Inhaltsverzeichnis:
1. Ursprung des Laufens 3
2. Laufen als Beruf 4
2.1. Die Botenlegende 5
3. Laufen bei den Olympischen Spielen 5
4. Laufen im Mittelalter 7
4.1. Der Beruf des Vorläufers 7
5. Laufen und der Einfluss auf die Schule 8
6. Laufen in England 9
6.1. Frauenlauf 10
7. Laufen als Zukunftsperspektive? 11
8. Die Voraussetzungen für einen Rekord im Laufbereich 12
9. Literaturverzeichnis 17
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1. Ursprung des Laufens
Die Geschichte des Laufens ist nahezu so alt, wie die Menschheit selbst. Schon in der Frühgeschichte stellte Laufen eine lebenserhaltende Notwendigkeit beim Jagen, Sammeln oder bei der Flucht dar. Es ist durch Bilddarstellungen zu belegen, dass Laufen, Gehen, Springen und Werfen in der Frühzeit der Geschichte der Menschheit einen elementaren Beitrag zur Lebenserhaltung geleistet hat. Zu einer raschen Übermittlung von Informationen und Nachrichten gab es so genannte Botenläufer. Nach dem Entstehen der ersten Kulturen, entstanden auch sportive Laufformen, vor allem in den Adelsgesellschaften. Als Beispiel für gute Läufer wären hier die ägyptischen Könige Sesostris I. (ca. 1900 v. Chr.) und Amenophis II.(ca. 1400 v. Chr.) zu nennen.
Wie noch lebende Urvölker zeigen, ist die tägliche Fortbewegung über 20 km eine normale körperliche Anforderung an den Jäger und Sammler. Eine bewiesene Tatsache, die bei manchen Menschen eines Industrielandes aufgrund der Degeneration der Muskulatur erhebliche Probleme bereiten würde.
Das genetische Programm zur muskulären Belastbarkeit ist in der Menschheitsgeschichte unverändert geblieben. Das ererbte muskuläre Leistungspotential wird heutzutage nur noch von einem Leistungssportler genutzt, während der aktive Fitnesssportler ca. 10% seiner Möglichkeiten nutzt. (Neumann G., Hottenrott K., „Das grosse Buch vom Laufen“, S. 11)
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2. Laufen als Beruf
Dieser Beruf ist sehr alt. Bereits König Salomon (965 bis 926 v. Chr.) soll 1000 Läufer beschäftigt haben. Sie waren nahezu die einzige Möglichkeit der schnellen Nachrichtenübertragung, solange es noch wenige, bis keine befestigten Wege gab. Es war ein ganz normaler Beruf, der des laufenden Boten. In gut organisierten Kulturen gab es so genannte Stafettenläufer. Auf diese Art konnten Nachrichten über Hunderte von Kilometern in kürzester Zeit überbracht werden. Diese Nachrichtensysteme gab es bei den Inkas, den Römern, den Persern und den Arabern. In Deutschland ließen sich keine Botenketten aufbauen. Es war deshalb auch keine Seltenheit, dass ein einzelner Läufer über Hunderte von Kilometern laufen musste. Den Boten war dies auch lieber so, denn sie hatten eine Art Tarifsystem, wie heutzutage die Taxifahrer. Sie wurden pro zurückgelegter Meile bezahlt. Die Läufer waren kein Berufsstand mit besonders gutem Ansehen. „Sie galten als streitlustig und trunksüchtig, als Aufschneider und Lügner.“(Dahms,C. 2001, ... S11)
Viele Berichte über den angeblich lebensgefährlichen Beruf des Botenläufers ließen das Laufen auch nicht gerade als gesund erscheinen.
