Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 3
2 Einflüsse der Gefrier-/ Auftauzyklen auf den Beton 4
2.1 Allgemeines 4
2.1.1 Ablauf der Schädigung 4
2.2 Dynamische Vorgänge der Materialzerstörung 5
2.3 Einflüsse und Prüfverfahren 6
3 Das CDF-Verfahren nach RILEM 7
3.1 Gegenstand der Prüfung. 7
3.2 Ablauf der Prüfung 7
3.2.1 Messung der inneren Schädigung 7
3.2.2 Auswertung der inneren Schädigung. 8
3.2.3 Die Abwitterung der Oberfläche. 9
4 Vorbereitung der Prüfkörper. 10
4.1 Betonherstellung 10
4.2 Herstellung der CDF- Prüfkörper/ Kapillares Saugen 13
5 Durchführung der Frost-Tausalz-Prüfung 14
5.1 Allgemeines 14
5.2 Die Frost-Tauzyklen beim CDF- Verfahren. 14
5.3 Abwitterungsmengen, Ultraschallbad, -laufzeit 15
6 Ergebnisse. 17
6.1 Eindrücke bei augenscheinlicher Begutachtung 17
6.2 Anteile an Abwitterung. 18
6.3 Ultraschallaufzeiten 19
6.4 Festigkeiten und Quecksilberporössymmetrie. 20
7 Diskussion der Ergebnisse 23
8 Zusammenfassung und Ausblick 25
1
9 Verwendete Abkürzungen 26
10 Literaturverzeichnis 27
11 Anhang. 28
2
1 Einleitung
Der Einsatz von Tausalzen im Winterdienst und zusätzlich die CO 2 -Anreicherung der Atmosphäre haben zu erheblichen Schäden an Stahlbetonbauwerken geführt. Die schützende Passivschicht, die im alkalischen Bereich noch vorhanden ist (nicht karbonatisierter Bereich), wird entweder durch Chloride lokal durchdrungen oder das Stickstoffdioxid führt zur Karbonatisierung, wodurch der pH-Wert sinkt und die Passivität aufgehoben wird.
Die materialzerstörende Wirkung von Frost und Tausalze folgt aus der Sprengwirkung des Eises beim Gefrieren und der Salze beim Auftauen. Die Materialzerstörung ist in der Tatsache begründet, dass, durch die Gefrier-/ Auftauzyklen des Salzwassersystems, zwei Materialsysteme durch den Ablauf dynamischer Prozesse entstehen. Das Wasser erleidet in der Phase des Gefrierens eine Volumenvergrößerung und übt Druck auf die Umgebung bzw. Salzlösung aus. Das Auftauen wirkt dehnt sich die konzentrierte Salzlösung aus und übt ihrerseits Druck auf das Eis und Porensystem [1]. Der vorliegende Entwurf soll den Frost- Tausalzwiderstand von unterschiedlichen Betonzusammensetzungen mit einem Luftporengehalt von 4- 6 % mit dem so genannten CDF - Verfahren (Capillary suction of Deicing Solution and Freeze - Thaw Test) untersuchen.
Als Beurteilungsgröße nimmt dieser Versuch die Abwitterungsmenge von Oberflächen, die einer Vielzahl von definierten Frost-Tau-Wechseln in Gegenwart von Taumitteln (i. d. R. NaCl-Lösung) ausgesetzt werden.
Es gilt einen Beton mit Polymeren als Zusatzmittel in Beziehung mit einem Normalbeton zu setzen. Dabei sollen beide Betone, d.h. der Referenz- und auch der „Polymerbeton“, die Bedingungen der Expositionklasse XF 4 erfüllen.
3
2 Einflüsse der Gefrier-/ Auftauzyklen auf den Beton
2.1 Allgemeines
Die Belastungen auf Bauwerke sind vielseitig. Einerseits gibt es enorme natürliche Belastungen wie Witterung, Temperatur, UV-Licht usw., andererseits aber auch Belastungen, die aus der Funktionsweise der Bauwerke herrühren. Eine der Belastungen ist das Thema dieses Entwurfs. Dabei geht es, um den Frost- bzw. Frost-Tausalz-Widerstand der Betone. Diese Problematik ist seit über 100 Jahren bekannt. Die Überlegung, dass sich der feine Luftporengehalt im Mörtel positiv auf den Frost- bzw. Frost-Tausalz-Widerstand der Betone auswirken könnte ist nicht absurd, weil bekannt ist, dass Wasser eine Volumenzunahme erfährt, wenn es gefriert. Die Luftporen könnten als „Ausgleichsraum“ dienen.
