Gliederung: Schizophrenie
Seite
1.) Einleitung 1
2.) Definition: - Was heisst Schizophrenie - 1/2
3.) Historisches über Schizophrenie 3 4
4.) Symptomatik 4-9
4.1.) Plus-Symptomatik 5-7
4.2.) Minus-Symptomatik 8 9
5.) Diagnose und Typisierung der Schizophrenie 9-13
6.) Verlauf einer Schizophrenie 13-15
6.1.) Prodomalphase 13
6.2.) Floride Phase 14
6.3.) Residualphase 14 15
7.) Ursachen für eine schizophrene Erkrankung 15-17
7.1.) Genetische Faktoren 15
7.2.) Somatische Faktoren 15 16
7.3.) Psychosoziale Faktoren 16 17
7.4.) Vulnerabilitätsmodell 17 Vulnerabilitätsmodell.........................................................................17
8.) Verschiedene Therapieformen 17-19
9.) Was bedeutet die Diagnose für Betroffene und Angehörige 19-21
10.) Fazit 21
Anlage:
Frankierter Rückumschlag
Leistungsnachweis ( benotet )
II
Sonnenuntergang
(Dem Sonnengott)
Zweite Fassung
Wo bist du? Trunken dämmert die Seele mir von aller deiner Wonne; denn eben ist´s, daß ich gelauscht, wie goldener Töne voll, der entzückende Sonnenjüngling
sein Abendlied auf himmlischer Leyer spielt´. Es tönen rings die Wälder und Hügel nach. Doch fern ist er zu frommen Völkern, die ihn noch ehren, hinweggegangen.
(von: Friedrich Hölderlin)
1.) Einleitung
Durch das Seminar „Sozialpsychatrie II“ entstand bei mir der Wunsch mich etwas näher mit dem Thema der Schizophrenie auseinander zu setzten. Da während des Seminars das Referat, welches sich speziell mit der Schizophrenie beschäftigen sollte, leider ausfiel, wollte ich durch eine Hausarbeit mehr über die Ursachen und Symptome, aber auch über das Leben von Schizophrenieerkrankten und ihren persönlichen Umgang mit der Erkrankung herausfinden. Da ich neben meinem Studium seit etwa zwei Jahren in einer Einrichtung für seelisch erkrankte Menschen arbeite, habe ich einige Erfahrungen im Umgang mit psychischen Erkrankungen, wobei aber die Diagnose, um was für eine spezielle Erkrankung es sich handelt, nie eine Rolle für das tägliche Miteinander gespielt hat. Mein Interesse liegt nun darin mehr über die Krankheit zu erfahren, sensibel für die verschiedenen Erlebniswelten dieser psychisch erkrankten Menschen zu werden und so vielleicht mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen in meine Arbeit einbringen zu können.
Um zu klären, was die Diagnose Schizophrenie für Betroffene und Angehörige bedeutet, werde ich nach einem historischen Rückblick, welcher sich mit den Vorurteilen, die in diesem Kontext entstanden, beschäftigt das Krankheitsbild mit den Symptomen, seinen verschiedenen Formen von Schizophrenien, den Verlauf und den Ursachen der Erkrankung darstellen, wobei ich durch die Aufzählung beispielhafter Situationen eine hohe Anschaulichkeit erreichen möchte. Im Weiteren werde ich kurz auf die verschiedenen Therapieformen und die medikamentöse Behandlung von Schizophrenien eingehen. Auch auf den Umgang der Angehörigen und Betroffenen mit der Schizophrenie und den möglichen gesellschaftlichen Widerständen muss an dieser Stelle eingegangen werden. Den Abschluß stellt mein persönliches Fazit dar.
2.) Definition: - Was heisst Schizophrenie ? -
Der Begriff der Schizophrenie wurde erstmals 1906 von dem Schweitzer Psychiater Eugen Bleuler eingeführt, der die Zerissenheit seiner Patienten bezüglich des eigenen Fühlens, Denkens und Wollens beschreiben wollte.
Das Wort Schizophrenie stammt aus dem Griechischen, wobei „schizo“ soviel bedeutet wie spalten und „phren“ den Verstand beziehungsweise das Gemüt bezeichnet. Es liegt allerdings keine Spaltung der Persönlichkeit vor, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, sondern
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eine Art Spaltung der eigenen Gefühle bezüglich des Handelns, des Wahrnehmens und des Erlebens. Diese Begrifflichkeit blieb auch bis heute erhalten und stellte damals eine Veränderung im Umgang und in der Auffassung von psychisch Erkrankten dar, die unter einer bestimmten Symptomatik litten. Die vielfältige Symptomatik wurde bis zur Einführung des Begriffs der Schizophrenie als „Dementia praecox“ beschrieben. Dieser Begriff bedeutet übersetzt soviel wie Jugendirresein und beinhaltete somit eine sehr pessimistische Einschätzung der Erkrankung, welche eine Verschlechterung und ein Voranschreiten der Krankheit voraussetzte. Diese Diagnose schien eine Behandlung nicht zu erfordern, da eine Unheilbarkeit angenommen wurde, was heute allerdings widerlegt ist. Damals wurde jedoch mit Hilfe dieser Diagnose eine Überforderung und Ratlosigkeit der Therapeuten und Ärzte bezüglich der vielgestaltigen Erscheinungsformen und der Fremdartigkeit der Erkrankung verdrängt und ignoriert.
