Gliederung
1. Einleitung Seite 3
2. Politikvermittlung in Polittalkshows Seite 5
2.1 Institutionelle Bedingungen Seite 5
2.2 Mediale Bedingungen Seite 6
2.3 Chancen und Risiken für politische Akteure Seite 8
3. Die zentralen Elemente politischer Talkshows Seite 10
3.1 Der Moderator Seite 10
3.2 Die Gäste Seite 11
3.3 Das Studiopublikum Seite 12
4. Der Inszenierungscharakter politischer Talkshows Seite 12
5. Visuelle Elemente der Inszenierung politischer Talkshows Seite 14
5.1 Räumliches Arrangement Seite 15
5.2 Bildgestaltung durch Kamera und Regie Seite 16
5.2.1 Kameraeinstellungen und ihre Funktionen Seite 17
6. Gegenstand und Methode Seite 22
7. Profilierung von Beteiligungsrollen durch Kameraeinstellungen Seite 23
7.1 Fallbeispiel Anne Will Seite 24
8. Schlussbetrachtung Seite 27
9. Anhang Seite 30
9.1 Transkriptionskonventionen Seite 30
9.2 Abkürzungsverzeichnis Seite 30
9.3 Abbildungsverzeichnis Seite 30
10. Literaturverzeichnis Seite 31
2
1. Einleitung
Es ist die Eigentümlichkeit demokratischer Regierungsformen, sich durch den öffentlichen Diskurs zu legitimieren. Auf diesem Weg erfüllt die Politik grundlegende Funktionen, die zum Meinungsbildungsprozess der Bürger beitragen. Politik wird transparent, denn der Bürger kann sich über aktuelle Themen und Meinungen informieren und im Gespräch mit anderen austauschen. Politik wird des Weiteren vergleichbar, da mehrere, teils konkurrierende Meinungen verschiedener Politiker aus unterschiedlichen Parteien präsentiert werden. Auf diese Weise ergibt sich für den Bürger eine Orientierungsfunktion, die ihn zur politischen Teilhabe sowie zur Kritik und Kontrolle befähigt. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts fand jedoch - nicht zuletzt auf Grund des Bedeutungszuwachses massenmedialer Kommunikationsformen - ein
Wandlungsprozess der politischen Kommunikation statt. 1 Bedingt durch die Großräumigkeit und Bevölkerungsdichte moderner Gesellschaften, ist die persönliche Kommunikation zwischen Bürgern und Politikern nicht mehr ausreichend gewährleistet. Mit Hilfe der Massenmedien wird ein stetiger Informationsfluss aufrechterhalten, der die Umwelt jedes Einzelnen sowohl räumlich als auch zeitlich entgrenzt. Nicht mehr nur das persönliche Erkundbare und der physisch Erreichbare zählen zum individuellen Erfahrungsbereich: „Was die meisten Menschen über ihre Gesellschaft,
ja über die Welt, in der sie leben, wissen, wissen sie durch das Fernsehen“ 2 . Eine Politikvermittlung ohne Presse, Rundfunk oder Internet ist in modernen Gesellschaften daher undenkbar geworden. „Fokussiert man die Rolle der Medien im demokratischen Prozess, so spielt vor allem die Funktion der Informationsvermittlung eine zentrale Rolle für unsere Gesellschaft, da die Bürger zur politischen Teilnahme auf
diese Vermittlungsleistung angewiesen sind“ 3 .
Trotz des Siegeszuges neuer Medien wie dem Internet, wird das Fernsehen im Vergleich mit anderen Massenmedien durchschnittlich am häufigsten und am längsten
genutzt. 4 Auf Grund seiner audiovisuellen Übertragung, seiner Aktualität und „be-