2.1.1 Ablauf der Schädigung
Die Gefriertemperatur des im Beton enthaltenen Wassers, hängt unter anderem davon ab, inwieweit dieses freie H 2 O physikalisch gebunden ist. Das Wasser in den Kapillarporen gefriert vor dem sich in den Gelporen befindenden Wassers. Dieser Sachverhalt ist mit der Druckabhängigkeit des Wassers beim Gefrieren abhängig. Der hohe Druck in den Poren führt zu einer Absenkung des Schmelzpunktes. Je kleiner die Poren sind, umso tiefere Temperaturen müssen vorliegen, damit eine Umwandlung von Wasser in Eis stattfinden kann. Aus diesem Grund wird das Wasser, welches sich in den Gelporen befindet, durch die Volumenzunahme von ca. 9 Vol. % des gefrierenden Kapillarwassers unter einen mit abnehmender Temperatur zunehmenden hydrostatischen Druck gesetzt.
Diese Problematik wird durch den Einsatz von Tausalzen zunehmend gesteigert. Die Salzionen können nicht in das Kristallgitter des gefrierenden Wassers eingebaut werden und führen aus diesem Grund zu einer Abnahme des Gefrierpunktes. Diese Abnahme verläuft fast linear zu der Salzkonzentration.
Bei dem Vorgang des Gefrierens wird Salzwasser in Form von Eis und Salzlösung voneinander getrennt, so dass es zu einer Aufkonzentrierung der Salze in der Lösung kommt. Einerseits belastet das Eis den Zementstein durch Volumenzunahme und andererseits durch den hydrostatischen Druck, der auf die Salzlösung ausgeübt und somit in die Porensysteme eingepresst wird.
Im umgekehrten Fall, nämlich während des Auftauens, wirkt sich der große Wärmeausdehnungskoeffizient der Salzlösung negativ auf den Zementstein aus. Diese übt, hervorgerufen durch den größeren Wärmeausdehnungskoeffizienten, Drücke auf die Wände des Porensystems aus. Dieser Effekt wird zusätzlich durch die Abnahme der Zusammendrückbarkeit (Kompressibilität) verstärkt [1].
4
2.2 Dynamische Vorgänge der Materialzerstörung
Wie oben schon erwähnt, werden aus der niedrigkonzentrierten Salzlösung in mehreren Zyklen zwei Systeme mit unterschiedlichen Wirkungsweisen gebildet, nämlich in konzentrierte Salzlösung und Wasser in Form von Eis. Die Materialzerstörung ist in der Tatsache begründet, dass, durch die Gefrier-/ Auftauzyklen des Salzwassersystems, zwei Materialsysteme durch den Ablauf dynamischer Prozesse entstehen. Das Wasser erleidet in der Phase des Gefrierens eine Volumenvergrößerung und übt Druck auf die Umgebung bzw. Salzlösung aus. Beim Auftauen vergrößert sich das Volumen der konzentrierten Salzlösung und übt ihrerseits Druck auf das Eis und Porensystem. Die maximalen Belastungen (Materialzerstörungseffekte) bei Frost-/ Tauzyklen infolge von Eis treten bei minimalen und infolge von Salzlösung bei maximalen Salzkonzentrationen auf.
1 des Dichtemaximums und Gefrierpunktes von Abb. 1: Temperaturabhängigkeit Salzlösungen
Die Bedingungen für optimale Separation sind eine langsame Ausbreitung der Gefrierfront, großes und treibendes Eisvolumen und größtmögliche gelöste und
1 vgl. Pühringer, J.: “Zur Materialzerstörung durch Tausalzfrostwechsel über die 3 %-ige NaCl-Lösung“, Zeitschrift B + B, Ausgabe 8/1994, S. 49
5
transportierte Salzmengen. Die Temperaturverteilung bzw. -gradienten haben natürlich auch Auswirkungen in einem gefrierenden Salzwassersystem. Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Ausbreitung von Salzlösungen beim Auftauen abhängig ist von der Differenz zwischen der Gefrier-/ Tautemperatur des Eises und der Temperatur des Dichtemaximums. Eine Erhöhung der Differenz führt zur Zunahme des Volumens.
