Inhaltsverzeichnis
Seite
0. Vorwort. 2
1. Einleitung 3
2. Begriffsbestimmungen und deren Abgrenzung zueinander 4
2.1 Unterlassene Hilfeleistung. 4
2.2 Tötung auf Verlangen. 4
2.3 Totschlag 5
2.4 Mord 5
2.5 Aktive Sterbehilfe. 5
2.6 Passive Sterbehilfe. 6
2.7 Indirekte Sterbehilfe 6
2.8 Sterbebegleitung 6
3. Unterschiedliche Positionen zur Sterbehilfe und ihre Argumentation 7
3.1 Position der christlichen Kirche 7
3.2 Position des deutschen Ethikrates 8
3.3 Position der Bundesärztekammer 9
3.4 Position der Bevölkerung 10
4. Das moralische Dilemma der Sterbehilfe am Fall von Ramón Sampedro 10
5. Legalisierung aktiver Sterbehilfe ein Versuch eines Lösungsansatzes 12
6. Fazit 13
7. Literatur-und Quellenverzeichnis 15
1
0. Vorwort
„Ramón träumt sich ins Meer, taucht ein und unter, wann immer es ihm die Fantasie erlaubt. Denn er liebt das Meer, auch wenn es ihm fast das Leben nahm. Vor 27 Jahren hatte er einen Unfall, als er in dieses Meer sprang - seither ist er querschnittsgelähmt, ist sein Körper gestorben. Und seit 27 Jahren möchte er, dass auch sein Kopf sterben kann. Aber für den Tod würde er Hilfe brauchen (...).“ 1
Das Schicksal von Ramón Sampedro basiert auf einer wahren Geschichte und wurde im Jahr 2004 verfilmt. Ramón Sampedro ist seit 1968 querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Er lehnt diesen jedoch strikt ab, da er mit diesem Hilfsmittel nicht leben kann. Er ist entschlossen zu sterben, er möchte sterben, aber er darf nicht. 2 Seine Sehnsucht nach dem Tod formuliert er in einem seiner Gedichte. „Ins Meer hinein, ins Meer, in seine schwerelose Tiefe, wo die Träume sich erfüllen und Zwei in einem Willen sich vereinen, um zu stillen eine große Sehnsucht". 3
Mehrere Jahre kämpfte Ramón Sampedro vor spanischen Gerichten darum, aus dem Leben scheiden zu dürfen, doch 1993 verliert er den Prozess. Seine Familie weigert sich ihm beim Sterben zu helfen. Erst im Jahr 1996 lernt er Ramona Maneiro kennen, die auf seine Anweisung eine Wohnung mietet und am 12. Januar 1998 Ramón hilft mit einem Strohhalm, aus einem Glas Wasser versetzt mit Zyankali zu trinken. Seinen Tod ließ er mit einer Videokamera dokumentieren. Nach fast dreißig Jahren gefesselt an das Bett starb er qualvoll. 4
Wäre es nicht sinnvoll aufgrund der Umstände den Wunsch von Ramón Sampedro sterben zu wollen zu berücksichtigen, um ihm einen würdevollen Tod ohne Schmerzen zu ermöglichen? Welche Argumente sprechen dafür und welche dagegen? In nachfolgenden Abschnitten dieser Modularbeit soll auf diese Schwerpunkte eingegangen werden.
1 Userkritiken und Wertungen. Online im WWW unter URL: http://www.filmstarts.de/kritiken/38281-Das-Meer-in-mir.html [Letzter
Zugriff: 09.03.2011].
2 Vgl. Userkritiken und Wertungen. Online im WWW unter URL: http://www.filmstarts.de/kritiken/38281-Das-Meer-in-mir.html
[Letzter Zugriff: 09.03.2011].
3 Brachmann, 2005, o. S. Online im WWW unter URL: http://www.berlinonline.de/berliner-
zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2005/0309/feuilleton/0002/index.html [Letzter Zugriff: 09.03.2011].
