Köln gegründet, deren Ziel es war einheitliche Standards in Industrie und Handel zu etablieren. 1977 einigten sich schließlich 12 europäische Länder, darunter alle EG-Staaten auf die Europäische Artikelnummer EAN, die mit dem amerikanischen UPC kompatibel ist, aber aus 13 statt 12 Ziffern besteht. In Deutschland wurde die EAN am 1.Juli 1977 offiziell eingeführt. Seitdem hat sich die EAN rasend schnell auf der ganzen Welt als der Handelsstandard schlechthin verbreitet, sodass sie sich heute auf ca. 90% aller Produkte weltweit befindet. Die Organisationen, die im jeweiligen Land die Vergabe der EAN verwalten haben sich 2005 zur GS1 (Global Standards One) zusammengeschlossen, durch die das ganze System weltweit einheitlich betrieben wird. Aufgrund der Kompatibilität zum amerikanischen UPC und der fortgeschrittenen globalen Verwendung, wurde die EAN 2009 offiziell in GTIN (Global Trade Item Number) umbenannt. Da sich diese Bezeichnung allerdings noch nicht vollständig etabliert hat, wird im folgenden der Einfachheit halber weiterhin von der EAN gesprochen.
Auf so gut wie jedem Konsumprodukt ist heutzutage eine EAN in Kombination mit einem Strichcode zu sehen, sodass sie aus dem alltäglichen Warenvertrieb kaum mehr wegzudenken ist. Ein Einkauf im Supermarkt ist wohl das am häufigsten zu beobachtende Beispiel dafür. Man belädt seinen Einkaufswagen mit allerlei Sachen und fährt damit an die Kasse. Dort werden sie von der Kassieren über ein Gerät gezogen, das daraufhin ein immer gleiches „Piep“ von sich gibt und dann auf magische Weise die Registrierkasse dazu veranlasst den Artikel mit dazugehörigem Preis anzuzeigen. Das würde allerdings nicht so einfach ohne die EAN funktionieren, die als Barcode auf das Produkt gedruckt ist. Der Laserscanner der Kasse kann den Strichcode lesen und wieder in eine EAN umwandeln, welche in der Datenbank des Supermarktes eindeutig mit diesem Produkt und seinem Preis verknüpft ist. Genau dieser Strichcode, der speziell für die EAN entwickelt wurde, hat auch die Warenlogistik in hohem Maße vereinfacht. In Abgeänderten Formen codiert er heute nicht nur Ziffern, sondern auch Buchstaben und bei den weiterentwickelten 2D-Codes sogar ganze Sätze. Dies macht es in Verbindung mit entsprechenden Digitalen Geräten möglich Briefen und Paketen zu sagen wohin sie geschickt werden sollen oder Paletten von Waren in welchem Regal sie
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abgestellt werden sollen.
Auch die Internationale Standard Buchnummer ISBN ist mittlerweile in das EAN-System integriert worden. Anfangs noch 10-stellig und mit einer eigenen Formel zur Berechnung der Prüfziffer I versehen, wurde die ISBN-10 2006 durch Voranstellung eines eigenen Länderpräfixes für Bücher (siehe Aufbau der EAN) und der Übernahme der Prüfziffernmethode der EAN vollständig mit dieser kompatibel gemacht und wird nunmehr, im Gegensatz zum Vorgänger ISBN-10, als ISBN-13 bezeichnet. Seitdem kann auch die ISBN mit einem EAN-Strichcode codiert und gelesen werden. Auch sie kennzeichnet ein Buch eindeutig und wird deswegen oft bei der Suche nach einem bestimmten Buch herangezogen.
Der Aufbau der EAN gestaltet sich immer nach dem gleichen Schema. Am Anfang steht das dreistellige Länderpräfix, welches zwar Auskunft über den Sitz der Firma, die die EAN im jeweiligen Land beantragt hat, gibt, aber nicht unbedingt über die Herkunft der Ware. So stehen zum Beispiel die Nummern 400-440 auf den ersten drei Stellen für Deutschland. Die Nummer 978 und 979 hingegen steht für das sogenannte „Buchland“ der ISBN für alle Bücher, egal aus welchem Land sie stammen II . Darauf folgt die 4- bis 6-stellige Nummer des Unternehmens und die 3- bis 5-stellige Artikelnummer, die der Hersteller selbst für jedes seiner Produkte wählt, und schließlich die Prüfziffer, mit der Eingabefehler erkannt werden können. Die Länge der Unternehmens- und der Artikelnummer werden dabei so gewählt, dass die Gesamtlänge immer 13 ist. Die achte und neunte Ziffer gehören dann jeweils entweder zur Unternehmens- oder zu Artikelnummer. Hier ist der Aufbau der EAN als Reihe von Ziffern x dargestellt:
Die Prüfziffer der EAN ist wichtig um Eingabefehler zu erkennen und gegebenenfalls zu korrigieren. Wenn beispielsweise eine Ziffer falsch ist oder zwei Ziffern vertauscht wurden, schlägt das Lesegerät Alarm. Dies ist möglich durch die Art der Berechnung der Prüfziffer, welche nach folgendem Muster abläuft: Man multipliziert von links nach rechts jede Ziffer abwechselnd mit 1 und 3, aus den Ergebnissen dieser 12 Multiplikationen bildet man die Summe. Vereinfacht gesagt multipliziert man die Summe aller Ziffern auf den geraden Stellen (d.h. an zweiter, vierter, usw. Stelle), mit 3 und addiert die Summe der Ziffern auf den ungeraden Stellen (d.h. an erster, dritter, usw. Stelle), wodurch man die selbe Summe wie mit obiger Methode erhält. Diese Summe nimmt man nun Modulo 10, subtrahiert das Ergebnis von 10 und man erhält die Prüfziffer. Falls die Summe Modulo 10 genommen gleich 0 sein sollte, ist die Prüfziffer nicht 10 (10-0) sondern 0, da in diesem Fall die 10 nochmals mit 10 moduliert wird, III Ansonsten wäre die EAN 14 statt 13 Stellen lang, was zu Problemen führen würde Mit einer Summenformel ausgedrückt heißt das für die Prüfziffer x 13 :
Als Beispiel nehmen wir diese (gültige) EAN, aufgedruckt auf einer Flasche Apfelschorle: 4311596435869 , am Ende der Berechnung sollte also die Prüfziffer 9 stehen.
111 mod 10 = 1
10 − 1 = 9
Die Prüfziffer ist also wie zu erwarten war gleich 9, die EAN somit korrekt. Andersrum kann man die Gültigkeit einer EAN überprüfen, wenn man zur Summe der Produkte die Prüfziffer addiert. Diese Prüfsumme modulo 10 genommen muss wieder 0 ergeben, also ein Vielfaches von 10 sein. Am Beispiel: 111 + 9 = 120 ; 120 mod 10 = 0
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Arbeit zitieren:
Raffael Malka, 2010, Das EAN- und ISBN-System zur Produktidentifikation, München, GRIN Verlag GmbH
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