Christian- Albrecht- Universität zu Kiel
- Philosophische Fakultät -
Die Systemtherapie
Seminar: Systemische Sichtweisen (WS 02/03)
Melanie Begenat
Nadine Hartkopf
Die Systemtherapie
Gliederung:
1.) Einleitung 1/2
2.) Begriffsklärung 2/3
3.) Historischer Hintergrund: Entwicklung und Wandel in der Systemtherapie 4-7
4.) Prinzipien und Grundannahmen der systemischen Sichtweise und das daraus für die Therapie folgende Menschenbild 8-10
5.) Die klinische Theorie nach Ludewig
5.1.) Einleitung 11/12
5.2.) Das Mitgliedskonzept 12-14
5.3.) Das Modell der vier Phasen der Kommunikation innerhalb der Therapie 14/15
a) Das Problemsystem 15/16
b) Das Klinische System 16
c) Das Hilfesystem 16-18
d) Das Therapiesystem 18/19
6.) Die Methoden in der systemtherapeutischen Praxis
6.1.) Konstruktives Fragen 19-22
6.2.) Refraiming/Umdeuten 22/23
6.3.) Rollenspiele 23
6.4.) Visualisierung von Systemen 23/24
6.5.) Externalisierung 24
6.6.) Reflexion 24/25
7.) Fallbeispiel: Anorexia nervosa
7.1.) Beschreibung der vorgefundenen Situation 26/27
7.2.) Kriterien der Anorexia nervosa 27-29
7.3.) Traditionelle Therapieformen 29-33
7.3.1.) Der psychoanalytische Ansatz 30/31
7.3.2.) Die Verhaltenstherapie 31/32
7.3.3) Die Gestalttherapie 32/33
7.4.) Systemische Vorgehensweisen 33-35
7.5.) Vergleich der verschiedenen Ansätze 36-41
7.5.1.) Abgrenzung vom psychoanalytischen Ansatz 37/38
7.5.2.) Abgrenzung von der Verhaltenstherapie 38-40
7.5.3.) Abgrenzung von der Gestalttherapie 40/41
8.) Anwendungsfelder der systemischen Therapie 41/42
9.) Fazit 42/43
1.) Einleitung:
Die Idee für diese Hausarbeit kam uns in dem Seminar „Ausgewählte Lern- und Verhaltensstörungen –aus systemischer Sicht“, welches von Herrn Petersen angeboten wurde. Wir waren von der systemischen Sichtweise sehr beeindruckt vor allem davon, dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit hat und dass das sogenannte Problemverhalten als besondere Fähigkeit verstanden werden kann.
Nachdem wir die Literatur gesichtet hatten, sind wir immer wieder auf den Namen Ludewig gestoßen und wurden vielfach darauf verwiesen. Und so wurde das Buch „Systemische Therapie“ von Ludewig zum Grundlagenwerk unserer Hausarbeit. Nach der Literatursichtung entschieden wir uns dafür, unsere Hausarbeit folgendermaßen zu gliedern:
Im zweiten Punkt werden die für die systemische Denk- und Therapieweise wichtigsten Begriffe geklärt. Hierzu gehören die Worte „systemisch“, „Systemtheorie“ und „Therapie“. Der Begriff „System“ in seinem Wandel wird im darauf folgenden Punkt beschrieben, da er sich im historischen Hintergrund mehrfach mit der veränderten Sichtweisen verändert. Der vierte Punkt befasst sich mit den Grundannahmen der systemischen Sichtweise und dem daraus folgenden Menschenbild für die Therapie. Der nächste Punkt hat die klinische Theorie von Ludewig zum Thema und baut sich wie folgt auf: Nach einer kurzen Einleitung wird das Mitgliedskonzept erläutert und dann die vier Phasen der Kommunikation in der Therapie systematisch erfasst.
