Inhaltsverzeichnis
1. Einführung 3
2.Geographie der erforschten Gebieten 4
3. Interdependenz der natürlichen und künstlichen Gletscher. Struktur und Eigenschaften der
nat ürlichen Gletscher 7
4. Warum künstliche Gletscher 8
5. Wasserversorgung im Hochland des Himalayas 10
6. Physische Eigenschaften und Technologie der Akkumulation der Eiskörper 11
7. Künstliche Gletscher in der modernen Zeit 13
7.1 Künstliche Gletscher von Nordpakistan 13
7.2 Künstliche Gletscher von Nordindien 14
8. Wirksamkeit der Künstlichen Gletscher, Kosten und Aussichten 15
9. Fazit 18
10. Anhang 19
11. Literaturverzeichnis 22
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1. Einführung
Das Problem der Wasserversorgung existierte seit mehreren Jahrhunderten für die Bewohner der Dörfer, die sich in ariden Hochgebirgsregionen in Zentralasien und zwar in Karakorum, Hindukush und Himalaya befinden. Vor einigen Jahrzenten ist der Ansatz der traditionellen Wasserversorgung mit Hilfe der Bildung der sogenannten künstlichen Gletscher das Interesse der Wissenschaftler hervorgerufen und als Thema einiger Forschungsarbeiten und Reportagen geworden.
Zuerst zu der Definition. Der Begriff „künstliche Gletscher“ ist in dieser Arbeit, wie auch in einigen wissenschaftlichen und publizistischen Quellen als Bezeichnung des Forschungsobjektes verwendet. Nach der Aussage der einheimischen Geologen aber handelt es sich eher um einen Eiskörper, der nicht die Eigenschaften eines Gletschers aufweist. In den englischen Definitionen kann man auch solche Begriffe wie “artificially maintained deposits of snow” oder “non-electrical ice reserves“ finden (PALLAVA, 1998). Folgende Seminararbeit ist der Entstehung, der geographischen Lage und den Eigenschaften der künstlichen Gletscher gewidmet, die von den Bewohner der ariden Hochgebirgsregionen als Lösung für Irrigations- und Wasserversorgungsprobleme benutzt wurden und auch in der modernen Gesellschaft neulich wieder implementiert, bzw. fortgesetzt wurden. Sogenannte künstliche Gletscher sind manuell geschaffene Eisakkumulationen von Bergbewohner einigen Teilen des Hochgebirgssystem nördlich des indischen Subkontinents und südlich des Tibetischen Hochlands - Himalaya, des Karakorum und Hindukush.
Das Thema der künstlichen Gletscher ist noch nicht ausführlich erforscht. In dieser Arbeit ist ein Überblick und Analyse anhand der wenigen Materialien und Quellen zusammengefasst. Die Forschungsfragen der folgenden Arbeit beziehen sich auf die Geographie der künstlichen Gletscher, ihre Struktur, Wirksamkeit und Effizienz für die Wasserversorgung der Dörfer, Entstehung der künstlichen Eisformationen in der modernen Zeit.
Die erwähnten Gebiete verfügen über riesige Eisakkumulationen, bzw. natürliche Gletscher in den Höhen ab 3000 hm. Wasserversorgung der Hochgebirgsregionen erfolgt hauptsächlich durch Niederschlag während bestimmten Zeitperioden und Gletschertauen. Die Bergbewohner leiden dabei daran, dass in den Bergen der Niederschlag in bestimmten Höhen und zu einigen Jahreszeiten stattfindet. Die Täler aber, wo die signifikantesten landwirtschaftlichen Objekte liegen, bleiben trocken. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt ca. 50mm. Im Winter sinken die Temperaturen bis -30C, im Frühling und Sommer, in der wichtigsten Zeit für Anbau der landwirtschaftlichen Kulturen, fällt kaum Regen und die
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Täler werden allein durch Schmelzwasser von den Gletscher versorgt. Somit bilden Hochgletscher ein wichtiges Element für die Wasserversorgung der Hochgebirgsregionen und vor allem für die Landwirtschaft (HAEBERLI et al., 2008:101). Wenn die Gletscher leichter zugänglich und nutzbar wären, konnte es die Situation der Wasserknappheit erleichtern. Künstliche Versionen der Eiskörper sind viel kleiner als normale Gletscher, können aber von der Länge her bis 800 Fuß betragen. Als Regel werden künstliche Gletscher im felsigen Umfeld auf der Höhe 14,800 Fuß ü. NN geschaffen.
Die Methode der künstlichen Eisakkumulation wurde nach den Berichten, veröffentlichten in dem Zeitschrift New Scientist (www.newscientist.com/...) schon seit mindestens 1812 bekannt und erfolgreich angewandt. Von dem her, kann man den Ansatz der künstlichen Gletscherbildung nicht nur als klimawandelbedingt bezeichnen, sondern als traditionelle Maßnahme gegen harte Klimabedingungen in den ariden Hochgebirgszonen betrachten. 2. Geographie der Gebiete, wo künstliche Gletscher entstanden sind Die künstlichen Eiskörperformationnen sind zu verschiedenen Zeiten in einigen Hochdörfern von Himalaya, Hindukush und Karakorum entstanden. Für den besseren Überblick gehen wir weiterhin auf die geographische Lage und klimatische Eigenschaften des zu erforschten Gebietes und konkreter Ortschaften an, wo künstliche Gletscher zu verschiedenen Zeiten angelegt wurden.
