Teillernziele der Stunde ( TLZ ): Die Schüler können...
- … die einzelnen Teile der Laubsäge genau betrachten, beschreiben und somit ihre visuelle Wahrnehmung schulen und ihren sprachlichen Ausdruck im Bereich des Werkunterrichts weiterentwickeln (TLZ 1).
- … den Verwendungszweck der Laubsäge erläutern (TLZ 2).
- … ein Sägeblatt funktionsgerecht in die Laubsäge einspannen (TLZ 3).
- … mit der Laubsäge ein Motiv aus einer Pappelholzplatte Sägen und somit Freude am eigenen Handeln mit der Laubsäge empfinden und sie zunehmend als Genussquelle (TLZ 4).
- … ihr Empfinden für Sauberkeit und Ordnung sensibilisieren (TLZ 5).
Medien und Arbeitsmittel:
- Geschichte des Holzkasperls, Dekorationsartikel, Plakat zum Holzkasperl.
- Wortkarten: Von den Schülern während der Einführungsphase erarbeitet, Edding.
- Tablett mit Materialien: Laubsäge, Laubsägeblätter, Schablonen, ausgesägte Dekorationsartikel, Flügelschrauben, Schleifpapier und Sägebrettchen.
- Plakat: Vorbereitung der Laubsäge; Die Sägetechnik. 1
- Kiste mit Materialien: Laubsägen, Laubsägeblätter, Schablonen auf Pappelholz vorgezeichnet, Flügelschrauben, Schleifpapier und Sägebrettchen.
- Akustisches Signal: Xylophone.
- Blumentopf, Drehscheibe.
- Eimer mit Schwämmen, Besen und Kehrblech, Dienstplan für den Werkraum.
Literaturliste:
- Auer, E. u. a. (1984): Werken in der Grundschule, Naturmaterial, Metall, Ton, Holz, Papier. Lehrerhandbuch mit Arbeitsblättern. München: Oldenbourg.
- Birri, Ch. U. a. (2003): Fachdidaktik Technisches Gestalten / Werken. Basel: Kontakt.
- Der niedersächsische Kultusminister (1985), RRL für die GS, Werken. Hannover: Der niedersächsische Kultusminister.
- Exter, H. (1972): Werkstoffkunde. Handbuch für die Unterrichtsvorbereitung des Lehrers für Technisches Werken: Holz, Papier, Metall, Klebstoffe, Farbe, Kunststoff. Ravensburg: Otto Maier.
- Jackson, A., Day, D. (1998), Grundkurs Holzbearbeitung. Berlin: Ravensburger.
- Latorre, S. u. a. (1996): Das Werkbuch. Kreatives Gestalten mit Kindern im Grundschulalter. Frankfurt: Christophorus.
- Mette, D. u. a. (1995),Wissensspeicher Werkstoffbearbeitung. 2. Aufl. Berlin: Volk und Wissen.
- Michalski, U., u. T. (2002), Das Ravensburger Werkbuch Holz. Ravensburg: Ravensburger.
- Mietzel, G. (1993), Psychologie in Unterricht und Erziehung. 4. Aufl. Göttingen: Hogrefe.
- Rex, D. (1991): Das große, farbige Bastel- und Werkbuch. Niedernhausen: Falken.
- Stuber, T. (2004): Werkweiser 2 für technisches und textiles Gestalten, 3. bis 6. Sj., Handbuch für Lehrkräfte. 3. Aufl. Bern: Schulverlag.
1 Auer, E. u. a. (1984): Werken in der Grundschule, Naturmaterial, Metall, Ton, Holz, Papier. Lehrerhandbuch mit Arbeitsblättern. München: Oldenbourg. S.110ff.
2
- Stuffer, G. u.a.(1980): Werken in der Grundschule, Schule für Geistigbehinderte. Praxisbeispiele aus dem Materialbereich Holz. Donauwörth: Auer.
- Wessels, B. (1969), Die Werkerziehung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhart.
Internetquellen:
- Niedersächsisches Kultusministerium, Dannenmann- Warmbold u. a. (2006): Kerncuriculum für die Grundschule, Schuljahrgänge 1-4, Gestaltendes Werken. Hannover: Niedersächsisches Kultusministerium. ( http://db2.nibis.de/1db/cuvo/ausgabe/ ) (Stand: 20.07.2006).
