Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse. 3
1.1 Charakterisierung der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Unterrichtsgestaltung
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1.2 Lehrer-Schüler-Verhältnis. 5
1.3 Äußere Bedingungen. 5
2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen 6
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit 6
2.2 Sachanalyse sowie Auswahl und Begründung der Inhalte. 8
2.3 Auswahl und Begründung der Lernziele. 12
2.4 Begründung der didaktischen Stufung des Unterrichts und des gewählten
Methodenkonzeptes. 13
2.5 Aussagen zu Schülerleistungen. 20
3. Verlaufsplanung 21
4. Anhang. 22
5. Literaturverzeichnis/ Abkürzungsverzeichnis. 27
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1. Bedingungsanalyse
1.1 Charakterisierung der Lerngruppe und Schlussfolgerungen für die Unterrichtsgestaltung
In der Klasse 5 lernen derzeit 11 SuS, wobei das Verhältnis der Jungen und Mädchen eine 8:3-Relation aufweist. Das Arbeitsklima ist dabei insbesondere im Fach Deutsch durchaus angenehm und ertragreich - wenngleich einige SuS Reserven in puncto „Ordnung“ bzw. „Zuverlässigkeit“ (bezogen auf die Erledigung von HA, die Hefterführung und die Vollständigkeit von Arbeitsmitteln) aufweisen: Während ein Großteil der Lerngruppe als leistungsfähig, diszipliniert, ehrgeizig und arbeitswillig in Erscheinung tritt (xxx, xxx, etc.), agieren insbesondere xxx, xxx und z.T. auch xxx eher defensiv und träger. Speziell xxx, xxx und xxx erledigen ungewöhnlich häufig ihre HA nicht ordnungsgemäß - letzterer Schüler nimmt gar eine gewisse Sonderstellung in der Lerngruppe ein: xxx ist der Klassenjüngste und von seinem gesamten Sozialverhalten her deutlich retardiert. Seine noch äußerst kindische Art und leichte Ablenkbarkeit lassen ihn oftmals den Anschluss an das Unterrichtsgeschehen verpassen, sodass die restliche Lerngruppe bereits zeitweilig genervt reagiert, da dies den Unterrichtsfluss akut bremst. Wenngleich er durchaus kreative Fähigkeiten aufweist und in unerwarteten Momenten mit alltagspragmatischem Wissen glänzt (z.B. Optimierung von Arbeitsabläufen während eines Filmdrehs), so läuft er mit seinem Entwicklungsstand und seiner Arbeitshaltung trotz derzeit guter Noten (auch in den übrigen Fächern) Gefahr, seinen zukünftigen Lernerfolg zu minimieren. Spiegel dieser teilweisen Zerstreutheit sind sein überdurchschnittlich häufiges Nicht- oder Falschverstehen von Aufgabenstellungen und ein unsorgsamer Umgang mit Arbeitsmaterialien (Hefter gleicht einem Zettelsammelsurium; ehemals zerfetztes HA-Heft). Insbesondere seine Rechtschreibleistungen sind als besorgniserregend einzustufen - ebensolche Reserven im schriftlichen Bereich weisen xxx und xxx auf. Unter Vernachlässigung dieses Aspekts zeigen xxx, xxx und xxx jedoch durchaus dazu befähigt, kreativ, logisch, ausdrucksmäßig variabel sowie in sinnvollem Zusammenhang eigene Texte schriftlich zu produzieren. Sowohl in diesem als auch im mündlichen Bereich zählen xxx und xxx wiederum zu den leistungsfähigsten SuS. Darüber hinaus heben jene überdurchschnittlichen lern- und leistungswilligen SuS - ihren Voraussetzungen und ihrem Fleiß gemäß - das Leistungsniveau an und beleben sowie bereichern das Unterrichtsgeschehen auf konstruktive Weise. In eigenverantwortlichen Arbeitsphasen spiegeln die guten bis sehr guten Ergebnisse deren gewissenhafte Arbeitsweise wider. Sie treten ferner diskussionsfreudig und an den Sachgegenständen ihrer Altersstufe entsprechend angemessen interessiert in Erscheinung. Nicht nur im schriftlichen und mündlichen Sprachgebrauch, sondern auch in puncto „Mitarbeit“ und „Engagement“ präsentiert sich dieser Teil der Lerngruppe äußerst
