Exzerpt kein vollständiger Ersatz zur eingehenden Lektüre der Untersuchung über die Prinzipien der Moral sein. Sehr wohl kann dieses Exzerpt jedoch dazu beitragen, sich schnell einen kompakten Überblick zu verschaffen Ich habe dabei versucht, Fremdörter und philosophische Fachbegriffe kurz zu erläutern, um die Arbeit mit diesem Exzerpt zu erleichtern. Da die Ausgabe, mit der ich gearbeitet habe, erstmals im Jahre 1984 erschienen ist, muss beachtet werden, dass sich in sämtlichen Zitaten noch die Rechtschreibung vor der großen Reform der deutschen Rechtschreibung im Jahre 1996 wiederfindet.
Die Struktur des Exzerpts orientiert sich natürlich an der Ausgabe des Buches. In einem ersten Block wird die Einleitung Gerhard Stremingers exzerpiert. Die wesentlichen Schlüsse werden hier behandelt und belegt. Außerdem stellt sich Streminger zusätzlich noch einige sehr interessante Fragen zur Rezeption HUMES. In einem zweiten Block werden dann ausgewählte Zitate aufgelistet. Es wurde versucht, die Zitate unter zwei Gesichtspunkten auszuwählen:
(1) Wurde der Inhalt des Zitats bereits im ersten Block zur Genüge von Gerhard Streminger erörtert?
(2) Zielt das Zitat auf die zentrale Fragestellung ab, nämlich: Wie sieht HUMES Methode aus, moralisch zu argumentieren?
Letzterer Gesichtspunkt ist die zentrale Fragestellung, unter der das Exzerpt angefertigt ist. Will man versuchen, diese Fragestellung kurz und knapp zu beantworten, könnte man sagen, dass HUME eine Ethik mit humanistischem Anspruch beschreibt, die empirisch und anthropologisch fundiert scheint. Andererseits wäre diese Antwort zu knapp und unzureichend, um sie als solche allein bestehen zu lassen Tatsächlich ist diese Frage sehr viel differenzierter zu betrachten und in Folge dessen auch sehr viel komplizierter zu beantworten. Dies begründet sich nicht zuletzt durch HUMES wissenschaftlich sehr fundierte, aber auch umfassende Methode, die Moral zu erforschen. Er scheint sich zwar zunächst auf sehr grundlegende Beobachtungen menschlichen Verhaltens zu konzentrieren, liefert im
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
Fortschritt des Werks jedoch immer mehr historische und soziokulturelle Belege für seine Thesen, welche wiederum Anstoß für neue, tiefergehende Nachforschungen sein können. Tatsächlich bringt HUME in seinem Werk in einigen Exkursen eine Vielzahl an Informationen zu zahlreichen Themengebieten, deren vollständiges exzerpieren den Rahmen dieses Exzerpts sprengen würde und nur unter großem Mehraufwand hinsichtlich der Strukturierung dieser Arbeit möglich wäre. Damit wäre ich zwar dem Anspruch einer möglichst ganzheitlichen Betrachtung gerecht geworden, hätte das eigentliche Ziel aber verfehlt, denn dieses Exzerpt kann, will und soll keine wissenschaftliche Abhandlung sein und will folglich auch nicht als solche verstanden werden. Wer sich jedoch mit HUMES Methode, moralisch zu argumentieren oder anderen die Ethik betreffenden Fragestellungen auseinandersetzt, kann in diesem Exzerpt hierzu einige wichtige, hilfreiche und gefilterte Informationen finden.
Wer sich mit einem oder mehreren ausgewählten Aspekten befassen möchte, dem empfehle ich, neben den ausgewählten Zitaten und den Ausführungen Stremingers, die Zitate im Kontext des entsprechenden Abschnitts zu lesen. Um mit den Seitenangaben im Exzerpt arbeiten zu können, hier die ausführlichen Angaben zur verwendeten Ausgabe: Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart 3., durchgesehene Auflage 2002 ISBN: 978-3-15-008231-7 Reclams Universal-Bibliothek Nr. 8231
Eine vollständige Ausgabe der Werke Humes 1 :
T.H. Green und T.H. Grose: David Hume, the Philosophical Works, 4 vol., London: Longmans, 1874-75 (Neudr. Aalen: Scientia, 1964)
1 Vgl. Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart, S. 292 - Literaturhinweise
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
Ausgabe: Hume, David (1777): Eine Untersuchung über die Prinzipien der Moral, übersetzt und herausgegeben von Gerhard Streminger, Philip Reclam jun. GmbH & Co. 1984, Stuttgart Einleitung (von Gerhard Streminger)
Hume versuchte, die Philosophie auf anthropologische Grundfeste zu stellen. zu Rate, wenn er Kataloge von Tugenden und von
Glückseligkeiten erstellt, ohne die menschliche Natur [Herv.d.Verf.] zu beachten, wovon jede moralische Schlussfolgerung abhängen muß. Ich entschloss mich deshalb,
konnte nach Hume jedoch nur auf empirischem Wege gewonnen werden
Hume wollte also die Philosophie erneuern, indem er sie von einer Theorie der menschlichen Natur abhängig macht
die Erfahrung 2 , als Ausg
Handlungen eines Wesens, das auch anders hätte handeln können [Herv. d. Verf.], unterliegen der moralischen Bewertung, weshalb nicht das Handeln eines (S. 7)
in einem beträchtlichen Ausmaß moralische Urteile , sondern auch in anderen Kulturen bestimmen
Was aber können wir als gut verstehen?
