4.4. Vier Phasen des Projektmanagements bei der GVL
5. Marketing & PR-Maßnahmen
5.1. Begriff Kulturmarketing 5.2. Kulturmarketing-Management
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
7.1. Onlinequellen 7.2. Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung
Das Schlagwort Management ist ein in vielen Kontexten verwendeter und mulipel konnotierter Begriff. Demnach wurde es auch den Begriffen Kunst und Kultur angehängt und beschreibt seitdem ein komplexes Feld kultureller Vermittlung. Kulturmanager müssen viele Bedingungen beachten und ihre Produkte sollten zahlreichen Verpflichtungen und Werten entsprechen (vgl. Rauhe 1994: S.6). Das Management von Kultur findet im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Erwartung, künstlerischer Freiheit und dem Anspruch sozialer Entwicklungen statt. (vgl. ebd.) Demnach ist das Arbeitsfeld des Kulturmanagers komplex und vielschichtig.
Ziel dieser Arbeit ist es, das Ausstellungsprojekt „Die Gräfin vom Lungau - Wege in die Zukunft“ als Exempel im Kontext des Projektmanagements eines Kulturbetriebs zu untersuchen. Das gewählte Fallbeispiel stellt m.E. nicht nur ein geeignetes Muster für die Analyse dar, sondern in diesem Zusammenhang muss auch meine eigene Position innerhalb der Ausstellung beschrieben werden. Ich durfte im gesamten Ausstellungzeitraum Teil dieses Projekts sein. Meine Aufgaben lagen im organisatorischen Bereich der Aufbereitung einerseits sowie in der Realisation des Ausstellungsbetriebs andererseits. Als stellvertretende Projektleitung war ich betriebsam am Ablauf und der Gestaltung des Projekts beteiligt. Weitere Aufgabenfelder meinerseits waren Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, die Koordination des internen Projektablaufs, Kostenkalkulationen, Human Ressource Management sowie alle Bereiche des laufenden Ausstellungsbetriebs etc.
Mir lag und liegt sehr viel an diesem Projekt, das meinen persönlichen und fachlichen Horizont sowie die Verbundenheit zu meiner Heimat um ein Vielfaches erweitert hat. Aufgrund dieser besonderen Koalition mit der Thematik werden einige Bereiche aus meiner eigenen Erfahrung heraus geschildert, was dazu führt, dass auf ein Experteninterview verzichtet wird.
Mit dem Ziel der einfacheren Lesbarkeit und des besseren Verständnisses, wird nachfolgend auf die weibliche und männliche Doppelform sowie auf den Einsatz von Wortverbindungen mit -Innen verzichtet. Die männliche Form erfasst somit jeweils auch die weibliche Form und umgekehrt. 2. Definition wichtiger Begriffe
Eingangs sollen die für die Arbeit grundlegenden Begriffe per Definition festgelegt werden um eine Hinwendung zur Thematik zu schaffen bzw. die für die Arbeit bedeutenden Begrifflichkeiten vorab anzuführen.
