I
Gliederung
I Einführung in die Thematik 1
II Überblick über die Entwicklung der Wachstumstheorie als Forschungsgebiet 1
der Volkswirtschaftslehre
A Das Harrod-Domar-Modell 1
B Neoklassische Wachstumstheorie: Das Solow-Modell 2
1. Modellannahmen
2
2. Wachstum im Solow-Modell und Steady State
3
3. Schwachpunkte der neoklassischen Wachstumstheorie
4
III Die endogene Wachstumstheorie Wachstumsmodelle mit 5
Humankapitalbildung
A Einordnung verschiedener endogener Wachstumsmodelle 5
B Endogene Wachstumsmodelle mit Humankapitalbildung 5
1. Das AK-Modell
5
a) Funktionsweise des Modells
5
b) Schwachpunkte des AK-Modells
6
2. Modelle mit Humankapitalbildung: Ein Ein-Sektoren Ansatz
7
a) Grundannahmen des Modells
7
b) Funktionsweise des Modells
7
(i) Grundsätzliche Überlegungen 7
(ii) Grenzproduktivitäten und Entlohnung der 8
Einsatzfaktoren
(iii) Wachstum im Ein-Sektoren-Modell 8
II
c) Würdigung des „Ein-Sektoren-Ansatzes“
9
3. Zwei-Sektoren-Modell: Das Uzawa-Lucas-Modell
9
a) Grundlagen
9
b) Langfristiges Wachstum und Wachstumsgleichgewicht im Uzawa-
10
Lucas-Modell
(i) Exkurs: Die Keynes-Ramsey-Regel 10
(ii) Anwendung der Ramsey-Regel auf das Uzawa-Lucas- 11
Modell
(iii) Interpretation des Wachstumsausdrucks im Uzawa- 12
Lucas-Modell
(iv) Praktische Bedeutung und Würdigung des Uzawa-Lucas- 13
Modells
4) Learning-by-Doing-Modell
14
a) Einführung
14
b) Grundgedanken der Learnig-by-doing-Modelle
14
IV. Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit 14
Literaturverzeichnis 16
Mathematischer Anhang 18
1
I. Einführung in die Thematik
Eine der aktuellsten Fragen, der sich die Volkswirtschaftslehre seit einiger Zeit stellen muss, ist die nach den Hintergründen des wirtschaftlichen Wachstums. Worin liegen die Ursachen für wirtschaftliche Entwicklung und worin liegen die Gründe für die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung verschiedener nationaler Volkswirtschaften? Die Wachstumstheorie, als Facette der Volkswirtschaftslehre, versucht Antworten auf diese Fragen zu geben.
Ziel dieser Arbeit ist es, verschiedene Modellansätze vorzustellen und zu würdigen, mit denen im Rahmen der endogenen Wachstumstheorie versucht wird, die Fragen nach wirtschaftlichem Wachstum zu beantworten. Der Schwerpunkt wird hierbei auf Modellen mit Humankapitalbildung liegen. In einem ersten Teil der Arbeit wird kurz auf die geschichtliche Entwicklung der Wachstumstheorie eingegangen. Anschließend wird stellvertretend für die Modelle der neoklassischen Wachstumstheorie in aller Kürze das Solow-Modell des wirtschaftlichen Wachstums vorgestellt. Aus den Schwächen dieses Modells wird im Anschluss daran die „neue“ endogene Wachstumstheorie vorgestellt. Der Ein-Sektoren- Ansatz der endogenen Wachstumstheorie, sowie das Uzawa-Lucas-Modell stellvertretend für die Zwei-Sektoren Modelle werden ausführlich vorgestellt und abschließend in einem Fazit kritisch gewürdigt.
Zur Erreichung einer besseren Lesbarkeit wird im Text auf eine genaue Herleitung von mathematischen Zusammenhängen verzichtet. Die Herleitungen können den in der Gliederung erwähnten Anlagen entnommen werden.
