Gliederung
1 Einleitung 3
2 Professionsidentität 4
2.1 Martin Buber 4
2.2 Carl C. Rogers 6
3 Der (post)moderne Mensch 8
3.1 Martin Buber 8
3.2 Carl C. Rogers 12
4 Vergleich / Fazit 15
4.1 Professionsidentität 15
4.2 Der (post)moderne Mensch 16
5 Weitere Ansichten 18
5.1 Jürgen Habermas 18
5.2 Otto Speck 19
6 Persönliche Stellungnahme 20
Literaturverzeichnis 27
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1 Einleitung
Die folgende Arbeit befasst sich im Rahmen unseres Seminars „Den Anderen als Anderen sehen“ mit der Thematik des Menschseins in unserer heutigen Gesellschaft. Gerade jetzt, da die Zeit, die im bayerischen Sprachgebrauch auch „Stade Zeit“ genannt wird erst kürzlich im Zentrum unseres Lebens stand und uns immer wieder einmal jährlich zu Solidarität und Besinnlichkeit aufruft, scheint es mir wichtig und interessant zu sein, sich näher mit unserem Dasein zu beschäftigen. Mit Martin Buber kommt der religiöse Aspekt zu tragen, der in der Praxis spätestens durch die Weihnachtskrippe unter dem Christbaum oder den traditionellen Kirchen-besuch wieder Berücksichtigung gefunden hatte. Zudem scheint mir das Fortschreiten der gesellschaftlichen Klassifizierung, die mit dem ins Land gerufenen Begriff „Prekariat“ eine neue Dimension erreicht, ohne das Einbeziehen existentiell wichtiger Fragen zu geschehen. Ziel dieser Arbeit ist es, die als hektisch, unbesinnlich und oberflächlich geltende Gesellschaft kritisch zu beleuchten und aus der Sicht Martin Bubers und Carl C. Rogers zu untersuchen. Wenn dabei von Vergleich die Rede ist, sind damit zwangsläufig, da ich beide vorweg als Humanisten innerhalb ihrer Profession bezeichnen möchte, immer auch Parallelen des methodischen bzw. praktischen Ansatzes Rogers und der postulierten „Ich-Du-Beziehung“ Bubers impliziert bzw. erkennbar, die jedoch hier nur peripher angesprochen werden sollen. Diese Feststellung gründet wie Suter anführt, auf folgender Tatsache: "... ′Wichtige Anregungen erfuhr Rogers durch Kirkegaard und durch Martin Buber (...)′" (Suter, 1986, S.2), was Buber betreffend daran deutlich wird, dass Rogers "in seinen Werken, die nach dem Treffen mit Buber erschienen, [...] zur Kennzeichnung der von ihm geforderten zwischenmenschlichen Beziehung immer wieder den Ausdruck 'Ich-Du-Beziehung im Sinne Martin Bubers' [benützt]" (Suter, 1986, S.2). Aufgrund dieser Feststellung scheint es mir interessant zu sein, trivial formuliert, die Ansichten beider bezüglich des (Zusammen-)Lebens der Menschheit im (post-)modernen Zeitalter zu vergleichen. Den Einstieg wird eine Darstellung der Professionsidentität Bubers und Rogers bilden, Suter nennt dies ihr „Selbstverständnis“, da dies aus meiner Sicht wichtig ist, um ähnliche, aber auch unterschiedliche Ansichten und Meinungen besser nachvollziehen zu können.
