Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Theoretische Grundlagen 4
2.1 Kirchenraumpädagogik oder Kirchenpädagogik? 4
2.2 Die Kirche als ein besonderer Raum. 4
2.3 Entstehungshintergrund der Kirchenraumpädagogik - Ein kurzer Einblick. 5
2.4 Ziele der Kirchenraumpädagogik. 5
3 Durchführungsphasen der Kirchenraumpädagogik - Eine didaktisch- methodische
H Herangehensweise. 6
3.1 Organisatorische Vorüberlegungen. 7
3.2 Phase der Eröffnung und der Annährung 9
3.2.1 Phase des Verweilens und des Entdeckens 11
3.2.2 Phase der Verdichtung und der Vertiefung 15
3.2.3 Phase der Rückkehr und der Ablösung 16
3.3 Systematisierende Leitschritte der vier Phasen 17
3.4 Mögliche Unterrichtsziele 17
3.5 Auswahl der Methoden und Sozialformen. 18
3.6 Lebensbezug als Schlüssel zur Interessenweckung. 18
4 Fazit. 19
5 Literatur- und Quellenverzeichnis. 21
1
1 Einleitung
Für viele Menschen ist die Kirche ein befremdlicher Ort und was in den heiligen Räumlichkeiten geschieht bleibt daher ebenfalls fremd. Vor allem sind die Jugendlichen kaum mit der Kirche als Ort und somit der christlichen Religion vertraut. Ihnen fehlt es wie so häufig an Kenntnissen und Erfahrung.
Aufgrund der heterogenen, multikulturellen Gesellschaft in Deutschland ist es daher ganz besonders erforderlich die jungen Schüler an kulturelle Kontexte der Weltreligionen heranzuführen, um ihnen diese verständlich, greifbar und zugänglich zu machen. Die Kirchenraumpädagogik soll daher eine Brücke zu den Jugendlichen und der Kirche herstellen. Sie ermöglicht einen interessanten Zugang zu etwas Neuem und Unbekanntem. Dies wird erreicht durch unterschiedliche Herangehensweisen, die methodisch und didaktisch aufgearbeitet werden können. Es geht dabei nicht ums Bekehren. Vielmehr geht es um das Verstehen und das Kennenlernen, um eine Erfahrung die durch alle Sinne gemacht und aufgenommen werden kann. Kirchenraumpädagogik ermöglicht es den Schülern sich zu orientieren und sich heranzutasten an das Unbekannte. Wichtig ist dabei eine offene innere Einstellung und Haltung, um die Aura der Kirche als einen besonderen Raum wahrzunehmen und zu spüren.
Geschichtliche und Traditionen haben Spuren beispielsweise im Bauwerk selbst, in der Kunst oder in der Musik hinterlassen. Diese Spuren können von Schülern gemeinsam oder einzeln entdeckt werden. Dabei wird der Kirchenraum zu einem Ort des Erlebens in dem über die übliche Form des Unterrichts hinausgegangen wird. Den Schülern wird eine neue und verlockende Lernchance angeboten denn „Kirchenraumpädagogik nimmt Elemente von Liturgie und Feier (Stille, Klänge, Rufe, Gesänge, Texte, etc.) auf und ermöglicht Jugendlichen, Handlungsformen des Glaubens (beten, schweigen, singen, segnen etc.) auszuprobieren und auf ihre Tragfähigkeit für sie selbst zu überprüfen.“ 1
Zunächst wird in folgenden Abschnitten die Kirchenraumpädagogik aus einer theoretischen Position betrachtet. Als erstes erfolgt eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten der Kirchenraumpädagogik und der Kirchenpädagogik zueinander. Im weiteren Verlauf werden die Fragen nach der Herkunft der Kirchenraumpädagogik geklärt, wobei der Verfasser dabei auf die Stellung der Kirche als ein besonderer „Raum“ eingehen wird. Des
1 Hinderer, o. J., S. 27.
2
Weiteren werden die Ziele der Kirchenraumpädagogik vorgestellt, bevor es zur didaktischmethodischen Aufbereitung der einzelnen Phasen der Kirchenraumpädagogik kommt. Bevor die Phasen durch Beispiele dargestellt werden, sollen die organisatorischen Vorüberlegungen für die Umsetzung der einzelnen Phasen in Vordergrund treten. Im nachfolgenden Abschnitt werden die einzelnen Phasen unter der Betrachtung von bestimmten Leitschritten beleuchtet, um unter dieser Berücksichtigung mögliche Unterrichtsziele ableiten zu können.
Angesprochen werden in den nächsten Abschnitten die Methoden und Sozialformen, die in der Kirchenraumpädagogik Verwendung finden sowie die Wichtigkeit des Lebensbezugs als eine Lernvoraussetzung für die Schüler.
Zuletzt folgt im Abschnitt 5 das Fazit, in dem der Verfasser sich zur Kirchenraumpädagogik positioniert und persönliche Anregungen und Vorschläge bereitstellt, um die Kirchenraumpädagogik im Kontext der Schule praktischer auszubauen. Der Verfasser stützt sich überwiegend auf die Literatur von Katja Boehme: Kirchenräume erschließen, Sigrid Glockzin-Bever: Was der Kirchenraum lehrt und auf Internetquellen die im Quellen- und Literaturverzeichnis angegeben sind.
