Inhaltsverzeichnis:
0. Einleitung 3
1. Einordnung der Sozialpädagogik 5
2. Begriffsklärung 9
3. sozialpädagogisches Handeln 14
4. Das Eigentliche der Sozialpädagogik 18
5. weiterführende Fragen 19
6. Literaturverzeichnis 20
7. Abbildungsverzeichnis 21
2
0. Einleitung
Das Thema der vorliegenden Arbeit fragt nach dem „Eigentlichen“ der Sozialpädagogik.
Hintergrund des Themas:
Der Hintergrund des Themas ist, dass ich mir im Zuge der Diskussionen um (die Wissenschaft der) Soziale(n) Arbeit und Sozialpädagogik die Frage gestellt habe, was das pädagogische Moment in der Sozialpädagogik bzw. in der Sozialen Arbeit ausmacht und wie durch Pädagogik den verschiedenen sozialen Problemen begegnet, diesen vorgebeugt kann bzw. diese gelöst. Dabei kam ich an den Punkt zu fragen, was denn genau die Sozialpädagogik ausmacht, vereint sie doch in ihrer Bezeichnung beides - das Soziale und die Pädagogik.
Nun scheint die Frage nach dem Eigentlichen der Sozialpädagogik auf dem ersten Blick etwas verwirrend zu sein, suggeriert sie doch, dass in der Sozialpädagogik ein Bedarf besteht, die Identität der Sozialpädagogik zu klären und zudem suggeriert das Thema der Arbeit, dass so etwas wie eine ureigenste Besonderheit der Sozialpädagogik existiert, welche in keinem anderen Feld anzutreffen ist.
Ziel der Arbeit:
Vordergründiges Ziel der Arbeit ist es, für mich eine Klärung der Frage zu finden. Ich hoffe durch die vorliegende Arbeit aber auch, das Bewusstsein für einen zweiten Blick auf die Frage nach dem Eigentlichen der Sozialpädagogik zu wecken. Um im Sinne von Hans
Thiersch zu sprechen: 1 Was bedeutet es für die Praxis, wenn wir einen speziellen Arbeitsbereich annehmen, der sich dadurch auszeichnet, dass er „Soziales“ und „Pädagogik“ miteinander in Verbindung bringt?
Logik der Arbeit:
Zur Beantwortung der Frage der Arbeit stütze ich mich hauptsächlich auf Johannes Schilling und Susanne Zeller, welche in ihrem Buch „Soziale Arbeit. Geschichte - Theorie -Profession“ (3. Auflage) einen geschichtlichen Abriss über die Entwicklung der Sozialarbeit, der Sozialpädagogik und der Entstehung der Profession Soziale Arbeit geben und auf die Artikel im Sammelwerk „Wörterbuch Soziale Arbeit. Aufgaben, Praxisfelder, Begriffe und
1 Schilling; Zeller, 2007, Seite 166: „Thiersch geht es nicht mehr wie noch z.B. Mollenhauer darum zu begründen, warum Sozialpädagogik entstanden ist und welche Funktionen sie in der Gesellschaft innehat, sondern für ihn ist Sozialpädagogik ein nicht mehr wegzudiskutierendes Faktum, das es nun vielmehr gilt, inhaltlich zu füllen. Ihm geht es weniger um die Frage: Was ist Sozialpädagogik?, sondern: Welche Aufgabe hat Sozialpädagogik?“
3
Methoden der Sozialarbeit und Sozialpädagogik“ (6. Auflage) von Dieter Kreft und Ingrid Mielenz; darin v.a. die Beschreibungen über Anwendungsbereiche der Sozialpädagogik.
Die Felder der „Pädagogik“ und der „Sozialen Arbeit“ weisen eine Vielzahl an verschiedenen Unterdisziplinen und Unterprofessionen auf, welche sich teilweise überschneiden. Eine Definitionsübersicht würde den Rahmen und die Intention der Arbeit übersteigen. Mit dem Wissen um die Schwierigkeit trennscharfer Definitionen in diesem Bereich, werden dennoch teilweise Betrachtungen verschiedener Pädagogiken bzw. deren Methoden und Inhalte ohne vorherige Definition vorkommen.
4
1. Einordnung der Sozialpädagogik
Als Ausgangspunkt für die Beantwortung der Frage nach dem Eigentlichen soll auszugsweise auf die historische Entwicklung des Arbeitsfeldes Sozialpädagogik geblickt werden. Ein anderer Weg wäre gewesen, die Entstehungsgeschichte zu vernachlässigen und bei der aktuellen Diskussion innerhalb der Sozialen Arbeit zu beginnen, doch meiner Meinung nach bietet der Blick in die Vergangenheit die Möglichkeit, auf die ursprünglichen Anliegen der Sozialpädagogik zu schauen, was mir für die Einordnung dieses Arbeitsfeldes als wichtig erscheint. Hinzu kommt, dass die aktuellen Debatten in der Sozialen Arbeit meines Erachtens nach mehr das Thema Wissenschaft im Blick haben, als das Spezifikum von
Sozialpädagogik. 2
Kurzer geschichtlicher Abriss: 3
Schilling und Zeller weisen in ihrem Buch eine enge Verbindung zwischen der Entwicklung der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik nach. Die Hauptunterscheidungsmerkmale sind die Art und die Zielgruppe der Hilfe.
Die Erwachsenenfürsorge 4 versuchte haupt-
sächlich materielle Not zu lindern und Kranken ein lebenswertes (Über)Leben zu sichern. Nachdem anfangs vor allem Klöster Fürsorgerollen einnahmen, traten vermehrt
staatliche Institutionen, wie Hospitale auf. 5 Aus der Tradition der fürsorgenden Dienste, wie Armenspeisung, Obdach und Notfall-versorgung, heraus, hat sich die Sozialarbeit gebildet.
