Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Themahinführung 4
3. Die Konsolidierungspolitik Vespasians 4
3.1 Restrukturierung des Senats 4
3.2 Neugestaltung des Heeres und der Legionen 6
3.3 Auswirkung der Steuer- und Finanzpolitik 8
3.4 Notwendige Investitionen. 10
4. Zusammenfassung. 12
5. Bibliographie. 13
Quellenverzeichnis 13
Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
In dieser Hausarbeit werde ich die Konsolidierungspolitik des Vespasian an ausgewählten Beispielen untersuchen um festzustellen, inwiefern Kaiser Vespasian das Reich unter seiner Herrschaft militärisch und politisch festigte.
Nach einer kurzen Themenhinführung widme ich mich zunächst der Restrukturierung des römischen Senats durch Vespasian und betrachte hierzu die Senatserweiterungen etwas genauer. Insbesondere stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, weshalb der Kaiser in der Senatsbesetzung vom republikanischen Ideal abkam. Danach beschäftige ich mich mit der massiven Umgestaltung des Heereswesens unter Vespasian und greife dabei auch die historische Kontroverse nach den Gründen der Provinzialisierung des Heeres auf. Daneben wird die Politik der Grenzsicherung und der damit verbundenen Sicherheit und Stabilität im Reichsinnern näher beleuchtet. Im Anschluss daran soll die Steuer- und Finanzpolitik Vespasians erläutert und ihr Einfluss auf die Konsolidierung des Imperiums dargelegt werden. Schließlich werden die Investitionen des Kaisers in den Senatorenstand, notleidende Städte und Künstler genauer betrachtet und auf Notwendigkeit hin überprüft.
Auf dem historischen Fachgebiet der Flavier ist Stefan Pfeiffer mit seiner veröffentlichten Literatur eine Koryphäe, weshalb ich mich an seinem Werk „Die Zeit der Flavier: Vespasian, Titus, Domitian“ unter Verwendung kritischer Alternativliteraur größtenteils orientiert habe. Die entsprechende Auflistung ist im Literaturverzeichnis einsehbar.
Das Thema „Vespasian als Kaiser“ habe ich deshalb ausgewählt, da durch das entsprechende Referat einerseits eine solide Grundbasis an Wissen vorhanden war, andererseits aber erst hierdurch ein erhöhtes Interesse nach Vertiefung der Thematik geweckt wurde.
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2. Themahinführung
Kaiser Vespasian stand nach dem Sieg gegen Vittelius und der Legitimation seiner Herrschaft durch religiöse (die Gottheit Sarapis sorgte für die „gloria“) und politische (Münzen mit der Umschrift „Auf die Eroberung Judäas" kamen in Umlauf) Maßnahmen vor einer Reihe zu bewältigender Aufgaben. Dazu gehörten vor allem die (Neu-)Strukturierung des Heeres, des Senats, der Steuerpolitik sowie nötige Investitionen in Kultur und Städte. Im Folgenden sollen diese vier Aspekte jeweils gesondert untersucht werden um aufzuzeigen, auf welche Weise Vespasian das Reich unter seiner Herrschaft konsolidierte. Da in seiner Politik oftmals Parallelen zu August erkennbar sind, sollen dabei auch an geeigneter Stelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur augusteischen Politik dargelegt und ermittelt werden. Der römische Schriftsteller Gaius Suetonius Tranquillus (70 bis 130-140 n. Chr.), allgemein Sueton genannt, liefert uns hierzu eine Reihe von Informationen und Beschreibungen, die von vielen neuzeitlichen Autoren aufgegriffen wurden und so in zahlreichen Sekundärliteraturen Einzug fanden.
3. Die Konsolidierungspolitik Vespasians
3.1 Restrukturierung des Senats
Als Mitglied des Senatorenstandes war Vespasian befugt, das Amt eines römischen Konsuls zu bekleiden. Zwar hatte Augustus dieses Amt im Jahr 23 v. Chr. - als seine Herrschaft bereits unanfechtbar gewesen und somit unangreifbar für Kontrahenten war - wieder für alle Senatoren zugänglich gemacht. Dennoch trat Vespasian dieses Amt kontinuierlich an und brach somit den augusteischen Brauch. Pfeiffer führt in diesem Zusammenhang als möglichen Grund die Herkunft des Vespasian an - womöglich wollte er durch das Amt des römischen Konsuls eine höhere Würde (dignitas) erlangen, hatte
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er doch keine senatorische Familientradition aufzuweisen. Zudem hatte er als Konsul einfacheren und direkteren Zugriff auf das Senatsgeschehen. 1
Vespasian zeigte aber auch sonst erhebliches Interesse am Senat. So ließ er diesen zwei Mal erweitern und reformieren. Schon als Usurpator im Jahr 69/70 n. Chr. vollzog er ohne juristische Legitimationsgrundlage die erste Senatserweiterung, um hauptsächlich loyalen Mitstreitern zu honorieren. Dieses gesetzwidrige Vorgehen legitimierte Vespasian später im § 8 der „lex de imperio Vespasiani“. 2
Die zweite Senatserweiterung erfolgte 73/74 n. Chr. in einem festgelegten Verfahren (lectio senatus), die der Prinzeps gemeinsam mit Titus im Rahmen der Übernahme des Zensorenamtes vornahm. 3
Da Augustus die letzten großen Senatslesen vollzog, ist dies umso
erstaunlicher. Seit der Herrschaftszeit des Tiberius war es nämlich in der Regel üblich geworden, dass der Senat seine Erneuerung eigenmächtig durchführte. Allerdings stand Vespasian hierbei wie einst Augustus vor dem Problem, dass sich einige der Gegner aus der Zeit des Bürgerkriegs in diesem bedeutenden Komitee befanden und diese nach dem Erfolg über Vitellius entfernt werden mussten. Da der Senat nur noch 200 statt 1000 Senatoren wie bei Augustus umfasste, erhöhte Vespasian die Anzahl der Senatoren, laut Geschichtsschreiber Aurelius Victor (Liber de Caesaribus IX 9), auf 1000. Houston dagegen führt an, dass nur wenige hundert neue Senatoren in den Senat kamen. 4
1 Pfeiffer, Stefan, Die Zeit der Flavier. Vespasian, Titus, Domitian, Darmstadt 2009, S. 22.
2 Pabst, Angela, Comitia imperii. Ideelle Grundlagen des römischen Kaisertums, Darmstadt 1997, S. 26.
3 Kunkel, Wolfgang / Schermaier, Josef, Römische Rechtsgeschichte, Stuttgart 14. Aufl. 2008, S. 24f.
4 Birk, Giselher, Der Wandel der Römischen Führungsschicht unter Vespasian, Tübingen 1967, S. 49f.
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Arbeit zitieren:
Tom Zeddies, 2010, Vespasian als Kaiser, München, GRIN Verlag GmbH
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