steigt mit zunehmendem Alter der Kinder (3-6 Jahre) auf 53.4% der Gesamtzahl der Frauen mit Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren an, wovon wieder in etwa die Hälfte im Ausmaß einer Teilzeitstelle am Erwerbsleben teilnimmt. Diese signifikante Zunahme der Erwerbsquote der österreichischen Frauen lässt sich mit der Zunahme der Inanspruchnahme und dem Vorhandensein von Kinderbetreuungsstätten für diese Altersklasse, welche in ausreichenden Vorhanden und leistbar sein sollten/sind(?), erklären. Drei Viertel aller Kinder, also rund 75% dieses Alters, werden in Kindergärten und Betreuungsstätten betreut. In der Altersgruppe der 6-10 Jahre alten Kinder sind 62.3% der Mütter der Kinder der genannten Altersgruppe erwerbstätig, und von diesem Prozentsatz sind 26.6% nur Teilzeit beschäftigt. Mal sehen, was die Statistik bezüglich der Kinderbetreuung dazu beiträgt… lediglich sechs Prozent der Kinder werden von Betreuungsstätten betreut. Daraus schließe und bestätige ich, dass im Alter von 0-2 Jahren sowie ab dem Alter 6-10 Jahren die Frau die Aufgabe der Erziehung des Nachwuchses übernimmt und damit oft ihren außerfamiliären Job aufgibt bzw. stark einschränkt. Im Alter von 3-6 Jahren übernimmt der Staat in Form von Kinderbetreuungsstätten teilweise die Sozialisation. Diese Daten lassen ein deutliches Handicap von Frauen am österreichischen Arbeitsmarkt, erkennen (vgl. Haas B. 2003). In Schweden ist das „egalitarian employment model“ Takt angebend, was besagt, dass beide Partner Vollzeit oder zumindest Teilzeit erwerbstätig sein sollen, also in der Erwerbstätigkeit integriert bleiben, und dass die Kinderbetreuung an den Staat bzw. an Institutionen delegiert werden soll, und dass die Infrastrukturen der Staat kostengünstig oder gratis bereitzustellen hat. Von Anfang an ist es Aufgabe des Wohlfahrtstaates sowohl die Kinderbetreuung, Kinderversorgung und teilweise damit einhergehend die Kindererziehung zu übernehmen (und diese Faktoren nicht mehr hauptsächlich Aufgabe der Eltern und Angehörigen sind, sodass diese ihre Erwerbstätigkeit ungestört fortführen können), als auch die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Die Hälfte der schwedischen Frauen mit Kindern im Alter von 0-2 Jahren ist berufstätig und 30.5% der Gesamtzahl der Frauen in einem Teilzeitmodus beschäftigt. Im Gegensatz zu Österreich werden allerdings ganze 40% der 0-2-Jährigen Kinder von Anfang in Kinderbetreuungsstätten betreut und versorgt, was in Gegenüberstellung zu Österreich einen Unterschied von sage und schreibe 37% ausmacht! Der Staat spielt also in der Kindererziehung, Betreuung und Versorgung schon im jüngsten Alter von 0-2 Jahren eine aktive, signifikante Rolle.
Man kann einen Erwerbsbeteiligungssprung der schwedischen Frauen mit Kindern der Altersgruppe der 3-6-Jährigen beobachten. In Schweden sind 75.2% der Frauen mit Kindern im Alter zwischen 3 und 6 Jahren erwerbstätig und 46.8% dieser Frauen zumindest Teilzeit
berufstätig. Die Kinderbetreuungsstätten in Schweden betreuen 96% der Altersgruppe der 3-6 Jahre alten Kinder - der Unterschied zwischen Schweden und Österreich beträgt sage und schreibe 21%. Geht man weiter zur nächsten Altersgruppe, nämlich derjenigen der 6-10-Jährigen erhöht sich die Zahl der erwerbstätigen Frauen mit 6-10-Jahre alten Kindern auf 84.7% und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten auf 41.6%. 64% Prozent der 6-10 Jährigen werden in Kinderbetreuungsstätten betreut. Ich vergaß zu erwähnen, dass die Zahlen sich auf Betreuungsstätten beziehen, welche zumindest zu 75% vom Staat gefördert werden (vgl. Haas B. 2003). Ich erkenne anhand der Zahlen einen klaren Zusammenhang der gegensätzlichen Politik zum Thema Kinderbetreuung und dem Erwerbstätigkeitsanteil von Frauen mit Kleinkindern und Kindern. Österreich vertritt klar den Standpunkt, dass Frauen daheim bei Ihren Kindern bleiben sollen und den Job aufgeben sollen, was sich daran erkennen lässt, dass es in Österreich scheinbar kaum Akzeptanz und Strukturen für arbeitende Mütter bzw. adäquate Betreuungsplätze gibt. Quasi als Gegenpol dazu ist Schweden in diesen Kontext zu betrachten, da es dort die Nom zu sein scheint, dass Frauen und Männer „real“ bis auf die Hausarbeit gleichgestellt sind, und es werden institutionelle Strukturen der Betreuung, für alle Altersklassen der Kinder angeboten, um die Unterbrechung bzw. ein Aufgeben der Erwerbstätigkeit zugunsten des Kindes minimal zu halten bzw. zu verhindern. Im Vergleich der Karenzregelungen fanden sich weitere Indizien für die signifikant niedrigere Erwerbsquote von österreichischen Frauen im direkten Vergleich mit ihren schwedischen Gegenstücken. Mit diesen Regelungen scheint es für mich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen (-> den moralischen Standpunkt lasse ich vorne weg) verständlich, dass es für Arbeitgeber in Österreich tendenziell unattraktiver ist, Frauen anzustellen als Männer. In Österreich hat eine Frau Anspruch auf 130 Wochen Karenzzeit, was 2.5 Jahren entspricht. In Schweden besteht ein Anspruch von 56 Wochen, also 1.3 Jahren, und danach das Recht auf Teilzeitarbeit zu 75% der Normalarbeitszeit. Bis das Kind 8 Jahre alt ist, ist dieses Recht noch erweitert auf wahlweise 25%, 50%, 75% oder Vollzeitarbeit. (vgl. Haas B. 2003) Basierend auf diesen Daten erkennt man wieder das „breadwinner model“ von Österreich -> lange Abwesenheit von der Arbeit. Diese lange im Jargon sogenannte „Babypause“ macht es für Arbeitgeber in Österreich zum Kostenfaktor und Risikofaktor eine Frau einzustellen oder nicht. In 2.5 Jahren kann Fachwissen, besonders in unserer schnelllebigen Zeit, rasch veralten, man denke an die Computerbranche und dergleichen. Diese Vorurteile sind leider in Österreich weit verbreitet. (Bei Bewerbungsgesprächen immer wieder beliebt die „KO-Kriterium-Frage“ nach dem Kinderwunsch bei jungen Frauen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren - kleiner Zwischenruf).
Arbeit zitieren:
Christian Dörr, 2010, Welche Gründe gibt es für die im Vergleich zu Schweden niedrige Erwerbsbeteiligung von Frauen in Österreich?, München, GRIN Verlag GmbH
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