Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung II
Abstract III
Abk ürzungsverzeichnis IV
Schl üsselbegriffe V
Einleitung 1
1 Kapitel 1 5
1.1 HIPPY 5
1.1.1 Das Projekt HIPPY 5
1.1.2 Definition 5
1.1.3 Geschichte von HIPPY 6
1.1.4 Forschung 6
1.1.5 Die Dachorganisation 7
1.1.6 Das Stammprojekt in Österreich 7
1.1.7 Entwicklung von HIPPY in Österreich 7
1.1.8 Expansion von HIPPY in Österreich 8
1.1.9 Die Zielgruppe von HIPPY in Österreich 9
1.1.10 Mission und Vision des Projekts 11
1.1.11 Strukturelle Qualitätsmerkmale von HIPPY 11
1.1.11.1 Paraprofessionals - Hausbesucherinnen 11
1.1.11.2 Praxisorientiertes Material 12
1.1.11.3 Triangularer Ansatz. 12
1.1.11.4 Weibliche Koordinatoren 12
1.1.11.5 Niederschwelligkeit - Erreichen der KlientInnen 13
1.1.12 Ziele von HIPPY 13
1.1.13 Das Programm von HIPPY 14
1.1.13.1 Wissenschaftliche Literatur in Österreich 14
2 Kapitel 2 15
2.1 Qualität 15
2.1.1 Was ist Qualität? 15
2.1.2 Wer sind die Kunden und Kundinnen von NPOs? 17
2.1.3 Definition von Stakeholder 18
2.1.4 Definition von Qualitätsmanagement 19
VII
2.1.5 Prinzipien von Qualitätsmanagement 20
2.1.6 Qualitätsmanagementsysteme (QMS) 22
2.1.6.1 Ein QMS nach den ISO-9000-Normenfamilien. 22
2.1.6.2 Der Ansatz des Total Quality Management (TQM) 24
2.1.6.3 European Foundation for Quality Management (EFQM) 25
2.1.6.4 Balanced Scorecard (BS)C 27
2.1.6.5 Service Assessment 28
2.1.6.6 (Selbst) Evaluation (Self Assessment) 28
2.1.7 Gemeinsamkeiten der Q-MSysteme 28
2.1.8 Unterschiede und Begrenztheit der Q-MSysteme 28
3 Kapitel 3 30
3.1 Qualität und soziale Organisationen 30
3.1.1 Qualitätsdiskussion im Kontext sozialer Organisationen 30
3.1.2 Effektivität versus Effizienz 31
3.1.3 Anforderungen an Soziale Einrichtungen 31
3.1.4 Was sind die Merkmale einer NON - Profit Organisation? 33
3.1.5 Wie unterscheiden sich aber NPOs von gewinnorientierten Unternehmen? 36
3.1.6 Soziale Arbeit als Dienstleistung 37
3.2 Qualitätsmanagementsysteme in der Sozialen Arbeit 38
3.2.1 (Aus) Wirkungen der Managementsysteme 39
3.3 Die Bedeutung von Qualität für Soziale Dienstleistungen 41
3.3.1 Was bedeutet Qualität aus der Sicht der Anspruchsgruppen? 42
3.3.2 Kostenträger als Anspruchsgruppe von HIPPY 44
3.3.3 Qualitätsmanagement als Abbildungsform der Sozialen Arbeit 46
3.4 Struktur- Prozess- Ergebnisqualität 48
3.5 Qualitätsdebatte bei HIPPY 50
3.5.1 Die Situation von HIPPY in Österreich 50
3.5.2 Internationale Erfolge von HIPPY 51
3.5.3 Nationale Erfolge in Österreich 51
3.5.4 Nutzen der TeilnehmerInnen von HIPPY 52
3.5.5 Nutzen der Gesellschaft und der Wirtschaft von HIPPY 53
4 Kapitel 4 55
4.1 Die Untersuchung 55
4.1.1 Das qualitative Forschungsdesign 55
4.1.2 Das Experteninterview 56
VIII
4.1.3 Die Durchführung der Interviews 56
4.1.4 Der Leitfaden 57
4.1.5 Die Datenerhebung 60
4.1.6 Die Untersuchungsstichprobe 61
4.2 Die Auswertung 61
4.2.1 Methode der Auswertung 61
4.2.2 Transkription der Interviews 63
5 Kapitel 5 63
5.1 Ergebnisse 63
5.1.1 Darstellung der Dimensionen 63
5.1.2 Interpretation der Ergebnisse 64
5.1.2.1 Potenzialqualität 65
5.1.2.1.1 Personalmanagement 65
5.1.2.1.1.1 Personalstruktur 65
5.1.2.1.1.2 Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen 67
5.1.2.1.2 Ziele 68
5.1.2.1.3 Förderungen 70
5.1.2.2 Dimension: Prozessqualität 73
5.1.2.2.1 Öffentlichkeitsarbeit von HIPPY aus Sicht der Fördergeber 73
5.1.2.2.2 Strategien 75
5.1.2.2.2.1 Leistungsfeldstrategie von HIPPY 75
5.1.2.2.2.2 Segmentierungsstrategie von HIPPY 77
5.1.2.2.2.3 Methoden 78
