Inhaltsverzeichnis
0 EINLEITUNG 3
1 ZUM BEGRIFF DER / DES. 4
1.1...PERSONENZENTRIERTE PSYCHOTHERAPIE / PERSONENZENTRIERTER ANSATZ 4
1.2...CARL R. ROGERS 4
1.3...SELBST / SELBSTKONZEPT. 5
2 DIE PSYCHOANALYTISCHE ENTWICKLUNGSTHEORIE NACH MARGARET
MAHLER. 7
3 DIE PHASEN DES SELBSTEMPFINDENS BEI DANIEL STERN 9
4 DIE BEDEUTUNG DER FRÜHKINDLICHEN BEZIEHUNGSERFAHRUNGEN IN DER
SELBST -THEORIE BIERMANN-RATJENS 11
5 DIE ENTWICKLUNG DES SELBST BEI MARTIN DORNES UND VERTRETERN DER
MENTALISIERUNGSTHEORIE. 13
6 DAS PERSONENZENTRIERTE KONZEPT DER ENTWICKLUNG DER
PERS ÖNLICHKEIT VON CARL R. ROGERS. 15
7 UNTERSCHIEDE / GEMEINSAMKEITEN DER KONZEPTE. 18
8 RESUMÉ - PERSÖNLICHE STELLUNGNAHME 20
9 LITERATURVERZEICHNIS 22
0 Einleitung
„Dieses Gewahrsein des Seins und des Handelns entwickelt sich durch Interaktion mit der Umwelt - und hier besonders durch zwischenmenschliche Erfahrungenzum Selbstkonzept, einem Wahrnehmungsobjekt im eigenen Erfahrungsfeld“ (Rogers 2009 [Original 1959], 58).
Im Rahmen des Seminars 'Personenzentrierte Entwicklungstheorie und Säuglingsforschung' haben wir uns intensiv mit der Thematik unterschiedlicher Persönlichkeits- und Entwicklungstheorien sowie Entstehung von Selbstkonzepten bei Säuglingen und Kleinkindern auseinandergesetzt. Diese wurden aus psychoanalytischer, personenzentrierter und der Perspektive moderner Säuglingsforschung erläutert und die unterschiedlichen Theorien auch in Bezug auf unterschiedliche Phänomene in der Kindheit diskutiert.
Meine dieser Seminararbeit zugrunde liegende Forschungsfrage lautet demzufolge: Inwiefern lassen sich unterschiedliche Sichtweisen des Selbstkonzeptes und seiner Entstehung ausmachen? Des Weiteren wird folgende Subfragestellung behandelt: Welche Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten treten hervor, vergleicht man sie mit dem personenzentrierten Konzept der Selbstentwicklung?
Vorangestellt werden sowohl Carl R. Rogers, die personenzentrierte Psychotherapie sowie der Begriff des Selbst/Selbstkonzept einer kurzen Betrachtung unterzogen, um dem Leser 1 den Einstieg in die Thematik zu erleichtern. Mittels Literaturrecherche werden sodann Einführungen in die einzelnen Entwicklungstheorien geben und ihre wesentlichen Grundgedanken herausgearbeitet. Da eine Behandlung aller existierenden Theorien zur Entstehung von Selbst und Selbstkonzepten den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beschränke ich mich auf die in diesem Seminar erörterten. Demnach folgen Abschnitte über die Entstehungsentwürfe Margaret Mahlers, Daniel Sterns, Eva-Maria Biermann-Ratjens, Martin Dornes' und die Forschungsgruppe um Peter Fonagy sowie Carl Rogers'. Dem Entwicklungskonzept von Rogers wird dabei die größte Aufmerksamkeit gewidmet, da diese Arbeit im Rahmen des Schwerpunktes 'Personenzentrierte Beratung und Psychotherapie' geschrieben wird und in vielen wissenschaftlichen Arbeiten auf sein Modell immer noch Bezug genommen wird. In einem nächsten Kapitel erfolgt eine Gegenüberstellung der behandelten Entwicklungskonzepte und werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Theorien näher erläutert.
Abschließend dient ein Resumé der Zusammenfassung der Erkenntnisse dieser Arbeit und schließe ich die Arbeit mit einigen persönlichen Überlegungen, Gedanken und Einschätzungen.
1 IS der leichteren Lesbarkeit wird in vorliegender Seminararbeit auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise verzichtet.
