Wohnquartier Trabrennbahn Farmsen
1 Einleitung
Das Wohnquartier Trabrennbahn Farmsen befindet sich am Rande der Hamburger Kernstadt, im Stadtteil Farmsen, der sich zwischen den Wasserläufen der Wandse, der Berner Au und der Osterbek erstreckt. Von 1995 bis 2000 wurde das neue Wohnquartier auf dem Areal der ehemaligen Trabrennbahn, südlich des Farmsener Ortszentrum, errichtet.
2 Lage des Wohnquartiers
Das Wohnquartier Trabrennbahn Farmsen befindet sich im Stadtteil Farmsen, welcher zum Bezirk 5, Wandsbek, der Stadt Hamburg gehört. Im Norden wird das eigentliche Areal der Trabrennbahn Farmsen durch die Trassenführung der U-Bahnlinie 1 begrenzt (siehe Abb. 1). Das ebenfalls zum Planungs- und Bauvorhaben gehörige Wohnquartier Hunderennbahn Grabeland befindet sich nördlich der U1 und gliedert sich unmittelbar an diese (siehe Abb. 1). Als weitere Abgrenzung kann der Friedriech-Ebert-Damm herangezogen werden, dessen Verlauf das Gebiet grob im Osten bzw. Süden begrenzt (siehe Abb. 2).
Im Westen lassen sich kaum besonders markante Abgrenzungsstrukturen finden. Dennoch bildet die Straße „Am Stadtrand“ eine annehmbare Begrenzungslinie in unmittelbarer Nähe zum Wohnquartier.
Die Gesamtfläche des Gebietes umfasst ca. 66,7 ha. Davon entfallen ca. 45,2 ha auf das Quartier Trabrennbahn Farmsen mit einem Nettobauland von etwa 29,7 ha (Schubert 2005, S. 316). Das nördliche Plangebiet umfasst ca. 21,5 ha und setzt sich aus der ehemaligen Hunderennbahn und einem stadteigenem Grundstück, dem sog. Grabeland, zusammen (Schubert 2005, S. 316).
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Wohnquartier Trabrennbahn Farmsen
3 Leitbild und Planung
Nachdem die Trabrennbahn Mitte der 1970er Jahre geschlossen wurde, verwandelte sich das Areal zunehmend in eine Art Freizeitbrache in verkehrsgünstiger Lage. Erst 15 Jahre nach Schließung der Trabrennbahn - Ende der 1980er Jahre - „entdeckte“ man das Gebiet erneut und die ersten Ideen bezüglich zukünftiger Zwecke und Verwendungen entstanden (Trabrennbahn Farmsen).
Dabei wurden die Ideen und Planungen durch das damals neue Stadtentwicklungskonzept der frühen 1990er Jahre beeinflusst. Dieses Konzept als Leitbild und Orientierungsrahmen für die längerfristige Entwicklung Hamburgs unter wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten harmonisiert erstmals verschiedene regionale und gesamtstädtische Planungen (Schubert 1999, S. 178). So werden u. A. das regionale Entwicklungskonzept, der Flächennutzungsplan, das Landschaftsprogramm und das Verkehrsentwicklungskonzept inhaltlich aufeinander abgestimmt (Schubert 1999, S. 178). Einige der Leitziele der Stadtentwicklung lauten (nach Schubert 1999, S. 180):
Sicherung der großflächigen Landschaftsräume am Stadtrand und der Landschaftsverbindung in die Stadt speziell in der Phase des Wachstums („Landschaftsachsen“)
Einbindung von Parks, Grünanlagen und Stadträumen in ein Verbundsystem
Erhaltung der „grünen Metropole am Wasser“
Ressourcen- und Umweltschonung zur nachhaltigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen
Mit dem Einzug dieser ökologischen Aspekte in die Stadtplanung reifte zusehends die Idee, das Areal in einen grünen Wohnpark umzugestalten und 1992 fand ein städtebaulich-landschaftsplanerischer Wettbewerb statt, an dem zehn Planungsbüros aus ganz Deutschland teilnahmen und für ihre jeweilige Planung warben (Trabrennbahn Farmsen).