5.1.2.2.2.4 Positionierung von HIPPY 80
5.1.2.2.2.5 Ort der Leistungserbringung 82
5.1.2.3 Ergebnisqualität 83
5.1.2.3.1 Qualität 83
5.1.2.3.1.1 Qualitätsbegriff 83
5.1.2.3.1.2 Qualität in Bezug auf HIPPY aus Sicht der Fördergeber 84
5.1.2.3.1.3 Effektivität der Leistung aus Sicht der Fördergeber 86
5.1.2.3.2 Erfolgspotenzial 87
5.1.2.3.2.1 Zufriedenheit der/der Fördergeber 87
5.1.2.3.2.2 Kosten-Nutzen 89
5.1.2.3.3 Forschung 92
5.1.2.3.4 Erwartungen der Fördergeber 93
IX
6 Zusammenfassung und Ausblick 96
Literaturverzeichnis 104
Abbildungsverzeichnis 112
Anhang 113
X
Einleitung
Bedingt durch die Veränderung ökonomischer Rahmenbedingungen sowie die Kommerzialisierung und auch die Internationalisierung von Projekten, die nicht gewinnorientiert arbeiten, bzw. Projekte des dritten Sektors, hat die Bedeutung der Qualitätssicherung für das langfristige Überleben der Projekte deutlich zugenommen. Durch die zunehmende Summierung der Anbieter, die mit ähnlichen Zielvorgaben arbeiten, kommt es zu einer erhöhten Wettbewerbsidentität im Ressourcen- und Leistungsabgabebereich. Die Zeiten der vermeintlichen Monopole sind vorbei, stattdessen hat sich eine marktähnliche Situation im NPO Bereich herausgebildet. Aufgaben haben sich immer mehr ausdifferenziert und die daraus resultierende Konkurrenz der oft zahlreichen unterschiedlichen Anbieter wurde in den letzten Jahren immer mehr zur Realität.
In der Literatur findet sich nach Arnold dazu folgende Definition: „Die Gründe für eine intensivere Beschäftigung mit Qualitätsfragen in sozialen Projekten sind insbesondere in dem höheren Legitimations- und Leistungsdruck zu finden.“ (Arnold 2009: 49). Nun werden Soziale Dienstleistungen, die nicht auf Gewinn ausgerichtet sind, durch Kostenträger (ko) finanziert. Damit die für NPOs benötigten finanziellen Mittel erlangt werden können, verlangt es nach einer Legitimation der Maßnahmen für Soziale Projekte dem Fördergeber gegenüber. Nicht nur der allgemein immer wieder zitierten knappen Ressourcen wegen ist eine Transparenz des Mitteleinsatzes dem Fördergeber gegenüber notwendig, sondern auch das Wissen, dass die Fördermittel optimal eingesetzt werden, stellt eine Vertrauensbasis zwischen Geldgeber und Fördernehmer dar. Für die Gewinnung von Fördergebern und schließlich auch für die langfristige Existenzsicherung der Sozialen Organisation scheint es nun folglich als elementar, die Effektivität und die Effizienz der Dienstleistungen nachzuweisen. Wie bereits erwähnt sind, in der heutigen Zeit und zukünftig, öffentliche Mittel knapp bemessen, wodurch die Forderung nach einem Nachweis zweier Eigenschaften zunehmend lauter wird: sowohl der Fachlichkeit als auch der Wirksamkeit werden immer größere Bedeutung beigemessen. NPOs müssen ihren Mitteleinsatz den zahlreichen Stakeholdern mit oft widersprüchlichen Anforderungen gegenüber rechtfertigen. Das ist wiederum nur durch einen detaillierten Nachweis der Effektivität
1
und der Effizienz möglich. Zusätzlich zu dieser Prämisse muss die Kausalität im eingereichten Konzept klar definiert sein. Erst durch diese Gegebenheiten ist für einen potentiellen Fördergeber die Qualität des Projekts ersichtlich. Im Endeffekt wird die Höhe der finanziellen Zuwendung, durch einen Qualitätsnachweis, z. B. regelmäßige Evaluierungsberichte, beeinflusst. D. h., eine Legitimation sozialer Organisationen ist nachhaltig zu prüfen und nachzuweisen.
Die Qualitätsdiskussion hat somit als unverzichtbarer Existenzpol in sozialen Projekten an Wichtigkeit gewonnen.
