INHALTSVERZEICHNIS
EINLEITUNG 2
1. Theoretische Grundlagen sozialer Kognition 5
1.1 Automatische und kontrollierte Prozesse 5
1.2 Schema, Stereotyp, Heuristik und Kategorisierung 6
1.3 Priming, Zugänglichkeit und lexikalische Entscheidungsaufgabe 7
2. Stereotype threat 7
2.1 Definition und Gefahren 7
2.2 Mechanismen des stereotype threat 9
2.2.1 Stereotypaktivierung und Stereotypunterdrückung 9
2.2.2 Self- Doubt Activation und Self- handicapping Measures 13
2.3 Ursachen, langfristige Folgen und Interventionsmöglichkeiten 14
3. Stereotype threat und dessen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit 16
3.1 Der Leistungseinbruch von Frauen bei Mathematiktests 17
3.2 „Golf putting“ Experiment 18
3.3 Leistungsänderung durch regulierenden Focus im Experiment 19
ZUSAMMENFASSUNG 20
LITERATURVERZEICHNIS
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EINLEITUNG
„It is this: the existence of such a stereotype means that anything one does or any of one's features that conform to it make the stereotype more plausible as a selfcharacterization in the eyes of others, and perhaps even in one's own eyes. We call this predicament stereotype threat and argue that it is experienced, essentially, as a self-evaluative threat. In form, it is a predicament that can beset the members of any group about whom negative stereotypes exist. Consider the stereotypes elicited by the terms yuppie. feminist. liberal. or White male.” (Steele & Aronson, 1995, S.797) So beschrieb Claude Mason Steele (1995), dass die Existenz von Stereotypen, die sich auf das was eine Person leistet oder einige Eigenschaften dieser Person auswirken. So wird der auf eine Person oder Personengruppe zugeschriebene Stereotyp nahezu plausibler, als die Selbstcharakterisierung der Person in anderen Augen. Das kann unter Umständen so weit führen, dass der Stereotyp sogar in den Augen der Person selbst plausibler ist. Dies nannte er „stereotype threat“, also Stereotypbedrohung, die im Wesentlichen als SelbstauswertungsDrohung („selfevaluative threat“) erfahren wird und so Mitglieder ganzer Personengruppen bedrängen kann. Dazu zählte er Beispiele wie Juppies, Feministen, Liberale oder Weißer Mann auf, die in jedem eine Vorstellung und zugehörige Eigenschaften hervorrufen.
Diese Hausarbeit versucht die klassische als auch aktuelle Forschung zum Thema stereotype threat mit seinen Mechanismen, Ursachen, Konsequenzen, langfristigen Folgen und Möglichkeiten zur Intervention zu präsentieren. Dabei wird auf die notwendigen theoretischen Grundlagen sozialer Kognition eingegangen um zu verdeutlichen wie jeder Mensch sich selbst und andere in der sozialen Umwelt wahrnimmt um ein besseres Verständnis des sozialen Denkens hervorzurufen. Es soll deutlich werden, dass oft schnelle, soziale und automatisch gefällte Urteile und Prozesse wie die Aktivierung von Stereotypen und die Kategorisierung auf den Menschen wirken und welchen Mehraufwand, Kontrolle und Überlegung es erfordert Stereotypen zu unterdrücken und individuelle Eindrücke zu realisieren. (Jonas & Stroebe, 2007,S. 112-117)
Um uns in unserer sozialen Umwelt, der Komplexität des sozialen Lebens besser Zurecht zu finden, passiert es, dass relativ einfach und unflexibel Eigenschaften von Personen und Personengruppen zusammengestellt werden, die dann immer auf