2 zur Bezeichnungs- und Verhältnisbestimmung von Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit siehe Engelke; Spatscheck; Borrmann, 2009, Seiten 119ff und 240ff und Schilling; Zeller, 2007, Seiten 134ff
3 zur geschichtlichen Einordnung der Sozialpädagogik siehe: Engelke; Spatscheck; Borrmann, 2009, Seiten: 53-122; und Schilling; Zeller, 2007, Seiten 17-106
4 Schilling; Zeller, 2007, Seite 53: „Erwachsenenfürsorge hat im Laufe der Geschichte viele Namen gehabt: bis 1900 Armenpflege oder Armenfürsorge, 1900-1918 Soziale Fürsorge, nach 1918 Wohlfahrtspflege, nach 1945 Fürsorge, seit 1960 Sozialarbeit. Es ging dabei immer um die materielle Hilfe für Erwachsene.“
5 Schilling; Zeller, 2007, Seite 22: „Unter einem Hospital verstand man nicht ein Krankenhaus in unserem heutigen Sinne, sondern eine Anstalt, in der Kranke, insbesondere aber Arme verpflegt (nicht gepflegt) wurden.“
5
Die Wurzeln der Sozialpädagogik dagegen liegen - den beiden Autoren 6 nach - in der Jugendfürsorge, welche die Unterbringung und v.a. die Erziehung von elternlosen Kindern und Jugendlichen bedeutet:
„Als im ausgehenden Mittelalter die (Groß-)Familie nicht mehr ausreichend ihre armen Kinder versorgen konnte, entstand die öffentliche Jugendfürsorge. Sie hatte die Aufgabe, Kinder durch Erziehung vor der Verwahrlosung zu schützen. Findel- und Waisenhäuser übernahmen die Versorgung derjenigen Kinder, für die keine Familie aufkam.“ 7 Zudem zielte der stark erzieherische Ansatz der Jugendfürsorge darauf ab, die „[…]Anpassung von Kindern an die geltenden Normen mit erzieherischen Mitteln oder mit kontrollierender Gewalt gegenüber Abweichungen von dieser Normalität […]“ 8 zu erreichen. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Sozialpädagogik von der Arbeit in
Erziehungsheimen zur pädagogischen Arbeit in Schulen, Kindergärten und Horten 9 und später auch in Jugendclubs und Beratungsstellen weiter.
„Sozialarbeit als Almosenwesen und Armenfürsorge vor allem für Erwachsene versteht sich als Ersatz für schwindende familiäre und verwandtschaftliche Sicherungsleistungen. […] Sozialpädagogik als Jugendfürsorge und Anstaltserziehung sieht sich dagegen als Ersatz für schwindende familiäre und verwandtschaftliche Erziehungsleistungen.“ 10
Zwar haben die beiden Arbeitsbereiche unterschiedliche Wurzeln und Intentionen, aber in der aktuellen Diskussion werden Sozialarbeit und Sozialpädagogik nicht mehr als gänzlich verschiedene Professionen, sondern als sich ergänzende Teile der Sozialen Arbeit verstanden. Soziale Arbeit ist der Oberbegriff für die Fürsorge am Menschen, welche sich in der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik äußert. Schilling und Zeller fassen es folgendermaßen zusammen: „Sozialpädagogik und Sozialarbeit sind nicht mehr zwei verschiedene Bereiche der Sozialen Arbeit. Sie sind im Verlauf der letzten Jahre zu einem Gesamten zusammengewachsen (Konvergenzthese). 11
Die Konvergenzthese besagt jedoch nicht die Aufgabe, Auflösung bzw. Verschmelzung beider Bereiche, sondern eine Zusammenentwicklung von Sozialpädagogik und Sozialarbeit in Richtung zunehmender Übereinstimmungen unter Berücksichtigung ihrer Eigenständigkeit und Eigenart […] Diesen Zusammenhang kann man am besten dadurch ausdrücken, dass man von Sozialer Arbeit mit den beiden Schwerpunkten Sozialpädagogik und Sozialarbeit spricht.“ 12
6 Aus stilistischen Gründen sind Funktions- und Personen(gruppen)bezeichnungen in der männlichen oder weiblichen Form geschrieben. Sie sind aber geschlechtsneutral zu verstehen.
7 Schilling; Zeller, 2007, Seite 61
8 Schilling; Zeller, 2007, Seite 85
9 dazu: Müller W., In: Kreft; Mielenz, 2008, Seiten 756f: „Kindergärten, später auch Kinderkrippen und Kinderhorte sollten die Pflege und Erziehung in Ursprungsfamilie und Schule begleitend ergänzen und unterstützen.“
10 Schilling; Zeller, 2007, Seiten 116f
11 siehe Abbildung 3, Seite 7
12 Schilling; Zeller, 2007, Seite 137
6
Arbeit zitieren:
Alexander Letzian, 2010, Was ist das Eigentliche der Sozialpädagogik?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Sozialpädagogik / Sozialarbeit: Was ist das Eigentliche der Sozialpädagogik? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sozialpädagogik / Sozialarbeit: neuer Titel erschienen: Was ist das Eigentliche der Sozialpädagogik?
Alexander Letzian hat einen neuen Text hochgeladen
Evidenzbasierte Soziale Arbeit
Nutzung von Forschung in der P...
Peter Sommerfeld, Matthias Hüttemann
Gesetzestexte für Soziale Arbeit
Studienausgabe Band I. Kinder-...
Sigmund Gastiger, Jürgen Winkler
Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit
Materialanalysen und kritische...
Roland Becker-Lenz, Stefan Busse, Gudrun Ehlert, Silke Müller-Hermann
0 Kommentare