1 Vgl.Tenscher in: Tenscher/Schicha 2002, 57f.
2 Luhmann 1996, 9.
3 Schmidt 2007, 1.
4 Vgl. ebd., 10.
3
sonderen Glaubwürdigkeit“ 5 kommen auch diejenigen Bürger mit Politik in Kontakt, die sich wenig bis gar nicht für dieses Thema interessieren. 6 Für den vorliegenden Text von besonderer Relevanz ist daher das gesprächsorientierte Format der politischen Talkshow, welches die Politikvermittlung und Präsensmöglichkeiten für Politiker im und durch das Fernsehen enorm verändert und erweitert hat. Anstatt langwierige Parlamentsdebatten zu verfolgen, bekommt der Fernsehzuschauer „lebendige“ Politik in praktischer komprimierter Form serviert. Dass es sich bei politischen Talkshows aber um keinen Gesprächsrahmen im herkömmlichen Sinne handelt, ist leicht erkennbar: Gespräche im Fernsehen sind schon allein durch einen begrenzten Zeitrahmen vorstrukturiert, Themen werden geplant, Gäste nach bestimmten Kriterien in ein Studio eingeladen und das Geschehen durch ein halbes Dutzend Kameras eingefangen. Es stellt sich die Frage, inwieweit eine politische Talkshow politische Inhalte vermittelt, ob sie der Diskussion lediglich folgt oder ob Fernsehdiskussionen, auf Grund ihrer medialen Rahmenbedingungen, reine Inszenierungen von Diskussionen sind. Welche Merkmale tragen zum Inszenierungscharakter politischer Fernsehdiskussionen bei? Inwieweit nutzen Politiker diese besondere Gesprächssituation als Darstellungsplattform, um bei den potentiellen Wählern vor dem Fernsehbildschirm um deren Gunst zu werben? Welche medienspezifischen Visualisierungsmöglichkeiten, beispielsweise durch Kameraeinstellungen werden genutzt, um den Gesprächsablauf zu gestalten?
Nach einem Abriss der institutionellen und medialen Bedingungen moderner Politikvermittlung (2.1-2) werden die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Politiker erläutert (2.3). Um ein Verständnis der vorliegenden Arbeit zu sichern, wird das Fernsehformat der politischen Talkshow an Hand konstitutiver Elemente beschrieben (3-3.3). Darauf aufbauend erfolgt die Darstellung des Inszenierungscharakters politischer Talkshows (4), die zur eigentlichen Frage führt: durch welche visuellen Elemente wird die Inszenierung politischer Talkshows realisiert? Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den Kameraeinstellungen (5-5.2.1), da die Bildregie mit ihnen das Diskussionsgeschehen für den Zuschauer nicht nur nachzeichnet, sondern tendenziell auch Beteiligungsrollen der Gesprächsteilnehmer profiliert werden (7.).
5 Fahr 2001, 7.
6 Einschlägige Sendungen lassen sich zwar durch einen Knopfdruck ignorieren, Gastauftritte von
Politikern in Daily Soaps, Kochsendungen etc. sorgen aber für die angesprochene Dauerpräsenz der
Politik im Fernsehen.
4
2. Politikvermittlung in Polittalkshows
2.1 Institutionelle Bedingungen
Massenmedien nehmen eine Schlüsselfunktion im politischen Willensbildungsprozess ein, während traditionelle Kanäle wie Parteien, Verbände und Gewerkschaften mit ihren Ständen, Veranstaltungen und Werbeaktionen in den Hintergrund gedrängt werden. Bedingt sind diese Veränderungen durch eine kontinuierlich steigende Nutzung des massenmedialen Angebots durch die Bevölkerung, insbesondere des Fern-sehens. 7 Zunehmend werden Alltagswissen, Handlungsorientierungen und soziale Identitätsbildung durch die Medien geprägt, wodurch sich auch Einstellungen, Werte und Verhaltensweisen ändern.