Das Projekt HIPPY, welches als internationales und erfolgreiches Integrationsprojekt gilt, weist eine Menge an Qualitätsmerkmalen auf. Durch große Erfolge in diversen Ländern, konnte das Projekt weitgehend exportiert werden. Vorerst expandierte das Projekt in Jerusalem, nach und nach konnte sich das Projekt schließlich bis nach Europa durchsetzen und einen enormen Bekanntheitsgrad in zwölf Staaten gewinnen. Interessant scheint hierbei, dass bei der Expansion des Projekts HIPPY in Österreich Schwierigkeiten aufgetreten sind und nach wie vor auftreten, obwohl das internationale Projekt insgesamt maßgeblich an Bedeutung gewonnen hat und seit mehr als 40 Jahren qualitative Arbeit vorweisen kann. Warum ergeben sich nun diese Schwierigkeiten? Zum einen sind keine Verschriftlichungen über das Projekt HIPPY in Österreich zu finden und zum anderen kann festgestellt werden, dass es, trotz der erfolgreichen Expansion des internationalen Projektes, in Österreich weitestgehend unbekannt geblieben ist. Möglicherweise kann dies auf ein Defizit in der Öffentlichkeitsarbeit zurückgeführt werden, die wiederum die Wahrnehmung der Bevölkerung auf das Projekt beeinflusst. Könnte ein innerstaatlicher Qualitätsnachweis der Arbeit das Projekt HIPPY positiv unterstützen? Die Tatsache, dass sich die international qualitativ hochwertige Organisation in Österreich bisher nicht durchsetzen konnte, stellt ein offensichtliches Manko in der Qualitätsfrage und Qualitätsdiskussion des Projekts HIPPY in Österreich dar, welches in dieser Arbeit noch eingehend diskutiert wird. Betrachtet man die gegenwärtige wirtschaftliche Situation, die eine klare Positionierung eines Projektes bzw. einer sozialen Organisation verlangt, scheint gerade dieser Unbekanntheitsgrad ein großes Hindernis für eine Etablierung des Projekts HIPPY in Österreich zu sein.
2
Auf der einen Seite steht dem Qualitätsnachweis des international erfolgreichen Programms von HIPPY nichts im Wege, auf der anderen Seite ist zu hinterfragen, ob diese Qualitätsmerkmale des Projekts HIPPY in Österreich auch den regionalen Fördergebern bekannt sind. Die Fördergeber sind ein wichtiger Stakeholder des Projekts und stellen eine unverzichtbare Ressource für HIPPY in Österreich dar. Eine mögliche Chance für das Projekt um sich in der Zukunft zu etablieren, wäre eine Befragung der Kostenträger, denn die Legitimationsanforderung des Projekts HIPPY in Österreich gegenüber den Kostenträgern erscheint als notwendige Grundlage, um weiter existieren zu können.
Der auf wissenschaftlicher Literatur basierende erste Teil des Working Papers gibt zunächst einen Überblick über Grundbegriffe, Ziele, Aufwand und Nutzen eines Qualitätsmanagementsystems und zeigt eine Verbindung zu HIPPY in Österreich auf. Hier soll Schritt für Schritt auf die Forschungsfrage hingeführt werden und die daraus resultierenden Informationen als Vorwissen für die qualitativen Interviews dienen. Nach dem gewonnenen theoretischen Vorverständnis werden anhand einer empirischen Untersuchung ausschließlich die Qualitätsmerkmale des „Integrationsprojektes HIPPY in Österreich“ aus Sicht der regionalen Fördergeber erarbeitet. Für diese Erhebung wurden vier Einrichtungen im Bundesland Wien kontaktiert, die als unmittelbare regionale Fördergeber von HIPPY identifiziert werden konnten. Die Erhebung erfolgte mit Hilfe von qualitativen Interviews bei denen VertreterInnen von Geld gebenden Einrichtungen gebeten wurden, die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität vom „Integrationsprojekt HIPPY in Österreich“ aus ihrer Sicht zu erläutern. Die Forschungsfrage, die im Rahmen dieser Arbeit diskutiert wird, lautet deshalb wie folgt: Welche Qualitätsmerkmale liegen dem Integrationsprojekt HIPPY in Österreich aus Sicht der regionalen Fördergeber zugrunde? Die Antworten auf diese Frage sollen regionale Fördergeber von HIPPY liefern.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in insgesamt 5 Kapitel. In Kapitel 1 wird allgemein das Projekt HIPPY erläutert und auf dessen Geschichte (speziell die Entwicklung in Österreich), dessen Zielgruppe, Mitarbeiter, Ziele und strukturelle Qualitätsmerkmale eingegangen. In Kapitel 2 werden Qualität, Qualitätsmanagement und
3
Qualitätsmanagementsysteme definiert. Im darauf folgenden 3. Kapitel wird speziell auf Qualität innerhalb von Non-Profit Organisationen eingegangen. Hier wird die Qualität sozialer Dienstleistungen und drei Dimensionen der Qualitätsmessung näher erläutert. Weiteres konzentriert sich dieser Abschnitt auf Qualitätsmanagementsysteme in der Sozialen Arbeit und zusätzlich beschäftigt sich dieser Abschnitt mit der Qualitätsdebatte von HIPPY. Einerseits werden Herausforderungen des Projekts in der Qualitätsdebatte diskutiert, andererseits werden der Nutzen von HIPPY und die ersten Erfolge von HIPPY in Österreich präsentiert.
Kapitel 4 behandelt den empirischen Teil, wobei der Fokus hier vor allem auf der Methode und der Auswertung liegt. Kapitel 5 präsentiert die Ergebnisse der Befragung. Die anschließende Zusammenfassung gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten der Ergebnisse dieser Masterarbeit. Eine SWOT-Analyse aus Sicht der regionalen Fördergeber soll abschließend konkret die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von HIPPY in Österreich aufzeigen, um den Erfolg und somit die Existenz des Projekts in Österreich zu sichern.
