Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die rechtlich-institutionelle Ebene 5
2.1. Die Notverordnungen 6
2.2. Das Schriftleitergesetz 7
2.3. Das Reichskulturkammergesetz 9
2.4. Zusammenfassung der Verordnungen der 10
rechtlich -institutionellen Ebene
3. Die inhaltliche Ebene 10
3.1. Die Maßnahmen 10
3.2. Zusammenfassung der Verordnungen der 13
inhaltlichen Ebene
4. Die wirtschaftliche Ebene 13
4.1. Erster Enteignungsschub 14
4.2. Zweiter Enteignungsschub 14
4.3. Dritter Enteignungsschub 15
4.4. Zusammenfassung der Maßnahmen der 16
wirtschaftlichen Ebene
5. Literatur 17
2
1. Einleitung
„Wir lügen sie an, und es ist ihre Sache, aus den verschiedenen Dingen, die Sie hören, die Wahrheit herauszufinden“. 1 Dies antwortete Margret Boveri in den fünfziger Jahren auf die Bitte, sie solle Auskunft über die Wochenzeitschrift „Das Reich“ geben. Diese Aussage ist sehr bedeutend für die herrschenden Zustände im Dritten Reich, jedoch kann sie auch als eine pauschale Äußerung für die Zeitungsberichterstattung in Kriegszeiten gesehen werden. Die Zensur der Medien ist besonders heutzutage ein sehr brisantes Thema, weil es immer noch Länder und Staaten gibt, in welchen das Grundrecht der Meinungsfreiheit eine untergeordnete Rolle spielt. Diese Arbeit behandelt die Frage, wie im NS-Regime die deutsche Zeitungsberichterstattung gelenkt wurde. Die Hauptwerke mit denen ich mich in der folgenden Arbeit befasste sind zum einen „Presselenkung im NS-Staat“ von Karl-Dietrich Abel, das zu einem der grundlegendsten Werke über die Thematik der Presse im Dritten Reich zählt. In vielen Artikeln wird auf dieses Werk hingewiesen, was dadurch zu erklären ist, dass in diesem neben „Presse in Fesseln“ von Heinz Pohle als eines der ersten die Thematik der Presse im Dritten Reich behandelt wurde.
Die dritte, überarbeitete Ausgabe „Journalismus im Dritten Reich“ von Norbert Frei, ist zum anderen als weiteres Werk zu nennen. Hier ist interessant, dass es sich um eine jüngere Publikation handelt, die über im Dritten Reich tätige Journalisten berichtet. An dem Beispiel der darin aufgeführten Journalisten kann sehr gut verdeutlicht werden, auf welchem schmalen Grat sich Schriftleiter und Verlage im Nationalsozialismus bewegt haben, wenn sie sich dem Presselenkungsmechanismus des Dritten Reichs nicht völlig beugen wollten.
Als drittes und letztes Werk ist die zum vierten Mal vollständig überarbeitete Ausgabe des „Fischer Lexikon Publizistik und Massenkommunikation“ zu nennen, weil diese einen guten Überblick über die gesamte deutsche Pressegeschichte, insbesondere über die des Dritte Reiches, verschafft. Ferner gibt das Lexikon eine gute Einsicht auf zeitgenössische Forschungen, die sich mit dieser Thematik befassen. Daraus lässt sich schließen, dass „die Möglichkeiten und Formen publizistischer Opposition im Dritten Reich […] wiederholt untersucht [worden sind] 2 . Dennoch gibt es keine einheitliche Meinung darüber, inwieweit ein Zwang für die Zeitungen bestand sich anzupassen um
1 Frei/Schmitz 1999: 136
2 Wilke 2002: 489
3
im Regime weiter existieren zu können. Es gilt ebenfalls für umstritten in wie weit das Fortbestehen mancher Zeitungen dem Regime genützt haben könnte. So wurde der Frankfurter Zeitung, im Gegensatz zum Berliner Tageblatt, dem vier Jahre zuvor die Lizenz entzogen wurde, erst 1943 verboten. Der Frankfurter Zeitung kam im Dritten Reich eine besondere Rolle zu, weil sie als Aushängeschild gegenüber dem Ausland galt. Hatten die Journalisten aber dadurch mehr Spielraum für ihre Äußerungen? Ein Erklärungsversuch diese Frage zu beantworten, lässt sich am Beispiel von dem am 1. Januar 1934 zum Hauptschriftleiter der Frankfurter Zeitung ernannten Rudolf Kircher illustrieren. Kircher wagte es sich auf dem schmalen Grad zwischen vorsichtiger Kritik an dem Regime und „Freundschaft“ mit den Machthabern zu bewegen. „Es war schwierig, von Frankfurt aus Kirchers Berichterstattung zu »zensieren«. […] Kirchers Methode war im Übrigen anders als die der Frankfurter Autoren. Er kritisierte besonders scharf, machte aber, zur Kompensation, dem Regime auch halbe oder scheinbare Komplimente - was die Frankfurter Autoren durchweg unterließen“. 