Zuletzt muss der Verfasser anmerken, dass er bei der Ansprache der Schülerinnen und Schüler auf die männliche Form zurückgreift, jedoch wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der Verfasser sich auch an die weiblichen Leser richtet.
3
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Kirchenraumpädagogik oder Kirchenpädagogik?
In der Literatur finden sich häufig eine synonyme Verwendung der Begriffe Kirchenraumpädagogik und Kirchenpädagogik. Der Begriff der Kirchenraumpädagogik wird oft auf den Begriff der Kirchenpädagogik verkürzt, findet jedoch im gleichen Kontext an Verwendung und an Bedeutung.
Der Verfasser bevorzugt jedoch den Begriff der Kirchenraumpädagogik, da der Begriff der Kirchenpädagogik zu stark abstrahiert werden kann. Unter Kirchenpädagogik kann sowohl die Kirche als architektonisches Gebäude als auch Kirche als Gemeinschaft der Christen verstanden werden. Um daher Missverständnissen zu umgehen wird nachfolgend von Kirchenraumpädagogik gesprochen.
2.2 Die Kirche als ein besonderer Raum
Die Menschen haben schon immer Lebensräume erschlossen und haben diese nach ihren Bedürfnissen ausgestaltet. Seit der Globalisierung und der immer mehr wachsenden Industrialisierung und Mobilisierung sehnt sich der Mensch nach besonderen spirituellen Räumen, wo er mit sich im Einklang ist, sich auf sein Inneres besinnt und dem Alltag entfliehen kann.
Der Raum als solches steht daher nicht allein für die Kirche als architektonisches Bauwerk, sondern soll vielmehr die Möglichkeit bereitstellen, der Kirche im Sinne der christlichen Gemeinde und auch sich selbst nähern zu kommen. 2 „Der Raum wird als Zeichen für Erfahrungen wahrgenommen, die inneren Raum schaffen für Symbole der Transzendenz.“ 3 Daher kann Kirche als Raum von Begegnungen, als Raum der Geschichte oder als Raum der Kunst und der Musik betrachtet werden. 4
Jeder kann daher selbst entscheiden, welchen Raum er für sich entdecken möchte oder auf sich einwirken lassen möchte. Das erfordert jedoch auch eine innere Einstellung, die es ermöglicht sich den unterschiedlichen Räumen zu öffnen.
2 Vgl. Boehme, in: Rendle, 2007, S. 230.
3 Glockzin-Bever, o. J., S. 14.
4 Vgl. Glockzin-Bever, o. J., S. 16f.
4
2.3 Entstehungshintergrund der Kirchenraumpädagogik - Ein kurzer Einblick
Erste Ansätze der Kirchenraumpädagogik sind seit den 80er Jahren bekannt und wurden aus den Erfahrungen in der Museumspädagogik und der Religionspädagogik entwickelt. 5 Entstanden ist Kirchenraumpädagogik aus der Intention die Menschen aus ihrer „spirituellen Armut“ 6 der industriellen und modernen Gesellschaft herauszuführen. Vor allem sollten die Jugendlichen als die nächste Generation die christlichen Werte, Rituale und Symbole vermittelt bekommen.
Der Begriff der Kirchenpädagogik selbst wurde 1991 auf der ersten Jahrestagung des bundesweiten kirchenpädagogischen Arbeitskreises eingeführt und 2001 gründete sich aus dem Arbeitskreis der Bundesverband Kirchenpädagogik. 7
2.4 Ziele der Kirchenraumpädagogik
Der Bundesverband der Kirchenpädagogik formuliert in Thesen folgende acht Ziele die mit der Kirchenraumpädagogik einhergehen: Das Erschließen der Kirchenräume bringt „Mensch und Kirchenraum in Beziehung“ 8 zueinander und ermöglicht „raum- und erfahrungsbezogenes Arbeiten“. 9 Es werden dabei „Zugänge zu religiösen Erfahrungen“ 10 eröffnet und das „a[!]rbeiten in methodischer Vielfalt.“ 11 Die Kirchenraumpädagogik „braucht Zeit, wirkt nach außen [und, d. Verf.] (…) nach innen [und, d. Verf.] ist eine langfristige Investition in die kommende Generation.“ 12
Näher erläutert bedeutet dies, dass die Architektur und Ausgestaltung der Kirchenräume die christlichen Traditionen bewahren und an die Vorerfahrungen und Empfindungen der Schüler anknüpfen. Somit sind „Kirchenräume (…) Ort, Gegenstand und Medium der Kirchenpädagogik.“ 13 Sie sollen von den Schülern mit allen Sinnen erlebt werden. Dabei werden unterschiedliche Übungen ausgearbeitet, um den Kirchenraum „im Durchschreiten, Ertasten, Empfinden“ 14 zu erkunden und zu spüren.
5 Vgl. Boehme, in: Rendle, 2007, S. 230f.
6 Boehme, in: Rendle, 2007, S. 230f.
7 Vgl. Boehme, in: Rendle, 2007, S. 231.
8 Bundesverband Kirchenpädagogik e. V. Online im WWW unter URL: http://www.bvkirchenpaedagogik.de/ [Letzter
Zugriff: 15.03.2011].
9 Ebenda.
10 Ebenda.
11 Ebenda.
12 Ebenda.
13 Ebenda.
14 Ebenda.
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Arbeit zitieren:
BA Christoph Staufenbiel, 2011, Kirchenraumpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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