1 Zum Begriff der / des...
1.1...Personenzentrierte Psychotherapie / personenzentrierter Ansatz Dieser humanistische therapeutische Ansatz hat seine Geburtsstunde im Jahre 1940, als Carl R. Rogers seinen ersten Vortrag an der Universität in Minnesota gehalten hat. Das Ziel einer personenzentrierten Psychotherapie liegt nicht in der Problemlösung, sondern ist auf die persönliche Entwicklung des Klienten konzentriert. Überdies wird jegliches Expertentum von Psychotherapeuten abgelehnt und die nicht-direktive Vorgangsweise propagiert. Der Hauptfokus dieses Ansatzes liegt auf der Beziehung zwischen Therapeut und Klient. Die Persönlichkeitstheorie beziehungsweise das Menschenbild, das hinter der Rogerianischen Psychotherapie steht, geht von der Annahme aus, dass der Mensch eine innere Kraft (Aktualisierungstendenz) besitzt, sich in Richtung größerer Reife und Wachstum zu entwickeln (Hutterer 2007/2008). In der Literatur finden sich neben der Bezeichnung personenzentrierte Psychotherapie, je nach Entwicklungsphase, Erscheinungsdatum beziehungsweise -land, ebenso non-direktiver Ansatz, klientenzentrierte Psychotherapie, Rogerianische Psychotherapie sowie Gesprächspsychotherapie, die jedoch alle auf den Grundgedanken Carl R. Rogers' und dessen Überzeugungen basieren und somit in dieser Arbeit synonym verwendet werden. Überdies folge ich der Tradition Rogers, der selbst zeitweilig nicht zwischen den Begriffen Beratung und Psychotherapie unterschieden hat, sondern seine grundsätzlichen Annahmen für beide Formen geltend machte.
1.2...Carl R. Rogers
Der Psychologe und Psychotherapeut Carl Ransom Rogers wurde im Jahre 1902 in Illinois in den USA geboren. Nach Abschluss eines Psychologiestudiums arbeitete er in der „Child Guidance Clinic“ sowie als klinischer Psychologe am „Child Study Department of the Society for the Prevention of Cruelty to Children“ in Rochester. In dieser Zeit entwickelt er nach und nach einen eigenen, nicht-direktiven und klientenzentrierten, theoretischen Ansatz, den er 1940, nachdem er als Professor an die Ohio State University berufen wurde, im Rahmen eines Vortrags erstmalig öffentlich vor einem Fachpublikum postulierte. Diesen Zeitpunkt benannte er später als „Geburtsstunde der personenzentrierten Psychotherapie“ (Kirschenbaum 1979). Ab 1945 war er Professor an der Universität von Chicago, wo er überdies ein eigenes „Counseling Center“ aufbaute. 1986 gründete er das „Center for Studies of the Person“ in La Jolla. In den darauf folgenden Jahren galt sein Interesse vorrangig der (Schul-)Pädagogik sowie Selbsterfahrungsgruppen (sog. 'Encounter Groups'). Überdies setzte er sich für internationale
Friedensarbeit und interkulturelle Kommunikation ein. Er starb 1987 im Alter von 85 Jahren in Kalifornien in den USA (Bommert 1977).
1.3...Selbst / Selbstkonzept
Das Selbst bzw. das Konzept vom Selbst ist ein Teil der phänomenologischen Welt, da es nicht „beobachtbar“ ist. Daher ist sind die Definitionen und Beschreibungen in diesem Zusammenhang kontrovers und eine einheitliche Begriffsbestimmung, bedingt durch die unterschiedlichen psychologischen/psychotherapeutischen Schulen bzw. Sichtweisen, kaum auffindbar. Das Selbst wird als Kern der Persönlichkeit betrachtet, das Selbstkonzept beschreibt die Auffassung einer Person von sich selbst. Hier wird oft zwischen einer kognitiven (Selbstwahrnehmung und Wissen über die eigene Person) und einer affektiven Komponente (Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen) unterschieden. Die Begriffe werden oft synonym verwendet, sie sind empirisch schwer zu trennen (Weinberger & Papastefanou 2008).