Im archaischen (ca. 800 bis 500 v. Chr.) und klassischen (ca. 500 bis 300 v. Chr.) Griechenland wurden läuferische Leistungen hoch geschätzt. Homer (ca. 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr.) schrieb in seinen Epen detailliert über Laufwettbewerbe, die im Rahmen von Totenfeiern, Hochzeiten, Gästeempfängen und anderen Feierlichkeiten veranstaltete wurden. In der ausgehenden Klassik und in der darauf folgenden Zeitepoche des Hellenismus entwickelte sich ein Berufsathletentum mit berühmten Läufern. Neben dem Spitzensport war den Hellenen bereits der Wert des Laufens für Erziehung und Gesundheit bekannt. Es wurden Gymnasien mit Laufbahnen gebaut. Der berühmte griechische Philosoph Platon ( 427 bis 347 v. Chr.) forderte, dem Laufwettbewerb unter allen Disziplinen die erste Stelle einzuräumen. Auch von den Etruskern, die zur gleichen Zeit auf der italienischen Halbinsel lebten, ist bekannt, dass sie Laufwettbewerbe bei kultischen Spielen durchführten. Viele Volksstämme der Antike, unter anderem auch die Etrusker mussten sich der militärischen Disziplin der Römer unterwerfen, bei denen Laufübungen ein wichtiger Bestandteil der militärisch orientierten Leibeserziehung der männlichen Jugend waren. Darüber hinaus fanden auch bei den Römern Läufe zu besonderen
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Anlässen statt. Auch Frauen konnten daran teilnehmen. (Wessinghage, T.1996, "Laufen“, S. 10)
2.1. Die Botenlegende
In diese Zeit gehört auch eine der wohl bekanntesten, wenn nicht die bekannteste Legende eines Laufboten. Man hört immer wieder von der bekannten Legende rund um den Marathonlauf, nach der ein Bote nach dem Sieg der Athener über die Perser im Jahre 490 v. Chr. mit der Siegesbotschaft vom Schlachtfeld bis nach Athen gelaufen sei und nach der Verkündung der Triumphesbotschaft tot zusammengebrochen sei. Es ist historisch belegt, dass der griechische Philosoph Plutarch bei der Niederschrift der Geschichte den Tod des Läufers erfunden hat, um seine Leistung noch heldenhafter erscheinen zu lassen.
3. Laufen bei den Olympischen Spielen
In Olympia wurden ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. kultische Wettkämpfe zu Ehren des Zeus veranstaltet. Weiter Höhepunkte der sportlichen Entwicklung zeigten sich bei den Olympien von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr. Sportarten waren damals Laufen, Boxen, Fünfkampf, Wagenrennen und Waffenläufe. Ab 776 v. Chr. wurden die Sieger der Olympischen Spiele regelmäßig ausgezeichnet. Mit diesem Jahr begann auch die Zählung der Olympien. Zunächst wurde bei den Olympischen Spielen nur ein Lauf über ein Stadion (192 m) durchgeführt, später kamen neben anderen Disziplinen auch weitere Laufstrecken hinzu. In der Folgezeit gewannen die Spiele an höchster kultureller und politischer Bedeutung, was sich auch für die damaligen Olympiasieger, die ein hohes gesellschaftliches Ansehen genossen, in ideeller und materieller Hinsicht auszahlte (Olympiasieger konnten aber nur freie Griechen sein). Für die Zeit der Spiele herrschte in ganz Griechenland heilige Waffenruhe. Zu dieser Zeit wurden Grundbegriffe wie Gymnastik und Athletik geprägt und praktiziert.
Mit einer fortschreitenden Christianisierung und unter dem Einfluss hellenistischer Lebensphilosophien setzten sich ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. körperfeindliche Tendenzen durch. Es ging sogar so weit, dass im Jahre 393 n. Chr. der Oströmische Kaiser Theodosius der Grosse die Olympischen Spiele, die fast 1200 Jahre bestanden hatten, verbot. Für ihn galten sie als „heidnische Feste“.
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Arbeit zitieren:
Magister Rainer Hofmann, 2011, Historische Entwicklung des Laufens, München, GRIN Verlag GmbH
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