- Wikipedia die freie Enzyklopädie: Laubsäge. http://de.wikipedia.org/wiki/Laubs%C3%A4ge (Stand: 13.07.2006).
- Wikipedia die freie Enzyklopädie: Säge. http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4geblatt (Stand: 13.7.2006).
Lernvoraussetzungen:
In der Klasse werden xxx Schüler unterrichtet, xxx Schüler und xxx Schülerinnen. Seit dem 31.08.2006 erteile ich in dieser Klasse eigenverantwortlich den Werkunterricht mit 1,5 Stunden pro Woche. Alle Schüler sind altersgemäß eingeschult. Es sind keine zurückgestellten Schüler dabei. Der Altersdurchschnitt liegt bei 8 Jahren.
Laut Piaget befinden sich die Schüler im Alter von durchschnittlich 8 Jahren mit ihrer geistigen Entwicklung auf der Stufe der kognitiven Operation. Dies bedeutet, dass die Schüler in der Lage sind einzelne Sachverhalte zu verinnerlichen und diese kognitiv zu verarbeiten, aber dass sie an konkreten Handlungen und Anschauungen hängen bleiben. 2 Dies trifft nicht mit 100 % Sicherheit auf alle Schüler zu. So ist es bedeutsam Lerninhalte anschaulich und handelnd darzubieten. Im Fachbereich des Gestaltenden Werkens erfolgt die Eröffnung neuer Erfahrungen und die Wissensvermittlung durch Handlungs- und Produktorientierung.
Laut Bodo Wessels befinden sich die Schüler mit 8 Jahren im Bereich der Bastelstufen im Studium der Bildhaftigkeit. Die Schüler zeigen eine einfache sachbezogene Wirklichkeitsauffassung, vielseitiges Interesse und leichte Lernfähigkeit. Sie weisen meist einen grenzenlos optimistischen „naiven Realismus“, welcher bedingt, dass sie sich nicht durch Ungenauigkeit und Ungeschicklichkeit entmutigen lassen. Für sie ist die optische Wirkung der Bildhaftigkeit ein Genuss. Nicht die wahre Funktionalität sondern der Gebrauchswert im Spiel wird von den Kindern angestrebt. 34
Der Werkunterricht ist ab der 3. Jahrgangsstufe ordentliches Lehrfach 5 . In den Jahrgangsstufen 1. und 2. werden im Rahmen des Erstunterrichts Vorerfahrungen zur Förderung der Fein- und Grobmotorik geleistet mittels Papier-, … bearbeitung mit den Werkzeugen Schere, Lineal, Hammer und Nagelbohrer. Die Schüler lernen Arbeitstechniken wie Kneten, Falten, Reißen, Schneiden, Kleben, Bauen sowie Montieren kennen. 6
2 Vgl. Mietzel, G. ( 1993 ), Psychologie in Unterricht und Erziehung. 4. Aufl. Göttingen: Hogrefe. S. 76 ff 3 Vgl. Wessels, B. (1969), Die Werkerziehung. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhart.
4 Vgl. Birri, Ch. U. a. ( 2003 ): Fachdidaktik Technisches Gestalten / Werken. Basel: Kontakt. S. 30 ff.
5 Vgl. Der niedersächsische Kultusminister (2006), Kerncurriculum für die GS. Anhörfassung. Gestaltendes Werken. Hannover: Der niedersächsische Kultusminister.
6 Vgl. Der niedersächsische Kultusminister ( 1985 ), RRL für die GS, Werken. Hannover: Der niedersächsische Kultusminister.
3
Die Leistungen der Klasse entsprechen den Anforderungen des Bildungsstandards Ende Klasse 2 des Erstunterrichts. Jedes Kind beherrscht die bis jetzt notwendigen Fähigkeiten. Allerdings sind Unterschiede zwischen den Schülern erkennbar. Auf diese Vorerfahrungen baue ich mit der Einheit „Laubsägearbeiten -Gestaltung von Dekorationsartikeln“ auf und führe die Schüler in dieser Schulstunde in das für sie neue Lernfeld der Laubsägearbeit ein. Bereits in den vorherigen Stunden lernten die Schüler verschiedene Arten von Holz kennen und Objekte mit Schleifpapier zu bearbeiten. Beim Kennen lernen der Laubsäge, dem Erlernen des Einspannens der Sägeblätter und dem Aussägen einer vorgefertigten Schablone werden in sofern Unterschiede auftreten, dass einige Schüler intensivere Begleitung benötigen. Einigen Schülern ist die Laubsäge von zu Hause her bekannt, so dass sie ihren Mitschülern helfen können. Der Lerninhalt dieser Stunde dürfte dennoch von allen Schülern zu bewältigen sein.
