ren. Zum Schluss gesteht er, dass er all das, von dem ihm gesagt wurde, dass er es begreifen würde wenn er erwachsen ist, nicht begriffen hat.
Der Autor selbst schreibt, dass ihm immer noch Jugend vorgeworfen wird; tatsächlich tauchen im Text auch einige Anzeichen für einen jugendlichen Schreibstil auf: So benutzt er zum Beispiel die Kurzform „andern“ statt „anderen“ auszuschreiben. Weiterhin nutzt er die verkürzten Wendungen „ich’s“ und „hab’s“, anstatt auch diese Formen auszuschreiben. Auf diese Weise wirkt auch der Schreibstil des Autors ein wenig „jugendlich“. Ob diese Wörter allerdings bewusst oder unbewusst verwendet wurden, geht aus dem Text nicht hervor. Zu Ende des Textes wiederholt der Autor zweimal seinen Satzanfang „Ich weiß, […]“. Im Anschluss daran erinnert er sich noch einmal an einen Satz aus seiner Kindheit, um mit dem Ergebnis zu schließen, dass er es („du’s“) nicht begriffen hat. Insgesamt finde ich die Gestaltung des Textes ungewöhnlich. Der Tempuswechsel ist zwar passend, aber das ewige Erinnern an die Vergangenheit des Autors wird langwierig und ermüdend. Auf den Leser wirkt der Text im ersten Moment interessant und ansprechend, wenig später, beziehungsweise nach mehrmaligem Lesen wird er lästig. Dementsprechend bin ich der Ansicht, dass die Einstellung, die der Ich-Erzähler gegenüber den Erwachsenen zum Ausdruck bringt, nicht gerechtfertigt ist. Zwar kann ich verstehen, dass es ihn grämt, dass ihn seine Eltern angelogen haben wenn sie etwas nicht wussten und ihn auf das Erwachsensein vertrösteten, aber die sehr stark erläuterte und präzisierte Sicht ist meiner Meinung nach überflüssig. Der Autor nimmt es mit dem Begriff „erwachsen“ sehr genau, denn sonst könnte er - ohne lange Texte zu schreibenhinnehmen, dass er, aus Sicht einiger anderer und seiner eigenen, nicht erwachsen ist. Der Autor untersucht den Begriff „erwachsen“ dabei überhaupt nicht: Bedeutet „erwachsen“ ein bestimmtes Alter erreicht zu haben? Oder verheiratet zu sein? Diese Frage bleibt offen. Ich bin der Ansicht, dass der Autor, wenn er herausfinden will, ob er „erwachsen“ ist, erst einmal herausfinden muss, was „erwachsen“ genau bedeutet. Die Tatsache, dass er Ältere dabei für erwachsener hält als sich selbst ist dazu nicht ausreichend. Der Autor hat sich nun entschieden, „nicht erwachsen zu werden“, obwohl er nicht weiß, ob er es nicht schon ist.
Somit halte ich die Einstellung, die er gegenüber „Erwachsenen“ zum Ausdruck bringt, für nicht gerechtfertigt. Dieser Text ist zu schwammig und - in Sachen Begriffsklärung -
Arbeit zitieren:
Tim Blume, 2009, Peter Bichsel: „Erwachsenwerden“ – eine Analyse, München, GRIN Verlag GmbH
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