2
Inhalt
0 Einleitung 3
1 „Karl der Große“ - Entstehung 4
1.1 Inhalt 4
1.2 Datierung 4
1.3 Überlieferung 6
1.4 Quellen 7
2 Inhaltlicher und formaler Vergleich zwischen dem Karl und dem Rolandslied 8
2.1 Die Sonderstellung der ersten 604 Verse 8
2.2 Formale Änderungen 10
2.3 Zusätze, Erweiterungen und Auslassungen 10
2.4 Weltlichkeit versus Geistlichkeit 12
3 Fazit 16
Literaturverzeichnis 17
3
0 Einle eitung
rl 1 im Mit Nach BÖHM ( (1995, S. 148) „erf freute sic h der Ka ttelalter g größter Belieb btheit un nd verdrä ngte offen nsichtlich die Reze eption des s altertüm mlichen DES 2 [des ROLA ANDSLIED Pfaffen Ko onrad] völl lig.“ Laut B BARTSCH H (1857, S . XLV) jedoc h steht „d der Strick er […] da aher gege en Konrad d in dem nachtheil e des übers setzers ge egenüber seinem o riginale. W Wir erhalt en so sta att der wa armen frisch en schilde erung, wie e wir sie bei Konra ad finden, nur zu o oft einen m matten abgla nz“. Mit de em Karl ha at der Stri cker ein W Werk gesc haffen, da as besonde ers für die Ü berlieferun ng der Kar rlsgeschich hte eine g roße Rolle e spielt, ab ber es sch einbar nicht vermag a aus dem S Schatten d der Vorlag e, des RL L des Pfaf ffen Konra ad, zu treten n.
Mit d iesen Ver rsen kann der Stric cker durch h die Selb bstnennung g Strickæ re als erden 4 . Eb Autor des We rkes „Kar l der Gro oße“ ident tifiziert we benso wir d das rochen 5 , w Progr ramm des erniuwen ns angespr welches de er Autor i m Karl ve erfolgt. Doch ob es si ch bei de er Karlsbe arbeitung des Stric ckers tatsä ächlich um m eine Erneu uerung de r Vorlage handelt o oder ledig glich um e eine Übers setzung in n eine ache 6 soll mode ernere Spra in der vorl iegenden Arbeit disk kutiert wer rden.
Um d er Frage n nach dem Grad der Erneuerun ng des Ka arlsstoffs n nachzugeh en, ist
1 Geme eint ist das W Werk „Karl de er Große“ vo m Stricker. D Die Abkürzun ng Karl wird i in dieser Arb beit
beibeh alten.
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es zunächst notwendig, die Entstehungsgeschichte des Karl genauer zu betrachten. Anschließend soll ein Vergleich des Karl mit dem RL angestellt werden. Jedoch wird dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Vielmehr ist es Ziel der Arbeit, anhand des Aufbaus und ausgewählter inhaltlicher Besonderheiten einen Überblick zu entwickeln, der es zulässt, eine Lösung der oben aufgeworfenen Fragestellung zu skizzieren.
1 „Karl der Große“ - Entstehung
1.1 Inhalt
In Strickers Karl geht es um Karl den Großen, der von einem Engel zu einem Bekehrungs- und Eroberungsfeldzug nach Spanien aufgefordert wird. Dieser verläuft zunächst erfolgreich und Roland bekommt die Königswürde übertragen, weshalb er sich nun dem spanischen (und heidnischen) König Marsilie im Kampf stellen muss. Durch den Verrat Geneluns endet die kämpferische Auseinandersetzung mit dem Untergang aller Kriegsbeteiligten. Es folgt ein Rachefeldzug Karls gegen Pâligâns Heer, der im Zweikampf zwischen Pâligân und Karl endet, aus dem letztgenannter und somit die Christen als Sieger hervorgehen.
1.2 Datierung
Die Entstehung des Karl wird in der Sekundärliteratur in der ersten Hälfte des 13. Jahrhundert angesiedelt, genauer genommen zwischen 1215 und 1233. Dieser Datierung werden verschiedene Argumente zugrunde gelegt, die zum Teil im Zusammenhang mit einem Karlskult entwickelt werden, da eine Motivation laut SINGER „nicht allein mit der Person des Strickers gegeben sein kann, [sondern] vielmehr […] mit einer öffentlichen Motivation zu rechnen ist. 7
7 Vgl. GEITH 1977, S. 189.
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SINGER sieht als Motivation das Translationsfest 1215 8 und SCHNELL (1983, S. 350) legt als terminus post quem das Jahr 1217 fest, da dem Karl Kenntnisse des Willehalm zu entnehmen sind und dieser wiederum nicht vor 1217 beendet wurde. Außerdem spricht er sich für einen terminus ante quem 1220 aus und begründet dies zum einen mit der „Verbindung von Aachen, religiöser Karlsverherrlichung und Königskrönung im Jahr 1215“ 9 und zum anderen mit der Wahl Heinrichs (Sohn von Friedrich II.) zum deutschen König in Frankfurt, was SCHNELLs Ansicht nach nicht „zur programmatischen Verteidigung des deutschen Königswahlrechts, das in Aachen ausgeübt werden soll“ 10 , passt. VON DER BURG (1974, S. 355) verbindet die Entstehung Karls mit dem „Aufbruch Friedrich[s] II. zum Römerzug […], der als Kreuzzug fortgesetzt werden sollte“ 11 und folgt damit hinsichtlich der Frage der Datierung SCHNELL mit dem Jahr 1220.
Eine spätere Datierung wird von SCHNELL (1983, S. 350) verneint. So argumentiert er, dass das Erlangen des Titels ‚König von Jerusalem‘ von Friedrich II. durch die Hochzeit 1225 mit der Erbin des Königreiches Jerusalem vom Stricker nicht unbeachtet geblieben wäre und zumindest eine Aufnahme in den Katalog der eroberten Länder zur Folge gehabt hätte. Ebenso sei eine spätere Datierung fragwürdig, da Friedrich II. 1228/29 „David als Vorbild über Karl stellt“. 12
GEITH (1977, S. 188) hingegen positioniert den Karl zeitlich zu dem 1233 einsetzenden Karlskult in Zürich.
All diesen Erwägungen ist hinzuzufügen, dass in Anbetracht des Wirkungszeitraums des Strickers zwischen 1220 und 1250 eine Entstehung vor 1220 unwahrscheinlich erscheint. Weiterhin gilt es als gesichert, dass die beiden großen Versepen des Strickes, der Karl und Daniel von dem Blühenden Tal, vor den kleinepischen Werken entstanden sind 13 und den Beginn seines
8 Ebd.
9 Vgl. SCHNELL 1983, S. 350.
10 Ebd.
11 Vgl. VON DER BURG 1974, S. 355.
12 Vgl. SCHNELL 1983, S. 350.
13 An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Chronologie vom Karl und Daniel nicht
abschließend geklärt werden konnte (Vgl. Verfasserlexikon 1995, Sp. 423).
Arbeit zitieren:
Julia Limmer, 2011, "Karl der Große" - Bearbeitung des Rolandsliedes durch den Stricker, München, GRIN Verlag GmbH
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