Die Planungsgruppe Prof. Laage (PPL) sowie die Landschaftsarchitekten Möller und Tradowsky gingen mit ihrer Planung als Sieger aus dem Wettbewerb hervor und erhielten somit den Zuschlag für die Planung des Wohnquartiers Trabrennbahn Farmsen. Der Entwurf von Spengler und Wieschowlek erhielt den zweiten Platz und bildete die Grundlage für das Areal Hunderennbahn Grabeland (Schubert 2005, S. 316).
Der Entwurf der Planungsgruppe Prof. Laage sah vor, den Charakter und die historische Bedeutung der einstigen Trabrennbahn zu konservieren. Die zukünftigen Gebäude wurden in einer ovalen An-ordnung geplant und sollten in etwa auf Höhe der ehemaligen Rennbahn entstehen. Des Weiteren erinnern die Fassaden und abgeschrägten Dächer, in Verbindung mit der konzentrischen Anordnung der Gebäude, an die ehemaligen Tribünen der Rennbahn. Außerdem sah der Entwurf vor, die Ziegelteiche und Teile des damaligen Baumbestandes zu erhalten, sowie das Innere der ehemaligen Rennbahn frei von jeglicher Bebauung zu halten (Trabrennbahn Farmsen). Zudem beinhaltete die Planung zahlreiche Spielflächen für Kinder, autofreie Zonen, Spielstraßen sowie einen Park und entsprach somit in weiten Teilen der Grundidee „Wohnen im Grünen“ (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt 2007, S. 50). Außerdem wurde unter Einbeziehung der vorhandenen Teiche eine offene Oberflächenentwässerung konzipiert (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt 2007, S. 49).
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Wohnquartier Trabrennbahn Farmsen
Dabei wird zum Einen die umweltgerechte Schließung des Regenwasserkreislaufes gefördert, zum Anderen dient sowohl das offene Drainagesystem allein, als auch das darin abfließende Wasser als Gestaltungselement in der Siedlung (Langenbach et al. 2006, S. 6). Ebenfalls relativ neu und ungewöhnlich war bei diesem Entwurf, dass es zur Kombination von öffentlich gefördertem Wohnungsbau und hoher Wohnqualität kommen sollte.
4 Städtebauliche Aspekte
Nachdem der Wettbewerb 1992 entschieden war, kam es 1995 zur Fertigstellung des Bebauungsplans (siehe Abb. 3). Noch im selben Jahr erfolgte der Baubeginn und bereits zwei Jahre später war der erste Bauabschnitt fertiggestellt (Schubert 2005, S. 316). Interessenvertreter und Bauträger des Projektes ist die GATOR Beteiligungsverwaltungsgesellschafts mbH (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt 2007, S. 49). In Abb. 4 zeigt sich die Umrandung des Areals mit geöffneter Zeilenbebauung, wie sie heute zu sehen ist. Dabei gruppieren sich 3- bis 5-geschössige Gebäude um das Rennoval der ehemaligen Trabrennbahn, welches heute den Park mit Spiel- und Freizeitanlagen widerspiegelt (siehe Abb. 4). Des Weiteren befinden sich im Innenbereich die Zugänge zu den Tiefgaragen, welche ebenfalls im Zuge des Projektes entstanden.
Im Norden und Süden der Siedlung wird die Zeilenbebauung von zwei querstehenden Gebäuderiegeln durchbrochen und es kommt zu einer Durchgangsmöglichkeit und Öffnung des Innenbereichs zu den umliegenden Arealen. Die beiden Übergänge sind dabei durch die Walter-Heitmann-Straße ver-bunden, welche ungepflastert und im Stile eines Wanderweges durch den Park führt. Im Bereich der Durchgänge zeigt sich ein halböffentlicher Charakter des Straßen- und Freiraumes, welcher allerdings z. T. durch Müllcontainer und die Tiefgarageneinfahrt „gestört“ wird (Schubert 2005, S. 317). Im Anschluss an die Durchgangsbereiche befinden sich sowohl eine Kindertagesstätte bzw. ein Kindergarten, eine Arztpraxis, als auch eine Einrichtung für betreutes Wohnen. Zudem gliedert sich im Nordwesten die Grundschule „Traberweg“ an das Areal an.
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Arbeit zitieren:
Peer Bittner, 2010, Wohnquatier Trabrennbahn Farmsen, München, GRIN Verlag GmbH
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