Bereits aufgefallen ist mir, dass sich Unterschiede in der Motorik, in der Lernfähigkeit und im Arbeitstempo der Schüler zeigen.
Die Lehrmethode der Demonstration ist den Schülern vertraut und bereitet ihnen Freude, schwächere Schüler orientieren sich oft an den leistungsstärkeren Schülern oder wenden sich gern für weitere und intensivere Erklärungen an die Lehreranwärterin. Zu beachten bei solchen Arbeitsprozessen ist, dass stille und zurückhaltende Schüler wie xxx die notwendige Unterstützung erhalten.
In dieser Lerngruppe besteht ein ausgewogenes Sozialverhalten, kameradschaftlich und hilfsbereit. Die Schüler zeigen meistens Motivation und Lernbereitschaft. Individuelle Lernvoraussetzungen:
In der Klasse befinden sich Zwillinge / die Schüler xxx. Es sind sehr ruhige und zurückhaltende Mädchen / Jungen, die eine saubere Arbeitsweise an den Tag legen. Dabei ist xxx noch zurückhaltender als xxx. Sie nehmen meist uneingeschränkt am Unterricht teil.
Auffällig als lauter und oft unkonzentrierter Schüler ist xxx. Er hat Schwierigkeiten dem Unterricht 45 Minuten zu folgen. xxx sind sensible Kinder, welche manchmal bei Unverständnis der Aufgabenstellung weinen. Ebenso ist in dieser Klasse das Mädchen xxx auffällig, da sie immer den Eindruck vermittelt, aktiv am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen und sich meldet, jedoch oft unpassende bis keine Antworten vorträgt. xxx ist eine strebsame Schülerin, in ihrem Leistungsvermögen allerdings begrenzt. Auch hat xxx wie die Mitschülerin xxx Schwierigkeiten mit der Motorik. Dies wirkt sich auf ihre Arbeitstechnik aus. xxx ist ein unruhiges Kind. Er hat Schwierigkeiten längere Zeit still zuzuhören. Jede Gelegenheit nutzt er um aufzustehen und sich bewegen zu können. Allerdings liefert er manchmal sehr produktive Unterrichtsbeiträge. Während xxx eine sehr ausgeprägte Feinmotorik haben, neigen xxx zur Grobmotorik. Dies schlägt sich in ihrer Arbeitsweise nieder. Xxx benötigen viel Zeit zur Bewältigung einzelner Aufgaben. Ihre Feinmotorik ist noch sehr unausgereift. Auch beim kognitiven Erfassen der Aufgabenstellung gibt es Differenzen. So können einige Schüler bei einmaliger Bekanntgabe des Arbeitsauftrags diese umsetzen, wobei xxx auf mehrmalige Wiederholungen angewiesen sind. xxx beenden ihre Arbeiten im Allgemeinen schnell, wobei sie einen sauberen und sorgfältigen Arbeitsstil zeigen. Ihre Fein- und Grobmotorik ist im Vergleich zu ihren Mitschülern ausgeprägter. Sie werden gern von den anderen Schülern als Helfer gerufen und kommen dieser Aufgabe auch gern nach. Auffällig im Sozialverhalten sind xxx.
4
Zu erwartende Schwierigkeiten:
Der Werkraum weist räumlich bedingte Schwierigkeiten auf. Er ist nicht schallisoliert und somit ein sehr lauter Raum. Den Schülern wird in hohem Maße Disziplin abverlangt um das Unterrichtsfach Gestaltendes Werken in einem ertragbaren Geräuschpegel erteilen zu können. Auch könnten die Sägespäne die Schüler beim Atmen einschränken. xxx ist Asthmatiker. Das Einspannen der Sägeblätter unter Beachtung der vorgegebenen Anweisungen könnte den Schülern Schwierigkeiten bereiten, da eine genaue Betrachtung der Sägeblattzähne erforderlich ist und das Blatt stramm eingespannt werden muss. So werde ich das eingespannte Sägeblatt bei jedem Schüler kontrollieren. Da viele Schüler keine Erfahrungen mit der durch die Laubsäge bedingten Sägetechnik haben, werden sich einige Schüler bei den ersten Versuchen des Aussägens der Schablone ungeschickt anstellen. Meine Begleitung und Unterstützung und gegebenenfalls die der Mitschüler sind deshalb gefragt.