2.1. Definition Kulturmanagement
Für das Begriffsverständnis von Kulturmanagement soll der Ausdruck vorab in seine einzelnen Begriffe zerlegt werden. Der Begriff Kultur ist eines der am komplexesten und vielseitigsten verwendeten Wörter unserer Zeit und wird als Suffix zahlreichen Wörtern angehängt (Assmann 2006: S.9). Etymologisch leitet es sich aus dem lateinischen „colere“, zu Deutsch pflegen, ab (vgl. ebd.). Aufgrund der Popularität sowie des breiten Begriffsverständnis des Kulturbegriffs wird der Begriff Kultur in der folgenden Arbeit als Oberbergriff für unterschiedliche Künste einerseits, „als Normen-und Wertesystem, mit denen die Menschen ihre Wirklichkeit erfahren, definieren, verarbeiten, darstellen und verändern“ (Rauhe 1994: S.111) gesehen. Der Begriff Management bedeutet „Führung einer Organisation bzw. eines Betriebs“ (Bode 2008: S.23). Demnach ist Kulturmanagement die Geschäftsführung eines Kulturbetriebes. Unter einem Kulturbetrieb wird in dieser Arbeit „der Ort bzw. die Gelegenheit wo Kultur zum Gegenstand von Kulturmanagement wird [verstanden. Er erfasst] die Summe aller institutionellen Erscheinungsformen von Kultur.“ (Heinrichs 2006: S.13) Dementsprechend versteht man unter Kulturmanagement „die professionelle Organisation infrastruktureller Bedingungen der Möglichkeit von Kultur.“ (Rauhe 1994: S.143) Es bezeichnet das „Möglichmachen von Kultur, eine Technik des Zubereitens, des Gestalten von Terrains, des Verfügbarmachens von
Ressourcen, von Planungs-, Rechts- und Wirtschafts-Know-How unter modernen gesellschaftlichen Bedingungen.“ (ebd.) 2.2. Definition Ausstellung
Unter dem Begriff Ausstellung versteht man eine zeitraumbezogene, öffentliche Dienstleistung, die keine materiellen Leistungen, sondern Ausstellungsobjekte unterschiedlichster Art einem Publikum zugänglich machen (vgl. Köpler 2004: S.27). 2.3. Definition Museum
Ein Museum ist „eine im öffentlichen Interesse verwaltete [..] Einrichtung mit der Aufgabe, Objekte von kulturellem Wert zu bewahren, auf unterschiedliche Art und Weise zu erforschen und […] zur Freude und Bildung der Öffentlichkeit auszustellen.“ (Weschenfelder 1992: S.21)
Es gibt verschiedene Arten von Museen, die als Museumsgattungen bezeichnet werden. Dementsprechend ist die im Rahmen der Arbeit beschriebene Ausstellung als kulturgeschichtliches Museum zu bezeichnen (vgl. Waidacher: 1999: S. 300). Zu seinen Aufgaben zählen das Sammeln, Bewahren, Forschen, Bilden bzw. Vermitteln (vgl. Weschenfelder 1992: S.49ff). Darüber hinaus erfüllt das Museum bzw. die Ausstellung in weitere Aufgaben bzw. hat zusätzliche Funktionen, wodurch es als außerschulische Bildungsanstalt ebenso wie als Ort der Kulturvermittlung und Kommunikation bezeichnet werden kann, was Museen und Ausstellungen zu vieldimensionalen Orten menschlicher Interaktion macht. 3. Theoretischer Hintergrund
3.1. Projektmanagement und seine Phasen
Aufgrund der Besonderheit von Projekten, die sich in der Einmaligkeit ihrer Erscheinung äußern, sind Projekte durch bestimmte Eigenschaften gekennzeichnet. Projekte haben § „klar definierte Zielsetzungen, § zeitliche, personelle, finanzielle und andere Kapazitäts-und Ressourcenbegrenzungen,
§ eine Abgrenzung zu anderen Vorhaben, § eine projektspezifische Organisation [neben der]
§ Komplexität und Interdisziplinarität von Inhalten und Aufgaben“. (Klein 2008a: S.11ff)
Demnach erfordert die Umsetzung von Projekten spezifische Instrumente, die den, speziellen Anforderungen von Projekten gerecht wird. Dies bezeichnet man als Projektmanagement. Unter Projektmanagement versteht man „die Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation, -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projekts.“ (ebd. S.18)