Im sechsten Punkt werden die Methoden dargestellt, deren sich die systemische Therapie bedient. Hier wird nur eine kleine Auswahl bearbeitet und beschrieben, da das Angebot doch sehr vielfältig ist. Wir haben uns für die sechs, unserer Meinung nach, interessantesten und wichtigsten entschieden. Nach diesem theoretischen Block haben wir versucht durch ein Fallbeispiel der Hausarbeit einen praktischen Fokus zu geben. Wir wollten damit die Theorie in die therapeutische Praxis umsetzen, um sie an dem Beispiel der Anorexia nervosa zu verdeutlichen. Die Vorgehensweise sieht wie folgt aus. Als erstes wird der Fall „Marita“ dargestellt und Hintergrundinformationen werden gegeben. Dann werden die traditionellen Lösungen des Problems vorgestellt, wie zum Beispiel die psychoanalytische Herangehensweise und dann gehen wir die mögliche systemische Vorgehensweise ein. Danach werden diese unterschiedlichen Lösungen in Punkt sieben verglichen und gegeneinander abgewogen. Der achte Punkt gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Bereiche, in denen die systemische Therapie Anwendung findet. Der letzte Punkt stellt die persönliche Stellungnahme und das Resümee dar, in dem wir auftretende Problem in der Bearbeitung und unsere Meinung darstellen werden.
Zu erwähnen sei noch, dass wir konsequent die männliche Form in dieser Hausarbeit verwendet haben, um ein leichteres und überschaubares Lesen zu gewährleisten. Natürlich finden bei unseren Überlegungen beide Geschlechter ihre Berücksichtigung.
2.) Begriffsklärung
Dieser Punkt widmet sich der Begriffsklärung. Um die Systemische Therapie verstehen zu können, müssen die Begriffe „systemisch“, „Systemtheorie“ und „Therapie“ geklärt werden. Da es eine Vielfalt von Systemdefinitionen gibt, die aus verschiedenen Theorien heraus entstanden sind, soll dieser Begriff ausführlich in seinem Wandel in Punkt drei, der sich dem Historischen Hintergrund widmet, dargestellt werden. Dementsprechend baut sich dieser Punkt wie folgt auf:
Als erstes erläutern wir den Begriff „systemisch“, danach wird die „Systemtheorie“ kurz definiert und dann die „Therapie“. Danach können wir uns schon ein genaueres Bild von der Systemischen Therapie machen.
Die erste Definition widmet sich dem Begriff „systemisch“. Sie lautet:
„Unter systemisch wird hier eine allgemeine Sichtweise der Welt verstanden, die Systeme zur Einheit ihres Denkens macht. Diese Sicht impliziert eine Theorie des Seins, des Erkennens und des Werdens, die als Orientierung für die Praxis des Lebens dient.“1 Dies bedeutet nichts anderes, als dass ein Beobachter sich dem Konstrukt „System“ bedient, um die Welt zu strukturieren und somit begreifbar zu machen.Der erste Begriff ist geklärt und nun geht es weiter zur „Systemtheorie“, die der systemischen Therapie zugrunde liegt. Die Systemtheorie ist ein grundlegendes Erkenntnismodell und wird zunehmend auf alle Bereiche der Erkenntniswirklichkeit angewandt. Die Systemtheorie beschäftigt sich mit der Erforschung der Elemente eines Systems, wie sie miteinander, mit der Außenwelt und mit gekoppelten Systemen wirken und in Beziehung treten. „Wesentl. Aspekte der allg. S. sind die Klassifikationen von Systemen und die mathemat. Erfassung von Beziehungen und Gesetzen, in enger kybernet. Betrachtung der Einfluß von Systemänderungen auf das Verhältnis von Eingangs- und Ausgangsgrößen. Wesentl. Einfluß auf die S. übte N. Luhmann aus.“2 Der Begriff der „Therapie“ wird wie folgt definiert:
[....]
1 Ludewig,1987,S.180
Arbeit zitieren:
Nadine Hartkopf, Melanie Begenat, 2003, Die Systemtherapie, München, GRIN Verlag GmbH
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