Bergkette Himalaya liegt zwischen Burma und Pakistan, die ungefähre Breite beträgt von 250 bis 350 Kilometern und die Länge von 3.000 Kilometern. Die Hochgebirgsregion des
Himalaya erstreckt sich über acht Staaten (Pakistan, Indien, China, Nepal, Bhutan, Burma, Afganistan) und liegt hauptsächlich im chinesischen Tibet (GAESE et al., 2006, vgl. Abbildung 1). Das Gebirge in Zentralasien - Hindukusch liegt größtenteils in Afghanistan, der östliche Teil mit den höchsten Gipfeln liegt in Pakistan . Das Gebiet von Hindukusch, wo auch künstliche Gletscher angelegt wurden, erstreckt sich über Nordpakistan. Das Himalayagebirge gilt aufgrund seiner großen Höhe als klimatischer Übergangspunkt zwischen
dem Subkontinent Indien und dem Hochplateau Tibet. Die kalten Nordwinde kommen nicht über das Gebirge. Hinter dem Himalayagebirge ist es ziemlich trocken. Hier sind die bekannten Wüsten und trockenste Ortschaften der Welt - Gobi und Taklamakan situiert (YURIN, 2001).
Die Südseite des Himalayas ist also geografisch und klimatisch komplett unterschiedlich von der Nordseite. „Während sich an den Südhängen Monsunregen und Steigungsregen abregnen und dort für Feuchtigkeit und Vegetation sorgen, bleibt das Klima im Himalaya im Norden des Gebirges trocken und kalt“(www.mercatpress.com).
Die Schneegrenze liegt im Himalaya bei ungefähr 5.000 bis 6.000 m. Da für diese Höhe starke Winde typisch sind, ist das Klima im Himalaya äußerst untauglich für Menschen und dauerhaft nur in den niedrigen Ortschaften zu ertragen. An die Regionen des Himalaya Gebirges können sich lediglich die Sherpas anpassen, die in Höhen von bis zu 3.500 m Siedlungen haben (HOFFMANN, 2004).
Die Nordseite des Himalaya Gebirges ist sehr trocken. Sie wird zusätzlich in den Wintermonaten durch den Nordostpassat, „einen kalten, trockenen Nordwind weiter „ (www.suedasien.info).
Verhältnismäßig zu dem alpinen Klima wo Bergen lediglich Wetterscheiden sind, ist das riesige und hohe „Dach der Welt“, das Himalaya Gebirge, - „eine Klimascheide“. Hier entsteht durch den Himalaya eine riesengroße, unüberwindbare Barriere, die das Klima nördlich davon von dem im Süden trennt (www.mercatpress.com).
Der Karakorum liegt auf 36 Grad nördlicher Breite, der östlichen Himalaya auf etwa 28 Grad (SEYFFERT, 2006). Der Karakorum schließt sich nördlich an die Hauptkette des Himalaya an und ist Teil des Hochgebirgssystems von Himalaya.
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Mehr als zehn künstliche Gletscher wurden von einem norwegischen Forscher Ingvar Tveiten in den Ortschaften Baltistan and Gilgit entdeckt. Die Gebiete liegen im nordöstlichen Teil von Pakistan (vgl. Abbildung 2). Diese Gegend ist seinerseits reich an großen natürlichen Gletscher, die ev. Zusammen mit der klimatischen Lage in der Interdependenz mit den künstlichen Gletschern stehen. Ausführlichere Information ist im Kapitel 3 dargestellt. In den 80er Jahren wurde die Arbeit an den künstlichen Vergletscherungen von einem Bauingenieur Chewang Norphel in Ladakh wiederaufgenommen. Das Gebiet liegt im Norden von India und erstreckt sich zwischen den Gebirgsketten des Himalaya und des Karakorum. Die Täler befinden sich auf einer Höhe von 3000 m ü.d.M. Die Berge erreichen Höhen von über 7000 m ü.d.M. Die Hauptstadt von Ladakh ist Leh, die ca. 27.500 Einwohner zählt. Ladakh ist ein sehr trockenes Gebiet, vergleichbar mit der Sahara (www.leh.nic.in). Die künstlichen Gletscher werden in diesem Gebiet vom großen und markanten Gletscher Siachen gespeist.
Abbildung 2. Gebiete in Pakistan und Indien, wo künstliche Gletscher gefunden wurden
Arbeit zitieren:
Ekaterina Zakharova, 2010, “Künstliche Gletscher” – ein traditioneller Ansatz zur Wasserversorgung arider Hochgebirgsregionen des Karakorum, Hindukush und Himalaya , München, GRIN Verlag GmbH
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