II. Überblick über die Entwicklung der Wachstumstheorie als Forschungsgebiet der Volkswirtschaftslehre
A. Das Harrod-Domar-Modell
Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts befassen sich Ökonomen mit den Ursachen des wirtschaftlichen Wachstums. Als Wachstumstheorie im engeren Sinne gelten jedoch erst die postkeynesianischen Theorien mit den Hauptvertretern Harrod (1939) und Domar (1946). Der an Keynes anknüpfende Ansatz ist heute als Harrod-Domar-Modell bekannt. 1 Die genaue Funktionsweise dieses Ansatzes soll hier nicht ausführlich thematisiert werden, grundlegende Modellannahmen sind jedoch für das Verständnis der später ausführlicher dargestellten Modelle von Bedeutung.
1 Vgl.Frenkel; Hemmer (1998), S. 9.
2
Keynes betrachtet in seinem Werk „General Theory of Employment, Interest and Money“ die wirtschaftliche Entwicklung lediglich aus einer kurz- bis mittelfristigen Perspektive. Der Kapazitätseffekt von Nettoinvestitionen bleibt daher im Gegensatz zum Einkommenseffekt unberücksichtigt. Harrod und Domar erweitern Keynes´ Grundmodell dahingehend, dass nunmehr langfristiges Wachstum untersucht wird. Das Zusammenspiel von Kapazitäts- und Einkommenseffekten von Nettoinvestitionen steht hierbei im Vordergrund. 2 Domar geht in keynesianischer Tradition von einer konstanten marginalen Sparquote (s) aus, zusätzlich aber noch von einem fixen Kapitalkoeffizienten (v) in der gesamtwirtschaftlichen Produktionsfunktion. Die Angebotsseite wird also dadurch modelliert, dass die proportionale Entwicklung des Outputs im Vergleich zum Kapitalstock per Voraussetzung angenommen wurde. Investitionen schaffen neue Kapazitäten, die auch zur Produktion von mehr Gütern ausgenutzt wird. Damit aber keine Nachfragelücke entsteht, muss die erhöhte Produktion aus den erweiterten Kapazitäten auch nachgefragt werden. Das dafür notwendige Einkommen entsteht wiederum durch den Einkommenseffekt der Investitionen. Wenn aber nun s und v ? konstant sind, so muss die gesamtwirtschaftliche Nachfrage in genau dem Umfang wachsen wie die Kapazitäten. Eine konstante Nachfrage würde hingegen eine Nachfragelücke verursachen. Da die Gleichgewichtsbedingung die Gleichheit von Ersparnissen und Investitionen verlangt, müssen auch die Investitionen im gleichen Maße wie die Kapazitäten wachsen. Diese gleichgewichtige Wachstumsrate ist genau bestimmt durch die Sparquote s und den Koeffizienten v: g y = s/v (1). 3 Harrod erweitert dieses Grundmodell, indem er die bei Domar als unabhängige Variable erscheinenden Investitionen zu erklären versucht. Er zeigt dabei die Bedingungen auf, aufgrund derer Investitionen zustande kommen, die ein störungsfreies Wachstum gewährleisten können. 4
B. Neoklassische Wachstumstheorie: Das Solow-Modell
1. Modellannahmen
Die Annahme von Harrod und Domar, die Kapitalproduktivitäten seien konstant, war für Solow lediglich für eine kurzfristige Wachstumsbetrachtung gültig. Da Einsatzfaktoren auf lange Sicht variiert werden können, scheint die Annahme von fixen Kapitalproduktivitäten für eine Betrachtung langfristiger Wachstumsprozesse nicht geeignet. Solow stellt daher eine
2 Vgl. Maußner, Alfred; Klump, Rainer (1998): S. 19f.
3 Vgl. Frenkel; Hemmer (1998), S. 11 - 16.
4 Ders., S. 17ff.
Quote paper:
Christian J. Mueller, 2001, Endogene Wachstumstheorie - modelle mit Humankapitalbildung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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