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Modernisierung oder gescheiterte Reform?

Die Verwaltungsreformen in Russland unter Peter I.

Titel: Modernisierung oder gescheiterte Reform?

Hausarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: B. A. Sören Lindner (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Peter der Große und seine Politik werden in der geschichtswissenschaftlichen Forschung ganz unterschiedlich behandelt. Sein politisches Wirken lässt sich in ein sehr breites Spektrum von großem Ansehen bis tiefe Ablehnung einordnen. Die petrinische Zeit ist Grundlage für viele wissenschaftliche Texte, Quellensammlungen und Publikationen. Das wohl umfassendste Werk zu Zar Peter I. verfasste Reinhard Wittram, ein profunder Kenner der petrinischen Politik. Dieser veröffentlichte 1964 eine zweibändige Monographie und vertritt dabei ein positivistisches Bild über den russischen Zaren. Als ähnlich positiv sind die Biographien aus den 1980ern und 1990ern anzusehen, so z. B. Autoren auf deutscher Seite, wie der DDR-Historiker Erich Donnert, oder auf britischer Seite Lindsey Hughes. Auf schwedischer Seite setzte sich der Rechtswissenschaftler Claes Peterson mit den Verwaltungs- und Justizreformen im Rahmen seiner Dissertation auseinander und behandelte die Schaffung der Kollegien unter Peter I. nach schwedischem Vorbild sowie deren Rezeption.
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1989 wurde die Thematik der Person Peters des Großen und seiner Politik neu in das Zentrum wissenschaftlicher Forschungen gerückt.
Wir bewegen uns in der Epoche des frühaufklärerischen Absolutismus im späten 17. bzw. im frühen 18. Jahrhundert.
In dieser Arbeit wird ein Blick auf Peters Politik geworfen. Wahrlich können in diesem Rahmen nicht die Politikfelder in ihrer gesamten Breite analysiert werden, weshalb sich der Fokus auf ein Feld richtet: die Verwaltung. Anhand der Reformmaßnahmen Peters des Großen in Verwaltung und Behörden werden die Fragen geklärt, ob Peter dem aufgeklärten Absolutismus zuzuordnen ist und ob -wie im Titel angedeutet- seine Reformen modern waren oder scheiterten.
Im ersten Kapitel werden der Regierungsantritt Peters und die gesellschaftspolitischen Umstände beschrieben, die reformerische Schritte (in der Verwaltung) nötig machten. Das zweite Kapitel geht auf die konkreten Maßnahmen ein, die der Zar zur Reformierung von Verwaltung und Behörden traf. Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst sowie die hier gestellten Fragen beantwortet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Regierungsantritt Peters des Großen und die gesellschaftspolitischen Umstände

2. Die Verwaltungsreformen Peters des Großen

2.1 Der Senat

2.2 Die Kollegien

2.3 Die Gouvernements

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die von Peter I. durchgeführten Reformen der russischen Verwaltung dem Konzept des aufgeklärten Absolutismus zuzuordnen sind und inwiefern diese Modernisierungsmaßnahmen nachhaltig erfolgreich waren oder scheiterten.

  • Regierungsantritt Peters I. und soziale Rahmenbedingungen
  • Struktur und Funktion des Senats als zentrale Regierungsinstanz
  • Einführung und Aufgabenbereiche der Kollegien nach westeuropäischem Vorbild
  • Neuorganisation der Gouvernements und Provinzialverwaltung
  • Einordnung in den historischen Kontext des aufgeklärten Absolutismus

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Senat

Die Ausführungen des ersten Kapitels haben gezeigt, dass Peter I. mit vielerlei Problemen gleichzeitig konfrontiert war. Dadurch, dass der Nordische Krieg tobte und Peters volle Aufmerksamkeit als Feldherr forderte, war der Zar ständig abwesend und so verzögerten sich auch politische Entscheidungsprozesse. Er benötigte eine verlässliche Institution, die die Regierungsgeschäfte während seiner Abwesenheit übernahm. Die Möglichkeiten dazu hatte Peter. Als Alleinherrscher konnte er den Staat formen und gestalten sowie neue Institutionen schaffen; so wie er es wollte.