Seit Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland im Jahr 1984 befinden sich öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender in einem permanenten Kampf um Einschaltquoten und Marktanteile. Dabei stehen die Sender vor der Herausforderung, einerseits ihrer im Rundfunkstaatsvertrag geregelten Informationspflicht nachzukommen (RStV §2 Abs. 2), andererseits aber auch auf die hauptsächlich nachgefragten Unterhaltungsformate durch die Zuschauer zu reagieren. Um diesen Zwiespalt zu lösen, müssen die Sender „Information zunehmend in unterhaltend inszenierten
Rahmungen“ 8 präsentieren, um überhaupt Zuschauer für derartige Formate zu finden. Infotainment, Dokutainment, Politainment etc. sind die Hybribbildungen, mit denen die Vermischung von Information und Unterhaltung benannt werden. Dabei ist seit Mitte der neunziger Jahre zum einen eine Ausweitung der Politikvermittlung in un-terhaltungsorientierte Sendungen zu beobachten; zum anderen die wachsende Bereitschaft der Politiker, die gesamte Bandbreite der, primär unterhaltungsorientierten,
Fernsehformate zur Vermittlung ihrer Person und Politik auch zu nutzen. 9 „Moderne Politikvermittlung heißt somit zuvorderst auf die Bedürfnisse und die Erwartungen der Massenmedien und deren Nutzer ausgerichtete, also mediatisierte Politikvermitt-
lung“ 10 . Die Rahmenbedingungen der Politik unterliegen einem inhaltlichen und or-
7 Vgl.Schmidt 2007, 3ff.
8 Dörner 2001, 57.
9 Vgl. Tenscher in: Tenscher/ Schicha 2002, 60.
10 Ebd., 59f.
5
ganisatorischem Wandel, der oft als Amerikanisierung oder „Politainment“ 11 bezeichnet wird. Damit gemeint ist erstens die dauerhafte Medienpräsenz von Politikern auch außerhalb von Wahlkampfzeiträumen sowie zweitens deren Professionalisierung „vor der Kamera“. Diese Konzepte gehen davon aus, dass Politik in modernen Gesellschaften nicht mehr nur rechenschaftspflichtig und zustimmungsabhängig ist, sondern auch vermittlungsfähig sein muss, um Wählerstimmen zu gewinnen. Es bedarf publikumsorientierter, abwechslungsreicher und unterhaltsamer Darstellungen für die Medien und in den Medien. Innerhalb des Prozesses der Mediatisierung kommt dem Fernsehen daher eine zentrale Stellung zu.
2.2 Mediale Bedingungen
Das unverkennbare Charakteristikum des Fernsehens liegt auf der Hand: es überträgt Bilder und Töne. Die übertragenen Bilder sind allerdings nicht statisch wie in Zeitschriften oder auf Plakaten, sie sind dynamisch. Und auch die Sprache stellt sich nicht als Textbild dar, sie wird in ihrer dynamischen Form als gesprochene Sprache präsentiert. Das Fernsehen verfügt somit über die Möglichkeit, die Vielfalt natürlicher Kommunikation durch den medialen Raum zu transportieren, die körpernahen Kommunikationsweisen des Menschen mit seiner Mimik, Gestik und seinem Spre-
chen in all ihrer Flüchtigkeit werden scheinbar voll vergegenwärtigt. 12 Die Einschränkungen audiovisueller Medien gegenüber der leibgebundenen Face-to-Face-Kommunikation lassen sich ebenso wenig von der Hand weisen: Fernsehen ist kein
interaktives Medium, sondern ein Einwegmedium. 13 Die Kommunikation ist, trotz aller scheinbaren Lebendigkeit, nur halb, da der Adressat nicht präsent ist. Er wird seiner kommunikativen Möglichkeiten beraubt und zum bloßen Empfänger degra-
diert. Holly spricht an dieser Stelle von „Blindkommunikation“ 14 , da der Sender ohne unmittelbares Feedback kommuniziert. Das ist einerseits äußerst effektiv, da über- 11 Politainmentbezeichnet - in Anlehnung an den mittlerweile gebräuchlichen Begriff Infotainment -
eine Vermischung von Politik und Unterhaltung (vgl. Dörner 2001, 31).