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diese Personen und Personengruppe Anwendung findet. Wogegen nichts spricht, solang der Bezug zur Realität nicht verloren geht, doch häufig ist das Gegenteil der Fall. Falsche, veraltete oder auch Informationen und Erfahrungen aus zweiter Hand begrenzen das soziale Denken und grenzen betreffende Personen und Gruppen ab und aus. Dieses Denken spiegelt sich auf betreffende Personen und Personengruppen zurück. Diese Personen oder Personengruppen fühlen sich davon bedroht, versuchen dem entgegenzuwirken und brauchen dafür soviel geistige Kapazität, dass sie im Ergebnis doch dem ihm oder ihnen zugeschriebenen Stereotyp entsprechen. „Stereotype threat refers to the phenomenon whereby individuals perform more poorly on a task when a relevant stereotype or stigmatized social identity is made salient in the performance situation. (Schmader, 2003, S.440) Beim Scholastic Aptitude Test oder später Scholastic Assessment Test (SAT), einem US- amerikanischen Standarttest zur Überprüfung der Studierfähigkeit der hauptsächlich von Studienplatzbewerbern an amerikanischen Universitäten gefordert wird, haben afrikanische Amerikaner mit der selben Punktzahl wie weiße Amerikaner abgeschlossen, aber anschließend trotzdem weniger Erfolg. dies nennt sich das „overprediction underachievement phenomenon“. Afrikanische Amerikaner hatten mehr Erfolg in einem IQ Test, als sie selber dachten. Der Test prüfte die Auge - Hand Koordination. Für die Störungen der Leistung könnten Erregung, irrelevante Sorgen, Übervorsichtigkeit etc. als Faktoren gesehen werden. Sobald afrikanische Amerikaner einen schulischen oder intellektuellen Test ausführen, haben sie immer Angst den negativen sozialen Stereotyp ihrer Gruppe zu bestätigen. Diese Selbst-Bedrohung verursacht - durch verschiedene Mechanismen - eine Störung des intellektuellen Funktionierens. Afrikanische Amerikaner sind im Besonderen schlechter als Weiße so Steele (1995), wenn der Test als eine Überprüfung der Fähigkeiten angesehen wird, sie steigerten sich dramatisch in den anderen Konditionen. Offene Fragen, wegen zu unsicherer Zuverlässigkeit des Experiments blieben vorerst.
Auf dieses und weitere Experimente, wie die Leistung von Frauen in einem Mathematiktest und die Leistung von professionellen Golfern beim Golfen wird im folgenden Verlauf der Hausarbeit t eingegangen mit auftretenden Mechanismen und Konsequenzen. In der Zusammenfassung finden sich knapp die gewonnenen Informationen und ein Ausblick für den weiteren Umgang mit dem Thema wieder.
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1. Theoretische Grundlagen sozialer Kognition 1.1 Automatische und kontrollierte Prozesse
Das soziale Leben jedes einzelnen Menschen ist in den meisten Fällen extrem Komplex. Verschiedene Handlungsstränge geschehen parallel und werden auch parallel geknüpft. Kein Tag gleicht dem Anderen. Doch bestimmte soziale Informationen erhalten mehr Aufmerksamkeit von uns, so sortieren wir Gedanken und orientieren uns an den erhaltenen Informationen, erinnern uns in gegebenen Momenten wieder an sie um sie uns dann wieder entsprechend sinnvoll zugängig machen zu können. Alle mentalen Prozesse, die einem sozialen Verhalten zugrunde liegen beschreibt die Forschung im Wesentlichen als soziale Kognition. Es geht kurz gesagt darum, alle einzelnen Schritte im Komplex geistiger Arbeit von einem Menschen über einen anderen Menschen untersucht. Mit dieser Aussage, werden viele soziale Bereiche und Phänomene berührt. So auch der Mechanismus des stereotype threat.(Jonas, 2007,S. 112)
Soziales Denken ist zum Einen dynamisch, schnell und wird von zufälligen Impulsen angetrieben. Doch dieses soziale denken macht den Unterschied zu dem abgewogenen und genauen sozialen Denken nur deutlicher. Beide Arten sind extrem bedeutsam. Man unterscheidet zwischen der Art des Einflusses zum Einen unabsichtlicher, vorsatzloser, d.h. unbewusster und absichtlicher, willentlicher, d.h. bewusster menschlicher Denk- und Verhaltensprozesse, beschrieben mit dualer Verarbeitungstheorie, meint die Verschiedenheit zwischen automatischen und kontrollierten Prozessen. (ebd., S.113.)
