Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Hauptteil 3
2.1 Begriffsdefinition Interaktion 3
2.2 Begriffsdefinition symbolischer Interaktionismus 3
2.3 Begriffsdefinition soziale Ordnung 4
2.4 Einordnung der Schüler - Lehrer Interaktion in den Gesamtzusammenhang
von Schule 4
2.5 Die interaktive Herstellung sozialer Ordnungen 5
2.6 Symbolisch - interaktionistische Betrachtung des Schulunterrichts am Beispiel
der Forschungsarbeit learning lessons von Hugh Mehan 6
2.7 Kritik am symbolischen Interaktionismus 7
3. Schluss 8
Literaturverzeichnis 10
1
1. Einleitung
„Wahre Ordnung, hüte sie. Sie erspart dir Zeit und Mühe.“ 1 Dieses Zitat soll dazu ermahnen, vorgegebene Richtlinien zu befolgen und Dinge zu sortieren. Als Begründung wird das Gewinnen von Zeit und das Ersparen von Anstrengungen angeführt. Eltern, als auch Lehrer wollen Kinder bzw. Schüler dahingehend erziehen, dass sie ein vorgegebenes Verständnis von Ordnung akzeptieren und anhand von Richtlinien ihr Leben gestalten. So hat ein Kinderzimmer aufgeräumt zu sein, eine Schulklasse eine Sitzordnung und der Aufbau eines Aufsatzes eine vorgeschriebene Ordnung zu haben. Ein Kind wird sehr früh mit dem Begriff der Ordnung konfrontiert und soll lernen Ordnungen zu akzeptieren. Doch ist damit wirklich nur die Fähigkeit gemeint Dinge sortieren zu können, sie in eine Reihenfolge zu bringen oder ihnen eine Rangordnung zu geben oder beschreibt der Begriff Ordnung vielmehr, wie das Zusammenleben mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen funktioniert? Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Begriff der sozialen Ordnung und wie diese hergestellt werden kann. Es soll die These verfolgt werden, dass soziale Ordnungen durch Interaktionen zwischen Menschen entstehen. Als Interaktionsraum wird dabei Schule und Unterricht genauer betrachtet. Ausgehend von der Theorie des deutschen Erziehungswissenschaftler Alfred Treml, Unterricht sei simulierte Evolution 2 , soll geklärt werden, inwiefern Interaktionen zwischen Lehrern und Schülern auf die Herstellung von sozialen Ordnungen einwirken. Dabei wird der Ansatz des symbolischen Interaktionismus nach Blumer zugrundegelegt 3 und die Frage gestellt, ob soziale Ordnung in der Schule interaktiv hergestellt werden kann. Dies soll anhand der Forschungsarbeit mit dem Namen learning lessons des amerikanischen Soziologen Hugh Mehan 4 geprüft werden. Beginnend mit der Definition der Begriffe Interaktion, symbolischer Interaktionismus und soziale Ordnung, soll in einem weiteren Schritt eine Einordnung der Lehrer - Schüler Interaktion in den Gesamtzusammenhang von Schule vorgenommen werden. Dabei wird die Theorie, Unterricht simuliere die Evolution genauer dargestellt. Anschließend wird sich mit der Frage beschäftigt, wie Interaktion soziale Ordnungen herstellen kann, unter Berücksichtigung des Forschungsansatzes des symbolischen Interaktionismus. In einem nächsten Schritt soll gezeigt werden, wie dem symbolisch - interaktionistischen Ansatz entsprechend, Unterrichtsituationen betrachtet werden können. Daraufhin soll die interaktive Herstellung von sozialen Ordnungen eine kritische Würdigung finden und Kritikpunkte an dieser These aufgezeigt werden. Abschließend wird im Schlussteil die Leitfrage nach der Herstellung sozialer Ordnungen durch Interaktion nochmals aufgegriffen und geprüft, ob sie im Hauptteil beantwortet wurde. Zudem werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und eine Bewertung dieser vorgenommen.
1 unbekannter Verfasser.