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positiv. xxx’ Verhalten wiederum ist insofern als leicht auffällig zu beschreiben, da er ein erhöhtes Mitteilungsbedürfnis an den Tag legt: Er erzählt insgesamt ziemlich viel, insbesondere der Lehrkraft, sowohl im Unterricht als auch in den Pausen. Oftmals kann er sich bei Fragen im Unterrichtsgespräch, welche sich an das Plenum richten, nicht zurück halten, ruft herein und nimmt die Antworten eigenmächtig vorweg. Er kann sich demnach oft schlecht selbst kontrollieren und zügeln - ein Umstand, der jedoch z.T. auch andere Klassenkameraden betrifft. Minimale Unterrichtsstörungen lassen sich insofern aufgrund der Agilität und Mobilität einiger SuS sowohl in verbaler (besagtes Hereinrufen und Vorsagen) als auch in motorischer Hinsicht punktuell verzeichnen (xxx, xxx) - jedoch sprengen diese nicht den für diese Altersklasse typischen Rahmen. Dennoch beschneidet es partiell den Lernfortschritt hinsichtlich wichtiger Zeitfenster für Erarbeitungs- und Übungsphasen. Die größten Differenzen innerhalb der Klasse lassen sich jedoch im Arbeitstempo verzeichnen: Während xxx und xxx meistens recht schnelle und größtenteils richtige Lösungswege beschreiten, bereitet dies xxx und xxx häufig noch Probleme. Zudem meiden einige Jungen (insbesondere xxx) noch häufig die Zusammenarbeit mit anderen Mädchen der Klasse - ein Umstand, dem ich von Beginn an konsequent entgegenwirke, um die Potenzen dieser Zusammenarbeit mittelfristig nach einer gewissen Eingewöhnungszeit hinreichend zu nutzen. Hinsichtlich des klassenspezifischen inneren und äußeren Bedingungsgefüges ergeben sich folgerichtig einige Konsequenzen für die didaktisch-methodische Gestaltung des Unterrichts: Aufgrund der dargelegten Sachlage erweisen sich längere lehrerzentrierte Arbeitsphasen als weniger geeignet, da dies dem schwankenden Arbeitstempo und den z.T. deutlich divergenten Lernausgangslagen der SuS in der Klasse 5 nicht zuträglich wäre. Den SuS inhaltliche bzw. kognitive und motorische Freiräume zu bieten, hat sich in der unmittelbaren Unterrichtspraxis bereits häufig bewährt, da sich die Kinder in einem solcherlei angelegten Rahmen zumeist ruhiger, geordneter agierend, engagierter und konzentrierter mit qualitativ sowie quantitativ ertragreicheren Arbeitsergebnissen präsentierten. Auf diese Weise konnte den unterschiedlichen Arbeitstempi und Voraussetzungen bis dato oftmals am günstigsten Rechnung getragen werden. Auf jener Expertise fußend, entscheide ich mich abermals gemäß nachfolgender Argumentationsstruktur für eine dies fördernde Sozialform im Hauptteil der Stunde: Im Rahmen kooperativer Gruppenar-beitsformen sind in der Klasse 5 die Schüleraktivität, die Verbindlichkeit kognitiver Denkprozesse, der Mitarbeit und der einzelnen Sprechakte sowie der konkrete Interaktionsgrad größer. Im Vorfeld der Stunde habe ich diesbezüglich bereits die Zusammensetzung der Kleingruppen möglichst ausgeglichen arrangiert, sodass einerseits leistungsstarke SuS dazu veranlasst werden, SuS mit Reserven in den Lernvoraussetzungen zu unterstützen. Andererseits sollen sich Leistungsschwächere jedoch auch an den erhöhten Lernvoraussetzungen der Leistungsstärkeren orientieren können und sukzessive an das erhöhte Arbeits- und Lerntempo herangeführt
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werden. Da bereits in der Unterstufe der so essentielle Grundstein für eine in den folgenden Schuljahren stetig weiterzuentwickelnde „Methodenexpertise“ gelegt wird, soll die Schülerklientel bereits ab der 5. Klasse damit nach und nach vertraut gemacht werden. Darauf aufbauend kann in den höheren Klassenstufen schließlich Bezug genommen werden. Darüber hinaus stellt jene Form eine sinnvolle Ergänzung und Abwechslung zum sonstigen, nicht minder durch die Lehrkraft wertgeschätzten und praktizierten Frontalunterricht dar. Um die Aufmerksamkeitsleistung der SuS nicht über Gebühr zu strapazieren, ist für die vorliegende Unterrichtsstunde eine Einzelstunde veranschlagt, welche für die Klasse 5 einer Doppel-stunde 1 möglichst immer vorzuziehen ist.