12 Vgl. Holly 2004, 4.
13 Vgl. ebd., 3ff.
14 Ebd., 8.
6
zeugende Kommunikatoren, wie beispielsweise Politiker oder Werbetreibende, mit geringem Aufwand ein großes, anonymes und heterogenes Publikum erreichen. Andererseits kann eine solche Kommunikation auch scheitern, da die Kommunikation unpersönlich bleibt und der Sender nicht weiß, ob er beachtet und verstanden wird. Gerade für das Fernsehen wurden daher zahlreiche Strategien entwickelt, welche die Illusion einer normalen Kommunikation aufbauen, um damit den Zuschauer zu erreichen. Für das in dieser Arbeit behandelte Thema der politischen Talkshow wären solche Ersatzformen von Interaktionalität etwa die Begrüßung des nicht anwesenden
(Fernseh-)Publikums oder bestimmte Apelle („Rufen Sie an“). 15 Es ist das Ziel des Übertragungsmediums Fernsehen, den Zuschauer zu binden, wobei jede Kommunikation permanent auf eine vielschichtige Adressatenkonstellation abgestimmt werden muss, die je nach Situation von einem prototypischen Rezipienten ausgeht: „So entsteht ein Programm, das im Ganzen, aber auch in einzelnen Sendungen einen kaleidoskopartigen Charakter erhält, durch die Mischung und Variation von Themen und Darbietungsformen, von Gattungen, Textsorten, Stilen und Sprachvarietäten, von
Interaktionsmodalitäten wie Spaß und Ernst, Pathos und Beiläufigkeit“ 16 . Fernsehen ist demnach Massenkommunikation und unterscheidet sich strukturell stark von der „normalen“ Face-to-Face-Kommunikation. Weder lässt sich, im Sinne von Meinen und Verstehen, eine Verständigung über das Kommunizierte erreichen, noch mit Sicherheit eindeutige Absichten unterstellen, da die Kommunikate auf ein möglichst großes Publikum zugeschnitten sind. Es werden im Gegenteil sogar gezielte Mehrfachadressierungen vorgenommen, um die sich immer weiter ausdifferenzierenden
Interessenmillieus zusammenzubinden. 17
Politische Fernsehdiskussionen bieten politischen Akteuren unmittelbare Darstellungsmöglichkeiten, die Sarcinelli/ Tenscher (1998, 308f.) wie folgt zusammenfassen: „Das bedeutet, daß jede Äußerung zwar vordergründig an den direkt angesprochenen, physisch anwesenden Gesprächspartner gerichtet ist. Der eigentliche Adressat der verschiedensten Kommunikationsinteressen ist aber der Zuschauer am Bildschirm“. In der Konsequenz bedeutet dies, dass jegliche Dialoge lediglich inszeniert
15 Wirkliche Interaktion geschieht dagegen durch Einbeziehung des Studiopublikums oder Telefon-
schaltungen in eine Sendung.
16 Ebd., 9.
17 siehe hierzu: Kühn 1995.
7
werden. Neben der über Jahrzehnte erfolgten Institutionalisierung politischer Talkshows nennen Sarcinelli/ Tenscher (1998, 310) dafür folgenden weiteren Grund: „Das Festhalten am Konzept der politischen Fernsehdiskussionen und deren Erfolg leitet sich nicht zuletzt vom in den Köpfen der Bürger fest verankerten Glauben ab, daß die wesentlichen Entscheidungen in einem freiheitlichen, demokratischen System aus Diskussionen hervorgehen“.
2.3 Chancen und Risiken für politische Akteure
In einer medial geprägten Gesellschaft kommt der Politiker nicht umhin, sich und seine Politik in verschiedenen Fernsehformaten zu präsentieren, will er seine politische Macht festigen und erweitern. Insbesondere der Auftritt in einer Polit-Talkshow ist für Politiker aber ein zweischneidiges Schwert, denn der Ablauf derartiger Gesprächssendungen ist kaum planbar und daher nur bedingt vorherzubestimmen. Im Gegensatz zu organisierten Veranstaltungen wie Debatten im Parteitag, spielen hier
„Unsicherheitsfaktoren“ 18 eine Rolle, z.B. Zuschauerreaktionen, Überraschungsgäste oder faktenschwangere Einspielfilme. 19 Des Weiteren ist nicht jeder Politiker automatisch ein Medienprofi, d.h. nicht jeder verfügt über das notwendige Maß an rhetorischer Kompetenz. Es sind Witz, Schlagfertigkeit und Spontanität gefragt, um den Anforderungen des Moderators, des Publikums oder den rhetorisch geschickten Mitdiskutanten gerecht zu werden. „Schließlich stellen Talkshowauftritte einen Balanceakt zwischen der Notwendigkeit eines der Sendung adäquaten Auftretens und den Authentizitätsansprüchen der Zuschauer dar. Gerade der politischen Klasse eher distanziert gegenüberstehende Rezipientenkreise - vor allem Jugendliche - neigen dazu, allzu durchschaubare Gefälligkeitsgesten als bestenfalls peinlich, schlimmstenfalls
als problematisch zu empfinden“ 20 . Erinnert sei nur an das Guido-Mobil, mit dem der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle im Wahlkampfjahr 2002 durch die Lande tourte. Hier wurde zu sehr auf die Spaßkomponente gesetzt, was schnell kippen kann, in diesem Fall auch kippte und zum Glaubwürdigkeitsverlust der gesamten Partei führ-
