Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 2
II. Allgemeines 3
III. Entstehung. 4
3.1 Biographische Bezüge 4
3.2 Historische Bezüge. 4
IV. Handelnde Personen. 6
V. Handlung 7
VI. Musikalische Gestaltung 9
6.1 Musikalische Zitate 9
6.2 Musikalische Anlage 9
VII. Hindemiths Kompositionstechnik 13
VIII. Fazit 16
IX. Literaturverzeichnis 17
1
I. Einleitung
Mathis der Maler zählt heute wohl zu den weniger bekannten Opern der deutschen Operngeschichte. Dennoch nimmt sie eine wichtige Rolle in Hindemiths Schaffenszeit ein. Die Oper, mit unverkennbarem Zeitbezug, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus geschrieben. Die Nationalsozialisten verhinderten zunächst die Uraufführung in Deutschland, da das „deutsche“ Thema der Oper ein zu großer Anstoß gewesen wäre. In dieser Zeit der persönlichen Angriffe, der Aufführungsverbote seiner Werke und der ausbleibenden Konzertverpflichtungen intensivierte Hindemith seine musiktheoretische Arbeit. Hindemith hielt die zentralen Bereiche der Musiktheorie, vor allem die Natur von Tonbeziehungen für unveränderbar und kritisierte die traditionelle Harmonie- und Kontrapunktlehren. 1 Aufschlüsse über die Eigenschaften des musikalischen Materials holte er sich aus den unterschiedlichsten Bereichen wie „der Physik, der Akustik, der Ästhetik, der Physiologie, der historischen Musiktheorie, dem Vorgang des Musikmachens als Singen oder Spielen, der Musikgeschichte und nicht zuletzt aus den musikalischen Meisterwerken“. 2 Was ist jedoch das Spezifische an der Musik Hindemiths? Zum einen fügen sich modale Passagen (Originalzitate aus dem von Böhme editierten Altdeutschen Liederbuch von 1877) homogen ein. Zum anderen werden Situationen in der Handlung durch ihren Charakter entsprechende Formen begleitet (zum Beispiel: der Auftritt des Kardinals durch ein Concerto Grosso).
Infolgedessen betrachte ich allgemeine Fakten der Oper, entstehungsgeschichtliche Informationen mit historischen Bezügen, handelnde Personen und die Handlung sowie die musikalische Gestaltung des Werkes. Abschließend erläutere ich Hindemiths Kompositionstechnik noch einmal im Allgemeinen Sinne.
1 Vgl. Schubert. Hindemith, 1994, 14-18.
2 Schubert, 1994, 35.
2
II. Allgemeines
Die Musik sowie der Text der Oper wurden von Paul Hindemith selbst komponiert. Die Uraufführung fand am 28. Mai 1938 im Stadttheater Zürich statt. Die deutsche Fassung wurde am 13. Dezember 1946 in Stuttgart uraufgeführt. Die Spieldauer beläuft sich auf ungefähr drei Stunden und fünfzehn Minuten. Dementsprechend lang und verworren ist auch die Handlung, die in und um Mainz, in Königshofen, in der Martinsburg und im Odenwald zur Zeit der Bauernkriege und Reformation spielt. 3 Dabei werden die Verstrickungen des Malers Matthias Grünewald in Fragen von Politik, gesellschaftlich nützlichem Handeln und moralischer Verantwortung behandelt. 4 Die Oper ist in sieben Bilder untergliedert, eine Art der sinfonischen Dichtung die sich im 19. Jhd. mit Franz Liszt entwickelte. 5 Das Orchester ist mit zwei Flöten (auch Piccolo), zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotten, vier Hörnern, zwei Trompeten, drei Posaunen, einer Tuba, Pauken, Schlagwerk und Streichern besetzt. 6 Im vierten Bild erklingen zusätzlich noch drei Trompeten für die Bühnenmusik. Die Besetzung (von Anton Bruckner übernommen) ist nach dem Vorbild des Barock und der Klassik in den Instrumentengruppen meist gegeneinander gesetzt. Dabei verzichtet Hindemith auch nicht auf die Symbolik der Instrumente. Die Hörner im ersten Bilde deuten zum Beispiel auf Unruhen im Lande hin und am Schluß des sechsten Bildes verleihen die Blechbläser dem „Alleluia“ den sakralen Charakter. 7
3 Vgl. Steiert. Hindemith, 1986- 1997, 74.
4 Vgl. Schubert, 14.
5 Vgl. Wöhlke, Franz, 1965, 22.
6 Vgl. Steiert, 74.
7 Vgl. Wöhlke, 74.
3
III. Entstehung
3.1 Biographische Bezüge
In ihrer Zusammenarbeit am Lehrstück (1930) erwogen Hindemith und Bert Brecht auch Opernpläne, die jedoch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten nicht verwirklicht wurden. Hindemith suchte deshalb den Kontakt zu Gottfried Benn (ein deutscher Arzt, Dichter und Essayist), von dem er 1930 drei Gedichte für Männerchor komponiert hatte. Während er ihn für ein gemeinsames Projekt, das Oratorium „Das Unaufhörliche“ gewinnen konnte, wurde auch das Projekt einer Oper geschlossen. Die Auffassungen über deren Thematik gingen jedoch von Anfang an auseinander, da Benn ein zeitgenössisches Stück bevorzugte, Hindemith jedoch historisch orientierte Vorschläge, wie zum Beispiel Matthias Grünewald und Johannes Gutenberg. Aufgrund dieser Unstimmigkeiten blieb Benns Engagement aus, weshalb Hindemith im Oktober 1932 beschloss selbst einen Text zu entwerfen. Er begann noch im November 1933 die Vor- und Zwischenspiele zu komponieren, die am 27. Februar als Symphonie Mathis der Maler unter Wilhelm Furtwängler uraufgeführt wurden. Die drei Sätze der Symphonie waren dabei nach den Tafeln des Isenheimer Altars benannt (Engelkonzert, Grablegung, Versuchung des heiligen Antonius). Inzwischen entstanden auch weitere Entwürfe des Librettos, das Ende Juli 1934 seine endgültige Fassung erhielt. Am 27. Juli 1935 lag die Oper schließlich in Partitur vor. 8
3.2 Historische Bezüge
Hindemith wählte unter den handelnden Personen einige historische Vorbilder aus. Im Mittelpunkt der Oper steht das Leben des Malers Mathis Gothart Nithart, allgemein als Matthias Grünewald bekannt, über dessen Leben und Wirken historisch jedoch so gut wie nichts überliefert wurde. Mathis der Maler wurde wahrscheinlich um 1475/80 in Würzburg geboren. In den Jahren 1485- 1486 ist er in Aschaffenburg nachweisbar und lebte von 1501 bis 1525 als Bürger und Maler in Seligenstadt, wo er eine Werkstatt, ein Haus und eine Mühle am Main besaß. Durch die Beteiligung am Bauernkrieg wurde sein Besitz eingezogen und er ging nach Frankfurt am Main. Dort zeichnete er mit Erlaubnis des Frankfurter Rates im Mai 1527 die Mainmühlen ab und trat als „Wasserkunstmacher“ in die Dienste der Stadt Halle.
8 Vgl. Steiert, 74.
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Arbeit zitieren:
M. S., 2009, Paul Hindemith: Mathis der Maler, München, GRIN Verlag GmbH
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