4
1 Kapitel 1
1.1 HIPPY
1.1.1 Das Projekt HIPPY
Um sich der Fragestellung anzunähern, muss zuerst das Projekt HIPPY vorgestellt werden. Gesamt gesehen erfreut es sich großer internationaler Bekanntheit und kann auf eine mehr als 40 jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Auch in Deutschland wird das Projekt seit 1991 betrieben; im Gegensatz dazu befindet sich das Integrationsprojekt HIPPY in Österreich noch in der Start- bzw. in der Entwicklungsphase der Implementierung. Im folgenden Kapitel wird sowohl eine Definition sowie Zahlen, Daten und Fakten des Untersuchungsgegenstandes HIPPY dargestellt und ein kurzer Abriss der Projektgeschichte dargelegt.
1.1.2 Definition
HIPPY steht für die Abkürzung Home Instruction for Parents of Preschool Youngsters und bedeutet frei übersetzt „Hausbesuchsprogramm für Eltern mit Vorschulkindern“. In der internationalen Literatur von HIPPY wird das Projekt als ein pädagogisches Unterstützungsprogramm für Eltern beschrieben, um ihre Kinder fit für die Schule zu machen. Es wird großen Wert auf die Stärkung der Eltern gelegt, ihre Kinder selbst zu fördern, eben mit Hilfe von standardisierten Spiel- und Lernmaterialien, die von HIPPY International produziert werden. Die Betroffenen müssen für das Lernmaterial einen geringen Selbstkostenbeitrag leisten (vgl. HIPPY International, online). In der deutschsprachigen Literatur wird darauf hingewiesen, dass HIPPY ein
ganzheitliches, außerinstitutionelles, interkulturelles und besonders niederschwelliges 1 Bildungs- und Frühförderprogramm für Familien mit Kindern zwischen 4 und 6 Jahren ist. Es soll bildungs- und sozial benachteiligten Familien, in erster Linie solchen mit Migrationshintergrund, als unterstützende Maßnahme dienen, um die Kinder auf den Schuleintritt vorzubereiten (vgl. Evaluierungsbericht zum Beobachtungszeitraum 1.1.2009-31.12.2009, Programmdurchlauf Wien 2009: 3). Vor diesem Hintergrund kann HIPPY als Integrationsprojekt für Migrantenfamilien mit Vorschulkindern gesehen werden.
1 Vgl. S. 13
5
1.1.3 Geschichte von HIPPY
Bereits 1969 wurde das Programm von Professor Avima Lombard an der Hebräischen Universität in Jerusalem entwickelt. Vorerst galt es als einzelnes Forschungsprojekt und hatte die Aufgabe, häusliche pädagogische Interventionen mit sozial schwachen und bildungsfernen Einwandererfamilien mit ihren Vorschulkindern durchzuführen. Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase wurde das Programm 1975 mit der Unterstützung des Kulturministeriums landesweit durchgeführt. Durch den großen Erfolg konnte das lizenzierte Programm schließlich weiter expandiert werden. Vorerst geschah dies nur im eigenen Land, nach und nach exportierte HIPPY International bis nach Europa. Heute nehmen weltweit mehr als 22.000 Familien in 12 Staaten an HIPPY teil. Neben Israel sind Australien, Deutschland, El Salvador, Kanada, Neuseeland, Südafrika, USA, Italien und die Schweiz weitere teilnehmende Länder. In Dänemark und in Argentinien befinden sich derzeit Projekte von HIPPY im Aufbau. In modifizierter Form wird mit diesem Programm auch in der Türkei und in den Niederlanden gearbeitet. Wegen des nachweislich großen Erfolges wird das Programm in weiteren Länder geplant (vgl. HIPPY International, online).
1.1.4 Forschung
Unter wissenschaftlicher Leitung wird das Programm stets weiterentwickelt und soziokulturellen Erfordernissen angepasst. Das Programm unterliegt den von HIPPY International vorgegebenen Qualitätskriterien, wie etwa der verpflichtenden Teilnahme der ProjektleiterInnen und KoordinatorInnen an internen Aus-und
Weiterbildungsveranstaltungen sowie den Richtlinien bezüglich Aufbau- und Ablauforganisation, Dokumentations- und Evaluierungsberichte (vgl. HIPPY Österreich, online).
Durch die verpflichtenden Evaluierungsstudien der Projekte, die jährlich durchgeführt werden, ist eine große Menge an wissenschaftlicher Literatur vorzufinden. Vor diesem Hintergrund ist interessant zu vermerken, dass kaum themenbezogene Literatur in Österreich aufzufinden ist. Abgesehen von den verpflichtenden Evaluierungsberichten der Trägerorganisationen „beratungsgruppe.at“ und ALPHA NOVA liegen in
Österreich keine weiteren Publikationen zu diesem Thema vor.
6
1.1.5 Die Dachorganisation
Als Dachorganisation fungiert HIPPY International unter der Leitung von Dr. Miriam Westheimer in den USA mit Sitz in New York und Jerusalem. HIPPY International ist ein Netzwerk mit drei Teilzeitmitarbeiter/Innen: Dr. Miriam Westheimer als Director, Dr. Pamela Lubell als International Programme Developer und Carol Ginsburg als Administrative Assistant (vgl. HIPPY International Annual Conference, online). Die Urheberrechte an dem HIPPY-Programm hält die Hebräische Universität von Jerusalem. Alle adaptierten HIPPY-Programme müssen, gleichgültig in welchem Land sie ihren Sitz haben, eine Vereinbarung mit der Hebräischen Universität unterzeichnen. Ein nationales Programm, wie es in Österreich umgesetzt wurde, muss zusätzlich eine Sublizenz (Unterlizenz) unterzeichnen (vgl. HIPPY International, online). Über die Einräumung der so genannten Sublizenz (Unternutzungsrechte) darf somit auch dritten Personen die Verwendung der Inhalte gestattet werden.