V.a. im Kulturbereich zählt Projektmanagement zu den wichtigsten Managementinstrumenten, da die überwiegende Anzahl kultureller Leistungen zeitlich begrenzt organisiert ist. Hierbei kann mittels Projektmanagement eine gezielte und koordinierte Umsetzung zur Erreichung der Organisationsziele bewältigt werden. Außerdem sind mit kompetent durchgeführten Projektmanagementstrategien einige Vorteile wie die Erschließung neuer Zielgruppen, Finanzierungsquellen und Kooperationen, neben einer erhöhten Mitarbeitermotivation, Qualifikation und Proffessionalisierung des gesamten Unternehmens verbunden (vgl. ebd. S.17f). Dennoch bringen Projekten auch Risiken mit sich, die hauptsächlich durch fehlende Routine, mangelnde Erfahrung sowie durch zeitlichen und finanziellen (institutionellen) Druck entstehen (vgl. ebd. S. 21f). 3.2. Der Projektablauf
3.2.1. Der Zielfindungsprozess
„Die Idee ist das Absolute, und alles Wirkliche ist nur Realisierung der Idee.“
1 http://www.gutzitiert.de/zitat_thema_idee.html
Dieser von Hegel stammende Ausspruch könnte ebenso gut in einem Lehrbuch für Projektmanagement stehen. Demnach steht am Beginn jedes Projekts eine ausschlaggebende Idee. Aus der Projektidee ergibt sich die handlungsanleitende Zielsetzung des Projekts aus der sich alle weiteren Schritte, erforderlichen Aufgaben und zu beschaffenden Ressourcen ableiten. Zur Entwicklung einer möglichst konkreten Zielsetzung aus einer Idee, die das wichtigste Steuerungselement im Projektmanagement ist, gehören verschiedene Zwischenschritte, die zur sog. „Zielkonkretisierung“ (Klein 2008a: S.33) führen. Ein konkretisiertes Ziel bildet die Grundlage für den Beginn des Projektmanagements und enthält „die lösungsneutral formulierte Aufgabenstellung“ (ebd.), den Inhalt, das Ausmaß und die zeitliche Festlegung der Ziele neben Angaben zu konzeptionellen Rahmenbedingungen wie Mitarbeitern, Budgetierung und zu erarbeitende Ergebnisse (vgl. ebd. S. 33ff). „Ziele sind die Steuerungsgrundlage von Projekten, die sowohl den prozessbegleitenden, steuernden Controllingmaßnahmen, als auch der abschließenden Erfolgskontrolle dienen.“ (ebd. S. 42) 3.2.1.1. Das SMART-Modell der Zielfindung
Hilfreich eingesetzt für die Zielkonkretisierung kann das „SMART-Modell“ (ebd. S. 43) werden, durch dessen Einsatz Ziele auf ihre wichtigsten Kriterien hin überprüft werden können (vgl. Schels 2008: S. 44). Die Zielbildung im SMART-Modell erfolgt über die Beantwortung folgender Fragen: 1. Zielfindung/Zielanalyse: Was will ich? 2. Situationsanalyse: Was kann ich?
3. Zielformulierung/Zielplanung: Was nehme ich mir vor? (vgl. Winheller 2002: S.2)
Die Zieledefinition ist dann wirksam, wenn Sie bestimmten Kriterien entspricht, S.M.A.R.T. formuliert ist. Die Abkürzung SMART steht für: S - pezifisch:
Die Ziele müssen klar, präzise und eindeutig formuliert werden. M - essbar
Die formulierten Ziele sollten in ihrer Qualität und Quantität durch
Messbarkeit überprüfbar sein. A - ttraktiv
Die Ziele sollten in einer positiven, motivierenden Form formuliert werden. R - ealistisch
T - erminiert
Für die festgelegten Ziele zur Überprüfung ihrer Erreichung sollten klare
Zeitfenster und Termine festgelegt werden. (vgl. Winheller 2002: S.3f;
Lindemann 2008: S. 84)
Demnach geht es beim S.M.A.R.T. Modell bei der Definition von Zielen darum § Wer (ausführende Personen) § macht Was (Handlungen) § Wie (Art und Weise) § Wo (Ort) § Wozu (Endziel) § Womit (Werkzeuge für die Umsetzung) § Mit wem? (Kooperationspartner) § Wann? (Zeitpunkt) § Wie lange? (Zeitraum) § Wie oft? (Häufigkeit) § Bis wann? (Dauer) festzulegen (vgl. Lindemann 2008: S.84).
Dementsprechend enthalten förderliche Zielformulierungen die eben genannten Punkte und entsprechen hinsichtlich ihrer Abfassung dem S.M.A.R.T. Modell wodurch die möglichst wirksame Zielerreichung gesichert werden soll.
Arbeit zitieren:
MMag. Catrin Neumayer, 2009, Projektmanagement im Kulturbetrieb, München, GRIN Verlag GmbH
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