Inhaltsverzeichnis
Abstract 3
1.Einleitung 4
2. Fragestellungen 6
3. Methoden 6
4. Suchstrategien 6
5. Ein- und Ausschlusskriterien 7
6. Typologie 8
7. Ergebnisse 8
7.1. Welche Interventionsprogramme wurden im Rahmen der Sturz-
pr ävention bei älteren, daheimlebenden Menschen von Pflegefach-
kr äften durchgeführt? 9
7.1.1. Multifaktorielle Sturzpräventionsprogramme 9
7.1.2. Muskel- und Balancetraining als Einzelintervention 12
7.1.3. Beurteilung der häuslichen Umgebung hinsichtlich der
Sturzrisiken und deren Modifikation 12
7.2. Inwieweit trugen diese Interventionsprogramme zur Verhinderung
von Stürzen bei älteren, daheimlebenden Menschen bei? 12
Tabelle 1: Übersicht der Interventionsprogramme, die im Rahmen der
Sturzpr ävention von Pflegefachkräften durchgeführt wurden 16
Tabelle 2: Auflistung der Ergebnisse und zusätzlichen Effekte der Sturz-
pr äventionsprogramme 23
8. Diskussion 25
1
9. Schlussfolgerungen 27
10.Empfehlungen für die Praxis 28
11.Literaturverzeichnis 31
2
Abstract
Stürze im häuslichen Umfeld verursachen die häufigsten Verletzungen bei älteren, daheimlebenden Menschen in Deutschland. Diese sind zudem assoziiert mit einem Verlust an Autonomie und Lebensqualität, der Notwendigkeit von Pflegeheimeinweisungen und erhöhter Sterblichkeit.
Sturzpräventionsprogramme versuchen mit unterschiedlichen Interventionskomponenten und Interventionsstrategien, bestehende intrinsische und extrinsische Sturzrisikofaktoren zu beseitigen und zu minimieren. Diese Programme werden von verschiedensten Berufsgruppen durchgeführt. Eine Darstellung der Sturzpräventionsprogramme bei älteren daheimlebenden Menschen, welche von Pflegefachkräften bereits durchgeführt wurden, fehlt bisher. Im Rahmen einer Literaturarbeit wurde aufgrund dessen den folgenden Forschungsfragen nachgegangen: 1) Welche Interventionsprogramme wurden von Pflegefachkräften im Rahmen der Sturzprävention bei älteren, daheimlebenden Menschen bereits durchgeführt? 2) Inwieweit trugen diese Interventionsprogramme zur Verhinderung von Stürzen bei älteren, daheimlebenden Menschen bei? 3) Inwieweit können diese Ergebnisse als Grundlage zur Implementierung sturzpräventiver Interventionsprogramme in Deutschland dienen?
In acht Studien, welche den Ein- und Ausschlusskriterien der Literaturarbeit entsprachen, wurden Sturzpräventionsprogramme, welche von Pflegefachkräften durchgeführt wurden, dargestellt, welche in Form und Inhalt eine große Heterogenität aufweisen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass verschiedene der untersuchten Interventionsprogramme zu einer signifikanten Reduktion an Stürzen und schwerwiegender Verletzungen geführt haben. Zudem fiel auf, dass vor allem die durchgeführten Sturzpräventionsprogramme für die Gruppe der älteren daheimlebenden Menschen erfolgreich waren, welche über multiple Risikofaktoren verfügten und somit ein hohes Sturzrisiko aufwiesen.
Aus den Ergebnissen wird der Schluss gezogen, dass Pflegefachkräfte, die über eine erweiterte und vertiefte Pflegepraxis verfügen, mit Hilfe von Sturzpräventionsprogrammen eines wesentlichen Beitrag in der Reduzierung von Stürzen bei älteren, daheimlebenden Menschen leisten können.
3
1. Einleitung
Nach statistischen Angaben beläuft sich die Anzahl an Stürzen in Deutschland bei älteren Menschen auf mehr als 4 Millionen jährlich, die meist im häuslichen Umfeld geschehen (BKK Bosch 2005) und deren Anzahl aufgrund des demographischen Bevölkerungswandels erwartungsgemäß in den kommenden Jahrzehnten noch weiter zunehmen wird (Obertacke & Nast-Kolbe, 2000).
Stürze verursachen die häufigsten Verletzungen bei älteren Menschen (Pierobon & Funk, 2007). Jeder Dritte über 65 Jahre stürzt mindestens einmal im Jahr (Rubinstein, 2006). Bei älteren Menschen zwischen 80 und 89 Jahren steigt die Sturzquote auf mehr als 45%, bei 90 bis 99-Jährigen liegt diese sogar bei 54% (Campbell et al., 1989).
Mit zunehmendem Alter nimmt nicht nur die Sturzhäufigkeit zu, sondern auch das Ausmaß der aus den Sturzereignissen resultierenden Verletzungen. Alleine die Zahl der Oberschenkelhalsfrakturen wird hierzulande auf jährlich mehr als 135.000 Fälle geschätzt. 40% dieser Fälle erhalten ihre ursprüngliche Beweglichkeit nicht mehr zurück und müssen aufgrund dessen in ein Pflegeheim eingewiesen werden. Mehr als 25% dieser Personen wiederum versterben innerhalb einen Jahres (Becker et al., 2006).
