Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 6
1. Die englischsprachigen Einflüsse im 20. und am Anfang des 21. Jahrhunderts 9
II. Der Anglizismus 12
1. Formen der Entlehnungen aus dem Englischen 13
1.1 Die terminologische Einordnung englisch-deutscher Entlehnungsvorgängen
nach Pfitzner (1978) und Yang (1990) 13
2. Die terminologische Einordnung englisch-deutscher Entlehnungsvorgängen
nach Carstensen 14
2.1 Das äußere/evidente Lehngut 15
2.1.1 Fremdwort und Lehnwort 15
2.1.2 Scheinentlehnungen 16
2.1.3 Mischkomposita 18
2.2 Das innere/latente Lehngut 18
2.2.1 Lehnbedeutung 19
2.2.2 Lehnbildung (Lehnübersetzung, Lehnübertragung,
Lehnsch öpfung, Lehnwendung) 19
3. Der Anglizismus 20
3.1 Die Definition nach Bußmann (1990), Yang (1990) und Carstensen (1965) 21
3.2 Die Definition nach Pfitzner (1978), Brockhaus (2006)
und Schütte (1996) 22
3.3 Die Definition des Begriffes „Anglizismus“ für diese Magisterarbeit 22
4 Die Verwendungsmotive und Funktionen von Entlehnungen
aus dem Englischen in der deutschen Sprache 23
4.1 Außersprachliche und innersprachliche Entlehnungsgründe 23
4.2 Sprachlücken 24
4.3 Das Prestige 25
4.4 Bedürfnislehnwörter und Luxuslehnwörter 25
4.5 Stilistische Funktionen von Anglizismen im Deutschen 26
4.5.1 Lokalkolorit 26
4.5.2 Sprachökonomie-Kürze und Präzision 27
4.5.3 Verschleierung 28
2
4.5.4 Lebendigkeit 28
4.5.5 Ton 29
4.5.6 Variation im Ausdruck 29
III. Werbung 30
1. Das komplexe Phänomen der Werbekommunikation 31
1.1 Der etymologische Ursprung des Begriffes „Werbung“
31
1.2 Formen der Werbekommunikation nach Schweiger/ Schrattenecker (1995)
33
1.3 Definitionen von Werbung nach Schweiger/ Schrattenecker (1995) und Zielke
(1991) 34
1.4 Ziele der Werbekommunikation 35
1.5 Das Verständnis des Begriffes „Werbung“ für diese Magisterarbeit
36
2. Fernsehwerbung 36
2.1 Elemente eines Werbespots 39
2.1.1 Der Slogan 39
2.1.2 Der Markenname, der Firmenname, das Logo 41
2.2 Text und Bild sowie deren Verhältnisse in Werbespots 42
2.2.1 Das Bild 43
2.2.2 Der Text 43
2.2.3 Text-Bild Verhältnisse in Werbespots 44
3. Besonderheiten der Werbesprache 44
3.1 Der Werbetext als sprachlicher Aufwerter 45
3.2 Schlüssel- und Plastikwörter 46
3.3 Wortarten 47
IV. Anglizismen in der Werbung. 49
1. Anglizismen in der Werbesprache 50
1.1 Typen von Anglizismen in der Werbung 52
3
2. Der stilistische Gebrauch von Anglizismen in der Werbesprache ............................... 53 2.1 Lokalkolorit und Internationalität .......................................................................... 53 2.2 Die semantische Aufwertung/ Verschleierung......................................................... 54 2.3 Kürze und Präzision (Sprachökonomie) ................................................................. 54 2.4 Ausdrucksvariation ................................................................................................. 55
3. Der Einsatz von Anglizismen in der Werbung hinsichtlich
der Produktgattung, der Zielgruppe und der Werbespotelemente ................................... 56 3.1 Der Einsatz von Anglizismen in der Werbung
hinsichtlich der Produktgattung ............................................................................ 56 3.1.1 Anglizismenfreudige Bereiche vs.
anglizismenunfreudige Bereiche ................................................................... 57 3.2 Der Einsatz von Anglizismen in der Werbung
hinsichtlich der Fernsehwerbespotelemente ............................................................ 59 3.3 Der Einsatz von Anglizismen hinsichtlich
der umworbenen Zielgruppe ................................................................................... 60
4. Die Realisierung von der Fremdheit in der Werbung
durch den Einsatz von Anglizismen ............................................................................... 61
V. Analyse .......................................................................................................................... 63
1. Die Darstellung des Korpus ............................................................................................ 64
2. Eine Einleitung in die Analyse von Werbespots
und ausgewählter Werbebranchen .................................................................................. 65
3. Analyse von ausgewählten Branchen hinsichtlich der Verwendung von Anglizismen: Kosmetik- und Parfümwerbung, Alkoholwerbung (Bierwerbung), Tourismuswerbung und Automobilwerbung .......... 66
3.1 Kosmetik- und Parfümwerbung ............................................................................. 67 3.2 Alkoholwerbung (Bierwerbung) ............................................................................. 72 3.3 Tourismuswerbung ................................................................................................. 74 3.4 Automobilwerbung ................................................................................................. 76 3.5 Die Beschreibung von weiteren anglizismenfreudigen Branchen wie Technologie (Computer, elektrische Geräte, Internet, Telekommunikation, Handys), Mode (Bekleidung, Schuhe), Fernsehkanäle
4
sowie Fast-Food-Restaurantketten ........................................................................... 79
4. Die Beschreibung von anglizismenunfreudigen Branchen wie Banken und Versicherungen, Nahrungs- und Genussmittelbranche (darunter auch Kaffee, Süßigkeiten, Getränke), Medikamente, soziale Werbung, Wasch- und Putzmittel, Warenhäuser (darunter auch Versandhäuser, Onlinemarktplätze)
und Dienstleistungen (Stromanbieter, Bahn, Post) ...................................................... 81 5. Praktische Analyse von Werbespots ............................................................................ 85 5.1 Parfüm- und Kosmetikwerbung ............................................................................ 85 5.1.1 Schwarzkopf Drei Wetter Taft mit Heidi Klum
(Proffesional haircare for you.) ........................................…....…………… 85 5.1.2 L'Oréal Color Riche Made for me Naturals
5.2 Alkoholwerbung (Bierwerbung) ............................................................................. 91 5.2.1 CAB (CAB Cola & Beer, CAB Lemon & Beer, CAB Energy & Beer) (Refreshingly different) …………………………... 91 5.2.2 Martini Bianco mit George Clooney (No Martini, No Party) …………………………………………...……..… 97
5.3 Tourismuswerbung ............................................................................................... 100 5.3.1 germanwings (Deine Flügel.) ..........................................……................. 100 5.3.2 airberlin (Genau deine Airline.) .........................................……....…….…. 101 5.4 Automobilwerbung ......................................................................……….……… 103 5.4.1 Smart (Open your mind.) ...................................................…….……..….. 103 5.4.2 Opel Antara (Explore city limits.) ………………….………….................. 106
5.5 Nahrungs- und Genussmittelbranche (Süßigkeiten) ............................................... 107 5.5.1 After Eight (Die feine englische Art.) .......................................................... 107 5.5.2 KitKat (Have a break, have a KitKat.) ……………………….…................ 109
VI. Fazit ............................................................................................................................. 111
Literaturverzeichnis ......................................................................................................... 119 Anhang ............................................................................................................................. 128
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Die Werbekommunikation spielt in den modernen Massenmedien eine wichtige Rolle und hat Einfluss auf Entscheidungen, Vorlieben, Einstellungen und sogar auf die Sprache von Menschen. Die Werbung ist sogar von so großer Bedeutung, dass man von der „Gesellschaft der Werbung“ spricht (Willems 2002, der Handbuchtitel). In einer solchen Gesellschaft sind die Werbeinhalte allgegenwärtig und man kann sich als moderner Mensch, der mit Massenmedien vertraut ist, Werbetexten nicht entziehen. Des Weiteren sind Presse, Fernsehen und Internet ohne Werbung heutzutage nicht mehr vorstellbar. Werbekommunikate haben vielfältige Erscheinungsformen und erreichen uns nicht nur auf der Straße, wo sie auf Plakaten und Liftfasssäulen zu sehen sind, oder beim Blättern der Pressemedien. Werbung erreicht die Menschen per Radio, Post, Fernsehen, SMS, E-Mail sowie beim Surfen im Internet. Sie dient der Information, möchte beworbene Produkte und Leistungen verkaufen und Verlangen und Bedürfnis nach Artikeln schaffen, die die umworbenen Menschen noch nicht besitzen.
