Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2.1Wer war Luther? Seite 2
2.2 Die Rechtfertigungslehre nach Luther Seite 4
2.3 Wer war Holl? Seite 7
2.4 Die Rechtfertigungslehre nach Holl Seite 7
2.5 Vergleich der beiden Rechtfertigungen Seite 14
3.1 Warum muss nach Holl der Mensch heute erst nach
allgemeinen Werten suchen, bevor für ihn eine Rechtfertigung
m öglich ist und warum muss der Mensch bei Luther dies nicht
tun ?
Seite 17
3.2 Fazit Seite 18
4. Literaturverzeichnis Seite 20
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1. Einleitung
Im Folgenden werde ich die beiden Auffassungen von Holl und Luther zusammenfassend aufführen und diese anschließend vergleichen, um Unterschiede und Parallelen herauszuarbeiten. Vor allem werde ich versuchen die Hauptaussagen der Texte verständlich zu machen. Zuvor werde ich jedoch jeweils einen kurzen Überblick über das Leben von Luther und Holl aufführen. Es folgt ein Vergleich der beiden Rechtfertigungslehren. Hierbei werde ich die Hauptthesen aufgreifen und gegeneinander aufwiegen. Anschließend werde ich mich speziell mit der Frage auseinander setzten: Warum muss nach Holl der Mensch heute erst nach allgemeinen Werten suchen, bevor für ihn eine Rechtfertigung möglich ist und warum muss der Mensch bei Luther dies nicht? Ich hoffe, dass ich mein Vorverständnis der beiden Texte stark vertiefen kann und sich einige neue Einsichten darbieten.
2.1 Wer war Martin Luther?
Nun werde ich versuchen einen kurzen Überblick über das Leben von Martin Luther darzubieten. Martin Luther wurde am 10.11.1483 als Sohn von Hans Luther und seiner Frau Margarete in Eisleben geboren. Sein Vater war im Erzbergbau tätig. Bald nach seiner Geburt zog die Familie nach Magdeburg, wo er zunächst die Domschule, danach in Eisenach die Schule bei St. Georgen besuchte. 1501 begann er in Erfurt sein Studium der artes liberales. 1505 begann er dann auf Wunsch seines Vaters mit dem Jurastudium. Am 2.7.1505 geriet er in ein Gewitter und versprach in Todesangst Mönch zu werden. Schon am 17.7.1505
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wurde er im Erfurter Kloster in den Orden der Augustiner-Eremiten aufgenommen.
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Im Frühjahr 1507 erhielt Luther seine Priesterweihe und wurde zugleich Mitglied der Erfurter Universität. Schon 1512 wurde erhielt er in Wittenberg den Titel des Doktors der Theologie.
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Er hielt bald Vorlesungen über die Psalmen, den Römerbrief, den Galater und den Hebräerbrief. Luther formulierte in seinen 95 Thesen, die er am 31. 10. 1517 in Wittenberg anschlagen ließ, seinen Gegenspruch gegen den Ablasshandel.
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Kurz darauf erhoben der Erzbischof von Mainz und die Dominikaner Klage in Rom. Luther lehnte jedoch einen Wiederruf ab. Die Bulle „Exsurge Domine“ vom 15.06.1520 forderte Luthers Unterwerfung. Luther antwortete mit der Veröffentlichung seiner drei großen Programmschriften und ließ die päpstliche Bulle seiner Verurteilung verbrennen.
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Luther wurde daraufhin von Papst Leo X. exkommuniziert. Luther lehnte den Widerruf auf dem Reichstag zu Worms erneut ab, woraufhin über ihn die Reichsacht verhängt wurde. Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen ließ Luther nach einem Scheinüberfall auf die Wartburg bringen, wo die Übersetzung der Bibel entstand. 1524/25 herrschten überall im Reich Bauernaufstände, welche sich auf Luthers Lehren beriefen. Daraufhin sprach sich Luther für die Fürsten aus. Im Jahr 1525 heiratete Luther die ehemalige Zisterziensernonne K. von Bora.1529 verfasste Luther den „Kleinen Katechismus“ und den „Großen Katechismus“. 1539 legte Luther in der Schrift „Von den Conciliis und Kirchen“ seinen Kirchenbegriff dar. In seinen letzten Lebensjahren widmete er sich dem Ausbau seiner Gemeinden. Luthers Theologie hat ihr Zentrum in der Rechtfertigungs-
