Einleitung 3
1. Soziologie und Wohnen 3
2. Die Funktion des Sozialstaats 4
2.1 Das liberale/ residuale System 5
2.2 Das korporatistische Modell 6
2.3 Das sozialdemokratische Modell 6
3. Sozialstaat und Wohnen: Der historische Kontext 7
3.1 19. Jahrhundert bis hin zur Weimarer Republik 7
3.2 Mieterschutz 9
4. Die 3 Säulen der Wohnungspolitik 11
4.1 Sozialer Wohnungsbau 11
4.2 Eigentumsförderung 12
4.3 Wohngeld 13
4.4 Probleme der Wohnungspolitik 13
4.5 Sozialer Wohungsbau und Sozialstaatsmodelle 15
5. Polarisierungseffekte 15
5.1 Vererbung 15
5.2 Obdach- und Wohnungslosigkeit 16
5.3 Polarisierung 17
6. Ausblick 17
7. Fazit 18
Literatur 19
3
Einleitung
Die folgende Ausführung beschäftigt sich mit dem Thema Sozialstaat und Wohnen. Im einzelnen soll dabei auf die Bedeutung des Wohnens aus soziologischer Sicht und die allgemeine Funktion des Sozialstaats eingegangen werden, aufgeteilt in unterschiedliche Modelle, die sich innerhalb der westlichen Industriestaaten entwickelt haben.
Nach dieser allgemeinen Einführung erfolgt ein historischer Rückblick, beginnend im 19. Jahrhundert, der die Zusammenhänge und Entwicklungen zwischen Sozialstaat und Wohnen aufschlüsselt. Die charakteristischen wohnungspolitischen Instrumente werden erläutert und deren unterschiedliche Anwendung innerhalb der Entwicklung Deutschlands, sowie die damit verbundenen Probleme bis in die heutige Zeit dargestellt. Weiterhin wird auf die Polarisierungserscheinungen hingewiesen, die sich aufgrund von gesellschaftspolitischen, als auch wirtschaftsabhängigen Faktoren erkennen lassen.
Abschließend folgen Ausblick und Fazit bzgl. der wohnungspolitischen Entwicklung und der daraus eventuell resultierenden Veränderungen für die Bundesrepublik Deutschland in den kommenden Jahren.
1. Soziologie und Wohnen
Im Gegensatz zum Architekten interessiert sich der Soziologe nicht vorwiegend für die Konstruktion und die Ästhetik etc. von Gebäuden (vgl. Häußermann und Siebel 1996, 11), sondern für den „Anlaß des Bauens“ und die „soziale Wirklichkeit des Wohnens“.
Innerhalb der Soziologie, so Häußermann und Siebel, interessiert man sich vorwiegend für die „Lebensweise“ (1996, 11) der Menschen zum jeweiligen Zeitpunkt. Bezugnehmend auf Norbert Elias, bietet die
4
Wohnweise einen „höchst anschaulichen Zugang zum Verständnis gesellschaftlicher Beziehungen“ (11) und gesellschaftliche Wandlungsprozesse lassen sich anhand von unterschiedlichen gestalterischen Mitteln zuordnen (vgl. 12).
Um dies zu verdeutlichen: Innerhalb der heutigen Zeit hat der symbolische Charakter der Wohnung enorm an Bedeutung gewonnen. Häußermann und Siebel weisen darauf hin, dass die Wohnung gleichzeitig den sozialen Status einer Person repräsentiert und als Abgrenzungsmöglichkeit des außerberuflichen Lebens dient (vgl. 1996, 14f.).
Neben den sozialen Funktionen („Ort der Familie“ (15)) und den sozialpsychologischen Funktionen („Emotionalität und Körperlichkeit können sich entfalten“ (15)), spielt der Zugang zur Wohnung eine große Rolle. So kann man eine Wohnung nicht nur kaufen oder mieten, sondern unter bestimmten Umständen über politische Bestimmungen zugeteilt bekommen (vgl. Häußermann und Siebel 1996, 15).
So lässt sich allgemein formulieren, dass jede historische Phase des Wohnens im direkten Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen steht und genau dies die Verbindung zur eigentlichen Thematik bildet, nämlich die Möglichkeit, anhand von sozialstaatlichen Interventionen direkten Einfluss auf die Wohnweisen unterschiedlicher Gruppierungen innerhalb der Gesellschaft auszuüben. 1
2. Die Funktion des Sozialstaats
Aufgrund der Industrialisierung und den damit einhergehenden veränderten politischen und ökonomischen Bedingungen (vgl. Schulte 2000, 15), entwickelte sich nach und nach der Sozialstaat. Anhand der jeweiligen gesetzlichen Regelungen der sozialen Sicherheit, lässt sich die
1 Sozialpolitik und gezielte Wohnungspolitik haben sich in Deutschland nicht parallel entwickelt. So sind die Anfänge der Sozialpolitik in letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu finden, die systematische Wohnungspolitik erst in der Weimarer Republik zu verzeichnen (vgl. Häußermann 2000, 167).
