Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Themahinführung 3
1.1 Historikersicht und Kontroverse. 3
2. Verhalten und Konzeption der Kriegsgegner 4
2.1 Kriegskonzept der Alliierten 4
2.2 Konzept und Idee des Blitzkrieges 6
2.2.1 Anwendung im Kriegskonzept der Deutschen 7
3. Fazit. 7
Literaturverzeichnis. 8
Einleitung
In meiner ersten wissenschaftlichen Untersuchung gehe ich der Frage nach, ob der
Westfeldzug gegen Frankreich vom 10 Mai bis 25. Juni 1940 ein geplanter Blitzkrieg war,
oder ob er sich nicht vielmehr aus den gegebenen Umständen heraus unvermittelt entwickelte.
Dazu werde ich nach einer kurzen Themenhinführung und einem Abgleich der historischen
Kontroverse , anhand des Verhaltens, der Vorbereitung und der Konzeption der jeweiligen
Kriegsgegner diese Ausgangsfrage erörtern.
Das Thema Blitzkrieg im Westfeldzug habe ich deshalb ausgewählt, da es damals wie heute
ein hochinteressantes, phänomenales Ereignis mit enormer Tragweite ist - nur durch den
schnellen Sieg im Westen konnte eine Konzentration auf den Plan „Lebensraum im Osten“
erfolgen.
Bis heute gibt es Historiker wie Milward, die behaupten, es sei ein geplanter Blitzkrieg
gewesen. Im Gegensatz dazu sieht Karl-Heinz Frieser dafür keinen Grund und verneint diese
These. Letzterer ist mit seiner veröffentlichten Literatur eine Koryphäe auf diesem Gebiet,
weshalb ich mich an diesen Werken unter Verwendung kritischer Alternativliteraur
gr ößtenteils orientiert habe. Die entsprechende Auflistung ist im Literaturverzeichnis
einsehbar.
2
1. Themahinführung
Das deutsche Heer hatte im Ersten Weltkrieg fast ein halbes Jahrzehnt damit verbracht, vergebens die französische Linie zu durchdringen. Dieser Versuch mündete in Grabenkämpfen und einer Ressourcen verschlingenden Materialschlacht. 22 Jahre später sollte dieser Durchbruch bereits am vierten Tag des Feldzuges gegen Frankreich gelingen. Im „Wunder von Sedan“ durchbrach Panzergeneral Guderian die gegnerische Front und verblüffte mit diesem rasanten Vorstoß die Weltöffentlichkeit.
In dem von Winston Churchill später bezeichneten und von General Manstein ausgearbeiteten „Sichelschnittplan“, der erstaunliche Ähnlichkeit mit der Schlacht von Cannae unter Hannibal aufweist, wurden die Alliierten abgedrängt und in einem gigantischen Kessel mit fast zwei Millionen Soldaten eingeschlossen.
Viele Historiker sprechen hier von einem fundamentalen Ereignis mit elementarer Tragweite auf die moderne Kriegsführung. So sagt der Historiker Golo Mann, es sei „das verblüffendste, wovon die moderne Kriegsgeschichte“ 1 wisse.
Fast ebenso schnell wie der Durchbruch, hatte man eine Erklärung für ebendiesen parat - man taufte ihn „Blitzkrieg“, allen voran die deutsche Propaganda. Sie propagierte dem deutschen Volk und der Weltöffentlichkeit, Adolf Hitler wäre der Initiator dieser neuartigen Form des Angriffskrieges und titulierte ihn als „größten Feldherrn aller Zeiten“.
1.1 Historikersicht und Kontroverse
Diesem „Gröfaz“-Mythos ergeben, entwickelten viele Historiker später die Idee eines langangelegten, strategisch durchdachten Blitzkrieges mit entsprechender Planung und Organisation.
Hitler habe nach dem gescheiterten Ersten Weltkrieg erkannt, dass ein grundsätzlich neues Konzept der Kriegsführung für einen Sieg gegen die Westmächte notwendig ist - deren Wirtschafts- und Rohstoffpotential sei auf Dauer nicht zu entgegnen. Die deutsche Führung wollte deshalb die Stellungskriege des Ersten Weltkrieges durch Blitzkriege vermeiden und die Gegner nach und nach unterwerfen. Die besetzten Gebiete sollten durch Auspressung ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit das der Deutschen sukzessiv vergrößern um letztlich mit
1 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499189.html
3
den Alliierten Schrittzuhalten. Diese Theorie von der langfristigen Blitzkriegsplanung Hitlers wurde schon 1945 in den USA begründet und setzte sich auch in Deutschland durch. 2 In einer beliebten These wird gerne behauptet, Hitler habe - sich der eigenen, unterlegenen Wirtschaftskraft bewusst - eine Blitzkriegswirtschaft betrieben. So etwa der Wirtschaftshistoriker Alan S. Milward: Hitler hätte sich bewusst einer taktischen Tiefenrüstung entsagt, um die Konzentration auf eine schnell zur Verfügung stehende Breitenrüstung zu legen. 3 Mit dieser Vorgehensweise wäre es denkbar gewesen, die notwendigen Blitzkriege schrittweise und erfolgreich zu führen. Durch die Breitenrüstung sollte zeitweise ein temporärer Vorsprung im Rüstungswesen gegenüber dem jeweils künftigen Feind erzielt werden.
Hier stellt sich die Frage, ob die deutsche Führung diese Blitzkriegsplanung in all ihren erforderlichen Dimensionen von Anfang an durchdacht habe, oder es nicht viel mehr die Historiker und Geschichtsschreiber waren, die rückblickend entsprechende Verknüpfungen konstruierten.
2. Verhalten und Konzeption der Kriegsgegner
2.1 Kriegskonzept der Alliierten
Hitler dachte und hoffte anfangs noch darauf, dass die Westmächte keine Bestrebung hätten ernsthaft zu kämpfen. Er stützte sich vor allem auf die überwiegend pazifistische Stimmung in Frankreich, die sich in der Losung „Mourir pour Danzig? - Non“ (zu Deutsch etwa „Sterben für Danzig? - Nein“) ausgedrückt hat. 4 Zwar waren die in Frankreich stationierten Truppen den an der Westgrenze bediensteten Deutschen verhältnismäßig klar überlegen, doch die Alliierten überschätzten die Kapazität des Westwalls und verhielten sich deshalb abwartenddefensiv. Der französische General Gamelin bspw. nahm an, nur durch erhebliche Luftunterstützung und massivem Einsatz der Artillerie sowie hoher Truppenaufstockungen den Westwall bezwingen zu können und tätigte in diesem Zusammenhang auch die Aussage
2 Frieser, Karl-Heinz, Ardennen - Sedan. Militärhistorischer Führer durch eine europäische
Schicksalslandschaft, 1. Auflage, Frankfurt a.M./Bonn, 2000, S. 22.
3 Milward, Alan S., Der Einfluß ökonomischer und nicht-ökonomischer Faktoren auf die Strategie des
Blitzkrieg. In: Forstmeier, Volkmann (Hrsg.), Wirtschaft und Rüstung am Vorabend des Zweiten Weltkrieges,
Droste 1975, S. 189-201.
4 Hoggan, David L., Frankreichs Widerstand gegen den Zweiten Weltkrieg. Die französischen Außenpolitik von
1934 bis 1939, 1. Auflage, Tübingen, 1963, S. 409.
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Arbeit zitieren:
Tom Zeddies, 2010, Das Märchen vom geplanten Blitzkrieg Hitlers, München, GRIN Verlag GmbH
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