18 Tenscherin: Tenscher/ Schicha 2002, 65.
19 siehe hierzu: Klemm 2010.
20 Tenscher in: Tenscher/ Schicha 2002, 65.
8
te. Da Polittalks ihrem Selbstverständnis nach einen Beitrag zur Information der Bürger leisten wollen, ist es nur gerechtfertigt, normative Ansprüche zu stellen sowie qualitative Mindeststandards zu fordern. Allgemein erwartet das Publikum ein gehobenes Niveau öffentlicher Diskussionen, die möglichst themabezogen, rational und
argumentativ geführt werden sollen. 21
Dennoch bietet der fortschreitende Prozess der Entertainisierung des Politischen den Politikern die Chance, auch politisch weniger interessierte Rezipienten zu erreichen, was angesichts der Auflösungserscheinungen der klassischen Volksparteien, der allgemein zu verzeichnenden Politikverdrossenheit und einer wachsenden Zahl von
Wechselwählern nicht ganz unerheblich sein dürfte. 22 Die Verbreitung elektronischer Medien führte dazu, dass Wahlkampf vor allem im Fernsehen stattfindet. Wahlkampf
ist gewissermaßen zum Normalzustand der Politik geworden. 23 So lässt sich auch die wachsende Bereitschaft der Politiker erklären, dauerhaft im Fernsehen präsent zu sein. Allerdings muss auch die Bereitschaft vorhanden sein, sich auf unterschiedliche Formate und deren spezifische Spielregeln einzulassen. Seit Mitte der 1990er Jahre ist eine Art Selektionsprozess zu beobachten, in dem sich die „Spreu vom Weizen trennt“. Talkshow-Meister wie Heiner Geißler, Wolfgang Schäuble oder Gregor Gysi die es verstehen, sich fernsehgerecht von Beckmann über Biolek bis Anne Will zu bewegen, sind gern gesehene Gäste, ihnen wird von Seiten der Programmverantwortlichen Kompetenz und von Seiten des Publikums Glaubwürdigkeit bescheinigt. Fernsehgerechtes Auftreten heißt hierbei auch, dem Zuschauer zu gefallen. Affektive Bindungen werden eher aufgebaut, wenn sich der potentielle Wähler emotional angesprochen fühlt, was eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Politikvermittlung ist. Der informationsüberlastete Rezipient ist dankbar, komplexe Inhalte auf einfache Weise vermittelt zu bekommen. Ohnehin haben politische Inhalte eine Vielschichtigkeit angenommen, die ohne entsprechendes Hintergrundwissen kaum mehr
nachvollziehbar ist. 24 Für Spitzenpolitiker wie für politische Debütanten stehen daher vermehrt Plattformen zur Verfügung, auf denen sie sich dem Zuschauer - und damit natürlich dem Wähler - darstellen können. Das dies dreiseitig gewollt und
21 Vgl. Fahr 2009, 21ff.
22 siehe hierzu: Beyme 2002.
23 Vgl. Holtz-Bacha 2006, 13f.
24 Vgl. Fahr 2009, 18.
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Arbeit zitieren:
Alexander Uhlig, 2010, Polit-Talkshows, München, GRIN Verlag GmbH
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