2 Vgl. dazu Treml, A.K., Schule, 2000.
3 Vgl. dazu Trumer, H., Der methodologische Standort des symbolischen Interaktionismus, 1973.
4 Vgl. dazu Naujock, N., Brandt, D.& Krummheuer, G., Interaktion im Unterricht, 2008.
2
2. Hauptteil
2.1 Begriffsdefinition Interaktion
Bevor man sich genauer mit der Interaktion zwischen Menschen, in diesem Falle zwischen Lehrer und Schüler beschäftigt, muss man den Begriff der Interaktion genauer erklären.
Das Wort Interaktion setzt sich aus den Wortstämmen Inter und Aktion zusammen. Inter steht für Verbindung, Aktion gilt als Synonym für eine Handlung oder eine Tat. Man kann also von einer gegenseitigen Beeinflussung von Handlungen zwischen verschiedenen Handelnden sprechen 5 . Die Soziologie definiert Interaktion als „Wechselwirkung, Wechselbeziehung (…)Grundbegriff für den Sachverhalt, dass sich Individuen oder Gruppen durch ihr aufeinander bezogenes Handeln gegenseitig beeinflussen.“ 6 Die Erziehungswissenschaften bedienen sich dagegen des Begriffs der sozialen Interaktion. Diese Form wird als „die umfassende, also nicht nur auf sprachlicher → Kommunikation beruhende Wechselbeziehung zwischen zwei oder mehreren Personen mit verhaltensbeeinflussender Wirkung.“ 7 definiert. Es handele sich demnach um soziale Interaktion, wenn mindestens zwei Personen miteinander sprechen. Aber auch eine Aufforderung zur Mitarbeit durch den Lehrer mit Hilfe von Gesten und Mimik stelle eine Interaktion dar. 8 Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung der Einstellungen, Erwartungen und Handlungen zwischen Lehrer und Schülern soll die erziehungswissenschaftliche Definition von Interaktion als Grundlage für den weiteren Verlauf dieser Arbeit dienen.
2.2 Begriffsdefinition symbolischer Interaktionismus
Auch der symbolische Interaktionismus, eine Theorie aus der Soziologie, beschäftigt sich mit der Interaktion zwischen Personen.
Zur Erläuterung des Begriffs muss zunächst das Wort Symbol untersucht werden. Symbole gehören immer zu einer bestimmten Gruppe oder Kultur und stehen für ein Konzept. Allerding besitzen Symbole zu diesem Konzept keinerlei Ähnlichkeiten. Will man die Symbole einer Gruppe oder Kultur verstehen, muss einem auch das Wissen dieser Gruppe oder Kultur geläufig sein. Im Gegensatz zu Zeichen, die die Idee der Anwesenheit von etwas wecken, halten Symbole Erfahrungen in Erinnerung. So kann an Symbole auch ohne die Anwesenheit eines Gegenstandes angeknüpft werden. 9
Als Schöpfer der Theorie des symbolischen Interaktionismus gilt der amerikanische Soziologe Herbert Blumer. Er vertritt die Annahme, dass Menschen gegenüber sozialen Objekten, Situationen und Beziehungen auf der Grundlage von Bedeutungen handeln, die diese Dinge für sie besitzen. Die Bedeutung dieser Dinge entsteht durch einen Interaktionsprozess bzw. durch soziale Interaktion. Die Bedeutung wird von der Person in Auseinandersetzung mit diesen Dingen selbst interpretiert, entsprechend gehandhabt und gegebenenfalls geändert. Blumer behauptet, dass Menschen die Erfahrungswelt, in der sie leben, selbst erschaffen. 10
5 Vgl. dazu Auer, M., Psychologische Begriffsbestimmungen, 2006.
6 Reinhold, G., Interaktion, 1997.
7 Köck, P., Interaktion, 1997.
8 Vgl. dazu Köck, P., Interaktion, 1997.
9 Vgl. dazu Mosel, S., Diskussion symbolischer Interaktionismus, 2009.
10 Vgl. dazu Blumer, H., Der methodologische Standort des symbolischen Interaktionismus, 1973.
3
Arbeit zitieren:
Daniel Zäck, 2010, Kann man mit Hilfe der symbolischen Interaktion soziale Ordnung herstellen?, München, GRIN Verlag GmbH
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