4 Vgl. ebenda.
2
1. Einleitung
Das Thema der Sterbehilfe ist ein hoch aktuelles, brisantes und sehr sensibles Thema. Was passiert, wenn solch ein Schicksalsschlag wie von Ramón Sampedro das Leben derart verändert, dass der Wunsch von unheilbar kranken Menschen oder gelähmten Menschen geäußert wird sie durch den Tod zu erlösen? Es ist sehr schwierig nachzuvollziehen, dass jemand freiwillig den Wunsch äußert sterben zu wollen, wenn man als Angehöriger oder eine außenstehende Person nicht direkt betroffen ist.
Der Verfasser verfolgt mit der Auseinandersetzung mit diesem Thema das Ziel, dass der Leser für das Thema der Sterbehilfe durch einen authentischen Fall sensibilisiert wird und die Möglichkeit bekommt die Sterbehilfe aus einer objektiven Sicht zu betrachten, um am Ende eventuelle für sich persönlich zu entscheiden, ob aktive Sterbehilfe legalisiert oder verboten bleiben sollte.
Bewusst steht der Titel der Modularbeit: „Sterbehilfe - Ein Spannungsverhältnis zwischen Moral, Recht und Religion“ für die unterschiedlichen Positionen der Sterbehilfe, Befürworter und Gegner, die sich auf die moralischen, rechtlichen und religiösen Aspekte stützen.
Um einen Einblick in die Thematik zu ermöglichen, gliedert sich die Modularbeit wie folgt:
Im zweiten Abschnitt wird eine Auflistung von Begriffsbestimmungen und deren Abgrenzung zueinander aufgeführt, um einen Überblick über die einzelnen Begriffe zu geben, die mit dem Thema der Sterbehilfe einhergehen. Dieser Schritt ist daher erforderlich, da dadurch eine theoretisch fundierte Diskussion im späteren Verlauf der Modularbeit gestützt werden kann.
Des Weiteren werden unterschiedliche Positionen hinsichtlich der Sterbehilfe dargestellt, die es dem Leser ermöglichen sollen das Thema aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Im Abschnitt 4. wird das moralische Dilemma der Sterbehilfe am Fall von Ramón Sampedro dargestellt und mit Pro- und Contra-Argumenten begründet und diskutiert. Im nachfolgenden Abschnitt wird unter der Berücksichtigung der theoretischen Erkenntnisse im Abschnitt 3. der Versuch unternommen Lösungsansätze zu präsentieren wie in Zukunft mit dem Thema Sterbehilfe umgegangen werden könnte. Zuletzt folgt das Fazit mit persönlichen Feststellungen und Kritikansätzen zu dem Thema.
3
2. Begriffsbestimmungen und deren Abgrenzung zueinander
Häufig wird bei Sterbehilfe von Tötung und sogar von Mord gesprochen. Daher erfolgt in diesem Abschnitt eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten zueinander, die mit der Sterbehilfe in Kontext gebracht werden sowie deren Begriffsbestimmung. Dieser Vorgang ist notwendig, um die richtige Verwendung der Begrifflichkeiten im Verlauf der Modularbeit zu gewährleisten und um eine sachliche Diskussion zu ermöglichen. Daher gilt es an dieser Stelle zu klären was unter den Begriffen: Mord, Totschlags, Tötung auf Verlangen, unterlassene Hilfeleistung, aktive, passive sowie indirekte Sterbehilfe und Sterbebegleitung zu verstehen ist.
2.1 Unterlassene Hilfeleistung
„Der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung ist eine Straftat im Sinne des Strafgesetzbuchs.“ 5 In §323c StGB werden die Voraussetzungen für diesen Tatbestand geregelt, dass „jeder Mensch dazu verpflichtet ist, einem anderen Menschen in einer Notlage Hilfe zu leisten.“ 6 Oftmals wird dieser Begriff insbesondere mit Verkehrsunfällen in Verbindung gebracht, wobei ein Mensch einem anderen Menschen keine Hilfe anbietet, obwohl dies erforderlich ist. Dazu kann es reichen, dass der Helfer die Polizei sowie den Notruf verständigt und den Unfallort absichert. Die unterlassene Hilfeleistung kann dabei vorsätzlich, aber auch nicht vorsätzlich sein.