Im personenzentrierten Bereich kann man Definitionsversuche wie „Das Selbst (Selbstgefühl) lässt sich allgemein als „Gesamtheit (geordneter) Erfahrungen und Affekte“ normieren“ (Fröhlich-Gildhoff & Hufnagel 1997, 7) oder auch „Das Selbst kann als Gestalt (als dynamisches Muster) aus Repräsentanzen von Selbst- und Beziehungserfahrungen verstanden werden, die in das Bewusstsein geholt werden können, mit einem Identitäts- und Kontinuitätsgefühl verbunden sind und mit Erfahrungen im Hier und Jetzt verglichen werden“ (Biermann-Ratjen 2007, 58) finden. Stern als Vertreter der Psychoanalyse beschreibt das Selbstempfinden als zum Kleinkinderalter zughörig und definiert es als „invariantes Gewahrseinsmuster, das nur anläßlich der Aktivitäten oder psychischen Vorgänge des Säuglings zum Vorschein kommt“ (Stern 1992, 20), wobei er unter invariantes Gewahrseinsmuster ein Ordnungsmuster versteht.
Zusammenfassend lässt sich das Selbst bzw. das Selbstkonzept als Gesamtheit eines organisierten Bildes sehen, das vom Körper getrennt ist, aus Erfahrungen entsteht und sich in Interaktionen mit der Umwelt zeigt.
Rogers ist der Überzeugung, dass psychische Gesundheit dadurch definiert werden kann, dass „das Selbst-Konzept dergestalt ist, daß alle Körper- und Sinnes-Erfahrungen des Organismus auf einer symbolischen Ebene in eine übereinstimmende Beziehung mit dem Konzept vom Selbst assimiliert werden […]“ (Rogers 2005, 442 [Original 1951]). Dieser Zustand, den er später als Kongruenz bezeichnet, beinhaltet, völlig offen für Neues zu sein und ein bewegliches Selbstkonzept zu haben. Oftmals kann es bei instabilen bzw. bei zu starren, pathologischen Selbstkonzepten zu Störungen des Sozialverhaltens kommen und verlangt eine diesbezügliche Therapie eine besondere
therapeutische Haltung - eine wertschätzende, empathische, akzeptierende - da gerade die betroffenen Personen in frühen Lebensphasen oftmals ein zu geringes Maß an Wertschätzung und Akzeptanz erlebt haben.. All diese Grundeinstellungen sind Voraussetzungen der personenzentrierten Psychotherapie, wodurch diese Therapieform hervorragend geeignet zu sein scheint (Fröhlich-Gildhoff, Klaus & Rose 2010).
Fröhlich-Gildhoff & Hufnagel haben in ihrer Abhandlung über die personenzentrierte Störungslehre zentrale Charakteristika des Selbst in der personenzentrierten Entwicklungslehre ausfindig gemacht: 1. Entstehung durch Beziehungs- und Objekterfahrungen 2. Daraus resultierende Wertvorstellungen 3. Bewußstseinsfähige Inhalte 4. Das Selbstideal als Teilstruktur 5. Wirkung der Aktualisierungstendenz auf das Selbst 6. Temporäre Veränderbarkeit des Selbstbildes 7. Mögliche Existenz unabhängiger Bereiche des Selbst (Fröhlich-Gildhoff & Hufnagel 1997).
Diese Merkmale machen somit das Selbst zum gegenwärtigen Forschungszeitpunkt aus und kann die Konzeption des „fertigen“ Selbst dementsprechend beschrieben werden.
All diese Begriffsbestimmungen beziehen sich auf ein ausgereiftes Selbst/Selbstkonzept. Wie kommt es nun aber zu seiner Entstehung, welche Stadien durchlaufen Säuglinge und Kleinkinder bei dessen Ausbildung? In den nachfolgenden Kapiteln werden verschiedenste Entwicklungskonzepte einer Betrachtung unterzogen.
Arbeit zitieren:
Kristina Kokta, 2010, Unterschiedliche Sichtweisen des Selbstkonzepts und seiner Entstehung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Psychologie - Entwicklungspsychologie: Unterschiedliche Sichtweisen des Selbstkonzepts und seiner Entstehung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Psychologie - Entwicklungspsychologie: neuer Titel erschienen: Unterschiedliche Sichtweisen des Selbstkonzepts und seiner Entstehung
Kristina Kokta hat einen neuen Text hochgeladen
Grundbegriffe der Personzentrierten und Focusing-orientierten Psychoth...
Gerhard Stumm, Johannes Wiltschko, Wolfgang W. Keil
Welche Bedeutung hat die okkulte Entwicklung des Menschen für seine Hü...
Ein Zyklus von zehn Vorträgen,...
Rudolf Steiner
Praxis der Gesprächspsychotherapie
Störungsbezogene Falldarstellu...
Jochen Eckert, Diether Höger, Hans-Wolfgang Linster
Verändern durch Verstehen
Eva-Maria Biermann-Ratjen, Jochen Eckert, Hans-Joachim Schwartz
0 Kommentare