1.1.6 Das Stammprojekt in Österreich
Im 12. Wiener Gemeindebezirk, befindet sich das Stammprojekt von HIPPY in Österreich. Der gemeinnützige Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung, „beratungsgruppe.at“, ist die Trägerorganisation des nationalen Programms. HIPPY Österreich ist Lizenzgeber für weitere HIPPY-Träger in Österreich. Die Berechtigung dafür ist mit HIPPY International vertraglich geregelt (vgl. HIPPY Österreich, online). Lizenzgeber bedeutet, dass der Verein für Informationsvermittlung, Bildung und Beratung, „beratungsgruppe.at“, somit Ansprechpartner für zukünftige HIPPY-Programme im Bundesstaat ist. Das Team Österreich setzt sich aus drei MitarbeiterInnen zusammen, nämlich der Geschäftsführerin der „beratungsgruppe.at“, Fr. Liesl Frankl, dem Projektleiter HIPPY und dem Generalsekretär der „beratungsgruppe.at“, Hr. Wolfgang Kratky und der Koordinatorin des Wiener Stammprojekts und pädagogische sowie administrative Unterstützung des bundesweiten Ausbaus, Fr. Michaela Krottendorfer (vgl. Hippy Österreich, online).
1.1.7 Entwicklung von HIPPY in Österreich
Unter Anleitung von HIPPY Deutschland wurde ein Projekt in Österreich vorbereitet und im Mai 2007 als eigenständiges nationales Pilotprojekt in Wien Meidling gestartet (vgl. Bericht und Evaluation 2007: 3). Hier drängt sich die Frage förmlich auf, warum
7
sich ein seit vielen Jahren international so erfolgreiches Modell erst Anfang des 21. Jahrhunderts in Österreich durchsetzten konnte.
Zu Beginn wurden 24 türkische Familien betreut und begleitet. Die Startphase wurde aus Fördermitteln der Gemeinde Wien, MA 17 Integrations- und Diversitätsangelegenheiten, auf Initiative von Stadträtin Sandra Frauenberger hauptfinanziert und vom Bezirk Meidling/Kultur unterstützt. Von Anfang an standen Kooperationspartner wie die VHS Meidling und die Kindergärten der Stadt Wien zur Verfügung. Ab Herbst 2008 verdoppelte sich die Anzahl der zu betreuenden Familien auf mindestens 48. Im Berichtszeitraum 2009 wurden insgesamt 93 Familien betreut (vgl. Bericht und Evaluation 2007: 3).
Drei Jahre nach der Umsetzung des ersten Projektes in Österreich vergrößerte sich der Bekanntheitsgrad des Projekts nur marginal und von einer Stabilisierung von HIPPY in Österreich kann nach wie vor nicht die Rede sein.
1.1.8 Expansion von HIPPY in Österreich
In kleinen Schritten expandiert HIPPY in weitere Bundesländer. Durch die Unterstützung der Dachorganisation in Österreich „beratungsgruppe.at“ funktionierten im Jahr 2009 schließlich weitere zwei Implementierungen des Integrationsprojektes HIPPY erfolgreich, nämlich in Graz und in Ebreichsdorf. In Graz wird HIPPY vom Verein Alpha Nova (GesmbH) durchgeführt, wo zur Zeit 24 Familien mit türkischem, kurdischem, afrikanischem und
BKS-Migrationshintergrund betreut werden. Finanziert wird HIPPY Graz von: EIF, BMI und der Stadt Graz. Zu verzeichnen ist, dass das Land Steiermark sich bisher an der Förderung nicht beteiligt hat (vgl. HIPPY Bildungs- und Förderprogramm für Familien mit Migrationshintergrund, online).
Durch die vorerst zurückgenommenen mündlichen Förderversprechen verzögerte sich die Implementierung des Projekts in Ebreichsdorf (vgl. HIPPY Bildungs- und Förderprogramm für Familien mit Migrationshintergrund, online). Nun wird in den lokalen Medien von Ebreichsdorf berichtet, dass das Zusammenleben zwischen Zugewanderten und Aufnahmegesellschaft durch das Programm HIPPY strategisch gefördert wurde (vgl. Ebreichsdorf investiert in die Zukunft, online). Interessant scheint, dass keine zusätzlichen Informationen über HIPPY in Ebreichsdorf zu finden sind und somit nicht angegeben werden kann, wie viele Familien dort betreut werden, und des
8
weiteren, wo die Erfolge bereits sichtbar sind und wer die Fördergeber dieses Projektes sind.
Wie diese Beispiele zeigen, erfährt die Republik Österreich zwar eine nationale Erweiterung des Projekts HIPPY, es zeigen sich jedoch Schwierigkeiten in der Förderung des niederschwelligen Integrationsprojektes. HIPPY ist auf Spendengelder und Sponsoren angewiesen, was bedeutet, dass HIPPY nicht selbstfinanzierend ist und somit von Fördergeldern abhängig ist. So steht HIPPY Österreich durch die jährlichen Finanzierungsanträge regelmäßig vor großen Herausforderungen, welche stets überwunden werden müssen.