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2.2 Carl C. Rogers
Carl C. Rogers ist gerade auch in der Profession der Sozialen Arbeit durch seine personenzentrierte (klientenzentrierte) Beratung mit ihren postulierten fundamentalen Techniken der „Empathie“, „Kongruenz“ und unbedingten „Akzeptanz“ bekannt geworden. Diese Methode gilt als Teil der Humanis-tischen Psychologie, doch Grundlage für seine wissenschaftliche Ausbildung war der logische Positivismus (vgl. Suter, 1986, S.55). Rogers stellte alsbald in seiner praktischen therapeutischen Arbeit fest, dass gesichertes Theorie-wissen über menschliches Verhalten nicht vorausgesetzt werden kann. "′Aber es kann nicht deutlich genug betont werden, dass die Theorien veränderlich und im Fluss sind. Unerbittliche Fakten bleiben dagegen die Phänomene, die sie erklären wollen.′" (Suter, 1986, S.54) Als Ergebnis sieht Rogers wissenschaftliches Arbeiten als einen stetigen und nicht endenden Prozess, der allerdings immer die Wahrheitsfindung zum Ziel hat (vgl. Suter, 1986, S.54). Er spricht von einem inneren Konflikt, der aufgrund der positivistischen Theorie als wissenschaftlichen Grundlage und den Er-fahrungen in der therapeutische Praxis in ihm entfachte (vgl. Suter, 1986, S.55). Die Frage, ob der Mensch nur aus Kausalzusammenhängen handelt oder immer aus freiem Willen, löst er "[...] durch eine friedliche Koexistenz beider Annahmen [...]" (Suter, 1986, S.55). Dadurch verlieren die wissenschaftlichen Theorien ihren "[...] Absolutheitsanspruch [...]" (Suter, 1986, S.56), ohne dabei ihre Notwendigkeit und Brauchbarkeit in Frage zu stellen. Rogers bleibt bei der Annahme, dass in der Erfahrung eine grund-sätzliche Ordnung innewohnt und er beschreibt die Möglichkeit, sich von der Erfahrung „auszuklinken“ und als neugieriger Beobachter sich selbst und andere „unter die Lupe zu nehmen“. Er fordert die Wissenschaft im Allgemeinen dazu auf, sich nicht selbst zu betrügen, denn "je offener und vielseitiger der Mensch sich einem Erfahrungsbereich gegenüber zeigt, umso eher werden seine Vermutungen der tatsächlichen Ordnung entsprechen" (Suter, 1986, S.56). Daraus folgt, dass aus Rogers Sicht keine absolute Wahrheits- und Ordnungsfindung möglich ist, sondern nur etwas, das "[…] verlässlicher ist als Glaube und Meinung und […] zu weiterer Forschung veranlassen kann [...]" (Suter, 1986, S.57) Zentral ist aus seiner Sicht zudem, dass "Wissenschaft und Ethos […] in einer unlösbaren Verbindung [stehen]" (Suter, 1986, S.57) und so sagt er: "′Ich glaube, dass ich bis
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an die Grenzen meiner Fähigkeiten meinen Teil zur Förderung der Verhaltenswissenschaften beigetragen habe. Sollte jedoch das Ergebnis meiner und anderer Bemühungen so aussehen, dass der Mensch ein Roboter wird, der von einer Wissenschaft geschaffen und kontrolliert wird, die er selber ins Leben gerufen hat, dann werde ich in der Tat höchst un-glücklich sein′" (Suter, 1986, S.57). Hinter dieser Aussage verbirgt sich die Kritik an dem Behavioristen Skinner, der aus Rogers Sicht ein naives Ideal der Gesellschaft zu entwickeln versuchte (vgl. Suter, 1986, S.57) („Futurum II“: demnach wird das gesellschaftliche Leben/menschliche Verhalten ausschließlich durch operante Konditionierung gesteuert. Das heißt, Menschen reagieren nur noch auf Reize und alles weitere (auch Normen und Werte) wird Fremdbestimmt. Somit wird subjektive ethische Reflexion nicht mehr vorausgesetzt und der Mensch auf ein „Reiz-Reaktion-Objekt“ reduziert). Suter ordnet Rogers als Wissenschaftler letztendlich dem Kritischen Rationalismus zu, nennt ihn allerdings eher einen Praktiker, der die empirische Evaluation im Gegensatz zu willkürlichen Erkenntnissen für wichtig, aber nicht vollkommen und unfehlbar hält. Ein Mensch den "[...] Achtung von Freiheit und Toleranz" (Suter, 1986, S.58) auszeichnet. Wie bereits erwähnt ist Rogers vor allem durch seine Beratungsmethode bekannt geworden, welche nicht nur im therapeutischen, sondern auch im "[...] zwischenmenschlichen Bereich [...]" (Suter, 1986, S.59) Anwendung fand bzw. findet. Suter sieht auch hier den Beweis dafür, dass für Rogers die Wissenschaft nicht bloße Dogmatik, sondern ein ständiger Prozess ist. Die nichtdirektive/klientenzentrierte Beratungsmethode ist ein Ansatz, der sich von bis dato gängigen Methoden grundlegend abgrenzt, da der Klient selbst sein Problem erkennen und auch lösen soll. Die in der Einleitung bereits genannten Techniken des Beraters werden auch "[...] 'Technik des Spiegelns von Gefühlen' [...]" (Suter, 1986, S.59) genannt. Rogers Ziel war es, "[...] 'eine Wende in der Politik der Therapie herbeizuführen' , wobei Politik im Sinne von Machtverhältnisse zu verstehen ist …. Einsichten vermitteln ihm - das wird zum Schlüssel der Therapie - seine Gefühls- und Erlebniswelt. Die Theorie des Selbst liefert die theoretische Basis, von der her Entstehung und Lösung von psychischen Problemlagen erklärt werden können" (Suter, 1986, S.59/60). Suter sieht allerdings die größere Notwendigkeit im angesprochenen zwischenmenschlichen Bereich. Rogers stimme dieser Übernahme des Ansatzes in außertherapeutische
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Arbeit zitieren:
Michael Zeilbeck, 2007, Der Mensch in der modernen Gesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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