Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 1
2. Die Glückslehre der Stoiker. Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa. 2
3. Schlusswort 5
4. Literaturverzeichnis 6
4. 6
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1. Einleitung
Die so genannte Stoa war die bedeutendste Schule in der griechisch- römischen Philosophie, die um 300 v. Chr. von Zenon von Kition gegründet wurde. 1 Neben Zenon war Chrysippos zweifellos der bedeutendste Stoiker und gilt, da er die stoische Schule nach dessen Auflösung wieder einte, als zweiter Gründer der Stoa. Dass die stoische Philosophie eine der bedeutsamsten philosophischen Richtungen war und ist, verdeutlicht sich vor allem dadurch, dass sich die Menschen in der Neuzeit erneut mit ihren Lehren befassen und großes Interesse daran zeigen, denn seit einigen Jahrzehnten nimmt in den Bereichen der Literatur und Philosophie insbesondere die Thematik des Glücks, mit der sich die Stoiker befassten, eine wesentliche Rolle ein, indem jene antike Glückslehren der Philosophen wieder aufgegriffen werden. Die Menschen schreiben und reden darüber, welche verschiedenen Arten des Glückes in den unterschiedlichsten Situationen und Momenten existieren, so beispielsweise das private oder allgemeine Glück, das Liebes- oder Durchschnittsglück, oder das Glück im Streben oder im sinnlichen Genuss. 2
Doch im Gegensatz zu den verschiedenen Arten des Glückes, mit denen sich in der Neuzeit auseinandergesetzt wird, ging es den Stoikern - im Speziellen Epiktet, der zu den einflussreichsten Vertretern der so genannten späten Stoa gehört 3 - nicht um den Inhalt des Glückes, sondern vielmehr um die verschiedenen Wege zum Glück des Menschen. 4 Johannes Stobaeus, ein Autor und Sammler antiker philosophischer Lehren und Schriften, der im fünften Jahrhundert n. Chr. lebte 5 , schrieb über das Ziel eines jeden Menschen innerhalb der stoischen Philosophie: „Ziel, sagen sie, sei das ‚glücklich leben‘[…], um dessentwillen alles getan wird, das selbst aber nicht um eines anderen willen vollzogen wird; dieses aber bestehe im ‚tugendgemäß leben‘, im ‚leben in Übereinstimmung‘, oder, was dasselbe ist, im ‚leben gemäß der Natur‘ […].“ 6 Ob Stobaeus‘ Aussage über das Ziel und dessen Weg dorthin dem entspricht, was Stoiker tatsächlich angestrebt haben, oder ob seine These eventuell nur teilweise der Wahrheit entspricht, wird nun in der kommenden Hausarbeit herausgearbeitet.
1 Vgl. Bauer‐ Jonis, S. 817.
2 Vgl. Capelle, S. 7.
3 Vgl. Bauer‐ Jonis, S. 235.
4 Vgl. Capelle, S. 7f.
5 Vgl. URL:http://www.zeno.org/Eisler‐1912/A/Stobaios,+Johannes (Zugriff: 17.01.2011).
6 Forschner, S. 45.
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2. Die Glückslehre der Stoiker. Über das Glück und die Wege zu ihm innerhalb der Stoa
Die stoische Philosophie veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte an mancherlei Stelle. Was jedoch immer standhaft und gleich geblieben ist, ist jene Einteilung des Lehrgebäudes der Stoa. Sie besteht zum Einen aus der Logik, die sich mit Beweisführungen und Erklärungen befasst, zum Anderen aus der Physik, die sich mit der materiellen Ebene des Weltbildes der Stoiker befasst, sowie der Ethik, die das Zentrum der stoischen Philosophie ausmacht und von der Physik als auch von der Logik getragen und geschützt wird. 7
Im Mittelpunkt der stoischen Philosophie steht die Ethik und dessen Fokus richtet „sich ganz auf den Menschen und seine Möglichkeiten, das Glück, die Eudämonie, zu gewinnen, die in einem Höchstmaß an innerer Unabhängigkeit und Freiheit gegenüber der Welt und gegenüber den Dingen dieser Welt besteht, auf die wir keinen Einfluß haben.“ 8 Warum für Epiktet das Glück die vollkommene Unabhängigkeit und Freiheit eines jeden ist, begründet sich darin, dass er und viele andere zu seiner Zeit versklavt wurden und dementsprechend in ihrer Freiheit enorm eingeschränkt wurden. Während seiner Sklavenzeit studierte er Philosophie und lehrte sie nach seiner Freilassung. 9 Die Eudämonie, die Epiktet anspricht ist das Zentrum stoischen Ethik und wird von den Stoikern das Höchste Gut genannt, da es ein Ziel ist, das nicht zum Mittel eines neuen Zweckes wird, sondern sozusagen der Schluss der angestrebten Ziele bildet und schlussendlich zur Glückseligkeit führt.
Weiterhin sagte Epiktet, dass jeder Mensch für seine guten und schlechten Taten und ebenso für sein Glück und Unglück selbst verantwortlich ist. Jene Handlungen, die wir tun wollen, unterwerfen sich zunächst unserer moralischen Vorentscheidung, die die Stoiker Handlungstheorie nannten. Bevor eine Handlung demzufolge ausgeführt wird, muss die Vernunft zustimmen 10 . Auf diese Art und Weise sind alle Handlungen, sofern man sich an die Handlungstheorie hält, wohl durchdacht und vernünftig. Durch die Handlungstheorie wird nicht nur sichergestellt, dass eine Handlung nicht aus einem Affekt heraus durchgeführt wird, sondern aus einem vernünftigen Überlegen und genau das ist einer der Wege zum Glück eines
7 Vgl. Capelle, S. 10.
8 Ebenda.
9 Vgl. Bauer‐ Jonis, S. 235.
10 Vgl. Hossenfelder, S. 79f.
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Arbeit zitieren:
Susanne Hahn, 2011, Die Glückslehre der Stoiker, München, GRIN Verlag GmbH
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