1.1.9 Die Zielgruppe von HIPPY in Österreich
Das Hausbesuchsprogramm soll bildungs- und sozial benachteiligte Familien unterstützen. Als Zielgruppe des Projekts werden vor allem drittstaatsangehörige Mütter und schließlich deren Vorschulkinder, aus dem muslimischen, albanischen, serbokroatischen und nigerianischen Kulturkreis definiert (vgl. Evaluierungsbericht zum Beobachtungszeitraum 1.1.2009-31.12.2009 Graz 2009: 3). Die größte Zielgruppe von HIPPY in Österreich stellen somit Familien mit türkischem Hintergrund dar. Hier stellt sich die Frage, was der Spezialisierung auf die genannte Zielgruppe, nämlich die Drittstaatsangehörigen, in erster Linie türkische Mütter, von HIPPY in Österreich zugrunde liegt?
Zum einen lässt sich die Konzentration auf Drittstaatsangehörige dadurch erklären, dass der EIF einen Fördergeber von HIPPY in Österreich darstellt. Eine Vorgabe des EIF ist, vor allem Drittstaatsangehörige zu unterstützen. Zum anderen werden seitens der österreichischen Integrationspolitik die Drittstaatsangehörigen als die wichtigste Gruppe der Migranten und Migrantinnen im Staat definiert. Anfang des Jahres 2010 hielten sich insgesamt 425.992 Drittstaatsangehörige mit aufrechten Aufenthaltstiteln in Österreich auf. Wobei Menschen aus Serbien mit 113.490 Personen (24,97%) die größte Gruppe darstellen, gefolgt von Menschen aus der Türkei mit 97.949 Personen (21,93%) (vgl. Bundesministerium für Inneres, online).
Regional verteilten sich die Drittstaatsangehörigen, welche einen aufrechten Aufenthaltstitel haben wie folgt auf die 9 Bundesländer:
9
x Wien: 194.679 43,60 % x Oberösterreich: 62.122 13,91 % x Niederösterreich: 52.352 11,72 % x Tirol: 32.383 7,25 % x Steiermark: 32.059 7,18 % x Salzburg: 28.334 6,35 % x Vorarlberg: 24.498 5,49 % x Kärnten: 15.820 3,54 % x Burgenland: 4.301 0,96 % x Gesamt: 446.548 100,00 % (Bundesministerium für Inneres, online)
Angehörige der klassischen Herkunftsländer, nämlich das ehemalige Jugoslawien und die Türkei, machen beinahe die Hälfte der ausländischen Bevölkerung in Österreich aus. Die Darstellung der Statistik erklärt die Konzentration auf die türkische Bevölkerung als Zielgruppe von HIPPY in Österreich. Es erklärt aber noch nicht die Segmentierung auf die Frauen. Eine Darstellung der traditionellen Rollenverteilung der Frauen aus der Türkei, weist auf eine weitere Antwort hin. Besonders benachteiligt scheinen die Frauen aus der Türkei oder Frauen mit türkischem Migrationshintergrund zu sein. Sie weisen die niedrigste Schulbildung auf und ihre Erwerbsquote erreicht in der mittleren Altersgruppe gerade einmal 55%. Der Hauptanteil der türkischen Frauen konzentriert sich auf die Familie und die Haushaltsführung. Sie leben eher isoliert und sind auf ihre Herkunftskultur fixiert (vgl. Fassmann 2007: 397).
Fassmann zeigt die Schwierigkeiten der türkischen Frauen auf, anhand des niedrigen Bildungsgrades und der traditionellen Lebensphilosophie. Biffl ergänzt die Aussage, indem sie auf weitere zwei Benachteiligungen von Migrantinnen hinweist. Migrantinnen weisen eine doppelte Benachteiligung auf. Einerseits sind sie gegenüber den Männern am Arbeitsplatz wegen gering bezahlter Arbeit benachteiligt, andererseits sind sie als ausländische Arbeitskräfte grundsätzlich oft schlechter gestellt als inländische Arbeitskräfte (vgl. Biffl 2007: 271).
10
Fasst man die Aussagen von Fassmann und Biffl zusammen, so ergeben sich schließlich vier Arten von Benachteiligungen türkischer Frauen: x Benachteiligung durch niedrige Schulbildung x Benachteiligung durch traditionelle Lebenssituationen x Benachteiligungen durch gering bezahlte Arbeit x Benachteiligungen durch schlechter gestellte Arbeitsverhältnisse
Vor diesem Hintergrund lässt sich die Zielgruppenorientierung von HIPPY erklären. Zusätzlich ist anzumerken, dass vor allem Frauen mit türkischem Hintergrund, aufgrund der traditionellen Geschlechterrolle und Sozialisationsform, die Hauptbezugsperson der Kinder darstellen.
1.1.10 Mission und Vision des Projekts
Das Ziel des Projekts ist eine ganzheitliche, innerfamiliäre Förderung der kindlichen Entwicklung. Gleichzeitig unterstützt und stärkt das Programm die erzieherischen Maßnahmen der fremdsprachigen Eltern bzw. Mütter, um ihre Kinder schließlich selbständig auf den bevorstehenden Schuleintritt vorzubereiten. Eine Voraussetzung dafür ist das Überwinden der sprachlichen Defizite im deutschsprachigen Bereich, um die Schul- und Hausaufgaben der Kinder zu verstehen.
