INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
2. GEIST UND EMERGENZPROZESSE 6
3. GOTTES GEIST UND SIMSON 8
4. GOTTES GEIST UND UMWANDLUNG VON MACHT 11
5. BÖSE GEISTER UND LÜGENGEISTER 13
6. GEIST ALS NUMINOSUM 15
7. LITERARURVERZEICHNIS 17
2
1. EINLEITUNG
Diese Arbeit befasst sich als Grundlage mit dem Buch „Gottes Geist“ von Michael Welker; allerdings beschränkt sie sich auf die Lehre des Heiligen Geistes (Pneumatologie) im Alten Testament.
Besonders interessant fand ich das zweite Kapitel 1 , da mein Schwerpunkt des Theologiestudiums im Bereich Biblische Theologie vorrangig auf dem Alten Testament liegt. Von daher scheint es mir am sinnvollsten zu sein, nun einmal die Systematische Theologie mit der Biblischen Theologie zu verbinden.
Die Pneumatologie, die Lehre vom Heiligen Geist als dem Geist Christi in der Geschichte, wurde in der Geschichte des Christentums oft vernachlässigt, deshalb bildet die Pneumatologie so zu sagen das jüngste Traktat in der Dogmatik. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich das Bewusstsein von der Notwendigkeit der pneumatologischen Dimension in christlichen Glaubensfragen herauskristallisiert. Müller sagt deshalb auch: „In der klassischen Gestalt der katholischen Dogmatik kommt ein eigener Traktat ‚Pneumatologie’ als Lehre von Person, Wesen und Wirken des Heiligen Geistes nicht vor.“ 2 Weiterhin betont er allerdings auch, dass man bei der „Neuentwicklung“ des Traktates der Pneumatologie nicht über das Ziel hinaus schießen dürfe, indem man die Pneumatologie als gleichwertiges Traktat zur Christologie sehe. 3
Wer sich nun fragt warum man sich denn nun mit der Pneumatologie beschäftigen müsse, wenn man es doch Jahrhunderte lang auch nicht getan habe, so muss man denen entgegnen, dass der Geist Gottes eine Schlüsselstellung in der Theologie des Alten Testaments einnimmt.
1 Vgl. dazu Welker, Michael, Gottes Geist, 58-108
2 Müller, Gerhard L., Der Heilige Geist, 10
3 Vgl. dazu Ebenda, 10-12
3
Nicht weniger als 378-mal erscheint das Wort „Geist“ rûah in der hebräischen Bibel, in der griechischen Fassung, der Septuaginta (LXX), nicht weniger als 274-mal. 4
Somit wird schon deutlich welche Stellung Gottes Geist in der Bibel zukommt und weshalb die neueren Forschungen ihren Blick immer mehr auf das Wirken und das Wesen des Geistes Gottes gerichtet haben. Wenn man sich das Wort rûah im Alten Testament näher ansieht kann man erkennen, dass dasselbe Wort für Geist, Hauch, Atem und Wind verwendet wird.
Davon ausgehend, dass immer dasselbe Wort für verschiedene Bedeutungen benutzt wurde, diskutierte man, ob der Geist Gottes eine ungreifbare, numinose Macht sei, von der man nur sagen könne, dass man nichts Genaues wisse.
Zu diesen Meinungen passt nach Welker der Vers:
„Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, weißt aber nicht, woher es kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist gekommen ist.“ (Joh 3,8)
Welker bedauert, dass man anhand dieser Textstelle die Unbestimmtheit des Geistes nicht „im Licht der Klarheit und Deutlichkeit vermittelnden Zeugnisse zu lesen“ 5 wusste und stattdessen die Unerfassbarkeit des Geistes betont wurde, indem gefolgert wurde, dass man über den Geist Gottes nichts weiter sagen könne und dieser unsichtbar und so wenig greifbar sei wie der Wind.
Welker meint, dass Gottes Geist zwar schwer greifbar sei, aber dass die realistische Theologie davor nicht resignieren dürfe. Weiterhin erörtert er, dass der Geist Gottes in der Rettung einer Gemeinschaft am Werk gesehen werden kann.
4 Vgl. dazu Koch, Robert, Der Geist Gottes, 13
5 Welker, Michael, Gottes Geist, 58
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Meist wird Gottes Geist mit dem Wirken einer Führergestalt in Verbindung gebracht, „die in keine Gemeinschaft wirklich passt und so gerade auf diese Weise zerrissene Gemeinschaften über die Zeiten hinweg verbindet und ihnen Halt und Orientierung gibt“ 6 .
Allerdings räumt Welker ein, dass die frühen Zeugnisse vom Geist Gottes (im Alten Testament) keine umfassende, klare und unzweideutige Erkenntnis des Geistes zulassen.
Er sieht sie jedoch als Wegweiser, die der Geist Gottes schon in frühster Zeit hinterlassen hat.
6 Welker, Michael, Gottes Geist, 58
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Arbeit zitieren:
Carla Gröne, 2003, Pneumatologie: Michael Welker - Gottes Geist, München, GRIN Verlag GmbH
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