Sachanalyse:
In dieser Schulstunde geht es um das Kennen lernen der Laubsäge. Sie entstand Ende des 18. Jh. und wurde anfangs zum Aussägen von Dekorationen aus Laubholz verwendet, deshalb der Name "Laubsäge". Sie gehört zur Kategorie der Schweifsägen und ist eine Spannungssäge. In ihren U - förmigen Bügel wird das Sägeblatt eingespannt. Ihr Griff ist aus Holz. Sie ermöglicht nicht nur geradliniges sondern auch kurviges Sägen. Mit einer Laubsäge lassen sich Holzplatten bis zu einer Stärke von etwa 1 cm bearbeiten. 7 An den beiden Enden des Bügels befindet sich je eine Flügelschraube. Zwischen diesen wird ein Laubsägeblatt eingespannt.
Für die Sägetechnik mit der Laubsäge eignen sich dünne Sperrholzplatten und Bretter. Sie sägt auf Zug, damit ihr Sägeblatt nicht abbricht. Zur Ausführung der Sägetechnik bietet es sich an, sich auf einen Stuhl zu setzen, damit die Pappelholzplatte etwa in Brusthöhe ist und waagerecht gesägt wird. Ohne Druck nach vorn wird gesägt, da das Sägeblätt sonst reißen könnte. Von unten nach oben wird das Blatt leicht rückwärts gezogen um den Kontakt zum Schnitt zu vermeiden, da das Blatt sonst haken könnte. Bei einer Richtungsänderung wird das Sägeblatt mehrmals hoch und runter gezogen um den Schnitt zu vergrößern und das Blatt ungehindert wenden zu können. 8 Die Laubsäge wird auf den Unterarm gelegt, ihr Bügel zeigt dabei Richtung Brust. 9 Die U-Form des Laubsägebügels wirkt als Feder und hält das Sägeblatt auf Spannung. Das zu sägende Werkstück wird auf einen Tisch gelegt, normalerweise ein extra Laubsägetischchen, welches mit einer Zwinge an einer Tischplatte befestigen werden kann und vorne eine V-förmige Öffnung hat. Die Laubsäge wird mit der Hand am Griff gehalten, so dass dieser nach unten und der Bügel vom Tisch weg zeigt. Das Werkstück wird mit einer Hand gehalten und in die gewünschte Schnittrichtung gedreht. Mit der anderen Hand wird die Laubsäge nach oben und unten bewegt. 10 Mittels dieser Sägetechnik können sehr gut Rundungen
7 Vgl. Michalski, U., u. T. ( 2002 ), Das Ravensburger Werkbuch Holz. Ravensburg: Ravensburger. S. 27.
8 Vgl. Michalski, U., u. T. ( 2002 ), Das Ravensburger Werkbuch Holz. Ravensburg: Ravensburger. S. 27.
9 Vgl. Jackson, A., Day, D. ( 1998 ), Grundkurs Holzbearbeitung. Berlin: Ravensburger. S. 26.
10 Vgl. Wikipedia die freie Enzyklopädie: Laubsäge. http://de.wikipedia.org/wiki/Laubs%C3%A4ge (Stand: 13.07.2006).
5
Arbeit zitieren:
Stefanie Kinast, 2008, Laubsägearbeiten in der Grundschule – Gestaltung von Dekorationsartikeln, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Werken, Textiles Werken: Laubsägearbeiten in der Grundschule – Gestaltung von Dekorationsartikeln ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Werken, Textiles Werken: neuer Titel erschienen: Laubsägearbeiten in der Grundschule – Gestaltung von Dekorationsartikeln
Stefanie Kinast hat einen neuen Text hochgeladen
Laubsägearbeiten zum Verschenken
Vorlagen und Anleitungen für F...
Petra Eisenträger, Doris Leuschner, Petra Hartmann, Dirk Hartmann
0 Kommentare