1.2 Lehrer-Schüler-Verhältnis
Seit Beginn des Schuljahres unterrichte ich das Fach „Deutsch“ bei den „gymnasialen Neuankömmlingen“ in der Klasse 5. Die Lerngruppe ist mir insofern bestens bekannt und vertraut - von den SuS werde ich m.E. nach als engagierte, strenge, fordernde, aber auch fördernde und faire Lehrkraft wahrgenommen. Das L-S-Verhältnis ist insofern von gegenseitiger Wertschätzung und einem vertrauensvollen Umgang miteinander geprägt. Durch den Umfang meiner Unterrichtstätigkeit in dieser Klasse (5 Wochenstunden) kennen wir einander recht gut und ich bin um die kognitiven, pragmatischen sowie sozialen Stärken und Schwächen eines jeden Schülers gut im Bilde. Wenngleich bei einigen SuS immer wieder - aufgrund von u.a. Entwicklungsverzögerungen - Verhaltensauffälligkeiten auftreten bzw. der ein oder andere Lapsus Einzug hält (Widerrede, zappeln, diskutieren, Nichterbringen einer Leistung, Quatschen mit dem Nachbarn, gegenseitiges Ablenken, träumen, thematisch unpassender und ausschweifender Redebedarf, dazwischen reden/ reinrufen ohne Meldung und Erteilung des Rederechts durch den Lehrer, ...), so gelingt es mir durch ein konsequent „hartes“, aber auch „herzliches“ Auftreten dennoch, stets auch wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen.
1.3 Äußere Bedingungen
Hervorhebenswert sind die technisch-strukturellen, materiellen und räumlichen Rahmenbedingungen der Schule: Für die vorliegende Stunde, in der jede Gruppe ausreichend Platz und Freiheitsgrade benötigt, erscheint die Räumlichkeit (xxx) vollkommen ausreichend, da die Gesamtgröße der Klasse mit 11 SuS äußerst überschaubar ist. Die Anzahl der Arbeitstische
1 Aufgrund der Ausplanung meiner Person im Schulbetrieb an Dienstagen habe ich jeden Freitag eine solche
Doppelstunde in der Klasse 5. Die Unruhe und stetig sinkende Aufmerksamkeit sind dabei deutlich zu ver-
zeichnen, was wiederum sowohl meiner Arbeit mit der Klasse als auch deren Aufmerksamkeit äußerst unzu-träglich ist. Abhilfe und Besserung verschaffte in dieser Hinsicht mein freiwillig in Aussicht gestelltes Ange-
bot, mit der Klasse seit nunmehr einigen Wochen jeweils in der Pause zwei Runden locker um das Schul-
gebäude zu joggen: Die SuS wirken seither in der 2. Stunde merklich aufnahmebereiter und ausgeglichener.
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werde ich daher etwas reduzieren und die verbliebenen schließlich „kooperationsunterstützender“ anordnen. Ferner stelle ich der Schülerklientel diverse Materialien (Herzen, Klebezettelchen, Papier, Anregungen, Übersichten sowie im Vorfeld zahlreiche A’Blätter und das persönliche Lesezeichen) z.T. im Raum verteilt als inhaltliche und materielle Hilfsmittel zur Verfügung. Diese inhaltichen Hilfen können die SuS bei Bedarf eigenständig ansteuern und damit auch gleichzeitig für ihren Bewegungsdrang Entfaltungsmöglichkeiten nutzen. In meinem Selbstverständnis als bildender und erziehender Lernbegleiter stehe ich während der Ausarbeitung sowohl als Ansprechpartner und Motivator als auch als aufgeschlossener, aber bestimmter Richtungsweiser bereit. Darüber hinaus biete ich für alle Eventualitäten ausgewählt und in begründeten Fällen das Inventar meines „Moderatorenkoffers“ zur Nutzung an.
