Inhaltsangabe:
1.) Einleitung
2.) Begriffserklärungen
2.1) Lernen
2.2) Theorie
3.) Wichtige Vertreter und ihre Versuche
3.1) Pawlow und sein Versuch "Speichelsekretion bei Hunden"
3.2) Watson und sein Versuch "Der kleine Albert"
4.) Erklärung der Funktionsweise
5.) Besonderheiten
5.1) Das Kontiguitätsgesetz
5.2) Entfernung der konditionierten Reaktion
5.2.1) Löschung
5.2.1) Gegenkonditionierung
5.2.3) Löschung und Gegenkonditionierung
5.3) Generalisierung
5.3.1) Reaktionsgeneralisierung
5.3.2) Reizgeneralisierung
6.) Ein Beispiel
6.1) Ein Beispiel in Bezug auf Schule
6.2) Erklärung des Beispiels
7.) Verknüpfung von operantem und klassischem Konditionieren
7.1) Beispiel Angst
7.2) Allgemeine Verbindung
8.) Fazit
9.) Literaturangaben
1.) Einleitung:
Da der Mensch ein Leben lang lernt, spielen Lerntheorien eine wichtige Rolle im menschlichen Leben. Hört man im Alltag den Begriff Lernen, so wird hauptsächlich an das schulische Lernen gedacht und alles, was man in der Schule lernt, wie Schreiben, Rechnen oder Vokabeln.
Der Mensch lernt aber auf drei unterschiedliche Arten und nicht nur in der Schule, so dass es für diese verschiedenen Arten auch verschieden anzuwendende Lerntheorien gibt. Es gibt die Lerntheorie des klassischen Konditionierens auch als Signallernen bezeichnet, die Lerntheorie des operanten oder auch instrumentellen Konditionierens und das Lernen durch kognitives oder Beobachtungslernen. Die hier genannten Theorien werden auch häufig mit noch anderen Begriffen bezeichnet, die ich jedoch nicht alle aufzählen möchte. In meiner Hausarbeit werde ich mich mit der Lerntheorie des klassischen Konditionierens auseinandersetzen und versuchen, sie anhand eines von mir ausgedachten Beispiels, welches jedoch jedem Menschen während seines Schullebens begegnen könnte, erläutern.
2.) Begriffserklärungen
2.1) Lernen
"Lernen ist ein Prozess der Auseinandersetzung mit der Umwelt, der eine dauerhafte Verhaltensänderung nach sich zieht aufgrund von Erfahrungen, Übungen und Einsicht bzw. eine Veränderung der kognitiven Struktur. Eine Verhaltensänderung durch chemische Substanzen ist kein Lernen". 1
______________
1 Erarbeitete Definition des Seminars vom 18.4.2002
Die zwei wichtigen Aspekte des Lernens sind also Aneignung von Informationen und die Veränderung des sichtbaren Verhaltens.
2.2) Theorie
"Theorie ist ein umfassender Begriff, der dazu verwendet wird, verschiedene Arten der Erklärung von Beobachtungen der Problemlösung zu beschreiben. Die Theorie ist eine exakte Vereinfachung der normalerweise komplizierten Beobachtung. Die Theorien selbst können mehrere Gesetzmäßigkeiten oder Prinzipien umfassen." 2 Lerntheorien sind also Theorien, welche die Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten von beobachtbaren Lernprozessen zusammenfassen.
3.) Wichtige Vertreter und ihre Versuche
Hört man den Begriff des klassischen Konditionierens, so sollten einem zumindest zwei Vertreter einfallen, die für dieses Konditionieren von großer Bedeutung sind. Pawlow, der als einer der Ersten das klassische Konditionieren mit einem Hund erforschte und Watson, der mit einem kleinen Kind im Rahmen des klassischen Konditionierens experimentierte.
3.1) Pawlow und sein Versuch "Speichelsekretion bei Hunden"
Iwan Petrowitsch Pawlow lebte von 1849 bis 1936. Er war russischer Physiologe. Trotzdem fand er als erster das klassische Konditionieren heraus, während er die Verdauung von Tieren untersuchte und schuf somit eine gewaltige Grundlage der Lernpsychologie, die von vielen Psychologen noch tiefgründiger untersucht wurde. _______________________ 2 Vgl. Le Francois: 1976, S.5
Sein Versuch wurde mit einem Hund durchgeführt, bei dem Pawlow Reize in Zusammenhang mit Reaktionen testete.
Jedes Mal, wenn man dem Hund Futter brachte, floss sein Speichel, eine Reflexreaktion. Nun wurde mehrmals vor der Fütterung mit einer Glocke geläutet (Lernvorgang = Prägung). Nachdem der Hund sich an diese Koppelung gewöhnt hatte, wurde die Glocke geläutet, ohne dass daraufhin eine Nahrung folgte. Während der Hund das Läuten vernahm, begann er zu speicheln. Der Hund hatte die angeborene Reaktion des Speichelflusses, die durch den unkonditionierten Reiz „Futter“ automatisch ausgelöst wurde auf den neutralen Reiz „Glocke“ übertragen. Er hatte sich eingeprägt, dass es bei dem Ertönen der Glocke zur Fütterung kommt, so dass schon bei dem Glockenton sein Speichelfluss einsetzte. Da das Tier nun auf den anfangs noch neutralen Reiz der Glocke reagierte, wurde dieser Reiz zum gelernten bzw. konditionierten Reiz. Der Hund zeigte durch diese Übertragung eine konditionierte Reaktion. 3
3.2) Watson und sein Versuch "Der kleine Albert"
John. Broadus Watson war ein amerikanischer Psychologe, der wurde 1878 geboren wurde und verstarb 1930. Watson arbeitete im Krankenhaus, wo er auch das Experiment mit dem kleinen Albert durchführte. 4
Sein Versuch wurde mit einem neun Monate alten Jungen durchgeführt. Diesem Jungen wurde beigebracht, dass er sich vor weißen Ratten zu fürchten habe, ohne jemals schlechte Erfahrungen mit Ratten gemacht zu haben. Watson wollte testen, ob Gefühle an neutrale Reize gekoppelt werden können. Anfangs wurde getestet, ob das Kind bei lauten Geräuschen eine Schreck- / Angstreaktion zeige. Als bestätigt wurde, dass bei Albert durch den unkonditionierten Reiz „Lärm“ eine unkonditionierte Reaktion „Angst“ auftrat, wurde sein Verhalten auf weiße Ratten als neutraler Reiz getestet. __________________ 3 Vgl. Hobmair (Hrsg.):1989, Seite 152
4 „Watson“, Das Bertelsmann Lexikon
Die Tiere weckten sein Interesse und er hatte keine Scheu vor ihnen.
Arbeit zitieren:
Stefanie Kinast, 2008, Klassisches Konditionieren, München, GRIN Verlag GmbH
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