Inhaltsverzeichnis 1
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Einf ührung 3
1 Francis Bacon 4
1.1 Biographie. 4
1.2 Werk 5
1.3 Idee 6
1.3.1 Geistiges Erbe 6
1.3.2 Philosophie 7
1.3.2.1 Idole. 8
1.3.2.2 Methode der Induktion 9
2 Renaissance 10
2.1 England um 1600 10
2.1.1 Vom Feudalismus zum Kapitalismus 10
2.1.2 Humanismus und Kunst 11
2.1.3 Politische Möglichkeiten 11
3 Neu-Atlantis - Die Möglichkeiten einer Insel 12
3.1 Utopie 12
3.2 Die Insel 12
3.3 Gesellschaft. 13
3.3.1 Menschentypus. 13
3.4 Wirtschaft 14
3.4.1 Handel 14
3.4.3 Sozialleistung. 15
3.5 Der Staat 16
3.5.1 Entstehung des Staates 16
3.5.2 Einwanderungspolitik 16
3.5.3 Außenpolitik. 17
3.5.4 Verteidigung 18
3.5.5 Repräsentation von Staatsgewalt durch Luxus. 18
3.6 Die Wissenschaft 19
Inhaltsverzeichnis 2
3.6.1 Das Institut. 19
3.6.2 Die Fachbereiche 20
3.6.3 Wissenschaftler als politische Berater 20
3.6.4 Die Expeditionen. 22
3.7 Religion und Sitte 22
3.7.1 Christentum 22
3.7.2 Religionsfreiheit. 24
3.7.3 Okkultismus. 24
3.7.4 Moral 25
3.8 Kultur und Rituale 26
3.8.1 Kulturelle Einrichtungen. 26
3.8.2 Gebräuche 26
4 Konklusion 28
4.1 Utopie als Realphilosophie 28
4.2 Erkenntnis zum Wohle der Menschheit. 28
4.3 Durch Institution und Wissenschaft zum humanistischen Ideal30
4.4 Der Mensch in eigener Verantwortung 30
4.5 Bacon in der Neuzeit. 31
Literaturverzeichnis 33
Einführung
Francis Bacon gilt als großer Kopf seiner Zeit, als herausragendes Talent zwischen Politik und Philosophie. Die Anekdote, die ihn als Zweijährigen zeichnet, der von Königin Elisabeth nur „mein kleiner Lord-Siegelbewahrer“ genannt wird, lassen bereits, auch unter der Beachtung der Fama, ein bezeichnendes Licht auf ihn werfen und zeigen die gesellschaftlichen Kreise, in denen er sich Zeit seines Lebens bewegt, die ihn prägen und Anstoß für seine Karriere, seinen Ehrgeiz und seine Werke sind.
Neid und Missgunst am englischen Court, seine verzwickte Stellung unter der Herrschaft Elisabeths, mit seinem Freund und deren Günstling Lord Essex, seine späte Karriere, die ihr abruptes Ende in einer Anklage wegen Bestechlichkeit findet und zudem seine zahlreichen Schriften und Essays lassen ihn seinen Tod überdauern.
Einerseits werden ihm die Schriften Shakespears zugesprochen, seine Reden vor dem Court wurden mit Angst verfolgt, seine Rhetorik war laut Zeitzeugen unnachahmlich, andererseits wurden ihm fundierte
wissenschaftliche Kenntnisse abgesprochen, deren Wahrheitsgehalt sich in der Abbildung seines Todes zeigt, der auf sein erstes und einziges empirisches Experiment gefolgt sein soll, in dem beweisen wollte, dass sich die Haltbarkeit toter Hühnchen durch Ausstopfen mit Schnee verlängern ließe, sich dabei erkältete und schließlich an einer Lungenentzündung verstarb.
All das reicht bereits aus nicht nur um Legende zu werden, sondern auch das Wirken Bacons zu seiner Zeit, seine Werke im historischen Kontext, sowie deren Relevanz für unsere Zeit zu hinterfragen.
Folgende Arbeit will sich einerseits mit der Person Francis Bacon befassen, seine Werke und Ideen vorstellen und in den historischen Kontext einordnen, um im Hauptteil eine eingehende Betrachtung der Utopie Bacons „Nova Atlantis“ vorzunehmen, deren Anspruch an die Renaissance und Versprechen für die Moderne schließlich in einer Konklusion besprochen werden soll.
1 Francis Bacon
1.1 Biographie
Francis Bacon wird als jüngerer von zwei Söhnen am 22. Januar in 1561 in Yorkhouse geboren. Sein Vater Nicholas ist Großsiegelbewahrer, d.h. erster Kronjurist des Landes, unter Elisabeth der I. von England; seine Mutter, die Tochter des Lehrer Eduards VI. hat eine Schwester, die ebenfalls mit einem führenden Politiker verheiratet ist.
Durch ihre Herkunft bereits der politischen Laufbahn verpflichtet, besuchen Francis und sein Bruder Anthony zunächst das Trinity College in Cambridge, werden 1576 auf dem Gray’s Inn, einer der vier Juristenschulen Londons, angenommen, um nur wenige Monate später gemeinsam ins Ausland zu gehen, zu Sir Amias Paulet, dem englischen Botschafter in Paris, mitten hinein in die politischen Turbulenzen unter Heinrich dem III.
Nach dem überraschenden Tod des Vaters 1579 kehren die Brüder zurück nach England. Den finanziellen Rückhalt der Familie entbehrend, nimmt Bacon 1579 sein Studium der Juristerei am Gray’s Inn wieder auf, das er drei Jahre später, im Jahre 1582, als Anwalt verlässt und sich Barrister niederlässt. Er verteidigt am Court und erhält die Möglichkeit ins politische Rampenlicht zu treten.
So wird er 1584 Mitglied des House of Commons (bis 1614). Sein Widerspruch gegen eine beantragte Geldbewilligung der Regierung lässt ihn 1593 bei Königin Elisabeth I. in Ungnade fallen. Er versuchte dies wieder gut zu machen, indem er seinen alten Gönner Robert Devereux, dem Earl of Essex, in einem Prozess gegen dessen Putschversuch, besonders hart anklagt, um die Gunst der Königin wieder zu gewinnen und seine Karriere zu befördern. Jedoch sind die Verstrickungen bereits zu komplex und erst nach Königin Elisabeths Abdankung, gelingt es ihm unter James I. erneut politisch Fuß zu fassen. Bei der Krönung ist er einer der 300, die 1603 zum Ritter geschlagen wurden. Darauf erfolgt seine steile Karriere mit der Ernennung zum Generalstaatsanwalt,
Generalfiskal, Großsiegelbewahrer und Lordkanzler, sowie zum Baron Baco von Verulam, darauf Viscount St. Alban, die ihr jähes Ende im Jahre 1621 nimmt. Er wird vor dem Parlament der Annahme von Bestechungsgeldern beschuldigt, in der es ursächlich um ungesetzlich erteilte Monopole im Interesse der Krone geht. Nach Geständnis und
Verurteilung zu einer Geld- und Haftstrafe wird er vom Hof verbannt. Das Strafmaß, das im Ermessen des Königs steht, beträgt jedoch nur vier Tage. Die Geldstrafe wird nie vollstreckt.
Er zieht sich auf den Familiensitz in Gorhambury zurück und nimmt dort die in den 1590er Jahren begonnene Tätigkeit als philosophischer Schriftsteller wieder auf.
Am 9. April 1626 stirbt er in Highgate. 1
1.2 Werk
Bacon verfasst zahlreiche philosophische, literarische und juristische Schriften. Als Methodiker und Didaktiker gilt er als einer der Begründer der modernen Wissenschaft. Eines seiner Hauptwerke ist „De dignitate et augmentis scientiarum“ 2 , ein erster Versuch einer Universalenzyklopädie; hier erstellt er nicht nur eine systematische Übersicht über den Wissensstand seiner Zeit, sondern erweitert diesen um künftige Gebiete der naturwissenschaftlichen Forschung
1620, zwei Jahre nach der Ernennung zum Lordkanzler, erscheint sein Hauptwerk „Instauratio magna“ von Francis of Verulam, in dem der Hauptteil „Novum organon scientiarum" enthalten ist, der bereits viele seiner elementaren Veränderungen des philosophischen Denkens ausformuliert. Dieses Werk beansprucht sogleich im Titel ein neues Werkzeug zu sein, das dem menschlichen Verstand hilft, Lösungen für die Probleme in seiner Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und Zeit zu finden.
Er plant zudem ein umfassenderes Werk, das alle Bereiche der Gesellschaft betreffen soll, jedoch nie vollendet wird, ähnlich wie Neu-Atlantis, das die Bereiche der Politik, des Rechtes und der Zivilgesellschaft nicht näher ausführt. Er verfasst zudem eine Interpretation antiker Mythen „Francisci Baconi De Sapientia Veterum Liber“. Im Jahre 1624 schreibt Bacon „The New Atlantis“, in dem er seine empiristische Wissenschaftstheorie in einer literarischen Form
zusammenfasst. Laut seinem Kaplan William Rawley wollte Bacon der Geschichte noch weitere Abschnitte über die Gesetzgebung und die beste
1 vgl. R. Ahrbeck, 1977, S. 92 ff.
2 erschienen 1623
Staatsverfassung anfügen, musste davon jedoch absehen, da ihm „der vorauszusehende große Umfang dieser Arbeit und der Wunsch, seine Naturgeschichte und andere Teile seiner Instauratio zu vollenden,“ 3 als wichtiger erschienen und Neu-Atlantis somit ein unvollendetes Werk bleibt.
Besondere Wirkung auf seine Zeitgenossen hatten seine Essays die schließlich in der aus 58 Aufsätzen bestehenden Fassung von 1625 unter dem Titel „The Essayes or Counsels, Civill and Morall“ gesammelt erschienen sind. Auch hier trifft man auf einen Mann von geistiger und sprachlicher Brillanz, die er, gemäß seiner politischen Stellung, einzusetzen weiß.
Entsprechend Bacons Persönlichkeit und seinem Ansatz, formuliert auch Oskar Kraus seine Beurteilung:
„Bacons Philosophie ist die Philosophie des Machtgedankens, des Imperialismus; eines dreifachen Imperialismus: eines
intellektuellen, eines technisch-physikalischen, eines politischen.“ 4
Hierbei wird ersichtlich, dass es sich vor allem, um eine Verschränkung zwischen dem intellektuellem und dem technisch-physikalischen Imperialismus handeln muss.
1.3 Idee
1.3.1 Geistiges Erbe
„Niemand bisher ward gefunden, der eine solche Festigkeit und Härte des Geistes aufgebracht hätte, entschlossen, die üblichen Theorien und Begriffe völlig abzulehnen und den so befreiten und gereinigten Verstand von neuem auf das Einzelne zu richten. (...) Wenn nun jemand im reifen Alter, bei klaren Sinnen (...) sich unvoreingenommen der Erfahrung und den Einzeldingen zuwendet, so kann man besseres von ihm erhoffen.“ 5
Das theoretische Philosophieren seiner Vorgänger und Zeitgenossen im Denken steht diesem wissenschaftlichen Ansatz gegenüber in markantem Gegensatz. Bacon prangert hier das eingelebte Denken in bestimmten Systemen und Kategorien an, das zu einer Stagnation führt. Die Griechen
3 W. Rawley, Vorwort zu: F. Bacon, 2007, S. 3
4 O. Kraus, 1926, S. 8
5 F. Bacon, 1962, 1. Buch, Aphorismus 97, S. 107
Arbeit zitieren:
Felicitas Aull, 2008, „Neu-Atlantis“ von Francis Bacon , München, GRIN Verlag GmbH
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