Ein Schwerpunkt des Programms stellt deshalb das Erlernen der nationalen Sprache dar. In Österreich wird die Zielgruppe motiviert und unterstützt, die deutsche Sprache anzunehmen und zu verwenden.
1.1.11 Strukturelle Qualitätsmerkmale von HIPPY
1.1.11.1 Paraprofessionals - Hausbesucherinnen
Paraprofessionals sind LaienmitarbeiterInnen, die keine klassische Berufsausbildung abgeschlossen haben. Sie erhalten am Arbeitsplatz eine Fachausbildung durch Aus- und
Weiterbildungsmaßnahmen 2 . Die Hausbesucherinnen bei HIPPY sind
Paraprofessionals. Zweimal im Jahr findet für die Hausbesucherinnen eine verpflichtende, interne, mehrtägige Fortbildungsveranstaltung statt. Die Anstellung von Paraprofessionals-Hausbesucherinnen ist bei HIPPY verpflichtend und alle
2 (vgl.: 67)
11
Hausbesucherinnen werden auch von HIPPY eingeschult und gecoacht. Die Hausbesucherinnen üben eine zentrale Funktion aus, indem sie das Bindeglied zwischen Zielfamilien und Koordinatorin sind (HIPPY Deutschland, online). Vor diesem Hintergrund wird die Auswahl der Hausbesucherinnen besonders sorgfältig getroffen (vgl. HIPPY Österreich, online).
Sie sind ausschließlich Frauen, die demselben Kulturkreis wie dem der Zielfamilie entstammen und im besten Falle selbst Mütter eines Vorschulkindes. Das heißt, das Team von HIPPY wird somit durch eine türkische Hausbesucherin ergänzt, um die türkischen Familien zu betreuen. „Aufgenommen und eingeschult werden Arbeitsuchende mit Migrationshintergrund, die trotz guter Deutschkenntnisse, pädagogischer Ausbildung und Berufspraxis Probleme haben, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden“ (HIPPY Österreich, online).
1.1.11.2 Praxisorientiertes Material
Das Lernmaterial wird eigens von HIPPY International entwickelt und kontrolliert. Es unterliegt einer qualitativen Kontrolle, welches den soziokulturellen Situationen angepasst wird.
1.1.11.3 Triangularer Ansatz
Das Projekt HIPPY spricht drei AdressatInnen gleichermaßen an, nämlich die Vorschulkinder, die Mütter/Eltern und die Hausbesucherinnen. Die Kinder erhalten eine umfassende Vorbereitung auf die Schule, wodurch ein erfolgreicher Schulstart ermöglicht wird. Die Mütter/Eltern gewinnen durch die Arbeit mit HIPPY größeres Selbstvertrauen und mehr Sicherheit im Umgang mit ihren eigenen Fähigkeiten. Die Hausbesucherinnen erfahren ebenfalls mehr Selbstsicherheit und bekommen eine Chance ins Berufsleben einzusteigen. Interessant zu vermerken ist, dass hier die Hausbesucherinnen als AdressatInnen, sprich als Zielgruppe angeführt werden. Dies lässt vermuten, dass die Hausbesucherinnen den Klientenstatus bisweilen nicht überwinden konnten.
1.1.11.4 Weibliche Koordinatoren
Eine Koordinatorin leitet das HIPPY Programm, welche einen pädagogischen oder sozialpädagogischen Abschluss einer Hoch- oder Fachhochschule vorweisen muss. Die Koordinatorin ist verpflichtet eine interinstitutionelle viertägige Schulung positiv zu
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absolvieren und weiteres sind Vorkenntnisse in der Vorschulpädagogik, der Erwachsenenbildung und im interkulturellen Umgang erwünscht.
1.1.11.5 Niederschwelligkeit - Erreichen der KlientInnen
Die Aufsuchende Arbeit wird als niederschwellig bezeichnet. Durch die Hausbesuche
können vor allem auch Klientinnen erreicht werden, welche besonders benachteiligt 3 sind. Das bedeutet, durch fehlende Autonomie sind die Klientinnen die HIPPY aufsuchen nicht in der Lage von sich aus Unterstützung zu suchen und zu nutzen. Integrationsprojekte die keine niederschwellige Arbeit anbieten, werden daher nicht in Anspruch genommen.
Durch Hausbesuche ist es möglich einen direkten Zugang zu den Familien zu schaffen. Schwellenängste werden dadurch reduziert, indem die Zielgruppe ihre schützenden vier Wände nicht verlassen muss, in vertrauter Umgebung bleiben kann und die Unterstützung vor Ort erhält. HIPPY stellt somit einen wichtigen Baustein der Integrationsförderung dar und ist Hilfe zur Selbsthilfe.