gut ist, was mit den bestehenden Normsystemen der Gesellschaft in Einklang steht;
gut ist, was angenehm ist;
ist;
gut ist, was im Einklang mit den Zehn Geboten steht;
gut ist, was in Harmonie steht mit der Natur oder dem Willen Gottes.(S. 14/15)
2 I. Kant, Kritik der reinen Vernunft, A 470 (B 498)
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
u gekommen, daß Menschen Normen festlegen? Gibt es
Thomas Hobbes dazu (nach ihm auch Bernard de Mandeville): Jeder Mensch handelt im Grunde nur aus egoistischen Motiven. Die Motivation, moralisch zu sein, ist also auch eine egoistische. nicht nur ein egoistisches, sondern auch ein rationales Langzeitinteressen garantieren sollen, auch wenn deshalb kurzfristige Vorteile geopfert werden müssen. (S. 17)
veranschaulichen: Mit ganz wenigen Ausnahmen wollen alle Menschen möglichst gesund von einem bestimmten Ort zu einem anderen gelangen (langfristiges Interesse) denkt,
also die Interessen anderer mißachtet, entstehen verschiedenste Konflikte. Aufgrund dieser Erfahrung akzeptiert der einzelne aus rein egoistischen Interessen ein Regelsystem im
Naturzustand die Individuen in einen Herrschaftsvertrag ein, aus dem ein Staat hervorgeht, der alle Macht vereint und als künstliche Ordnung die destruktive Natur des Menschen
Konzeption Hobbes ein geselliges Wesen und
natürlicherweise bereit, seine Mitmenschen nicht bloß als Mittel zur Befriedigung eigener Bedürfnisse zu gebrauchen. Shaftesbury war überzeugt, daß der Mensch auch im Naturzustand nicht bloß selbstsüchtig, sondern auch wohlwollend Traktat nimmt er eine Vermittlerrolle zwischen der Auffassung Hobbes (S. 19) st zur Kritik Humes an Hobbes
hineingeboren; in diesem beschränkten Ausmaß hat also die Gesellschaft bereits vor de
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
Fülle altruistischer Verhaltensweisen Hierher gehören Kindesliebe, Dankbarkeit gegenüber Wohltätern und Mitleid mit Unglücklichen
[vgl. Straßenverkehrsbeispiel]
mt Hume mit Hobbes überein. Auch er sieht die Triebfeder dafür ausschließlich im Egoismus des einzelnen: Der Mensch erkennt, daß ihm der Prozeß der Sozialisierung [i.S.v. Vergesellschaftung], also das Überschreiten des Nahbereiches, große Vorteile bringt [z.B. Arbeitsteilung]. Vergesellschaftung wird seine Schwäche ausgeglichen [...]. (S. 20) nun, die mit eben jenen Normen übereinstimmen, die von
den Menschen zum Schutz der Gesellschaft [Herv. d. Verf.] konventionell eingeführt t von einem
natürlichen Instinkt getragen, sondern [werden] allein aus Pflichtgefühl ausgeführt
(das heißt Achtung fremden Eigentums)
und Treue (das heißt die Einhaltung von Versprechen) ihren Verpflichtungscharakter und ihre Autorität für die Menschen aus danach,
(S. 22)
egung, daß sie Mängelwesen
sind und damit der Gesellschaft bedürfen, daß die Gesellschaft nur funktionieren kann, wenn gewisse Normen
(S. 23)
3 Vgl. Rousseau: Selbstliebe-Eigenliebe (damit verbundene Leidenschaften, Eintritt in die Gesellschaft)
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Exzerpt zur Untersuchung über die Prinzipien der Moral
gegebenes Recht auf Eigentum erschien ihm als
bloße Chimäre [als bloße Fabelwesen]. Insoweit erinnert Humes Position in vielem an Hobbes. Aber während für Hobbes der große Feind des Menschen der Mitmensch ist, ist es nach Hume eher die Natur
gibt sich Hume nicht damit zufrieden, den Ursprung von Normensystemen aus der Funktionsweise der Selbstliebe herzuleiten. Vielmehr stellt Kontakt den Charakter der Menschen von der familiären zur öffentlichen Moral
Humes herausfordernde Antwort: Das zunächst auf Primärgruppen begrenzte Wohlwollen hat in beträchtlichem Maße zugenommen. Seiner Meinung nach ist es zu einer Internalisierung sozialer Verhaltensweisen
In der Untersuchung ist die Natur des Menschen zunächst das Problem, wird dann jedoch
Teil der Lösung 4 , sondern wird zum Explanandum 5 (S. 25)
Hume erschließen, daß Menschen bereit sind, von der Basis eines universellen Wohlwollens aus zu urteilen, und somit auch die Interessen derer beachten, die ihnen ferne stehen und
Hume führt hier den Gegenbeweis zur These, man handle nur aus rein egoistischen Motiven moralisch. Der Mensch selbst ist hierbei der Ursprung der Moral:
so erweisen sich die Menschen selbst als Quelle allen Rechts und aller Macht. Im Interesse von Frieden und Ordnung haben sie sich Gesetze gegeben und dadurch freiwillig ihre S. 27, Aus Humes Vom Gesellschaftsvertrag)
4 Explanans = Das Erklärende
5 Explanandum = das zu Erklärende
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Peter Schaefer, 2011, Zu: David Hume - "Untersuchung über die Prinzipien der Moral", München, GRIN Verlag GmbH
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