Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ii
Portrait Rudolf Bohren iii
1. Charakteristiken der Predigtlehre Bohrens 1
Predigen aus Leidenschaft 1.1. 1
Pneumatologische Theologie 1.2. 3
Gott als erster Hörer 1.3. 5
2. Diskussion mit der Geschichte der Praktischen Theologie 7
H örerhörigkeit 2.1. 7
Pneumatologische Vermengung 2.1. 9
3. Würdigung 10
Portrait Rudolf Bohren 2004 iv
Bibliographie v
ii
Portrait Rudolf Bohren
Bild: Rudolf Bohren, von © Robert Bühler http://www.robertbuehler.com/portrait/
iii
- 1 - 1.Charakteristiken der Predigtlehre Bohrens 1
Bohrens Predigtlehre wird viel zitiert aufgrund seiner Konzentration auf den Hörer und der Einwirkung des Geistes, auf die im Folgenden auch hauptsächlich eingegangen wird. Weitere Punkte, auf die aus Platzgründen nicht weiter eingegangen wird, sind Bohrens praktische Hilfestellungen zum Predigen sowie sein Lasterkatalog für Prediger. Zu den schon genannten zwei Themen wird in dieser Arbeit auch das Thema der Leidenschaft mit aufgenommen, die für Bohrens Homiletik als Schlüsselbegriff gesehen werden kann. Ein weiteres Kapitel wird die betrachtete Predigtlehre mit theologischen Standpunkten aus der Geschichte konfrontieren und endet mit Kapitel drei, der Würdigung und eigenen Stellungnahme.
1.1. Predigen aus Leidenschaft
Mit diesem Zitat soll die Besprechung der Predigtlehre Bohrens starten. Bohrens Aussage ist nicht direkt zuzustimmen. Möchte man z.B. mit einer seelsorgerlichen Predigt nicht eher ein Feuer löschen, als das bereits Brennende und Quälende anzufachen? Der Ausspruch ist vielleicht anders zu verstehen. Bohren möchte in der Predigt etwas bewegen. Er möchte, dass die Predigt etwas bewirkt und noch mehr, dass der Prediger etwas wagt, das er selbst nicht imstande ist zu händeln. Das Bild des Brandstiftens führt er zurück auf Gott selbst, der ein „verzehrendes Feuer“ ist. Er schlussfolgert daraus, wenn der Prediger das Kommen und die Gegenwart Gottes ansagt, dass es dann „nicht ohne Brand“ ausgehen wird [Rud80] . Abgrenzend dazu gebraucht er das Bild des Feuerwehrmanns und Feuerwerkers, welche konträr zum Prediger als Brandstifter und Feuerwerfer gestellt werden 2 .
Bohren beweist nach diesem einleitenden Aufruf, dass er in seiner Homiletik sich auch der gegenwärtigen Realität stellt und über die Nöte des Praktikers, der er selber ist, Bescheid weiß. So stellt er im Anschluss die entscheidende Frage nach den Möglichkeiten, die dem Prediger zur Verfügung stehen, um etwas in Brand zu setzen, und geht damit das Thema an, welches seine gesamte Homiletik durchzieht: die Frage nach der Machbarkeit von Predigt als Wunder. Mit anderen Worten fragt er, wie Gott in der Predigt real werden kann. Bohren beschreibt das Problem, das damit verbunden ist wie folgt: „Auch beim Predigen muss ich um meine Grenze wissen, nur nützt mir dies wenig, denn hier überschreite ich von Anfang an meine Grenze. Innerhalb meiner Grenzen kann ich hier nur von Götzen und von Gottesgedanken sprechen, die den wirklichen Gott verfehlen.
1 [Rud80] 4. veränderte und erweiterte Auflage
2 Bohren erklärt den Feuerwerker nicht weiter, der ja auch Dinge in Brand setzt, auch wenn es schnell wieder „verpufft“. Gemeint ist wahrscheinlich der auf S.66 kurz beschriebene aktionsorientierte Pre- diger von dem er sagt: „Das Engagement vertritt das fehlende Wort“
- 2 - Werpredigt, überschreitet in einem fort seine Grenzen; er tut, was er nicht kann, wagt, was er nicht wagen darf: Feuer zu werfen, zu sagen - >>Gott<<.“ [Rud80]
Wenn ich als Prediger aber doch direkt an meine Grenzen stoße, so Bohrens Gedankengang, wie kann ich es dann überhaupt wagen zu predigen? Bin ich dann nicht dafür ungeeignet? Seine Antwort ist kurz: „Unser Predigen ist ein von ihm selbst erwartetes Reden“ [Rud80] . Der Prediger redet, weil Gott zuhört; weil Gott selbst gekommen ist, um die Predigt zu hören. Sein Konzentrieren auf das erwartende Hören Gottes auf die Predigt zeichnet diese Predigtlehre aus als etwas Besonderes, das weiter unten im Kapitel des Hörers ausführlicher dargestellt wird. Bohren zeigt dem Leser auf, dass er fest mit der Gegenwart Gottes in der Predigt rechnet, sowie er predigend auf das Handeln Gottes wartet und hofft.
Wenn Bohren an dieser Stelle das Wunder als ein Einmischen Gottes formuliert, dann geht er umgekehrt davon aus, dass der Prediger ein Mitwirken Gottes nicht planen konnte, da die Formulierung des Einmischens eher als Übergriff zu werten ist im Gegensatz zum Erwarteten oder Geplanten. Dieses Einmischen Gottes zählt er dem Grundproblem der Homiletik zu. So verdeutlicht er seinen Lesern, dass jede Predigtlehre erklären muss, „wie die Predigt Wort Gottes sein oder werden kann“[Rud80] ; wie ein Einmischen Gottes realisiert werden kann!
Ohne auf bestimmte Namen zu verweisen, weist Bohren eine historisch betriebene Predigtforschung zurück.[Rud80] Von dort ist seiner Meinung keine Lösung über ein Einmischen Gottes zu erwarten. Als zweite Möglichkeit nennt er die Predigt, die sich nicht auf die Historie, sondern auf den gegenwärtigen Hörer konzentriert. Er schreibt: „Der Prediger, der nicht >>mit mir<< zu reden weiß, kann mir auch nichts von Gott sagen.“[Rud80] und stellt damit eine Anforderung an den Prediger und sein Können. Auf der nächsten Seite stellt er dem entgegen, „dass predigen mehr ist, als wir machen können.“[Rud80] Die Frage ist zu stellen, was der Leser denn nun machen kann?
Aus der Geschichte der Praktischen Theologie sind die zwei eher gegensätzlichen Standpunkte der der dialektischen und der empirischen Theologie bekannt. Bohrens Standpunkt ist nicht im Schnellschritt durch ein schwarz-weiß Denken in eine dieser Theologien einzugliedern. Einen ersten Hinweis auf seinen Weg führt er in dem folgenden Zitat aus: „Techniken und Rezepte sind nie irrelevant, aber sie sind auch nie Göttinnen, deren Kult den dürren Feldern der Homiletik neue Fruchtbarkeit verheißt: Fruchtbarkeitszauber ist auch im Gewande der Rationalität ein fauler Zauber! - Die Spannung zwischen dem Machbaren der Predigt und dem nicht herzustellenden Wunder ist nicht aufzulösen.“[Rud80] Der erste Eindruck über Bohrens Predigtlehre ist leicht
Arbeit zitieren:
Andreas Schmale, 2011, Bohrens Predigtlehre, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Theologie - Praktische Theologie: neuer Titel erschienen: Bohrens Predigtlehre
Andreas Schmale hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare