Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung 1
2.1 Begriffsgeschichte 2
2.2 Aktuelle Definitionsversuche und funktionale Bestimmung 3
3. Zum Anspruch eines verkannten Poeten 5
4.1 J.W. Goethe Der Fischer (1778) 6
4.2 Heinz Erhardt: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) 6
5. Parodistische Stilmittel
5.1 Übererfüllung vs. Untererfüllung 7
5.2 Überschrift 7
5.3 Kurze Formanalyse 7
5.4 Übertreibung der Wiederholungen 7
5.5 Figurenentmachtung des Fischers 8
5.6 Figurenentmachtung des Fischweibes 8
5.7 Reimen auf Biegen und Brechen 9
5.8 Tempusbeibehaltung 9
6. Wirkung 10
7. Fazit 10
8. Quellen- und Literaturverzeichnis 11
1
1. Einleitung
„Wie ich ein Todfeind sey von allem Parodiren und Travestiren hab‘ ich nie verhehlt: aber nur deswegen bin ich’s, weil dieses garstige Gezücht das Schöne, Edle, Grosse 1 .“ herunterzieht, um es zu vernichten
Wie diesem Zitat zu entnehmen ist, war Goethe nicht gerade ein glühender Verehrer der, oftmals als parasitär bezeichneten, Gattung Parodie. Eine Daseinsberechtigung gestand er ihr nur ein, sofern sie berechtigte Kritik am Original äußert oder ein „kreatives Potential“ entfaltet. Der Untersuchungsgegenstand dieser Hausarbeit erfüllt beide Kriterien. Ob Goethe Gefallen an Heinz Erhardts Parodie „Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe)“ gefunden hätte, muss leider offen bleiben. Um Textverweise zu erleichtern, sind in vorliegender Hausarbeit beide Versionen des Fischers abgedruckt. Bevor sich der Blick jedoch auf Original und Adaption richtet, werden einige Definitionsversuche der Parodie im Allgemeinen vorgestellt, um eine theoretische Grundlage zu schaffen.
Heinz Erhardt war ein (Unsinns-)Poet, der nie als solcher wahrgenommen wurde und eher als sympathischer Dicker aus zahlreichen Klamaukfilmen der Nachkriegszeit in Erinnerung geblieben ist. Dass Erhardt weit mehr war als ein blödelnder Komiker mit Hang zur einfachen Pointe, zeigen allein schon seine Balladenparodien, die sich unter anderem Goethe, Schiller und Bürger widmen und dabei eine ganz spezielle Originalität entfalten.
Diese Hausarbeit erhebt nicht den Anspruch, eine vollständige Balladenanalyse zu leisten, vielmehr geht es darum Erhardts parodistische „Werkzeuge“ und deren Wirkung zu beschreiben. Wie schafft er es Goethe lächerlich zu machen? Wie beeinflusst seine Parodie die spätere Rezeption eines lebendigen Kulturguts? Als Arbeitsgrundlage diente hauptsächlich Waltraud Wendes „Goethe-Parodien…“, das Heinz Erhardt leider kaum Beachtung schenkt, aber Licht in das terminologische 2 mit seinen strikten Ein- und Abgrenzungs-Wirrwarr bringt, das Gérard Genette
versuchen der Parodie nur weiter zu verdunkeln droht. Aufschlussreich für die Annäherung an die Person Heinz Erhardt ist Heinrich Detering. Nicht nur im Nachwort
1 Goethe zitiert nach (S. 9): Wende, Waltraud (1995): Goethe Parodien. Zur Wirkungsgeschichte eines
Klassikers, Stuttgart: M und P, Verlag für Wissenschaft und Forschung. (Die Nennung dieses
Sekundärtextzitates im Fließtext ist dem literarischen Effekt geschuldet. Im Folgenden werden
Sekundärtextzitate ab einer Länge von mindestens einem Satz in der Fußnote wiedergegeben.)