Die Kosten für die Behandlungen der Sturzfolgen bei älteren Menschen belaufen sich bundesweit derzeit auf mehr als 1 Mrd. Euro jährlich (Höfert & Meißner, 2008). Als Sturzrisiken gelten sowohl intrinsische als auch extrinsische Faktoren. Erstere gelten als eigentliche Sturzursachen und letztere als Sturzauslöser. Diese liegen in der Person selbst begründet (Pierobon & Funk, 2007).
Zu den intrinsischen Faktoren zählen umgebungsbedingte Risiken wie Stolperfallen durch Türschwellen, Teppichkanten, glatte Böden und unzureichende Lichtverhältnisse (Nikolaus, Specht-Leib & Bach, 1999; Richter et al., 2002; Burkhardt & Gladisch, 2003; Heinze et al. 2004; Nikolaus 2005).
Als extrinsische Faktoren gelten das fortgeschrittene Alter, eingeschränkte kognitive Fähigkeiten, Balance- und Gangeinschränkungen, Gleichgewichtsdefizite, Seheinschränkungen, Depressionen, Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens, Einschränkungen der Wahrnehmung, Arthrose, Inkontinenz, Demenz, Morbus Parkinson, Mehrfacheinnahme von Medikamenten, Einnahme von Psychopharmaka, Synkopen, Schwindel und Hypotonie (American Geriatrics Society, 2001; Hermann & Meier-Baumgartner, 1999; Cumming, 2002; Resnich & Junlapeeya, 2004; Nazarko, 2006, Moylan & Binder, 2007; MacCulloch et al. 2007; Huang et al. 2008, Fortinsky et al., 2008).
4
Tinetti et al. (1988), Campbell et al. (1989) und Campbell & Robertson (2006) weisen in ihren Studien jedoch darauf hin, dass die Mehrzahl an Stürzen als Resultat multipler, interagierender Faktoren zu verstehen sind und nicht als Resultat eines Faktors.
Stürze im höheren Lebensalter gehen nicht nur mit einem erhöhten Risiko einer Fraktur einher, sondern zudem mit einer Erhöhung der Angst vor erneuten Stürzen (Murphy, Dubin & Gill, 2003; Evitt & Quigley, 2004; Jung et al. 2009). Dies wiederum führt bei den Betroffenen zu einem Verlust des Selbstvertrauens (Zeitler 2004) und zu einer Reduzierung der gewohnten Aktivitäten, was wiederum deren körperlichen und geistigen Abbau beschleunigt (Werle & Zimber, 1999; Lamb et al., 2005; van Haagstregt et al., 2007; Zijlstra et al., 2005, 2007, 2009; Anders et al., 2008; Kempen et al., 2009; Delbaere et al., 2009). Der Forschungsstand hinsichtlich Sturzpräventionsprogrammen in der ambulanten Versorgung älterer Menschen und deren Umsetzung stecken in Deutschland noch in den Anfängen (Freiberger & Becker, 2006) und beschränken sich bisher auf einige wenige Modelle (von Renteln-Kruse et al., 2003; Nikolaus & Bach, 2003; Becker et al., 2006; Freiberger et al., 2007; Anders et al., 2008; Härlein et al., 2009). Die Implementierung solcher Programme im ambulanten Bereich wird hierzulande kontrovers diskutiert (Meinck et al., 2004; Becker et al., 2006).
International hingegen zeigt sich eine Vielfalt verschiedenster Sturzpräventionsprogramme bei älteren, daheimlebenden Menschen, die teils durch multidisziplinäre Teams oder auch durch einzelne Gesundheitsberufe wie Pflegefachkräfte oder Physiotherapeuten durchgeführt wurden. Unterschieden wird zwischen multidimensionalen Sturzpräventionsprogramme, durchgeführt von multidisziplinäre Teams (Hébert et al., 2001; Day et al., 2002; Lord et al., 2005; Lin et al., 2007; Shumway-Cook et al., 2007; Hendriks et al., 2008; Sjösten et al., 2007, 2007a); multifaktoriellen Interventionsprogrammen, welche verschiedenste Interventionskomponenten und Interventionsstrategien kombinieren (Rubinstein & Josephson; 2006) und welche sich aufgrund ihres Intensitätsgrad hinsichtlich deren Kontakten zu den Teilnehmern und der Art der Interventionen nach Interventionsprogrammen niedriger, mittlerer und hoher Intensität unterscheiden (Mahoney et al. 2007); Trainings- und Übungsprogrammen, welche individuell als auch in Gruppen durchgeführt werden (Buchner et al., 1997; Rubinstein et al., 2000; Barnett et al., 2003; Wolf et al., 2003; Voukelakos et al., 2007; Luuikinen et al., 2007; Sherrington et al., 2008; Gregory & Watson 2009; Looghe et al., 2009) sowie Sturzpräventionsprogrammen, die der Beurteilung des häuslichen Umfeldes und deren Modifikation gelten (Cumming et al., 1999; Nikolaus & Bach 2003; Marshall et al., 2005).