2.2 Tötung auf Verlangen
„Ist jemand durch das ausdrückliche und ernstliche Verlangen des Getöteten zur Tötung bestimmt worden(...)“ 7 so wird nach Tatbestand aus dem §216 StGB von Tötung auf Verlangen gesprochen. In Deutschland sind diese Regelungen strikt festgeschrieben. Wenn eine Person A beispielsweise die Tötung einwilligt, darf eine andere Person B diese Person A nicht töten. Der Person B würde, im Fall einer Tötung von Person A, vorsätzlich handeln.
5 Schmidt, u.a., 2009, S. 120.
6 Schmidt, u.a., 2009, S. 120.
7 STGB. Juristisches Informationsdienst, Tötung auf Verlangen. Online im WW unter URL:http://dejure.org/gesetze/StGB/216.html
[Letzter Zugriff: 09.03.2011].
4
2.3 Totschlag
Totschlag ist ein Strafbestand aus dem §212 StGB und definiert sich wie folgt: „Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft.“ 8 Der Totschlag erfolgt affektiv und nicht wie bei einem Mord durch Mordlust.
2.4 Mord
Mord ist ein Strafbestand aus dem §211 StGB. Als Mörder wird eine Person bezeichnet wenn diese „aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.“ 9 Ein Mörder handelt vorsätzlich und aus niedrigen Beweggründen. Ein Mörder plant daher eine Tötungstat und handelt nach grausamen Methoden.
2.5 Aktive Sterbehilfe
Nach Arndt ist die aktive Sterbehilfe „das Töten von Patienten wird durch einen aktiven, nicht gebotenen medizinischen Eingriff gezielt verkürzt oder beendet. Dies geschieht aus Mitleid, um weiteres Leiden zu verhindern (...). Eine gezielte Tötungshandlung ist in Deutschland verboten und als Tötungsdelikt strafbar.“ 10
Charakteristisch ist hierbei, dass es um die gezielte Tötung und zum gewollten Beenden des Lebens eines Patienten geht. Der Vorgang wird vom Arzt vorgenommen und kontrolliert.
Es werden dabei die freiwillige aktive Sterbehilfe und die unfreiwillige aktive Sterbehilfe unterschieden. Die freiwillige aktive Sterbehilfe erfolgt aufgrund eines Einverständnisses des Patienten, der dazu in der Lage ist sich schriftlich oder mündlich zu äußern. Die unfreiwillige Sterbehilfe erfolgt nicht aufgrund eines Einverständnisses des Patienten, da der Patient nicht mehr in der Lage ist, aufgrund eines schlechten gesundheitlichen Zustands sich zu äußern. 11
8 STGB. Juristisches Informationsdienst, Totschlag. Online im WWW unter URL: http://dejure.org/gesetze/StGB/212.html [Letzter
Zugriff: 09.03.2011].
9 STGB. Juristisches Informationsdienst, Mord. Online im WWW unter URL:http://dejure.org/gesetze/StGB/211.html [Letzter Zugriff:
09.03.2011].
10 Arndt, 2005, S. 34.
11 Vgl. Giesen, 1992, S. 18.
5
Arbeit zitieren:
BA Christoph Staufenbiel, 2011, Sterbehilfe - Ein Spannungsverhältnis zwischen Moral, Recht und Religion, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...): Sterbehilfe - Ein Spannungsverhältnis zwischen Moral, Recht und Religion ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...): neuer Titel erschienen: Sterbehilfe - Ein Spannungsverhältnis zwischen Moral, Recht und Religion
Christoph Staufenbiel hat einen neuen Text hochgeladen
Two Sources of Morality and Religion
Henri Louis Bergson, R. Ashley Audra, Cloudesley Brereton
Moral Argument, Religion, and Same-Sex Marriage: Advancing the Public ...
Gordon Babst, Gordon A. Babst, Emily R. Gill
Moral Argument, Religion, and Same-Sex Marriage: Advancing the Public ...
Gordon A. Babst, Emily R. Gill, Jason Pierceson
Festschrift für Hans-Jürgen Be...
Inge Kroppenberg, Martin Löhnig, Dieter Schwab
Sterbehilfe als Herausforderung für die Kirchen
Eine ökumenisch-ethische Unter...
Stefanie Schardien
A Thomasset
Carl Wellmans Theorie moralischer Rechte
Eine Analyse seines Begriffs e...
Michael Schinkowitz
0 Kommentare