2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
Die Auswahl der Stoffeinheit zum Thema „Die Bibliothek“ 2 basiert auf den schulinternen Beschlüssen der Fachkonferenz. Dieser Stoffkomplex ist daher immanenter Bestandteil der Klassenstufe 5 am Gymnasium xxx und orientiert sich am übergeordneten Aufgabenfeld „Anwenden spezifischer Arbeitstechniken“ (Kennenlernen und Nutzen von Schulbibliotheken). Den Orientierungen des Thüringer Lehrplans für Gymnasien 3 folgend, integriert sich das Thema der Lehrprobenstunde insbesondere in das übergeordnete Aufgabenfeld „Umgang mit Texten - kreative Produktionsfähigkeit“ (S. 14). Fokussiert wird dabei das zunächst kooperative schriftliche und mündliche Sprachhandeln, welches in die Gestaltung eines pragmatischliterarischen Textes mit ästhetischem Anspruch im Rahmen einer Schreibkonferenz münden soll. Diese handlungs- und produktionsorientierte Ausrichtung versucht der Empfehlung Folge zu leisten, dass die SuS durch die Erstellung eigener und neuer Texte (vgl. ebd. S. 15) ihren Umgang mit selbigen Printmedien altersadäquat weiterentwickeln. Dabei wird während des Entstehungsprozesses die Verzahnung von Anwendung des bisherigen Sprachkönnens mittels Realisierung mündlicher und schriftlicher Kommunikation in sowohl produktiver als auch rezeptiver Weise intendiert. Ausgehend von dem narrativen Rahmenthema der Erlebnisreise des Lesezeichens Krakel werden die SuS als aktive Teilnehmer auf diese Reise mitgenommen und lernen - basierend auf der Ermittlung der individuellen Lesesozialisationdurch Begegnungen mit dem „Lesezeichenpersonal“ (Aktivitäten und Bestand einer Biblio-
2 Mitder Auswahl der Stoffkomplexes wird der Forderung entsprochen, dem Lesetraining und der Leseerzie-
hung entsprechenden Raum im Unterricht zu bieten. Eine Einführung in die entsprechende „Heimat der
Bücher“ stellt in diesem Zusammenhang einen obligatorischen Eckpfeiler dar.
3 Thüringer Kultusministerium (Hrsg.): Lehrplan für das Gymnasium. Fach Deutsch. Erfurt 1999.
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thek/ Eigenleben, Ordnungsprinzipien, Signaturen) zunächst wichtige Sachkenntnisse der Archivierung sowie Recherchemöglichkeiten der bibliographischen Informationsbeschaffung kennen. In dieser Hinsicht knüpft die Lehrprobenstunde an die im Vorfeld begonnene Erarbeitung der Merkmale und Bedeutung von Klappentexten zum - für die Klassenstufe 5 empfohlenen - Thema „Die Bibliothek“ (S. 18) an. Lerngegenstand der Prüfungsstunde soll es nun wiederum sein, nach kurzer Reaktivierung des Vorwissens (anhand der kriteriengeleiteten Überprüfung eines einleitenden Klappentextbeispiels) in einem kooperativen Lernarrangement (der sog. „Schreibkonferenz“) den Grundlagentext kritisch zu überarbeiten und darauf basierend einen eigenen, wirkungsvollen und somit „konkurrenzfähigen“ Klappentext in drei Gruppen zu verfassen. Darüber hinaus präsentieren die SuS ihre Arbeitsergebnisse im Anschluss daran vor dem Plenum, welches zum Stundenende hin schließich per Abstimmung mit dem eigenen Krakel (Lesezeichen) den Sieger dieses Schreibwettbewerbs kürt. Als Grundlage für die Ausarbeitungen wird dabei ein Klappentext mit Reserven des im Vorfeld des Stoffkomplexes „Die Bibliothek“ ausführlich im Klassenverband behandelten Kinderbuches „Ben liebt Anna“ von Peter Härtling dienen. Auf diese Weise kann einerseits auf die gleiche inhaltliche Wissensbasis und Ausgangslage Bezug genommen werden, andererseits erweist sich der Gegenstand als altersangemessen und - aufgrund der überwiegend positiven Resonanz jener Lektüre im Klassenverband - interessenadäquat und motivierend. Weitere Themen und Schwerpunkte der gesamten Stoffeinheit, innerhalb derer sich die Lehrprobenstunde integriert, führt die nachfolgende Übersicht tabellarisch auf:
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Arbeit zitieren:
Annabelle Senff, 2011, Schreibkonferenz zum Erstellen eines wirkungsvollen Klappentextes, München, GRIN Verlag GmbH
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