Mit der neuen Bezeichnung der Erkrankung als Schizophrenie wollte Eugen Bleuler den Annahmen der Unheilbarkeit und des negativen Verlaufs entgegenwirken und die Vielschichtigkeit der Krankheit erfassen.
Im medizinischen Sinne gehört die Schizophrenie zu den endogenen Psychosen und „bezeichnet verschiedene extreme Verhaltensstörungen. Denk-, Wahrnehmungs- und
Bewegungsstörungen.“ 1 . Endogen bedeutet hier, dass die psychische Störung meist im Inneren einer Person ihre Entstehung nimmt und die Ursachen meist nur eingeschränkt erklärbar sind. Die Bezeichnung der Psychose beschreibt alle seelischen Erkrankungen, die gekennzeichnet sind durch Realitätsverlust, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Störungen im Bereich des Bewusstseins, des Denkens und der Gefühlswelt.
Die Symptomatik der Schizophrenie kann also sehr unterschiedlich und vielschichtig sein und kann sowohl von Person zu Person differieren als auch bei einer einzigen Person verschiedene Ausprägungen und Formen zeigen. Deshalb wird im heutigen medizinischen und wissenschaftlichen Diskurs von Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis gesprochen, da so das facettenreiche und mannigfaltige Erscheinungsbild der Krankheit erfasst werden kann.
1 Aus: Knaurs-Lexikon
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3.) Historisches über die Schizophrenie
Die Geschichte der Psychatrie und somit auch der Schizophrenie ist ein sehr interessantes Gebiet, dass sich mit dem Wandel der verschiedenen therapeutischen Methoden, dem Umgang mit psychisch Kranken und der Bedeutung von Psychatrie und psychischer Erkrankung im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzt. So wurden zum Beispiel in der Vergangenheit Lobotomien vorgenommen, da man sich durch die Trennung der beiden Gehirnhälften beim Patienten eine Heilung versprach. Andere damalige Mittel zur Heilung bestanden unter anderem in der Hydrotherapie, wobei mittels eiskalter Bäder eine Linderung der Erkrankung herbeigeführt werden sollte. Diese Beispiele zeigen, wie hilflos die Ärzte dem Phänomen der psychischen Erkrankung gegenüber standen. In der Vergangenheit variierte die Funktion der Psychatrie von einer reinen Verwahrungsanstalt bis hin zu einem Exil für politisch und gesellschaftlich unliebsame Gegner des Nazi-Regimes. Heute kann die Psychatrie als Chance für die Erkrankten gesehen werden, auch wenn es noch Negative- Beispiele dieser Institutionen gibt, befindet sich die Psychatrie in einem steten Wandel, wobei alternative therapeutische Maßnahmen immer mehr berücksichtigt werden.
Allerdings möchte ich nicht intensiver auf den historischen Aspekt eingehen, da dieses Thema einer sehr komplexen Beschäftigung bedarf, der ich innerhalb dieser Hausarbeit nicht gerecht werden kann. Ich möchte im Folgenden kurz auf die, in der Vergangenheit begründet liegenden, Vorurteile über die schizophrene Erkrankungen eingehen, da diese bis in die heutige Zeit hineinreichen.
Eines der häufig proklamierten Vorurteile besteht darin, dass lange Zeit angenommen wurde, dass die an Schizophrenieerkrankten während des Verlaufs der Krankheit stetig an Gehirnsubstanz abnehmen und somit unter einer frühzeitig eintretenden Demenz leiden. Deutlich wurde dieses Vorurteil durch die damalige begriffliche Bezeichnung „Dementia praecox“, die ich schon im vorangegangenen Punkt erläutert habe. Dieser intellektuelle Abbau schien damals unheilbar, was sich als Vorurteil bis in die heutige Zeit gehalten hat. Es ist aber heute eindeutig widerlegt, dass die Schizophrenie unheilbar ist oder die Patienten in ihren intellektuellen Fähigkeiten beeinträchtigt sind.
Ein weiteres Vorurteil besteht darin, dass die Patienten in einen Zustand ähnlich der Kindheit zurückversetzt werden. Die Betroffenen können zwar kindliche Züge in ihrem Denken und Fühlen haben, doch andere Bereiche deuten darauf, dass sie sich auf jeden Fall ein erwachsenes Verhalten haben und sich auch dementsprechend geben. Ein kindliches
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Arbeit zitieren:
Nadine Hartkopf, 2003, Schizophrenie - Ein Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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