Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Ziel der Arbeit 1
2. Feste Wechselkurse 3
2.1. System fester Wechselkurse 3
2.2. Vorteile eines festen Wechselkurses 4
2.3. Historische Beispiele 5
3. Flexible Wechselkurse 7
3.1. System flexibler Wechselkurse 7
3.2. Vorteile eines flexiblen Wechselkurses 8
3.3. Flexible Wechselkurse und die importierte Inflation 9
4. Wechselkursbildung 10
4.1. Leistungsbilanzungleichgewichte 11
4.2. Kaufkraftparitäten 11
5. Wirkung von Leistungsbilanzungleichgewichten bei unterschiedlichen
Wechselkurssystemen 13
5.1. Erläuterung der Leistungsbilanz 13
5.2. Die Folgen von Leistungsbilanzungleichgewichten 14
5.3. Die Wirkung von Handelsbilanzüberschüssen bei unterschiedlichen
Wechselkurssystemen 15
5.4. Die Wirkung von Handelsbilanzdefiziten bei unterschiedlichen
Wechselkurssystemen 15
6. Klassifikation von Wechselkurssystemen 18
6.1. Kontrolliertes Floating - managed floating 19
6.2. Stufenweise Anpassungen/Bandbreitenanpassungen 20
6.3. Feste Wechselkurse mit Bindung an den Währungskorb 21
6.4. Währungsamt - Currency Board 22
7. Schlussbetrachtung 25
8. Literaturverzeichnis 26
Tabellenverzeichnis
Nr. Bezeichnung Seite
Tabelle 1: Die Leistungsbilanz 13
Tabelle 2: Folgen von Leistungsbilanz-Ungleichgewichten 15
Tabelle 3: Leistungsbilanzsaldo der USA, durchschnittlich p a , in Mrd US 17
Abbildungsverzeichnis
Nr. Bezeichnung Seite
Abbildung 1: Devisenmarktgleichgewicht
Abbildung 2: Von flexiblen zu starren Wechselkurssystemen
Abbildung 3: Wechselkurszielzonen
1. Einleitung
Von entscheidender Bedeutung für außenwirtschaftliche Beziehungen eines Landes ist der Wechselkurs in seiner Funktion als Preis der Währung. Die Finanz- und Güterströme werden maßgeblich von der Wahl und der Glaubwürdigkeit der Wechselkurspolitik beeinflusst (Fidyka 2007, 13).
Der Wechselkurs wird als politisches Instrument zur Erreichung außen- und binnenwirtschaftlicher Ziele eingesetzt (Caspers 2002, 133).
Unterschieden wird zwischen den zwei Grundformen von Wechselkursen, nämlich den flexiblen Wechselkursen, die einer freien Preisbildung ausschließlich durch Angebot und Nachfrage unterliegen und der Festlegung eines festen Wechselkurses durch die dafür verantwortlichen staatlichen Institutionen. Darüberhinaus gibt es noch weitere Varianten, wie die Beziehungen zwischen den einzelnen Währungen ausgestaltet werden können (Weeber 2002, 112).
Desweiteren ist der Ausgleich der Zahlungsbilanz eng mit dem jeweils herrschenden Wechselkurssystem verbunden. Das bedeutet, dass man durch die Wahl eines geeigneten Wechselkurssystems einen Ausgleich der Zahlungsbilanz herbeiführen könnte (Dorn/Fischbach 2002, 215).
Wechselkurssysteme werden damit zu einem wichtigen Instrument, wie man realen Fehlentwicklungen entgegensteuern kann (Weeber 2002, 113).
1.1. Problemstellung
Währungs- und Wechselkursprobleme stehen häufig in der öffentlichen Debatte. Es herrschen generell unterschiedliche Meinungen bezüglich der Vorteilhaftigkeit verschiedener Wechselkurssysteme. In weiterer Folge stellt sich hier die Frage wie sich unterschiedliche Wechselkurssysteme auf Handelsbilanzungleichheiten auswirken.
1.2. Ziel der Arbeit
In dieser Seminararbeit haben wir uns daher zum Ziel gesetzt, die Unterschiede zwischen festen und flexiblen Wechselkursen sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile klar darzustellen. Desweiteren werden die unterschiedlichen Wechselkurssysteme näher erläutert. Bei Wechselkurssystemen handelt es sich um internationale Vereinbarungen, die die Wechselkursbildung der beteiligten Währungen nach einheitlichen Prinzipien gestalten (Weeber
Seminararbeit Internationale Wirtschaftsbeziehungen S 1
2002, 112). Zudem wird sich Kapitel 5 analytisch mit den Wirkungen von Leistungsbilanzungleichgewichten aufgrund von verschiedener Wechselkurssysteme befassen.
Seminararbeit Internationale Wirtschaftsbeziehungen S 2
2. Feste Wechselkurse
Als Grundlage für feste Wechselkurse gilt das Abkommen von Bretton Woods, welches 1944 zwischen den großen Industrienationen beschlossen wurde. Fundament des Systems war der US-Dollar, zu dem andere Währungen eine vorgegebene Parität einhielten bzw. an der gegebenenfalls Auf- und Abwertungen bewertet wurden. Mittlerweile ist das Spektrum der Gestaltungsmöglichkeiten von Wechselkursregimen stark erweitert. Unterschiedliche Ankerwährungen sind möglich, aber auch die Schwankungsbreite bei festen Wechselkursen kann unterschiedlich weit sein (Sell 2003, 115).