1.1.12 Ziele von HIPPY
Die Ziele von Hippy sprechen in erster Linie Vorschulkinder und deren Mütter mit Migrationshintergrund an. Das Erlernen der nationalen Sprache, die Eingliederung der Kinder in die reguläre Schule, die Stärkung der Mutter in allen Belangen, wie die Gewinnung von Selbstvertrauen und Erhöhung des Bildungsgrades der Kinder und der Mütter, werden als wesentliche Eckpfeiler von HIPPY definiert. Der Bildungsgrad beeinflusst schließlich die soziale Platzierung. Die Integration von Zuwanderern und Zuwanderinnen kann nur gelingen, wenn der Zugang zur Kernkultur und zu Kerninstitutionen der Aufnahmegesellschaft, durch die Investition in Bildungsprozesse, gefördert wird. Ohne nachhaltige Investition in Bildung und Ausbildung droht die Entstehung und Verfestigung einer ethnisch geschichteten Gesellschaft (vgl. Esser, 2000: 295). Die Ziele werden wie folgt dargestellt:
x HIPPY fördert die Sprachentwicklung von Kindern und Müttern
3 (vgl.: 10f)
13
x HIPPY fördert die Mütter in ihrer erzieherischen Kompetenz x HIPPY fördert das Selbstwertgefühl und die soziale Anerkennung der Mütter in-und außerhalb der Familie
x HIPPY fördert die Integration durch Vermittlung von Informationen über das österreichische Bildungssystem
x HIPPY fördert eine positive Einstellung zu Bildung und Beruf x HIPPY fördert den Wirtschaftsstandort Österreich x HIPPY fördert das wertschätzende Zusammenleben von Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen (Evaluierungsbericht zum
Beobachtungszeitpunkt 1.1.2009-31.12.2009 Wien 2009: 6)
1.1.13 Das Programm von HIPPY
HIPPY ist ein internationales, standardisiertes Programm, welches in Lizenzverträgen festgeschrieben ist. Viele Komponenten sind Bedingungen für jedes HIPPY Programm, wie zum Beispiel:
x Dauer des Programms von zwei Jahren x Hausbesuche x Gruppentreffen
x Laienmitarbeiterinnen als Hausbesucherinnen x pädagogisch geschulte Koordinatorinnen
x Lernmaterial für die Familien und Rollenspiele als Lernmethode für die Mütter/Eltern
Auf Besonderheiten der territorialen Gegebenheiten muss jedoch jedes nationale Projekt individuell eingehen. Dies bedeutet, dass eine Anpassung an die jeweilige Umgebung erfolgen muss, um effektive und effiziente Arbeit leisten zu können. Das standardisierte Programm und das Lernmaterial, welches auch regelmäßig von HIPPY International aktualisiert wird, ist unter anderem für den Erfolg des Bildungs- und Frühförderprogramms für Familien mit Kindern zwischen 4 und 6 Jahren ausschlaggebend (vgl. HIPPY International, online).
1.1.13.1 Wissenschaftliche Literatur in Österreich
Österreich ist nur marginal mit spezieller Literatur über das Programm HIPPY ausgestattet. So fehlen aus temporalen Gründen nicht nur Langzeitstudien über den
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Erfolg von HIPPY in Österreich, sondern auch konkrete Publikationen, die über HIPPY berichten. Vier Evaluierungsberichte von HIPPY in Österreich liegen aber bereits vor und somit können Ergebnisse dieser Berichte in die folgenden Kapitel der Arbeit einfließen.
2 Kapitel 2
2.1 Qualität
Die Diskussion um Qualität in der Sozialen Arbeit operiert mit speziellen Begriffserklärungen und unterteilt ebenso verschiedene Sichtweisen, wie die der Nachfrageorientierung, der Mitarbeiterorientierung und der Managementorientierung. Qualität hat somit eine vielseitige Bedeutung und eine unterschiedliche Wirkung auf diverse Interessensgruppen. Kostenträger stellen unter Umständen eine unterschiedliche, oft sogar eine gegensätzliche Anforderung an Qualität als andere Stakeholder einer Organisation. Qualität wird dann lediglich in der Interaktion der Beziehung zwischen Kostenträger und Professionellen definiert. Eine Klärung dieser Begriffe soll somit Missverständnisse vermeiden und eine Orientierung vorgeben. Die folgenden Definitionen zum Begriff Qualität führen systematisch zu einer Annäherung an die Fragestellung des Working Papers.
2.1.1 Was ist Qualität?
Der Begriff Qualität entstammt dem lateinischen Wort „qualis“, was soviel wie „beschaffen“ heißt (vgl. Arnold 2008: 239). „In der Wirtschaft bezeichnet Qualität den Wert oder die Güte einer Sach- oder Dienstleistung aus der Sicht des Anwenders“ (http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/qualitaet/qualitaet.htm, eingesehen am
19.6.2010) Qualität bezeichnet somit keine einheitliche und feststehende Größe, sondern eine, die ständig individuell definiert werden muss. Nach DIN ISO 9000-9004 ist Qualität die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse bezieht (ebd.). Qualität beinhaltet hiernach nicht ein einzelnes, sondern eine ganze Menge von Merkmalen, die alle zusammen die Qualität definieren. Qualität ist somit nichts Absolutes, sondern etwas Relatives, das in Beziehung zu Erfordernissen steht.
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Arbeit zitieren:
Tanja Alexa, 2010, Die Qualitätsmerkmale des Integrationsprojekts HIPPY in Österreich aus Sicht der regionalen Fördergeber, München, GRIN Verlag GmbH
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