1 Jörg Persch: RGG, S. 558.
2 Jörg Persch: RGG, S. 558-559.
3 Jörg Persch: RGG, S. 560.
4 Jörg Persch: RGG, S. 563-564.
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verkündigung. In seiner Bibelauslegung finden sich nicht nur theologischer Neuansätze, sondern auch Grundlegende Ansätze der deutschen Hochsprache. Luther persönlich verstand sich jedoch eher als Lehrer der Heiligen Schrift, nicht als Reformator. 5
2.2 Die Rechtfertigungslehre nach Luther
Luther beschreibt in dem Textausschnitt aus der "Vorlesung über den Römerbrief", dass das Gesetz im eigentlichen Sinn das Gesetz Christi sei. Dieses Gesetz ist Liebe und ist nicht von Grenzen einzuschränken. Es kann nicht schriftlich festgehalten werden. Das Gesetz wird nur im Herzen jedes Menschen festgehalten, jedoch besitzt nicht jeder die Gnade dieses zu erkennen oder auszuführen. Der Mensch kann beweisen, dass er auf das Gesetz in seinem Herzen hört, indem er es ausführt und indem er ein Gewissen besitzt, nach dem er handelt. Richtet der Mensch sein Gewissen nach diesem Gesetz, so trägt er schon durch die eigenen Gedanken über sich ein gutes oder ein schlechtes Zeugnis in sich. Dies wird besonders deutlich in dem Zitat von Luther: „Wodurch beweisen sie es? Zum ersten den anderen damit, daß sie tun, was das Gesetz verlangt; zum andern sich selbst schon jetzt und allen am Tage des Gerichtes damit, dass ihnen ihr Gewissen über sich selbst Zeugnis gibt.“ 6 Hierbei ist festzuhalten das jeder ein Gewissen besitzt, da jeder das Gesetz Gottes in seinem Herzen trägt. Doch nicht jeder hört auf sein Herz und kann somit das Gesetz noch nicht ausführen. Durch das Selbstzeugnis des Menschen wird nach dem Ableben bestimmt, ob er in die Hölle oder in den Himmel kommt. Also
5 Jörg Persch: RGG, S.
6 Martin Luther: Römerbrief, S. 113.
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richtet sich jeder selbst. Gott bekräftigt die eigene Bewertung des einzelnen Menschen. Der Mensch kann das gefällte Urteil nicht anzweifeln, da es sein Eigenes ist. Es spiegelt die innersten Gedanken des eigenen Selbst und nicht von jemand anders wieder. „ Wie wenn Gott sagen wollte: [...] weil du anders über dich selbst nicht urteilen kannst, darum kann’s auch ich nicht tun.“ 7 Kennt man das Gesetz Gottes nicht, weil das eigene Gewissen abgestumpft ist oder missachtet wird, so kann man nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Die Gedanken des einzelnen sind also wichtiger als dessen Taten und Worte, da diese die Wahrheit beinhalten. Luther unterstreicht seine Auffassung durch die Erklärung, dass in unseren eigenen Gedanken „nicht Worte und Werke [...], sondern unsere eigensten innersten Gedanken über uns vor allen Zeugnis geben.“ 8 . Glaube wird hier nicht als Treue Gottes an den Menschen, sondern als das Vertrauen der Menschen in Gott definiert.
„Aber meiner Meinung nach bedeutet hier ’Glaube’ nicht die Treue
Gottes, sondern das gläubige Vertrauen an Gott, das nichts anderes als
die Erfüllung der Verheißung ist [...].“ 9
Aus dem Glauben kommt die versprochene Gerechtigkeit. Der Mensch ist ein Lügner und sollte deswegen Gottes Wort folgen. Sollte er jedoch dem Menschen- dem Lügner- folgen, so kann er gar kein Vertrauen zu Gott entwickeln. Es wird also deutlich das Glauben heißt, dass man Gerechtfertigt wird. Bezieht man dies nun auf das Volk Israel, welches nicht an Gott glaubte und dessen Verheißungen trotzdem erfüllt wurden, so lässt sich daraus schließen, dass sie nun an Gott glauben müssen.
7 Martin Luther: Römerbrief, S. 115.
8 Ebd. .
9 Martin Luther: Römerbrief, S. 163.
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Arbeit zitieren:
Magali Nolden, 2005, Die Rechtfertigungslehre nach Luther und Holl, München, GRIN Verlag GmbH
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