2.1. System fester Wechselkurse
Bei festen Wechselkursen garantiert eine staatliche Stelle, wie zum Beispiel die Zentralbank oder das Finanzministerium eine bestimmte Währungsparität, sprich einen bestimmten Umtauschkurs der nationalen Währung zu einer Leitwährung, Gold oder auch einem Währungs-korb. Die Garantie des festen Wechselkurses entsteht durch Ankauf/Verkauf der eigenen Währung. Beispielsweise bei einer steigenden Nachfrage nach der eigenen Währung muss die Zentralbank die eigene Währung am Devisenmarkt verkaufen und dafür die Leitwährung oder gegebenenfalls andere Reservewährungen ankaufen. Würde die Zentralbank nicht eingreifen, würde ein Nachfrageüberhang entstehen und der Außenwert der eigenen Währung würde ansteigen (Weeber 2002, 115).
Entscheidet man sich für ein System fester Wechselkurse sind außerdem noch die folgenden Punkte zu beachten:
• Die Festlegung des richtigen Wertes der Parität. Ein zu hoher Kurs würde eine tendenzielle Aufwertung gegenüber Drittwährungen bedeuten und hätte entsprechende Auswirkungen auf Preise und Export.
• Auch die Wahl der Paritätswährung (meist US-Dollar oder Euro) bzw. des Wäh-rungskorbes mit den Währungen der Haupthandelsländer sollte gut abgestimmt werden (Weeber 2002, 115).
Vor allem von Außenhändlern werden feste Wechselkurse gefordert. Direktinvestitionen, Handelsströme oder Produktspezialisierungen sind schließlich von der jeweiligen Wechselkurshöhe abhängig. Jede Veränderung eines Wechselkurses löst so genannte Anpassungsreaktionen aus, welche im Normalfall mit Kosten verbunden sind. Daraus ergibt sich, dass für Länder mit einer hohen Außenhandelsabhängigkeit feste Wechselkurse gegenüber den wichtigsten Handelspartnern von Vorteil sein können. Hierbei sollte das Land jedoch nicht auf zu wenige Güter spezialisiert sein, da feste Wechselkurse bei Weltmarktpreisschwankungen die
Seminararbeit Internationale Wirtschaftsbeziehungen S 3
Anpassung erschweren können. Auch problematisch sind feste Wechselkurse für Länder, welche eine stärkere Präferenz für einen stabilen Geldwert haben als ihre Partner, da die eigenständige Geldpolitik mit festen Wechselkursen in der Regel nicht vereinbar ist. Generell können feste Wechselkurse durch einzelne Länder oder aber auch durch internationale Vereinbarungen erreicht werden (Rübel 2009, 128).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Entscheidung für ein Wechselkurssystem erhebliche Auswirkungen für die Wirtschaftspolitik eines Staates hat (Weeber 2002, 116).
2.2. Vorteile eines festen Wechselkurses
Ein erstes Argument für feste Wechselkurse ist die Förderung von Außenhandel und Direktinvestitionen durch die Verringerung von Kursrisiken und Kurssicherungskosten. Ein Großteil des internationalen Güterverkehrs wird durch Liefer- und Abnahmeverträge geregelt, welche meist schon einige Zeit vor dem Transaktionstermin geschlossen werden und oftmals Transaktionen vorsehen, die sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Im Falle flexibler Wechselkurse entstehen zunehmende Währungsrisiken, je stärker die Volatilität zwischen den Währungen ist. Oftmals werden diese Risiken mit Kurssicherungsgeschäften, insbesondere mit Devisentermingeschäften ausgeschlossen. Diese Kurssicherung ist jedoch mit Kosten, welche ihrerseits recht hoch sein können, wenn mit einer hohen Volatilität gerechnet wird, verbunden. Diese Art der Kosten treten bei Wechselkursen, welche absolut fixiert sind nicht auf, oder sie sind zumindest viel geringer bei Wechselkursen mit enger Bandbreite. Fazit: Feste Wechselkurse tragen maßgeblich bei, die Transaktionskosten der Ex- und Im-porte zu verringern und in weiterer Folge wirken sie damit auch fördernd für den internationalen Handel (Dieckheuer 2001, 258f).
Weiters bieten feste Wechselkurse deutlich mehr Kalkulationssicherheit bei der Produkt-, Produktions- und Beschaffungsplanung für zukünftige internationale Geschäfte (Dieckheuer 2001, 259).
Ein weiteres Argument für ein Festkurssystem sind die verbundenen Länder, welche zu gegenseitiger Rücksichtnahme und wirtschaftlicher Kooperation angehalten werden, um das feste Kurssystem zu erhalten. Durch diese gegenseitige Rücksichtnahme können international wirksame Schocks verringert bzw. deren Auswirkung gemeinsam getragen werden (Blümle/Francke 1999, 390).
Seminararbeit Internationale Wirtschaftsbeziehungen S 4
Arbeit zitieren:
BA Andrea Weidinger, Julia Cebis, 2011, Arten und Klassifikation von Wechselkurssystemen , München, GRIN Verlag GmbH
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