2.3 Einflüsse und Prüfverfahren
Die Frost- und Frost-Tausalz-Widerstände von Betonen sind von vielen Einflüssen bzw. Parametern abhängig. Der Gehalt an Mikroluftporen, Frostwiderstand der Zuschläge, w/z-Wert und die Nachbehandlung sind einige dieser Faktoren. Die Mikroluftporen können entweder durch die Verwendung von Luftporenbildnern eingebracht werden, oder dessen Entstehung kann durch eine ausreichende Mischzeit, optimierte Intensität und weichplastische Konsistenzen gefördert werden.
Es existieren einige Möglichkeiten, den Beton auf Frost- bzw. Frost-Tausalz-Widerstand zu prüfen. Die Normung im europäischen Raum berücksichtigt drei Prüfverfahren. Diese wären:
Hier soll im Folgenden das CDF- Verfahren näher beschrieben werden. Für die Prüfung der Betonmischungen wurde auch dieses Verfahren zu Grunde gelegt [4].
6
2 3 Das CDF-Verfahren nach RILEM
3.1 Gegenstand der Prüfung
Die Beanspruchung durch Frost und Tau in Verbindung mit Taumitteln, d.h. die Abwitterung der Oberfläche, ist Gegenstand dieser Prüfmethode. Von wesentlicher Bedeutung ist auf der einen Seite die Herstellung von vergleichbaren Probekörpern und auf der anderen Seite die Übertragbarkeit auf reale Bedingungen und Bauteile.
3.2 Ablauf der Prüfung
Die Prüfung kann in drei Phasen unterteilt werden. In einem ersten Schritt werden die Probekörper in einem Raum mit einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Feuchte von 65% gelagert. Der Gewichtsverlauf sollte in dieser Zeit dokumentiert werden. Etwa 2 bis 7 Tage vor Beendigung der Trockenlagerung werden die Seitenflächen abgedichtet. Hierfür kann lösungsmittelfreies Epoxydharz oder auch eine Aluminiumfolie mit Butylklebung verwendet werden.
Die zweite Phase beinhaltet die Vorsättigung der Probekörper durch kapillares Saugen. D.h. die Prüfkörper werden in einen Behälter gelegt, in dem sich eine Prüfflüssigkeit befindet. In den 7 Tagen während des kapillaren Saugens soll die Sättigung der Prüfkörper erreicht werden.
In der dritten Phase laufen die Frost-Tau-Wechsel ab. Die Dauer eines Zyklus beträgt 12 Stunden. Während die 28 Frost-Tauwechsel andauern, werden in bestimmten Zeitabständen Abwitterungsmengen bestimmt, Ultraschall- und Gewichtsmessungen durchgeführt. Während dieser Phase werden die Proben in Edelstahlbehältern gelagert. Die Probekörper sind mit 5 mm hohen Abstandshaltern abgestützt, damit eine definierte Höhe der Flüssigkeitsschicht zwischen der Oberfläche und dem Behälter gewährleistet ist.
3.2.1 Messung der inneren Schädigung
Die Änderung des relativen dynamischen E-Moduls, welches aus der Ultraschalllaufzeit hergeleitet wird, kann zur Bestimmung der inneren Schädigung genutzt werden. Die Empfehlungen der RILEM sind bei der Bestimmung der Ultraschalllaufzeiten zu berücksichtigen, damit keine Ungenauigkeiten bei den Werten entstehen. Über die Ultraschalllaufzeit können die jeweiligen relativen dynamischen E-Module bestimmt werden, die wiederum Aussagen über den Umfang der inneren Schädigung zulassen.
2 vgl. Setzer; Auberg: RILEM- Empfehlung für „Prüfung des Frostwiderstandes von Beton“, Essen: 1999
7
Arbeit zitieren:
Serdal Ceylan, 2005, Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand von Betonen mit Polymerzusatz, München, GRIN Verlag GmbH
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