Am 22. Februar 1711 gründete Peter I. den Senat, ein neunköpfiges Gremium, das den Zaren während seiner Abwesenheit im Feldzug gegen die Türken vertrat. Die genauen Aufgabenbereiche für den Senat wurden eigenhändig von Peter in bestimmten Erlassen festgelegt. Die Idee zu dieser Institution kam ihm schon viel früher. Schon länger war Peter daran gelegen, die Verwaltung zu straffen und zu rationalisieren. Die Bojarenduma verlor schon seit langem an Bedeutung, Peter griff ohnehin auf die von Zotov geschaffene Leibkanzlei zurück. Diese Zwischenstufe von Bojarenduma und Senat bestand aus engen Vertrauten Peters, hauptsächlich aus Behördenleitern. Mit ihnen stimmte er die laufenden geschäftlichen Angelegenheiten ab.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zu Peter I. und führt in die Epoche des frühaufklärerischen Absolutismus ein, um die Fragestellung der Arbeit zu legitimieren.

1. Der Regierungsantritt Peters des Großen und die gesellschaftspolitischen Umstände: Dieses Kapitel beschreibt die komplexen Machtverhältnisse um die Thronbesteigung Peters sowie die notwendigen Impulse aus den kriegerischen Auseinandersetzungen, die erste Reformschritte einleiteten.

2. Die Verwaltungsreformen Peters des Großen: Der Hauptteil analysiert die konkreten organisatorischen Maßnahmen, namentlich die Schaffung des Senats, die Einrichtung der Kollegien sowie die Neugliederung der Verwaltung in Gouvernements.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet Peters Wirken vor dem Hintergrund des aufgeklärten Absolutismus sowie den Erfolg seiner Modernisierungsversuche.

Schlüsselwörter

Peter der Große, Verwaltungsreformen, Senat, Kollegien, Gouvernements, aufgeklärter Absolutismus, Nordischer Krieg, Staatsverwaltung, Russland, Modernisierung, Machtkampf, Bürokratie, Gesetzgebung, Reformpolitik, Behörden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die russischen Verwaltungsreformen unter Zar Peter I. und deren Modernisierungscharakter vor dem Hintergrund des zeitgenössischen aufgeklärten Absolutismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Der Fokus liegt auf der institutionellen Umgestaltung des Zarenreiches durch die Einführung von Senat, Kollegien und der Gouvernementsverwaltung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob die Reformen als modern einzustufen sind oder ob sie aufgrund der schwierigen Umstände eher als gescheiterte Ansätze zu betrachten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Analyse wissenschaftlicher Literatur und zeitgenössischer Quellen zur petrinischen Ära.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Senat, die unterschiedlichen Fachkollegien sowie die neue regionale Verwaltungseinteilung in Gouvernements systematisch untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Peter der Große, Verwaltungsreform, Kollegien, Senat, aufgeklärter Absolutismus und Modernisierung.

Welche Rolle spielte das schwedische Vorbild?

Peter I. orientierte sich stark an europäischen, insbesondere schwedischen Verwaltungsstrukturen, um eine effizientere Verwaltung in seinem eigenen Reich zu etablieren.

Warum war der Senat für Peter I. so wichtig?

Der Senat sollte als verlässliches Gremium die Staatsgeschäfte führen, während der Zar aufgrund seiner militärischen Verpflichtungen im Nordischen Krieg abwesend war.

Inwiefern beeinflussten fiskalische Gründe die Reformen?

Viele der Verwaltungsreformen, etwa die Einführung der Kollegien oder die Umorganisation der Steuereintreibung, waren durch den hohen Finanzbedarf des Nordischen Krieges motiviert.

Konnte der Reformbedarf vollständig gedeckt werden?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Mangel an qualifiziertem Personal und zahlreiche Kompetenzüberschneidungen zwischen den neuen Institutionen die Effizienz der Reformen oft einschränkten.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Modernisierung oder gescheiterte Reform?
Untertitel
Die Verwaltungsreformen in Russland unter Peter I.
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte)
Veranstaltung
Osteuropa im Zeitalter der Aufklärung
Note
2.0
Autor
B. A. Sören Lindner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V169759
ISBN (eBook)
9783640881505
ISBN (Buch)
9783640881710
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peter I. der Große Verwaltung Reformen Verwaltungsreformen gescheitert Politik Aufklärung Osteuropa Zar Frühaufklärung Wittram Russland Senat Kollegien Gouvernement Modernisierung Großer Nordischer Krieg Zeitalter Gouverneure Prikaz Ukaz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B. A. Sören Lindner (Autor:in), 2011, Modernisierung oder gescheiterte Reform?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169759
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Leseprobe aus  23  Seiten
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