Geschieht ein Prozess demnach ohne jegliche Absicht, Bewusstheit oder Aufwand, spricht man von einem automatischen Prozess, der damit andere, parallelablaufende kognitive Vorgänge nicht stört. Als Beispiel ist das Binden der Schuhbänder zu sehen, denn niemand macht sich mehr darüber Gedanken, was dabei schrittweise getan werden muss, im Gegensatz zu Kindern. Denn der Prozess wird kontrolliert genannt, wenn er mit Absicht, Bewusstheit oder Aufwand betrieben wird. Er unterliegt einer willentlichen Kontrolle des Menschen, wie beim genannten Beispiel, denn Kinder müssen noch gedanklich durchgehen, was beim Binden der
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Schuhbänder zu beachten ist und mit welchem Ablauf was genau getan werden muss. (Jonas, 2007, S.115)
1.2 Schema, Stereotyp, Heuristik und Kategorisierung
Wichtig für diese Hausarbeit ist die Beachtung des Einflusses beider Prozessarten und die Unterscheidung derer auf die Anwendung der Stereotypen. Fällen wir Urteile über soziale Gruppen und deren Mitglieder sorgfältig und sehr rational aus allen auf uns wirkenden Informationen heraus oder eher impulsiv und völlig spontan. Wir beobachten und beurteilen, bewerten und ordnen zu. Dabei stellen wir zwar die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung, Gedanken, Handlungen ab und an in Frage, dennoch sind wir den Risiken stereotypisierenden Denkens ständig erlegen. Wichtig zu wissen wäre es demnach, was uns zu den spontanen Einschätzungen bewegt. Bei der Beobachtung einer Menschenmenge, fließen massiv viele Informationen auf jeden Beobachter zu. Will dieser eine Menge an Menschen zu oder nach bestimmten Gruppierungen einteilen, gruppiert der Beobachter sie eigentlich anhand der Informationen, die nur er subjektiv wahrnimmt. Jede für ihn entworfene Gruppierung hat nun fiktiv eine gemeinsame Eigenschaft die diese Gruppe definiert. Der Beobachter kategorisiert. Aktiviert er den Inhalt der zur Kategorie führte, denkt der Beobachter daran, was er von der jeweiligen Eigenschaft nach denen er gruppiert oder besser kategorisiert hat erwartet Das bezeichnet man als Schema. Findet er widerspruchsfrei zur jeweilig erdachten Gruppe oder Kategorie auch noch Informationen, die mit den Erwartungen seiner zugeschriebenen Eigenschaften einhergehen spricht man von Stereotypen, die der Beobachter über eine Gruppe bestätigen kann. Ein Stereotyp über eine soziale Gruppe, ist eine kognitive Struktur, die das Wissen des Beobachters, dessen Erwartungen und seine Überzeugungen über eine kategorisierte Menschenmenge enthält. Das ist kein böser Wille des Beobachters, es erleichtert ihm nur die Wahrnehmung von Personen in Situationen, er verarbeitet Informationen und wird sich über den Stereotyp nur dann hinwegsetzen, wenn er sich dessen bewusst ist. Stereotype sind nur eine Art Abkürzung auf kognitivem Weg, die meist zutrifft, aber aufgrund der Vereinfachung auch Raum für Ausnahmen lässt. Es handelt sich um ein Beobachtungsurteil als eine kognitive Faustregel, Heuristik genannt. (ebd., S.213f.)
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Arbeit zitieren:
Stephanie Kschier, 2010, Stereotype Thread, München, GRIN Verlag GmbH
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