2 Genette, Gérard (1993): Palimpseste. Die Literatur auf zweiter Stufe, Frankfurt am Main: Suhrkamp.
2
3 , sondern auch in Vorträgen 4 seiner Erhardt Sammlung „Von der Pampelmuse geküsst“
versucht er einen Dichter zu rehabilitieren, dem die Anerkennung für sein poetisches Schaffen zumeist verwehrt blieb.
2.1 Begriffsgeschichte
Hat der Ausdruck Parodie auch einen unübersehbaren semantischen Wandel 5 , lässt sich dennoch eine erste Annäherung an den Untersuchungsgegenstand durchlebt
durch einen Blick auf dessen begrifflichen Ursprung herstellen, der bereits die Saat für die bis heute andauernde Debatte um terminologische Klarheit legt. Doch dazu später mehr. Der Ausdruck Parodie ist vom griechischen parodia abgeleitet und bedeutet je nach Auslegung so viel wie „Nebengesang“, „Beigesang“ und „Gegengesang“. Ein frühes Beispiel für eine Parodie ist die Rezitation der Homerischen Epen durch Hegemon von Thasos, der im ausgehenden 5. Jahrhundert v. Chr. die Verse Homers in gewöhnlichem Tonfall vorträgt. Dieser Verstoß gegen die konventionell gesungene Vortragsweise sorgt beim Publikum durch die Enttäuschung einer bestimmten 6 . Genette mutmaßt, Hegemon von Thasos habe Erwartungshaltung für Überraschung
sich nicht mit dem bloßen Rezitieren begnügt, sondern die Verspottung des Epos (und anderer ernster Gattungen) durch verschiedene Methoden bewusst herbeigeführt, schließlich beschreibt Aristoteles den Homer-Rezitator gar als Erfinder der Parodie. Eine solche Verspottung sei etwa durch Übertragung eines veränderten oder unveränderten Originaltextes auf einen vulgären Gegenstand oder durch stilistische Vulgarisierung in Verbindung mit heroischer Handlung bewirkt worden. Bewiesen werden kann Genettes Vermutung in Ermangelung überlieferten Textmaterials jedoch nicht 7 .
Die auf Marcus Fabius Quintilian (1. Jh. n. Chr.) zurückgehende römische Auffassung der Parodie sieht deren Wesen in dem Nachkomponieren bestimmter bereits existenter Musikmuster. Dieses Prinzip der Nachahmung wurde später auf die Literatur 8 . ausgeweitet
3
Detering, Heinrich(2005): Heinz Erhardt. Von der Pampelmuse geküsst. Gedichte, Prosa, Szenen,
Stuttgart: Reclam.
4 Detering, Heinrich: Vortrag in der Kunsthalle in Kiel am 12.4. 2005.
5 Hempel (zitiert nach Wende 1995, S. 13): „Das einzige (…), welches der ursprüngliche
Parodiebegriff mit dem spätklassischen und heutigen gemeinsam hat, ist das Bezogensein eines
älteren auf ein jüngeres Kunstphänomen.“
6 Wende (1995, S. 12)
7 Genette (1993, S. 22-24)
8 Wende (1995, S. 13)
Arbeit zitieren:
Philipp Aissen, 2009, Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Deutsch - Literatur, Werke: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Deutsch - Literatur, Werke: neuer Titel erschienen: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie
Philipp Aissen hat einen neuen Text hochgeladen
Johann Sebastian Bach: Six Sonatas for Flute and Keyboard, Book Two, N...
Johann Sebastian Bach
Nekrolog or Obituary Notice of Johann Sebastian Bach. Translated with ...
Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Friedrich Agricola, Walter Emery
Nekrolog or Obituary Notice of Johann Sebastian Bach. Translated with ...
Carl Philipp Emanuel Bach, Johann Friedrich Agricola, Walter Emery
Johann Sebastian Bach's St John Passion: Genesis, Transmission, and Me...
Alfred Durr, Alfred Clayton, Alfred D?rr
0 Kommentare