3 Darüber hinaus ist zu sagen, dass Rudolf Kircher sicher ein gewisser Spielraum für seine Äußerungen gelassen wurde. Dieser Spielraum ist unter anderem auf den Umgang mit Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels zurückzuführen. Im Übrigen ist es nicht zu leugnen, dass Kircher der Frankfurter Zeitung „mit seinen willigen, fast immer raffiniertdoppeldeutigen Dienstleitungen für das Regime Bewegungsspielraum [erkaufte]“. 4 Es ist wichtig die politischen Ziele, die die Nationalsozialisten ab dem Zeitpunkt ihrer Machtergreifung verfolgten an dieser Stelle zu illustrieren. Als primäres Ziel galt es eine nationalsozialistische Monopolisierung und eine daraus folgende totalitäre Beherrschung der öffentlichen Meinung zu erreichen. Es sollte ein „perfektes“ Kommunikationssystem geschaffen werden, dass im Sinne der Nationalsozialisten agierte. Dieses „Ziel“ wurde nicht völlig erreicht, weil es unter anderem strukturelle Probleme in der inhaltlichen Lenkung der Presse gab, die massive Auswirkungen auf die Presselandschaft hatten. Diese strukturellen Probleme sind zum einen auf das Prinzip der indirekten Vor- und direkten Nachzensur zurückzuführen. Zum anderen sind sie vor allem auf das von Abel bezeichnete „Lenkungswirrwarr“ innerhalb des Presselenkungsapparates zurückzuführen. Adolf Hitler vermied es bewusst die Kompetenzbereiche der drei Reichsleiter Max Amann, Otto Dietrich und Joseph Goebbels klar abzugrenzen. In Fol-
3 Gillessen1986: 144
4 Gillessen 1986: 289
4
ge dessen kam es zu einem Ineinandergreifen der Aufsichts- und Weisungsfunktionen. Das führte dazu, dass sich die drei Minister immer wieder blockierten, was zu einem Chaos innerhalb des Presselenkungsmechanismus führte.
Dadurch, dass die meisten Presseerzeugnisse im gesamten nationalsozialistischen Herrschaftsbereich allesamt uniform in ihrer Aussage und Aufmachung waren, sank ihre Qualität nachhaltig. Die Presse fungierte als Durchsetzungsapparat der nationalsozialistischen Politik, was sich in einer starken Verringerung der Meinungsvielfalt zeigte. Diese Tatsache ging auch an der Bevölkerung nicht spurlos vorbei. Zum einen ver-lor die inhaltliche Lenkung damit nach und nach an Wirkung. Zum anderen hatte dies den Effekt, dass die Leserzahlen stark zurückgingen, was zum Niedergang von Zeitungen führen musste. So sank die Zahl der Zeitungen zwischen 1932 und 1937 von rund 4700 auf rund 2500, was unter anderem mit dem starken Rückgang der Auflagehöhen zu erklären ist.
Ein weiterer Grund für den Niedergang der Zeitungen ist der Prozess der Gleichschaltung und die mit ihm verbundenen Maßnahmen. Das eindeutige Ziel der Gleichschaltung war es, die „bestimmenden Führungskräfte in allen Bereichen des bisher demokratisch regierten Deutschen Reichs abzulösen und alle Vollmachten auf die NSDAP und die von ihr gestellte Reichsregierung zu übertragen.“ 5 Die nationalsozialistische Medienpolitik beinhaltete daraus folgend eine schrittweise verlaufende Gleichschaltung der Presse, die sich auf drei Ebenen vollzog. Das Propagandaministerium ließ nie Zweifel an den Aufgaben der Presse aufkommen und machte mit einem Satz sehr deutlich, was die NS-Regierung von der Presse erwartete: „Sie muß ein Klavier sein, auf dem die Regierung spielen kann.“ 6 Dadurch fungierten die Zeitungen als „Marionette“ für die NS-Regierung.
2. Die rechtlich-institutionelle Ebene
Die rechtlich-institutionelle Ebene der Gleichschaltung beinhaltet alle notwendigen Gesetze, die die Presse- und Meinungsfreiheit einschränken. Darüber hinaus wurden auf-grund der Notwendigkeit verschiedene Einrichtungen zur Presselenkung errichtet. Mit dieser Ebene wollte das nationalsozialistische Regime dem Ziel einer totalitären Beherrschung der öffentlichen Kommunikation einen großen Schritt näher kommen.
5 Kammer/ Bartsch 1999: 97
6 Köpf 1995: 19
5
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts (B.A.) in Medien und Kommunikation Michaela Buchner, 2006, Pressezensur im Dritten Reich, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Politik - Politische Systeme - Historisches: Pressezensur im Dritten Reich ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Politik - Politische Systeme - Historisches: neuer Titel erschienen: Pressezensur im Dritten Reich
Michaela Buchner hat einen neuen Text hochgeladen
Das Bild der NS-Herrschaft in den Memoiren führender Generäle des Drit...
Eine kritische Untersuchung
Michael Bertram
0 Kommentare