5
„Belastungs- und Wandlungsfähigkeit“ (15) illustrieren. Das System der sozialen Sicherung trägt zum Schutz des Einzelnen bei, aber auch gleichzeitig zur sozialen Integration in die Gesellschaft (vgl. 16).
Der Sozialstaat, so Esping-Andersen, regelt das Verhältnis zwischen Staatsbürgerrecht und sozialer Klasse ( vgl. 1998, 39). Damit ist der Wohlfahrtsstaat einerseits ein „Instrument zur Korrektur gesellschaftlicher Ungleichheiten“, darüber hinaus aber auch „ein System der Stratifizierung“ (vgl. 39), worin aktiv und direkt soziale Beziehungsmuster geordnet werden. Demzufolge lassen sich verschiedene Modelle finden, die unterschiedliche Ziele verfolgen und auf die Lebensweise der Individuen Einfluss nehmen. Drei unterschiedliche Modelle sollen hier im folgenden kurz vorgestellt werden.
2.1 Das liberale/ residuale System
Das liberale oder residuale System basiert auf marktunterstützenden Strukturen. Die Sozialleistungen sind in der Regel sehr gering, im Gegensatz dafür werden private Sicherheitssysteme gefördert (vgl. Esping-Andersen 1998, 43). Diese Systeme verfügen über „niedrige universelle Transferleistungen“, „bescheidene Sozialversicherungssysteme“ und eine „bedarfsgeprüfte Sozialfürsorge“ (vgl. 43).
Um überhaupt sozialstaatliche Leistungen in Anspruch nehmen zu können, verfügt dieses System über strenge Zugangsregelungen und ist für den Einzelnen in der Regel mit sehr unangenehmen Erfahrungen verbunden. Da außerdem die Leistungen minimal ausgerichtet sind, besteht kein großer Anreiz darin, Transferleistungen anstelle einer Lohnarbeit einzufordern (vgl. Esping-Andersen 1998, 43).
Daraus ergeben sich zum einen klare Schichtungsordnungen und zum anderen erhalten die sozialen Rechte nur eingeschränkt Gültigkeit (vgl. 43). Zu finden ist dieses Modell unter anderem in den USA, Kanada und Australien.
Arbeit zitieren:
Ellen Hoffmann, 2003, Soziologie des Wohnens, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gentrification in den neuen und alten Bundesländern
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Über die Aneignung alter städtebaulicher Hüllen durch neue Gesellschaf...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 64 Seiten
Beziehungen der Subsysteme Wissenschaft, Politik und Massenmedien am B...
Hausarbeit, 28 Seiten
Identitätskonstruktionen in modernen Gesellschaftsstrukturen
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 15 Seiten
Zweite Moderne oder Postmoderne?
Ein Architektur–Diskurs
Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Fachbuch, 77 Seiten
Ikonographie und Exkurs Politische Ikonographie
Kunst - Uebergreifende Betrachtungen
Hauptseminararbeit, 15 Seiten
Schönes neues Wohnen. Architektur und Wohnen in der Weimarer Republik
Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
Kommentar zu Heinrich Popitz - Phänomene der Macht
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 17 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Die Funktionalisierung von städtischer Kultur in den Dienstleistungsme...
Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe
Hauptseminararbeit, 23 Seiten
Der Konstruktivismus - eine Denkschule in der Wissenschaft von den Int...
Politik - Internationale Politik - Allgemeines und Theorien
Seminararbeit, 16 Seiten
Architektur und Hauptstadtplanung in der stalinistischen Sowjetunion a...
Hauptseminararbeit, 35 Seiten
Haushaltssanierung in Osnabrück - Das Beispiel der Wohnungsbaugesellsc...
Magisterarbeit, 135 Seiten
Von der 'Friedens-Stadt' zur 'Kleinstwohnung' - Der so...
Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik
Hausarbeit, 22 Seiten
Ellen Hoffmann hat den Text Soziologie des Wohnens veröffentlicht
Ellen Hoffmann hat einen neuen Text hochgeladen
Les nouveaux défis de l`Etat social / Neue Herausforderungen für den S...
Giuliano Bonoli, Fabio Bertozzi
How to Develop and Promote Successful Seminars and Workshops: The Defi...
Howard L. Shenson, Shenson
The Psychology of Kundalini Yoga: Notes of the Seminar Given in 1932 b...
Carl Gustav Jung, Sonu Shamdasani
0 Kommentare