Inhalt Seite
1. Einleitung 1
2. Zur Person Walter Benjamins 1
3. Die Geschichte des Kunstwerks und sein Wandel zu einem
Massenprodukt 2
3.1 Technische Reproduktion: der Verlust von Echtheit und Aura 3
3.2 Der Film und seine Rezeption 6
4. Schluss 8
5. Literatur 10
1. Einleitung
Der 1934/ 35 entstandene Aufsatz von Walter Benjamin „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ reflektiert analytisch die Auswirkungen technischer Medien auf die Kunst sowie deren Stellung und Funktion in den dreißiger Jahren. Intensiv beleuchtet wird dabei die Tendenz zur Reproduktion d es Kunstwerks im Zuge des Medienwechsels im 19. und 20. Jahrhundert, mit der Benjamin sich essayistisch und theoretisch auseinandersetzt. 1
Benjamins Thesen über die „Entwicklungstendenzen der Kunst“ (Benjamin: 18) werden im Modus der Kritik formuliert, und seine Methodologie ist der von Karl Marx ähnlich: sie hat „prognostischen Wert“ (Benjamin: 18). In seiner Theorie geht es Benjamin nicht darum zu analysieren, ob technische Reproduktionen Kunst darstellen bzw. als Kunst gelten können, sondern wie die Technik den Charakter der Kunst verändert bzw. verändern wird.
In dieser Arbeit sollen die Thesen Walter Benjamins herausgearbeitet werden, um den Versuch einer Bedeutungsanalyse vorzunehmen. Im Hauptteil soll zunächst kurz etwas zur Person Benjamins gesagt werden. Anschließend sollen die in seinem Kunstwerk-Aufsatz verwendeten Schlüsselbegriffe dargestellt und in dessen Zusammenhang erläutert werden. Der Film erfährt gesonderte Beachtung, da sich Benjamins Thesen und das, was sich auch in heutiger Zeit daraus ableiten lässt, anhand dieses Mediums gut erörtern lassen.
2. Zur Person Walter Benjamins
Walter Benjamin wurde am 15. Juli 1892 in Berlin geboren. Er gilt noch heute als einer der bedeutendsten Essayisten, Literatur- und Zeitkritiker des 20. Jahrhunderts. Benjamin etablierte sich nach dem missglückten Versuch einer akademischen Karriere als freier
Schriftsteller und Übersetzer. In seiner politischen Auffassung näherte er sich immer wieder an die Positionen von Karl Marx an. Im März 1933 ging Walter Benjamin ins Pariser Exil. In dieser Zeit begann auch seine Zusammenarbeit mit Max Horkheimers und Theodor W. Adornos „Institut für Sozialforschung“. Im September 1940 beging Benjamin in dem spanischen Grenzort Port-Bou Selbstmord.
3. Die Geschichte des Kunstwerks und sein Wandel zu einem Massenprodukt
Die Reproduktionstechnik allgemein hat einen langen Entwicklungsprozess durchlaufen. Die Menschen haben immer schon manuell reproduziert, was sie gemacht hatten; das galt beispielsweise für Kunstschüler zur Übung oder für Künstler, die ihre Werke verbreiten wollten (vgl. Benjamin: 19). Angefangen bei Guss und Prägung griechischer Münzen und Bronzen, dem Holzschnitt von Graphiken und dem Druck von Schrift bis hin zu Kupferstich und Radierung im Laufe des Mittelalters aber entwickelte sich das Neue der Vervielfältigung: die technische Reproduktion des Kunstwerks. Dabei erreicht diese mit der Litographie Anfang des neunzehnten Jahrhunderts eine noch „höhere“ Stufe der Technik, die es möglich macht, Produkte des Künstlerischen nicht nur massenweise, sondern jeweils in einer anderen, neuen Gestaltung auf den Markt zu bringen (vgl. Benjamin: 19). Mit dieser Möglichkeit, „den Alltag illustrativ zu begleiten“ (Benjamin: 19), und den bald darauf folgenden Erfindungen Photographie und Film befand sich die Entwicklung der technischen Reproduktion in ihrer Blütezeit. Das Kunstwerk wurde zum Objekt der Reproduktion, und die Reproduktion konnte fortan als eine eigene künstlerische Verfahrensweise gelten. 2
2 Dies zeigt sich besonders am Beispiel des Films, wie wir in Kapitel 3.2 sehen werden.
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Nicola Mager, 2002, Über den Aufsatz von Walter Benjamin: "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit", Munich, GRIN Publishing GmbH
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