5
Ziel dieser Übersichtsarbeit ist die Durchsicht der Literatur hinsichtlich vorhandener Interventionsprogramme zur Sturzprävention, die von Pflegefachkräften durchgeführt wurden.
2. Fragestellungen
Um die der Literaturrecherche zugrunde liegende inhaltliche Zielsetzung zu erreichen, wurden die folgenden Fragestellungen formuliert:
1. Welche Interventionsprogramme wurden von Pflegefachkräften im Rahmen der Sturzprävention bei älteren, daheimlebenden Menschen bereits durchgeführt? 2. Inwieweit trugen diese Interventionsprogramme und deren Interventionsstrategien zur Verhinderung von Stürzen bei älteren, daheimlebenden Menschen bei? 3. Inwieweit können diese Ergebnisse als Grundlage zur Implementierung sturzpräventiver Interventionsprogramme in Deutschland dienen?
3. Methoden
Die verschiedenen Fragestellungen wurden mittels Literaturrecherche und inhaltlicher Textanalyse untersucht. Es wurden ausschließlich randomisiert kontrollierte Studien verwandt.
4. Suchstrategien
Zunächst wurde die Literatursuche in den Datenbanken CINAHL, MEDLINE, EMBASE und Cochrane Database of Systematic Reviews durchgeführt. Die Suche fand zwischen Februar und April 2010 statt und reicht bis ins Jahr 1985 zurück. Fünf Begriffsgruppen wurden angewendet und innerhalb der Gruppen wurden die Begriffe durch «oder» verknüpft. Unter der Verwendung «und» wurden die Gruppen dann in der Suche miteinander kombiniert.
Begriff in Set A:
▪ falls
Begriffe in Set B:
▪ elderly ▪ aging ▪ aged
6
▪ older adults
Begriffe in Set C:
▪ prevention ▪ intervention ▪ multifactorial ▪ single ▪ exercise ▪ training ▪ assessment ▪ education
Begriffe in Set D:
▪ home ▪ home visit ▪ community
Begriffe in Set E:
▪ nursing ▪ caregiver
CINAHL (87), MEDLINE (163), Cochrane (2); EMBASE (75): Von den 327 gelesenen Abstracts wurden 129 ausgewählt. Die Anzahl der durchgesehen Arbeiten betrug 129, 8 dieser Studien entsprachen letzten Endes den nachfolgenden Ein- und Ausschlusskriterien und wurden in die Literaturübersicht übernommen (Medline/Cinahl 8, Embase 0, Cochrane 0). Eine die Kriterien erfüllende deutsche Studie wurde nicht gefunden. Die Studien stammen aus den USA (2), Neuseeland (4), den Niederlanden (1) und Australien (1).
5. Ein- und Ausschlusskriterien
Die folgenden Ein- und Ausschlusskriterien wurden für die Aufnahme der forschungsbasierten Publikationen zur Identifizierung festgelegt. Einschlusskriterien waren: Durchführung der Studien im ambulanten Sektor; die präventiven Maßnahmen der Sturzprävention wurden von Pflegefachkräften initiiert und in Zusammenarbeit mit anderen gesundheitsorientierten Berufen
7
Arbeit zitieren:
BA Management und Expertise für Pflege- und Gesundheitsberufe Gabriele Weydert-Bales, 2010, Interventionsprogramme zur Sturzprävention für ältere, daheimlebende Menschen, von Pflegefachkräften durchgeführt , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pflegemanagement / Sozialmanagement: Interventionsprogramme zur Sturzprävention für ältere, daheimlebende Menschen, von Pflegefachkräften durchgeführt ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pflegemanagement / Sozialmanagement: neuer Titel erschienen: Interventionsprogramme zur Sturzprävention für ältere, daheimlebende Menschen, von Pflegefachkräften durchgeführt
Gabriele Weydert-Bales hat einen neuen Text hochgeladen
Alcohol Problems in Older Adults: Prevention and Management
Kristen Lawton Barry, David W. Oslin, Frederic C. Blow
The Merck Manual of Health & Aging: The Comprehensive Guide to the Cha...
Mark H. Beers, Thomas V. Jones, Michael Berkwits
Gerontological Nursing: Promoting Successful Aging with Older Adults
Mickey Stanley, Kathryn A. Blair, Patricia Gauntlett Beare
Ageing and Older Adult Mental Health: Issues and Implications for Prac...
Patrick Ryan, Barry J. Coughlan
Fall Injury Prevention for Older Adults .: And Those Who Care about Th...
Amy McAllister, Joanne M. Price, Patricia J. Dean
Promoting Exercise and Behavior Change in Older Adults: Interventions ...
Patricia M. Burbank, Deborah Riebe, Patricia Burbank
Elder Practice: A Multidisiciplinary [Sic] Approach to Working with Ol...
Terry Tirrito, Leon Ginsberg, Nieli Langer
0 Kommentare