Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Sozialisation in der Jugendphase 4
1.1 Der Begriff der Sozialisation. 4
1.2 Der Begriff der Jugendphase. 4
1.3 Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung in der Jugendphase 5
2. Das Konzept der Positiven Peerkultur 7
2.1 Positive Peerkultur als Stärkenansatz 7
2.2 Die Bedeutung der Peers. 8
3. Positive Peerkultur in der Praxis - „Gemeinsam statt einsam“ in Halle an der Saale. 9
3.1 Welchen Nutzen ziehen die Jugendlichen aus den Gruppentreffen? 10
Fazit 11
3
Einleitung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Gleichaltrigen, der so genannten Peers, im Bezug auf die Sozialisation im Jugendalter. Sozialisation bezeichnet einen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung, der auf der Auseinandersetzung mit psychischen und körperlichen Grundmerkmalen und der sozialen und materiellen Umwelt beruht (vgl. Hurrelmann 2006, S. 15). Gerade in der Jugendphase wird der Mensch mit erheblichen Entwicklungsanforderungen konfrontiert, die zu bewältigen sind. Zur Bewältigung solcher Aufgaben, benötigen Jugendliche die Unterstützung ihrer sozialen Umwelt, insbesondere die von Gleichaltrigen. Die Bedeutung, die die Peergruppe für die Entwicklung von Jugendlichen haben kann, soll anhand des pädagogischen Ansatzes der Positiven Peerkultur erarbeitet werden. Der Kerngedanke hinter diesem Ansatz ist die Entwicklung einer Kultur der Kommunikation und des gegenseitigen Respekts, als Grundlage für prosoziales Verhalten unter Kindern und Jugendlichen, um damit negativen Prozessen und Verhaltensweisen entgegenzuwirken (vgl. Opp 2006a, S. 81). Entsprechend richtet sich dieser Ansatz an Jugendliche, die mit schwierigen Lebensverhältnissen und Ausgrenzungserfahrungen konfrontiert sind. Ausgehend von der Vorstellung, dass Jugendliche in der Lage sind, sich gegenseitig unterstützend zur Seite zu stehen und ihre Probleme selbständig zu lösen, werden die Jugendlichen dazu ermutigt ihre Probleme im Rahmen von Gruppengesprächen darzulegen und zu diskutieren.
Um sich dem Thema der Bedeutung von der Positiven Peerkultur für die jugendliche Entwicklung und ihrer Auswirkung auf das Verhalten der Jugendlichen zu nähern, soll zunächst geklärt werden, was unter der Sozialisation in der Jugendphase zu verstehen ist. Dies wird im ersten Abschnitt dieser Arbeit behandelt. Es ist zu klären, mit welchen Aufgaben sich Jugendliche im Zuge der Persönlichkeitsentwicklung auseinandersetzen müssen und wie diese Anforderungen bewältigt werden können. Dazu sollen zunächst die Begriffe Sozialisation und Jugendphase definiert werden, um im Anschluss daran den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im Jugendalter darzustellen. In einem zweiten Schritt werden die Grundlagen des Konzeptes der Positiven Peerkultur vorgestellt. Wie die Umsetzung eines solchen Projektes aussehen kann, erfolgt in einem dritten Abschnitt anhand des Praxisprojektes „Gemeinsam statt einsam“, welches von Günther Opp und Nicola Unger in Halle an der Saale als Modellprojekt der Positiven Peerkultur im schulischen Kontext entwickelt wurde. In einem abschließenden Fazit soll noch einmal zusammenfassend auf die Bedeutung der Positiven Peerkultur für Jugendliche eingegangen werden.
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1. Sozialisation in der Jugendphase
In der Lebensphase Jugend werden Jugendliche mit enormen Veränderungen auf der körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Ebene konfrontiert (vgl. Zimmermann 2006, S. 154). Sie stehen vor der Herausforderung Kompetenzen zu erwerben, um an sie gestellte Entwicklungsaufgaben lösen zu können. Bevor näher auf den Prozess der Sozialisation in der Jugendphase eingegangen wird, folgt eine Begriffsbestimmung von Sozialisation und von Jugendphase.
1.1 Der Begriff der Sozialisation
Sozialisation bezeichnet den lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Die Persönlichkeit, verstanden als individuelles „Gefüge von Merkmalen, Eigenschaften, Einstellungen und Handlungskompetenzen“ (Hurrelmann 2006, S. 16), wird durch die produktive Auseinandersetzung mit den inneren und äußeren Anforderungen, sprich der Auseinandersetzung mit psychischen und körperlichen Grundmerkmalen und der sozialen und materiellen Umwelt, geformt und weiterentwickelt. Durch diesen Prozess der Verarbeitung, der individuell, den eigenen Voraussetzungen und Bedürfnissen angemessen gestaltet wird, wird der Mensch zu einem „sozial handlungsfähigen Subjekt“ (vgl. Hurrelmann 2006, S. 15f.; Hurrelmann 2007, S.65).
1.2 Der Begriff der Jugendphase
Die Jugendphase ist ein eigenständiger Lebensabschnitt, der etwa zwischen dem 12. und 27. Lebensjahr eingeordnet werden kann und indem sich ein Mensch mit spezifischen Anforderungen bzw. Entwicklungsaufgaben auseinandersetzen muss, um die Entwicklung vom „abhängigen Kind“ hin zum „unabhängigen Erwachsenen“ zu bestreiten (vgl. Hurrelmann 2007, S. 36). Aufgrund von verschiedenen Entwicklungsschritten im Jugendalter empfiehlt sich eine weitere Unterteilung der Jugendphase in Pubertät, Adoleszenz und Post-Adoleszenz. Der Beginn der Jugend setzt ein mit der Pubertät, die durch die Veränderung der körperlichen Geschlechtsmerkmale und der Geschlechtsreife, sowie Wachstumsschüben und Veränderung der Körperproportionen gekennzeichnet ist. Dazu beginnt ein „großer seelischer Umbau“, der einhergeht mit „Gefühlsschwankungen und Verhaltenszwiespältigkeiten“ (Zimmermann 2006, S. 156). Unter dem Begriff der Adoleszenz werden alle Prozesse und Bedingungen der psychosozialen Entwicklung von Kindheit bis zum Erwachsenenalter
Arbeit zitieren:
Julia Huber, 2011, Die Bedeutung der Peergruppe als Sozialisationsinstanz in der Jugendphase am Beispiel von "Positiver Peerkultur", München, GRIN Verlag GmbH
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