Die Werbung ist als ein komplexes Phänomen anzusehen, das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Alltag und in der Wissenschaft polarisiert und diskutiert wird. Man kann die Werbekommunikation vor allem aus der betriebswirtschaftlichen, psychologischen, soziologischen und aus der kulturwissenschaftlichen Perspektive betrachten. Diese Magisterarbeit verfolgt das Ziel, die aktuelle deutsche Fernsehwerbung aus der sprachwissenschaftlichen Sicht im Hinblick auf die angloamerikanischen Einflüsse zu untersuchen.
Im Allgemeinen ist die Bereitschaft der Deutschen, englischsprachige Ausdrücke in ihre Muttersprache aufzunehmen so groß, dass man sogar schon kritische Stimmen hört, die verlauten lassen, dass die deutsche Sprache durch das Englische bedroht werde. Die häufige Verwendung von englischsprachigen Wörtern zeichnet also nicht nur die deutsche Werbesprache aus. Auch Wirtschaft, Musik, Kultur, Medizin, Sport, Wissenschaft, Technik sowie Presse- und Jugendsprache sind ‚anglizismenoffen’. Es wird vorhergesagt, dass der Einfluss von Anglizismen auf das Deutsche, der durch die zunehmende Globalisierung und Internationalisierung begünstigt wird, wahrscheinlich nicht rückläufig sein wird. Da die englische Sprache als moderne ‚lingua franca’ gilt, sind das Deutsche und andere moderne Sprachen für Wortentlehnungen aus dem angloamerikanischen Sprachraum besonders aufgeschlossen.
Zuerst werde ich die englischsprachigen Entlehnungen erörtern, die in der zweiten Hälfte des ausgegangenen Jahrhunderts in das Deutsche vermehrt gekommen sind. Es wird ein kurzer Überblick über diese modernen englischen Ausdrücke gegeben. Des Weiteren
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versuche ich zu erläutern, in welchen Bereichen die englischen Wörter meistens auftreten und aus welchen Gründen solche Entlehnungen im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts in die deutsche Sprache integriert werden.
In dem folgenden Teil (II.) dieser Magisterarbeit werde ich die Entlehnungen aus dem Englischen in die deutsche Sprache in Anlehnung an die Klassifikation von Carstensen diskutieren. Es wird auch überlegt, wie man hinsichtlich dieser Entlehnungen die Termini „Fremdwort“ und „Lehnwort“ verstehen und verwenden sollte. Schließlich folgt die Erläuterung des Begriffes „Anglizismus“ und ein kurzer Überblick über die Forschungsgeschichte dieses Phänomens. In dem zweiten Teil dieser Arbeit wird auch überlegt, welche stilistischen Funktionen die Anglizismen im Deutschen haben und welche Zwecke die fremdsprachigen Elemente erfüllen sollten.
In dem dritten Teil (III.) dieser Magisterarbeit wird das Phänomen Werbung mit dem Schwerpunkt Fernsehwerbung erläutert. Um das komplexe Phänomen der Werbung ausführlich erläutern zu können, wird sich diese Arbeit mit dem etymologischen Ursprung des Begriffes, mit verschiedenen Formen von Werbekommunikation und mit mehreren Definitionen für Werbung beschäftigen. Ich werde auch detailliert auf die Bestandteile eines Werbespots sowie Text-Bild Verknüpfungen in der Werbung eingehen. Von großer Bedeutung sind auch Besonderheiten der Werbesprache und sprachliche Methoden, durch die ein Werbetext auffällig, interessant und attraktiv gestaltet wird. In dem vierten Teil (IV.) dieser Magisterarbeit wird ausführlich auf das Englische in der deutschen Werbung eingegangen. Es werden vor allem stilistische Funktionen von englischen Ausdrücken in der Werbung diskutiert. Der massive Einsatz von Anglizismen in der deutschen Werbung wird nicht nur durch stilistische Funktionen von englischsprachigen Ausdrücken begünstigt. Die Anglizismenverwendung in der Werbesprache ist auch von anderen Faktoren abhängig, wie von der Branche beworbener Artikel (Produktgattung), der umworbenen Zielgruppe und von Werbespotelementen. Außerdem wird auch das Phänomen der Fremdheitserzeugung in der Werbekommunikation genauer betrachtet, bei dem die Verwendung von Anglizismen eine enorme Rolle spielt.
In dem fünften Teil (V.) dieser Magisterarbeit werden vier anglizismenreiche deutsche Werbebranchen (Kosmetika- und Parfümwerbung, Alkoholwerbung, Automobilwerbung, Tourismuswerbung) untersucht und ausgewählte deutsche Fernsehwerbespots hinsichtlich ihrer Anglizismenverwendung analysiert. Es werden zwei Werbespots aus der jeweiligen Branche (aus der Alkoholbranche drei Werbespots) untersucht. Des Weiteren habe ich
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auch zwei TV-Spots aus der anglizismenunfreudigen Nahrungs- und Genussmittelbranche zu meiner Analyse herangezogen. Obwohl die beiden Werbespots aus einer Branche stammen, in der gewöhnlich in deutscher Sprache geworben wird, weisen diese eine massive Verwendung englischsprachiger Ausdrücke auf. Diese zwei Werbespots habe ich deswegen gewählt, weil man an diesen Beispielen besonders gut die Zwecke beobachten kann, die das Englischsprachige in der Werbekommunikation erfüllt und warum Anglizismen in der Werbung eingesetzt werden.
Anhand der von mir ausgewählten Beispiele und der Charakterisierung der besprochenen Branchen möchte ich schließlich der Frage nachgehen, ob die Tendenzen in der deutschen Werbung hinsichtlich der Verwendung von Anglizismen mit dem übereinstimmen, was in der Fachliteratur vor allem von Schütte (1996), Bohmann (1996), Androutsopoulos (2004) und Kupper (2007) herausgearbeitet wurde.
In dem sechsten Teil (VI.) meiner Magisterarbeit werden die Ergebnisse meiner Analyse zusammengefasst und es wird versucht, aus den gesamten Überlegungen ein Fazit zu ziehen.
1. Die englischsprachigen Einflüsse im 20. Jahrhundert und am Anfang des 21. Jahrhunderts
Die Beeinflussung des Deutschen durch das Englische, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter dem starken politisch-wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss der USA zugenommen hat, wird als ein Phänomen der letzten 50 Jahren betrachtet. Die Geschichte der Entlehnungen aus dem Englischen in die deutsche Sprache geht jedoch viel weiter zurück. Die ersten Entlehnungen aus der englischen Sprache in das Deutsche stammen aus dem 17. Jahrhundert. Zu diesen ‚frühen’ Anglizismen zählen vor allem Begriffe aus der Seefahrt, wie ‚Boot’, ‚Lotse’ und ‚Dock’ (vgl. Meder 2005, S. 67, vgl. auch: Wetzler 2005, S. 31). Im Laufe der Jahrhunderte wuchs der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache kontinuierlich. Die führende Rolle Englands in Wirtschaft und in Industrie, vor allem in der Zeit der Industrialisierung Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, hat dazu beigetragen, dass weitere sprachliche Entlehnungsprozesse stattgefunden haben. Mit der industriellen Revolution kamen neue Ausrücke in die Industrie (Budget, Kartell, Partner, Standard, Trust) oder ins Verkehrswesen (Express,
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Lokomotive, Tunnel) (vgl. Kupper 2003, S. 35, vgl. auch: Meder 2005, S. 67, vgl. auch: Wetzler 2005, S. 31).
Besonders stark entwickelte sich schließlich der Einfluss der englischen Sprache auf das Deutsche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Wirkung des Englischen auf das Deutsche nach 1945 wird in der Fachliteratur hinsichtlich der Entlehnungsgründe und Funktionen von Anglizismen im Deutschen am häufigsten untersucht (vgl. Yang 1990, S. 5, vgl. auch: Meder 2005, S. 68).
Besonders bedeutend ist der Einfluss des englischen Vokabulars im Bereich der technologischen Entwicklung und der Wissenschaft (der Beamer, der Computer, der Laser), der Handelssprache (der Boom, das Budget, der Discount, das Leasing, das Marketing) und in den Informationstechnologien (der Chat, der Download, die Floppydisk, die Hardware, die Homepage, das Update) (vgl. Meder 2005, S. 68). Auch die Fachsprachen zeichnen sich durch eine stark anglisierte Terminologie aus. Zu solchen Fachsprachen gehören z. B. die Sprache der Medizin (der Bypass, das Screening, der Tranquilizer) oder die der Psychologie (die Ability, das Assessment Center, das Feedback, das Handicap). Man kann sogar behaupten, dass Englisch zur Sprache der Wissenschaft geworden ist. Auch die Medien, wie vor allem das Fernsehen, sind von englischen Ausdrücken (die Celebrity, der Chat, der Bestseller, der Download, die Soap, der Star, die Talkshow, die Band) belagert. Es werden auch immer mehr englische Wörter in dem Bereich des Sports und des moderneren Lebensstils benutzt wie z. B. das Aerobic, das Bodybuilding, die Fitness, das Jogging, das Styling, das Training, die Wellnes (vgl. Meder 2005, S. 75).
Diese englischen Begriffe werden in Radio, Fernsehen, Presse, Internet und in der Wissenschaft wegen ihres hohen Schwierigkeitsgrades, aber auch absichtlich wegen ihrer Prägnanz und der Tendenz zur politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Internationalisierung unübersetzt übernommen (vgl. Schütte 1996, S. 33, vgl. auch: Kupper 2003, S. 18f.).
Es wird in der Fachliteratur betont, dass sich die große Anzahl von Anglizismen, die nach 1945 in die deutsche Sprache gekommen ist, mit der internationalen ‚Herrschaft' der Vereinigten Staaten erklären lässt (vgl. Wetzler 2006, S. 32, vgl. auch: Meder 2005, S. 78). Mit diesen Entlehnungen manifestiert sich jedoch nicht nur die Rolle der USA als Leitkultur. Viel mehr zeigt sich daran die so genannte ‚Amerika-Begeisterung’ der Deutschen und die Bereitschaft der Menschen den ‚typisch amerikanischen’ Lebensstil zu übernehmen, der von Konsum, Modernität und Jugendlichkeit geprägt ist (vgl. Kupper
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2003, S. 18). Jedoch lässt sich angesichts des Irakkrieges und steigender internationaler Kritik an George Bush’s Regierung die Anglizismenverwendung nicht mehr mit der ‚Vorbildgesellschaft Amerika’ erklären. Zu dem massiven Anglizismengebrauch tragen eher die steigende Globalisierung und die rasche Entwicklung der neuen Medien bei. Diese Aspekte begünstigen die Entlehnungen aus dem Englischen, der ‚lingua franca’ der modernen internationalen Kommunikation (vgl. Wetzler 2006, S. 32). Man greift aus Mangel an deutschen Alternativen bei der Benennung von Entwicklungen und Sachverhalten sowie absichtlich um auf Modernität und Weltläufigkeit hinzudeuten auf die englische Sprache zurück. Als Ergebnis dieser Hochphase des englischen Einflusses auf die deutsche Sprache, die in unserem Zeitalter in verschiedenen Bereichen stattfindet, lässt sich folgende Feststellung anbringen:
„Worldwide communication via the Internet, globalization of national economies resulting in multinational corporations, and commercial television with its adevrtisements and videoclips have led to a new dimension of lexical borrowings and code-switching, at least in the technical language of business and comerce, computing, advertising and youth language” (Busse und Görlach 2002, S. 14, auch in: Wetzler 2006, S. 32).
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1. Formen der Entlehnung aus dem Englischen
Das Deutsche wird durch den Kontakt mit anderen Sprachen fremden Einflüssen ausgesetzt und entlehnt Wörter aus den Sprachen, mit denen es in Berührung kommt. „Gerade in unserer Zeit der elektronischen Massenmedien, Fernsehen und Satellitenfernsehen, Internet, Film und Video, ist die Intensität des Kontakts groß wie nie zuvor“ (vgl. Kupper 2007, S. 22). Heutzutage kommen die meisten Entlehnungen in der deutschen Sprache aus dem englischsprachigen Sprachraum - aus der englischen ‚Universalsprache’. Das Phänomen der Entlehnungen aus dem Englischen und ihre Klassifikation in der deutschen Sprache wurden in der Sprachwissenschaft von vielen Autoren untersucht und dies nimmt in der wissenschaftlichen Forschung viel Platz ein. Es wurden dementsprechend unterschiedliche Vorschläge in der Fachliteratur gemacht, wie man diese Entlehnungen klassifizieren kann (vgl. Bohmann 1996, S. 20f., vgl. auch: Schütte 1996, S. 34).
1.1. Die terminologische Einordnung englisch-deutscher Entlehnungsvorgängen
nach Pfitzner (1978) und Yang (1990)
Pfitzner (1978) unterscheidet drei Typen von Entlehnungen: Entlehnungen als fremdsprachige Ausdrücke, Entlehnungen als Kompositionen aus amerikanischen und deutschen Bestandteilen und Entlehnungen in Form von rein deutschen Ausdrücken (vgl. Pfitzner 1978, S. 13). Yang (1990) unterscheidet zwischen konventionalisierten Anglizismen, die weitgehend integriert und für den Großteil der Deutschen keine Fremdwörter sind (z. B. Keks, Manager, Computer) und Anglizismen im Konventionalisierungsprozess. Letztere sind vielen Deutschen noch fremd und aus ihnen werden im Laufe der Zeit entweder konventionalisierte Anglizismen oder sie werden wieder aus dem deutschen Sprachgebrauch zurücktreten (z. B. Flatrate, Factory, Gay). Schließlich grenzt Yang (1990) davon Anglizismen ab, die meist nur in Bezug auf englischsprachige Länder gebraucht werden (z. B. Highschool, US Army, Highway) und bezeichnet sie als „Zitatwörter, Eigennamen und Verwandtes“ (Yang 1990, S. 9, vgl. auch: Plümer 2000, S. 18f.).
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2. Die terminologische Einordnung englisch-deutscher Entlehnungsvorgängen nach Carstensen (1979)
In dieser Magisterarbeit wird die Klassifikation von Carstensen detailliert erläutert, da diese die Entlehnungen aus dem Englischen sehr anschaulich beschreibt. Auf die Klassifikation von Carstensen wird im Übrigen auch in der Fachliteratur zurückgegriffen. Nach Carstensen lassen sich die Entlehnungen in „evidente“ (äußere) und „latente“ (innere) Einheiten unterscheiden (vgl. Carstensen 1979, S. 90). Innerhalb des inneren und äußeren Lehngutes unterscheidet er mehrere Typen von Entlehnungsvorgängen, die in der folgenden graphischen Übersicht dargestellt werden. Die Abbildung wurde aus dem Handbuch „Werbesprache“ von Nina Janich (2001) bzw. aus „Anglizismen im Deutschen“ von Yang (1990) übernommen (vgl. Janich 2001, S. 109, vgl. auch: Yang 1990, S. 16).
Direkte Misch-Schein-Lehn-Lehn-
Abbildung 1: vgl. Janich 2001, S. 109
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2.1. Das äußere/ evidente Lehngut
Zu dem evidenten Lehngut gehören direkte Übernahmen von englischen Ausdrücken in die deutsche Sprache. In Fremdwörtern, Lehnwörtern, Scheinentlehnungen und Mischkomposita erkennen die deutschen Sprecher meistens problemlos den englischen Ursprung, da diese Wörter auf der Ausdrucksseite fremdes Lexem- bzw. Morphemmaterial aufweisen (vgl. Carstensen 1979, S. 90, vgl. auch: Schütte 1996, S. 35).
2.1.1. Fremdwort und Lehnwort
Die größte Gruppe von Entlehnungen aus dem Englischen bilden Fremd- und Lehnwörter. Es kommt am häufigsten vor, dass fremdsprachige Wörter in unveränderter Form und Bedeutung übernommen werden (vgl. Carstensen 1965, S. 90, vgl. auch: Yang 1990, S. 11).
Yang (1990) definiert als Fremd- und Lehnwörter Entlehnungen, die einen deutlich erkennbaren englischen Ursprung haben und entweder mit unveränderter Bedeutung ins Deutsche entlehnt worden sind oder solche, die ins Deutsche nur mit einem Teil ihrer ursprünglichen Bedeutungen übernommen worden sind (vgl. Yang 1990, S. 11). Yang (1990) bezeichnet mit dem Begriffspaar „Fremdwort“ und „Lehnwort“ zudem den Eindeutschungsgrad eines Anglizismus in die deutsche Sprache (vgl. Yang 1990, S. 11). Nach Yang (1990) ist „Fremdwort“ ein Lexem oder eine Lexemverbindung, das im Deutschen mit der englischen Orthographie und möglichst unverändert verwendet wird, wie z. B. Cowboy, Jeans, Quizmaster, Show. Das „Lehnwort“ hingegen passt sich der deutschen Sprache morphologisch, orthographisch oder phonologisch an. Zu den Lehnwörtern zählen zum Beispiel: ‚Komfort’, ‚Stewardess’, ‚Schock’ und ‚Western’ (vgl. Yang, 1990, S. 12., vgl. auch: Schütte 1996, S. 35). Es muss aber betont werden, dass der Unterschied zwischen dem Fremdwort und dem Lehnwort nicht eindeutig ist und ein Großteil der Entlehnungen sich in einem Raum zwischen dem Fremdwort und dem Lehnwort befindet (vgl. Kupper 2003, S. 12, vgl. auch: Schelper 1995, S. 8ff.). Auch von Polenz (1979) beschäftigt sich mit den Lehn- und Fremdwörtern und ist der Meinung, dass eine klare Unterscheidung zwischen diesen zwei Termini nicht möglich sei. Er geht dabei auf den Ursprung des Begriffes „Fremdwort“ als „ein Wort, das fremd ist“
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zurück und behauptet, dass auch ein deutsches Wort fremd sein könne (vgl. von Polenz 1979, S. 24, vgl. auch: Schütte 1996, S. 36f.).
„Was eine Formation in der Landschaft ist, weiß nur der geologisch Gebildete, was Formalismus ist, nur der Kunst- und Literaturverständige, was ein Format ist, nur der Akustiker, was eine Formerei ist, nur der Fachmann der Gießereitechnik, was ein Formsieg ist, nur der Fußballkundige. Auch viele deutsch gebildete Wörter der Fachsprachen sind dem Nichtfachmann ‚fremd' (z. B. Lautverschiebung, Verhältniswort, Umstandsergänzung, Lehnbildung). Lexikalische ‚Fremdheit' ist eine sprachsoziologische Erscheinung, die nicht auf Wörter fremdsprachlicher Herkunft beschränkt ist“ (von Polenz 1979, S. 23f.). Der Übergang von einem Fremdwort zu einem Lehnwort und der Prozess der Assimilation von Entlehnungen in eine Sprache wurden schon von Jacob Grimm in seiner Vorrede zum Deutschen Wörterbuch metaphorisch aufgefasst:
„Fällt von ungefähr ein fremdes wort in den brunnen einer sprache, so wird es solange darin umgetrieben, bis es ihre farbe annimmt und seiner fremden art zum trotze wie ein heimisches aussieht“ (Grimm /Grimm 1854, S. XXVI, auch online: http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/vorworte/index_html?file=vor01_html#abs7) 1 .
2.1.2. Scheinentlehnungen
Scheinentlehnungen sind Wörter, die ein englisch wirkendes Erscheinungsbild haben. Obwohl diese Ausdrücke mit fremden Wortbildungsmitteln geformt sind, haben diese in ihrer Heimatsprache eine andere Bedeutung oder sind unbekannt (vgl. Meder 2005, S. 48, vgl. auch: Janich 2001, S. 110, vgl. auch: Bohmann 1996, S. 25). Bei den Scheinentlehnungen handelt es sich oft nicht um Entlehnungen, sondern um autonome Bildungen der deutschen Sprache nach fremdsprachigem Vorbild. Wissenschaftler wie Alan Kirkness (2001) vertreten sogar die Meinung, dass Scheinentlehnungen weniger als Entlehnungen betrachtet werden sollten. Sie sollten eher als innerdeutsche Sprachentwicklungen wahrgenommen werden. „German (speakers) cannot borrow from English a lexical item or a significate not attested in English [...].What appears at first sight to be the result of borrowing or direct influence from English might on closer examination prove to be the product of morphological and/or semantic processes involving Anglicisms that are internal to German” (Kirkness 2001, S. 322). Die Scheinentlehnungen sind dann
1 Stand am 07.04.2008
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als das Resultat des deutschen Sprachwandels anzusehen und werden in der Fachliteratur auch oft als ,,Pseudoanglizismen" und „Sekundärentlehnungen“ bezeichnet (vgl. Bohmann 1996, S. 25, vgl. auch: O’Halloran 2003, S. 225).
Da diese Wörter im englischen Sprachraum unbekannt sind oder eine andere Bedeutung haben, kann es sogar zu Verständnisproblemen führen, wenn sie im Englischen gebraucht werden. Als Beispiel dafür lässt sich in diesem Zusammenhang das Wort ‚Handy’ anbringen, das im Deutschen als eine Bezeichnung für Mobiltelefon genutzt wird. Auf Englisch heißt ein Mobiltelefon ‚cell phone’ oder ‚mobile(phone)’. Nach Carstensen (1979) unterscheidet man innerhalb der Scheinentlehnungen zwischen morphologischen Lehnveränderungen, lexikalischen Scheinentlehnungen und
semantischen Scheinentlehnungen (vgl. Carstensen 1979, S. 90f. vgl. auch: Bohmann 1996, S. 26, vgl. auch: Yang 1990, S. 13).
Zu den morphologischen Lehnveränderungen zählen die Kürzungen von englischen Zusammensetzungen wie z. B. in ‚Happy End’ (engl. happy ending), Kürzungen von Einzelwörtern wie ‚Profi’ (eng. professional) und ‚Pulli’ (eng. pullover) sowie Kürzungen von Einheiten aus mehr als einem Wort wie in ‚Gin Tonic’ (eng. Gin and Tonic) (vgl. Yang 1990, S. 13). In diesen Wörtern wird das englische Wortmaterial im Deutschen in einer abweichenden Form verwendet.
Zu den lexikalischen Scheinentlehnungen gehören Wörter wie ‚Showmaster’ (eng. showman) und ‚Trendmaker’ (eng. trendsetter). Diese Ausdrücke werden im Deutschen mit englischem Wortmaterial gebildet. Sie existieren jedoch in dieser Form im Englischen nicht und sind den englischen Muttersprachlern unbekannt. Semantische Scheinentlehnungen existieren im Englischen und werden in ihrer Originalform ins Deutsche übernommen. Sie gehen jedoch in der deutschen Sprache „semantische Eigenwege“ (Yang 1990, S. 14), indem sie Bedeutungen annehmen, die sie im Englischen nicht haben (vgl. Carstensen 1980, S. 77). Als Beispiel für eine semantische Scheinentlehnung gilt das Wort ‚Oldtimer’, das im Englischen unter anderem als eine humoristische Bezeichnung eines ‚Altgedienten’ verwendet wird. Im Deutschen wird dieses Wort zur Benennung eines alten, gutgepflegten Automodells mit Sammlerwert gebraucht (vgl. Bohmann 1996, S. 29).
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2.1.3. Mischkomposita
Das Mischkompositum (Lehnverbindung) bedeutet, dass das Wort zum Teil aus der deutschen Sprache und zum Teil aus der Gastsprache stammt (z. B. Haarspray, Spielertransfer, Popsänger) (vgl. Bohmann 1996, S. 29f.). Carstensen (1979) unterscheidet drei Typen von Mischkomposita. Zum ersten Typ gehören Mischkomposita nach englischem Vorbild, die nur teilweise ins Deutsche übersetzt worden sind, wie ‚Haarspray’ nach dem Englischen ‚hair spray’, oder auch ‚Nachtclub’ nach dem Englischen ‚nightclub’. Die zweite Kategorie bilden Mischkomposita ohne das englische Vorbild, bei welchem jeweils ein beliebiges deutsches Wort mit einem englischen Ausdruck verbunden wird. Diese Kategorie wird an den Beispielen ‚Managerkrankheit’, ‚Achselspray’ deutlich. Zu dem dritten Typ zählen Komposita, die aus Lexemen aus zwei verschiedenen Sprachen zusammengefügt sind wie z. B. ‚Nightclub-Chef’, ‚Manager-Niveau’ (vgl. Carstensen 1979, S. 91f., vgl. auch: Yang 1990, S. 15, vgl. auch: Bohmann 1996, S. 30).
2.2. Das innere/latente Lehngut
Unter dem Begriff „latentes/ inneres Lehngut“ versteht man Entlehnungen, die im Gegensatz zum evidenten Lehngut keinen deutlich erkennbaren englischen Ursprung besitzen und kein englisches Morphemmaterial enthalten (vgl. Yang 1990, S. 15, vgl. auch: Bohmann 1996, S. 30). Diese Wörter werden gewöhnlich von den deutschen Sprechern nicht als Entlehnungen aus der englischen Sprache erkannt und sind schwer von deutschen Lexemverbindungen zu unterscheiden (vgl. Carstensen 1979, S. 92, vgl. auch: Schütte 1996, S. 36). Bei diesen Ausdrücken handelt es sich nicht mehr um einen Anglizismus, sondern um ein „semantisch englisches Vorbild“, das in die deutsche Sprache transferiert wird (Bohmann 1996, S. 31).
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2.2.1. Lehnbedeutung
In dem Prozess der Lehnbedeutungen bekommen die Wörter der deutschen Sprache durch den Kontakt mit einer anderen Sprache neue Bedeutungen. Als Beispiel dafür kann das deutsche Wort ‚Kette’ angeführt werden, dass durch den englischen Einfluss nicht mehr nur die Bedeutung „einer Reihe aus beweglich ineinandergefügten oder mit Gelenken verbundenen [Metall]gliedern“
(http://www.duden-suche.de/suche/artikel.php?shortname=fx&artikel_id=85927) 2 beinhaltet, sondern auch ‚Laden-, Hotel-, Restaurantkette’ bedeutet (vgl. Janich 2001, S. 110, vgl. auch: Kupper 2003, S. 13, vgl. auch: Carstensen 1979, S. 93).
2.2.2. Lehnbildung (Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung, Lehnwendung)
Als Lehnbildung bezeichnet man den Prozess, in dem ein fremdsprachiger Ausdruck mit Sprachmitteln der deutschen Sprache wiedergegeben wird. Innerhalb der Lehnbildung unterscheidet man zwischen Lehnübersetzung, Lehnübertragung, Lehnschöpfung und Lehnwendung (vgl. Kupper 2003, S. 13, vgl. auch: Bohmann 1996, S. 31). Unter dem Begriff „Lehnübersetzung“ versteht man die Übersetzung fremdsprachiger Wörter durch deutsche Sprachmittel. Als Beispiel dafür kann das deutsche Wort ‚Taschenbuch’ dienen, das aus dem englischen Wort ‚pocket book’ übersetzt worden ist (vgl. Janich 2001, S. 110). Lehnübertragungen sind Lehnübersetzungen ähnlich, wobei die Lehnübertragung eigentlich „Teilübersetzung“ bedeutet (vgl. Kupper 2003, S. 13). Diese Kategorie kommt dann zum Einsatz, wenn das englische Wort nicht vollständig übersetzt werden kann. In diesem Fall handelt es sich jedoch um Übersetzungen, die frei sind und in denen der englische Einfluss kaum zu entdecken ist (vgl. Kupper 2003, S. 13). Dies lässt sich am Wort ‚Wolkenkratzer’ demonstrieren, das aus dem englischen Wort ‚sky scraper’ frei ins Deutsche übersetzt wurde (vgl. Janich 2001, S. 110). Zu den Lehnübertragungen zählen auch Wörter wie ‚Teddybär’ und ‚Surfbrett’, bei denen ein Glied des Wortes von dem englischen Vorbild übernommen wurde und der andere Teil des Wortes übersetzt wurde (vgl. Janich 2001, S. 110). Bei der Lehnschöpfung handelt sich um die Wortschöpfung, die von dem fremdsprachigen Vorbild unabhängig ist. Als Beispiel für die
2 Stand am 07.04.2008
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Lehnschöpfung kann der englische Ausdruck ‚do it yourself’ dienen, der ins Deutsche als ‚handwerkliche Selbsthilfe’ übersetzt wurde. In diesem Fall konnte die englische Phrase nicht übersetzt werden. Ähnliches geschah mit den englischen Begriffen ‚plastics’, ‚topless’ und ‚non-iron’, die ins Deutsche als ‚Kunststoff’, ‚oben ohne’ und ‚bügelfrei’ übersetzt wurden (vgl. Carstensen 1979, S. 92). Bei dem Prozess der Lehnwendung kommt es zur Nachbildung einer fremdsprachlichen idiomatischen Phrase. Als Beispiel dafür dienen hier englische Redewendungen wie z. B. ‚round the clock’ und ‚to make the best of something’, die ins Deutsche als ‚rund um die Uhr’ und ‚das Beste aus etwas machen’ übersetzt wurden (vgl. Janich 2001, S. 110, vgl. auch: Schütte 1996 S. 35).
3. Der Anglizismus
Für diese Magisterarbeit sind die Entlehnungen aus dem Englischen von größter Bedeutung, die nach der Klassifizierung von Carstensen zu dem äußeren/ evidenten Lehngut gehören.
Zu dieser Kategorie des englischen Lehnguts zählen sowohl Fremd- und Lehnwörter als auch englisch-deutsche Mischkomposita und lexikalische, morphologische und semantische Scheinentlehnungen. In meiner Analyse werde ich jedoch die Lehnwörter nicht weiter berücksichtigen, weil diese sowohl phonologisch als auch graphisch dem deutschen System angepasst und schon so stark integriert sind, dass sie nicht mehr als englische Wörter wahrgenommen werden können. Die latenten bzw. verborgenen Einflüsse des Englischen auf die deutsche Sprache werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit auch nicht berücksichtigt. Bei Lehnübersetzungen, Lehnübertragungen, Lehnschöpfungen, Lehnbedeutungen und Lehnwendungen ist der englische Ursprung zu erkennen, da sie ausdrucksseitig kein englisches Morphemmaterial haben. Das innere Lehngut und Lehnwörter gehören im Rahmen dieser Arbeit nicht direkt zu den Anglizismen.
Der Begriff „Anglizismus“ wurde in der Fachliteratur von mehreren Autoren erklärt. Es ist jedoch in der Forschungsgeschichte dieses Phänomens nicht gelungen, eine allgemeingültige Definition des Terminus zu erfassen. Die Begriffsbildungen, die im folgenden Abschnitt erläutert werden, hängen jeweils von dem Untersuchungsschwerpunkt ihrer Autoren ab (vgl. Plümer 2000, S. 17).
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3.1. Definition nach Bußmann (1990), Yang (1990) und Carstensen (1965)
Bußman (1990) definiert den Begriff „Anglizismus“ als „aus dem britischen Englisch in eine nicht-englische Sprache übertragene Spracheinheit im lexikalischen, syntaktischen oder idiomatischen Bereich“ (Bußman 1990, S. 85).
Yang (1990) nennt dagegen den „Anglizismus“ als Oberbegriff für Britizismus, Amerikanismus und Kanadismus und betont, dass es schwierig ist, die Entlehnungen aus dem Englischen nach ihrer britischen oder amerikanischen Herkunft zu charakterisieren (vgl. Yang 1990, S. 7). Carstensen (1965) behauptet sogar, dass die Aufteilung in amerikanisches und britisches Englisch fast nicht möglich sei: „Bei vielen Wörtern lässt sich die Scheidung zwischen American English und British English nur mit Mühe aufrechterhalten, und die philologische Exaktheit wäre hier nicht gewährleistet, wenn man mehr als ‚Englisch' sagte“ (Carstensen 1965, S. 18, auch in: Yang 1990, S. 8). Schelper (1995) stellt zu der Differenzierung in British und American Englisch fest: „Die einzige Basis für eine Unterteilung wäre eine geschichtliche: Vor 1917 war das übernommene englische Wortgut vorwiegend britischen Ursprungs, 1918 setzte ein gewisser amerikanischer Einfluss ein, und der Grossteil der nach 1945 entlehnten Anglizismen stammt aus dem amerikanischen Englisch, denn der amerikanische Kultur- und Wirtschaftseinfluss ist seit dem Krieg bedeutend stärker als der britische. Aber auch das ist im Einzelfall selten nachzuweisen“ (Schelper 1995, S. 29).
Es wird jedoch in der Fachliteratur betont, dass heutzutage die Amerikanismen den größten Teil der Entlehnungen bilden. Pfitzner (1978) und Bohmann (1996) heben hervor, dass die englischen Wörter in der deutschen Sprache trotz der britischen Herkunft über den amerikanischen Kontinent ins Deutsche gelangen (vgl. Bohmann 1996, S. 18, vgl. auch: Pfitzner 1978, S. 13). Carstensen (1965) behauptet sogar, dass „das amerikanische Englisch ein immer größeres Übergewicht über das britische Englisch erlangt und seinerseits die Sprache des Mutterlandes beeinflusst“ (Carstensen 1965, S. 18). Dieses Dominieren des amerikanischen Englisch wird mit der führenden Rolle der Vereinigten Staaten in fast allen Bereichen des modernen Zeitalters erklärt (vgl. Carstensen 1965, S. 17f., vgl. auch: Plümer 2000, S. 17).
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3.2. Definition nach Pfitzner (1978), Brockhaus (2006) und Schütte (1996)
Pfitzner definiert Anglizismus als „[…] ein sprachliches Zeichen, dessen äußere Form aus englischen Morphemen bzw. einer Kombination englischer und deutscher Morpheme besteht, dessen Inhalt stets die Übernahme einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung voraussetzt“ (Pfitzner 1978, S. 13). Brockhaus (2006) definiert den Begriff „Anglizismus“ als „eine lexikalische, semantische, syntaktische oder idiomatische Einheit der englischen Sprache, die in eine andere Sprache übernommen wird“ (F.A. Brockhaus 2006, B. 2, S. 58) Außerdem umfasst diese Definition alle Arten der Veränderung einer Wortbedeutung oder Wortverwendung sowie Wörter wie z. B. ‚Handy’, die so in der englischen Sprache nicht gebräuchlich sind (vgl. F.A. Brockhaus 2006, B. 2, S. 58). An diese Definition knüpft auch Schütte (1996) an und betont, dass Anglizismen eine im Vergleich zu ihrer Herkunftssprache veränderte bzw. nicht vorhandene Bedeutung aufweisen können. Schütte (1996) definiert den Begriff „Anglizismus“ in ihrer Studie „Das schöne Fremde“ mit folgenden Worten: „Ein Anglizismus ist ein sprachliches Zeichen, das ganz oder teilweise aus englischen Morphemen besteht, unabhängig davon, ob es mit einer im englischen Sprachgebrauch üblichen Bedeutung verbunden ist oder nicht“ (Schütte 1996, S. 38).
3.3. Die Definition des Begriffes „Anglizismus“ für diese Magisterarbeit
Die Entlehnungen aus dem Englischen wurden nicht nur nach ihrem Anpassungsgrad an die deutsche Sprache und nach den verschiedenen Typen von Entlehnungsvorgängen diskutiert. Es wurde in der Forschungsgeschichte auch versucht, eine einheitliche Terminologie des Begriffes „Anglizismus“ festzulegen. Bußmann (1990) hebt in ihrer Definition des Begriffes hervor, dass alle Anglizismen ihren Ursprung im britischen Englisch haben. Yang (1990) und Carstensen (1965) bemerken, dass Englisch zu einer Weltsprache geworden sei. Da das Englische in der ganzen Welt dominiert, ist es fast unmöglich, das Herkunftsland von vielen Anglizismen zu bestimmen. Es wird in der Fachliteratur jedoch festgehalten, dass die Amerikanismen den größten Anteil der englischsprachigen Wortübernahmen im Deutschen ausmachen. In dieser Magisterarbeit werde ich den Begriff „Anglizismus“ in Anlehnung an die Definition von Schütte (1996) verwenden und von einer Übernahme englischer oder einer
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Zusammensetzung englischer und deutscher Morpheme sprechen. In der Klassifizierung von Carstensen kann man nur Fremdwörter, Scheinentlehnungen und Mischkomposita als Anglizismen verstehen. In dem Analyseteil dieser Magisterarbeit werden zudem nicht nur selbständige Lexeme diskutiert. Es werden vor allem ganze englische Phrasen untersucht, weil diese eine entscheidende Rolle in der Werbesprache vor allem in der Funktion von Slogans und Claims spielen.
Für die fremdsprachigen Ausdrücke, die aus dem britischen Englisch und amerikanischen Englisch kommen, gibt es viele Bezeichnungen nämlich: Anglizismus, Amerikanismus, Angloamerikanismus, Britizismus. In dieser Arbeit werde ich die Begriffe „Anglizismus“, „das Englische“, „Fremdwörter“ und „Angloamerikanismus“ für alle Entlehnungen aus dem englischen Sprachraum verwenden. Für die Zwecke dieser Magisterarbeit ist die Einteilung der englischen Gesamtsprache in unterschiedliche Varietäten (amerikanisch, australisch, britisch, südafrikanisch, neuseeländisch, kanadisch usw.) nicht notwendig.
4. Die Verwendungsmotive und Funktionen von Entlehnungen aus dem Englischen in der deutschen Sprache
Es existieren viele Gründe für die Entlehnungen des englischsprachigen Wortschatzes in die deutsche Sprache. Die wichtigsten Motive, die das Auftreten von Anglizismen in der deutschen Sprache beeinflussen, werden im folgenden Punkt erläutert.
4.1. Außersprachliche und innersprachliche Entlehnungsgründe
Die außersprachlichen Entlehnungsgründe von Anglizismen in unserem Zeitalter hängen mit den Faktoren zusammen, die in dem Punkt (I/1.) „Die englischsprachigen Einflüsse im 20. Jahrhundert und am Anfang des 21. Jahrhunderts“ erläutert wurden. Es ist vor allem festzuhalten, dass die Entlehnungen aus dem Englischen ein weltweites Phänomen sind und dass sie durch die internationale ‚Herrschaft' der USA in dem politischen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Bereich begünstigt werden. Die englische Sprache wird zudem nicht mehr nur als die Muttersprache und das ‚Eigentum’ von Engländern, Amerikanern und Australiern angesehen. Das Englische ist zu der Fach-, Hilfs-, Schrift-, Unterrichts- und Wissenschaftssprache der modernen Welt geworden. „Es differenziert
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sich zu Regionalsprachen wie Pidgin (in der Karibik) aus, zu fachbezogenen Begriffssphären wie dem Computer-Englisch, zum coolen Code für Youngster, zu einer Magerversion für Touristen“ (Falksohn 2005, auch in: Kupper 2007, S. 63). Englisch als ‚global language’ umfasst also Phänomene und Sachverhalte, die Englischmuttersprachler nicht entwickelt haben. Die massive Verwendung des Englischen liegt in der Tatsache begründet, dass in der Wissenschaft oder in den Medien Wert darauf gelegt wird, dass bestimmte Inhalte dem internationalen Publikum zugänglich gemacht werden sollen. Zu den innersprachlichen Gründen für die Entlehnungen aus dem Englischen zählt vor allem der Mischsprachcharakter der englischen Sprache. Das Englische wurde von der germanischen, romanischen und griechischen Sprache beeinflusst und ist mit vielen modernen Sprachen verwandt. Die übernommenen Anglizismen sind vorwiegend einsilbig, was dazu beiträgt, dass diese Ausdrücke wegen der Sprachökonomie gerne benutzt werden. Das Englische gilt zudem als eine Fremdsprache, die schnell zu erlernen ist. Die englische Umgangssprache benutzt tatsächlich bedeutend weniger Wörter als z. B. das Deutsche oder das Französische (vgl. Kupper 2007, S. 61f.).
4.2. Sprachlücken
Die Entlehnungen aus einer fremden Sprache dienen vor allem dazu, neue Dinge und Sachverhalte zu benennen, um so genannte ‚Sprachlücken’ zu füllen. Die Industrialisierung, Globalisierung und die Entwicklung der Technik tragen dazu bei, dass solche Sprachlücken immer häufiger auftreten (vgl. Schütte 1996, S. 38f.). Die neuen Phänomene und ihre Bezeichnungen werden aus dem in der Wirtschaft, Politik und Kultur führenden Land, den USA, übernommen. Zudem ist die englische Sprache zur ‚Universalsprache’ der modernen Welt und die Fachsprache der Wissenschaft geworden. Aus diesem Grund werden die englischen Bezeichnungen auch für Phänomene benutzt, die nicht unbedingt in den Vereinigten Staaten entwickelt wurden.
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4.3. Das Prestige
Ein anderer wichtiger Grund für das Übernehmen von Ausdrücken aus einer anderen Sprache ist das Prestige dieser Sprache. Die Überlegenheit der angloamerikanischen Kultur, aus welcher Gegenstände und Sachverhalte zusammen mit ihren englischen Bezeichnungen übernommen werden, begünstigt Entlehnungen aus dem Englischen. (vgl. Bohmann 1996, S. 199, vgl. auch: Wetzler 2005, S. 27f.). Oft verwenden Menschen einen fremdsprachigen Wortschatz, um von diesem Prestige der überlegenen Kultur zu profitieren. „People who want to exhibit their familiarity with foreign cultures, especially so-called prestigous cultures, tend to use foreign words as proud evidence of such familiarity” (Wetzler 2006, S. 28). Auch Carstensen (1965) betont, dass die Entlehnungen aus dem Englischen die Neigung des Sprechers erfüllen, gebildeter und kosmopolitisch zu erscheinen (vgl. Carstensen 1965, S. 266). Auch das gesellschaftliche Prestige der englischen Sprache, die als die erste Fremdsprache gebildeter Menschen gilt und aus dem deutschen Unterrichtskanon nicht wegzudenken ist, wird als ein wichtiger Grund für die leichte Assimilation von Anglizismen in der deutschen Sprache angesehen.
4.4. Bedürfnislehnwörter und Luxuslehnwörter
Die Lehnwörter, die die Nachfrage decken und Leerstellen in der Sprache ‚stopfen’, werden in der Fachliteratur „Bedürfnislehnwörter“ genannt. Sie dienen dazu, die Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache zu bereichern (vgl. Carstensen 1965, S. 266, vgl. auch: Schütte 1996, S. 39). Zu den Bedürfnislehnwörtern zählen beispielsweise ‚Internet’ und ‚Computer’. Andere Lehnwörter wurden mehr oder weniger aus Prestigegründen in die deutsche Sprache übernommen und werden in der Literatur „Luxuslehnwörter“ genannt. Solche Wörter haben schon im Deutschen ihre Entsprechungen, werden aber bevorzugt, weil sie moderner als die deutschen Alternativen sind oder ‚besser klingen’. Als Beispiel für Luxuslehnwörter lassen sich Wörter wie ‚aftershave’, ‚job’ und ‚clever’ anbringen, die anstelle ihrer deutschen Entsprechungen ‚Rasierwasser’, ‚Arbeitsstelle’ und ‚schlau’ benutzt werden. Es wird jedoch in der Fachliteratur betont, dass auch die Luxuslehnwörter die deutsche Sprache um neue Bedeutungsnuancen bereichern und oft einen festen Platz innerhalb der deutschen Sprache gewinnen (z. B. ‚Party’, ‚Feier’, ‚Fete’) (vgl. Carstensen 1965, S. 266, vgl. auch: Schütte
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1996, S. 39, vgl. auch: Wetzler 2005, S. 43f.). Luxuslehnwörter entstehen aus dem Bedürfnis nach der Stiländerung eines Textes und haben zum Teil andere Konnotationen als ihre deutschen Entsprechungen (vgl. Wetzler 2005, S. 43).
4.5. Stilistische Funktionen von Anglizismen im Deutschen
Entlehnungen aus dem Englischen erfüllen in der deutschen Sprache auch stilistische Zwecke und stehen mit dem Stil eines Textes in Zusammenhang. Galinsky (1963) 3 betont in der bekannten Studie „Stylistic Aspects of Linguistic Borrowing. A Stylistic View of American Elements in Modern German.”, dass die Anglizismen zur Verbesserung oder Änderung der Stilistik eines Textes führen (vgl. Plümer 2000, S. 13, vgl. auch: Kupper 2007). Galinsky (1975) unterscheidet sieben Kriterien hinsichtlich der stilistischen Funktion der Anglizismen in der deutschen Sprache. Zu diesen Motiven der Anglizismenverwendung im Deutschen zählen: Lokalkolorit, Prägnanz, Kürze, Verschleierung, Lebendigkeit, Ton und Ausdrucksvariation (vgl. Carstensen/Galinsky 1975, S. 35ff., vgl. auch: Schütte 1996, S. 39ff.).
4.5.1. Lokalkolorit (“providing national American color of settings, actions and characters” 4 )
Die Anglizismen werden benutzt, um ein bestimmtes Kolorit des Ausdruckes zu erreichen und eine bestimmte Assoziation hervorzurufen (vgl. Schütte 1996, S. 49f.). Darunter kann man solche Begriffe verstehen, die eine örtliche Färbung, Besonderheit oder Eigenart eines bestimmten Landes oder Landstriches transportieren: „Gegenstände, Einrichtungen, Erscheinungen, Personen oder Vorgänge [...], die innerhalb der deutschen Sprachgrenzen nicht vorkommen und deshalb die Bezeichnung behalten, die sie dort tragen, wo sie existieren“ (Pfitzner 1978, S. 40). In der deutschen Sprache vermitteln oft die Medien englische Begriffe, die das amerikanische Lebensgefühl, ‚the American way of life’, widerspiegeln und eine amerikanische Atmosphäre aufbauen. Diese Begriffe werden von vielen Deutschen als sehr positiv assoziiert, meistens im Sinne von unbegrenzten
3 Für diese Magisterarbeit wird die 3. Auflage aus dem Jahr 1975 verwendet.
4 Die englischen Bezeichnungen stammen von Gallinsky (1975), S. 71
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Möglichkeiten des Landes oder auch von Spaß und Abenteuer in der amerikanischen ‚Fun-Gesellschaft’.
4.5.2. Sprachökonomie - Kürze und Präzision („effecting brevity to the point of terseness“), („establishing or enhancing precision“)
Die beiden stilistischen Aspekte der Anglizismenverwendung im Deutschen, Kürze und Präzision, hängen zusammen und werden in einem gleichen Punkt unter dem Oberbegriff „Sprachökonomie“ diskutiert.
Englische Ausdrücke werden wegen der Sprachökonomie in der deutschen Sprache benutzt, weil sie sich durch Kürze und Prägnanz von ihren deutschen Alternativen unterscheiden. Schütte (1996) nennt als Beispiel dafür das englische Wort ‚Stress’, das im Duden Wörterbuch als die „den Körper belastende, angreifende stärkere Leistungsanforderung“ erklärt wird und nicht nur durch seine Kürze, sondern auch durch seine Präzision der deutschen Übersetzung gegenüber zu bevorzugen ist (Schütte 1996, S. 40).
Auch andere englische Wörter haben sich bereits wegen ihrer Prägnanz und Kürze ins Deutsche integriert (vgl. Meder 2005, S. 77). Als ein weiteres Beispiel dafür lassen sich die englischen Wörter ‚Fan’ und ‚Brainstorming’ anbringen, die sich ins Deutsche als ‚Liebhaber, Anhänger’ und ‚spontan einfallende Begriffe zum Thema sammeln’ übersetzen lassen. Obwohl viele englische Wörter kürzer und prägnanter als ihre deutschen Übersetzungen erscheinen, wird in der Fachliteratur jedoch betont, dass nicht alle englischen Entlehnungen im Deutschen kürzer als die entsprechenden deutschen Ausdrücken sind (vgl. Kupper 2003, S. 16).
Ebenfalls zum Aspekt der Kürze englischsprachiger Ausdrücken gehören Abkürzungen, die aus dem englischen Wortschatz entlehnt wurden. Hierzu gehören z. B. ‚PR’ für ‚Public Relations’ und PC für ‚Personal Computer’ (vgl. Bohmann 1996, S. 192). Bohmann (1996) bemerkt in Bezug auf die Kürze und Trefflichkeit der englischen Ausdrücke: „Im Deutschen werden oft ganze Phrasen oder Sätzen benötigt, um den Fachterminus darzustellen, und oft geben die Definitionen nie seinen ganzen Bedeutungsinhalt wieder“ (Bohmann 1996, S. 199f.). Über den Aspekt der Kürze und Prägnanz von Fremdwörtern schreibt Adorno: „Das Bedürfnis nach Verkürzung veranlasst überhaupt zur Wahl von Fremdwörtern. Dichte und Gedrängtheit als Ideal der Darstellung, Verzicht auf das Selbstverständliche, das Verschweigen des im Gedanken zwingend bereits Angelegten und
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darum nicht verbal zu Wiederholenden, all das ist unvereinbar mit weitläufigen Worterklärungen oder Umschreibungen, wie sie vielfach notwendig wären, wo man Fremdwörter vermeidet und doch von ihrem Sinn nichts opfern möchte“ (Adorno 1979, S. 209f.).
Auch Galinsky (1975) und Pfitzner (1978) behaupten, dass die häufige Verwendung der englischen Wörter in der deutschen Sprache auf ihre Bezeichnungsgenauigkeit zurückzuführen ist (vgl. Carstensen/Galinsky 1975, S. 48ff., vgl. auch: Pfitzner 1978, S. 161ff., vgl. auch: Bohmann 1996, S. 191).
4.5.3. Verschleierung („intentional disguise“)
Durch die fremdsprachigen Ausdrücke kann man auch etwas Unangenehmes verbergen und somit die Bedeutung des Wortes verschleiern oder sogar positiver darstellen (vgl. Schütte 1996, S. 40f.). Als Beispiel für diese Verschleierung können Berufsbezeichnungen dienen, die eine Stellenbezeichnung wichtiger und interessanter erscheinen lassen als sie in Wirklichkeit ist (z. B. Facility Manager (eng.) - (dt.) Hausmeister). Diese Funktion von Anglizismen bezieht sich auf das genaue Gegenteil von der Präzision des Ausdruckes. Bei der Verschleierung handelt sich oft um Euphemismen, die negativ konnotierte Vorstellungsinhalte abschwächen.
4.5.4. Lebendigkeit („producing vividness, often by way of metaphor“)
Auch die Lebendigkeit der englischen Ausdrücke wird als Grund für ihre Übernahme in die deutsche Sprache angegeben. Als Beispiel für die Bildhaftigkeit der englischen Sprache können deutsche Begriffe dienen, die aus dem Englischen übersetzt wurden wie z. B. ‚der Eiserne Vorhang’ und ‚Gipfelkonferenz’. Diese Ausdrücke finden ihre Verwendung allem in der Pressesprache (vgl. Schütte 1996, S. 41).
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Malgorzata Swietlik, 2008, Anglizismen in der deutschen Fernsehwerbung, München, GRIN Verlag GmbH
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