Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Standortwahl und deren Kriterien (Faktoren) 2
2.1. Materialbezogene Standortfaktoren 4
2.2 Arbeitsbezogene Standortfaktoren 5
2.3. Absatzorientierte Standortfaktoren 6
2.4. Staatlich festgelegte Standortfaktoren 7
3. Entscheidungsmodelle der Standortwahl 8
3.1. Quantitative Entscheidungsmodelle 8
3.2. Qualitative Entscheidungsmodelle 9
4. Internationale Standortwahl unter dem Aspekt der Globalisierung 10
4.1. Historie der Globalisierung 11
4.2. Erfordernisse einer erfolgreichen unternehmerischen Globalisierung
von Industrieunternehmen 12
4.3. Chancen einer internationalen Standortwahl 14
4.4. Risiken einer internationalen Standortwahl 16
5. Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit eines Standortes 16
6. Schlussbetrachtung 18
Abbildungsverzeichnis 20
Literaturverzeichnis 20
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1. Einleitung
Früher war der Standort neben dem produzierten Produkt der wichtigste Faktor eines Industrieunternehmens. Jedoch aus zum Teil anderen Gründen als heute. Betriebe hatten sich mit dem Ort oder der Stadt ihrer Wahl identifiziert. Die Voraussetzungen und Möglichkeiten haben sich explizit in den letzten Jahrzehnten durch politische Veränderungen und Verbesserungen in Technik und Logistik erheblich verändert. Grenzen sind verschwommen und Entfernungen überwindbarer geworden. Doch es ergaben sich nicht nur Verbesserungen und Erleichterungen aus diesen Prozessen. Die Kriterien, nach denen ein Standort ausgewählt werden sollte und wird, sind wichtiger denn je.
Diese sogenannten Standortfaktoren sollen zunächst im Folgenden durchleuchtet und verifiziert werden. Anschließend werden gängige Entscheidungsmodelle der analytischen Standortwahl vorgestellt, sodass der Vorgang der
Standortwahlentscheidung hinreichend dargelegt ist. Aufgrund der schon lang anhaltenden Phase der Globalisierung ist es selbstverständlich zusätzlich notwendig, die Standortwahl auf globaler Ebene zu betrachten und die Auswirkungen der Globalisierung auf die Wahl eines unternehmerischen Standorts zu erläutern. Ein Auto eines deutschen Automobilherstellers ist beispielsweise schon lange kein rein deutsches Produkt mehr. Ein finnischer Mobiltelefon-Hersteller lässt seine Produkte auch in China produzieren, wenn ihm daraus ein Nutzenvorteil, welcher Art auch immer, entsteht. Nach einem kurzen Aus- und Rückblick bezüglich der Globalisierung allgemein werden sowohl die erforderlichen Mechanismen einer unternehmerischen Globalisierung sowie Chancen und Risiken einer internationalen Standortwahl thematisiert. Abschließend werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie und mit welchen Maßnahmen ein Staat seine Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig erhöhen und somit sein Land an Attraktivität zunehmen kann.
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2. Standortwahl und deren Kriterien (Faktoren)
Laut empirischen Untersuchungen stellt die Standortwahl für ein Unternehmen eine sehr elementare Entscheidung mit längerfristiger Wirkung dar. Da ein einmal bestimmter Standort im Zuge der Errichtung des Betriebes eine sehr hohe Investition zur Folge hat, ist von der Entscheidung an, die Flexibilität des Betriebes deutlich eingeschränkt. Trotz allem wird die Standortwahlentscheidung von Unternehmensgründern oftmals vernachlässigt behandelt. So berücksichtigen über 60% der befragten Gründer nur einen einzigen Standort. Eine Standortwahl kann sich sowohl auf ein Land, eine Region oder auf einen lokalen Standort innerhalb einer Stadt beziehen. Sie ist bei Betriebsgründung,
Unternehmensverlagerung oder bei Betriebserweiterungen zu treffen. Wobei über die Qualität eines Standortes bereits vor Beginn der Geschäftstätigkeit zu entscheiden ist. (Rosenberger)
Zur Wahl eines Unternehmens-Standortes sind eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren relevant. Die Unterscheidung liegt hierbei sehr gravierend daran, ob es sich um einen Sitz oder um eine Betriebsstätte handelt. Bei einem Sitz ist es wichtig, welches Rechts- und Steuersystem im betreffenden Land vorherrscht. Wobei für Betriebsstätten völlig andere Kriterien in Betracht kommen. Entscheidend ist, dass die Ziele und Erwartungen eines Unternehmens erfüllt werden können. Dabei spielt der Gewinn selbstverständlich eine tragende Rolle. (Dey, Veith, & Wilde, 2003, S. 82); (Kreis, 1993, S. 161) Laut Wöhe ist die perfekte Standortwahl die, „an dem ceteres paribus die Differenz zwischen standortbedingten Erträgen und standortabhängigen Aufwendungen die größtmögliche ist.“ (Wöhe, Einführung in die allgemeine
Betriebswirtschaftslehre, 1997, S. 323)
„Standortfaktoren sind die variablen standortspezifischen Bedingungen, Kräfte, Einflüsse etc., die sich positiv oder negativ auf die Anlage und Entwicklung eines Betriebs auswirken; sie sind als wirtschaftliche Vor- und Nachteile zu begreifen, die aus dem Niederlassen eines Unternehmens an einem bestimmten Standort resultieren.“ (Gabler Wirtschaftslexikon)
Eine Standortwahl stellt sich zu aller erst als Bedürfnis des Unternehmens dar. Das heißt, welche Anforderungen es an den potenziellen Standort stellt. Es gibt mannigfaltige Parameter, nach denen man die Vielzahl von verschiedenen
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Faktoren systematisieren könnte. Ein sehr einfaches Modell zeigt sich in der nachfolgenden Grafik (Abb.1). Da in dieser Ausarbeitung hauptsächlich das produzierende Gewerbe im Fokus steht, hat die Systematisierung nach Zugehörigkeit zur Leistungserstellung in diesem Fall Priorität. Verschiedene Systematisierungen sprechen im Hauptsächlichen die gleichen Faktoren an. Dadurch treten hier oftmals Überschneidungen auf. (Gabler Wirtschaftslexikon); (Dey, Veith, & Wilde, 2003, S. 83-84)
Quelle: Eigene Darstellung nach (Dey, Veith, & Wilde, 2003, S. 84); (Gabler Wirtschaftslexikon); (Anerni); (Müller & Kornmeier, 2000)
Ergänzend soll anhand der Abbildung 2 verdeutlicht werden, welche Bedeutung in der Praxis den einzelnen Kriterien tatsächlich zukommt. Stockholm rangiert beispielsweise bei einer allgemeinen Experten-Umfrage bezüglich der Standort-Attraktivität nur auf Rang 18, obwohl die schwedische Hauptstadt beim Grad der Umweltbelastung am besten bewertet wurde und bei der Lebensqualität der insgesamt 30 bewerteten Städte immerhin auf Rang 9 lag. (Müller & Kornmeier, 2000, S. 110f)
Arbeit zitieren:
Christian Röse, 2009, Internationale Standortwahl von Industrieunternehmen, München, GRIN Verlag GmbH
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