INHALTSVERZEICHNIS
VORWORT 3
1. GESCHICHTLICHER HINTERGRUNG 3
1.1. Entwicklung von Frauen in Führungspositionen 4
1.2. Führungsforschung im Bezug auf Geschlechter 5
1.3. Aktuelle Zahlen 6
2. GESCHLECHTSSTEREOTYPE 8
1.4. Was ist Geschlecht? 8
1.5. Sozialisationstheoretische Ansätze 9
1.1.1. Zweigeschlechtlichkeit als kulturelles System 9
1.1.2. Mädchen spielen mit Puppen und Jungs mit Autos 9
1.1.3. Familie und Beruf 10
1.6. Geschlechtsstereotype in der Gesellschaft 11
3. FÜHRUNG DURCH MÄNNER UND DURCH FRAUEN 12
3.1 Situation von Frauen 13
3.2 Führungsverhalten von Männern und Frauen 13
4. ABSCHLIEßENDE EINSCHÄTZUNG 15
ABBILDUNGEN UND TABELLEN 17
LITERATUR 18
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VORWORT
Angela Merkel ist Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland und weitere Ministerinnen sind inzwischen in der Bundesregierung vertreten. Marot Käßmann ist Vorsitzende des Evangelischen Kirchenrates in Deutschland und auch in der Wirtschaft sind Frauen in Führungspositionen zu finden. Diese Beispiele zeigen, dass Frauen inzwischen Führungsaufgaben übernehmen und ihren Platz in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft einnehmen. Obwohl es immer mehr Frauen in Führungspositionen gibt, bilden sie dennoch eine deutliche Minderheit. Hier stellt sich die Frage, warum das so ist. Das Thema Frauen in Führungspositionen ist sehr aktuell und wird immer wieder diskutiert. Häufig werden Frauen andere Führungskompetenzen und eine geringere Durchsetzungsfähigkeit als Männern unterstellt. Im Rahmen des berufsbegleitenden Fernstudiengangs: Master of Arts: Advanced Professional Studies (MAPS) Soziale Arbeit, wird dieses Thema hier im Rahmen einer Hausarbeit zum Vertiefungsmodul V3 näher betrachtet. Mit einem Blick in die Vergangenheit wird die Entwicklung von Frauen in Führungspositionen aufgezeigt, wobei auch auf die Führungsforschung eingegangen wird. Im Anschluss daran sind Geschlechtsstereotype und die Geschlechterhierarchie Thema, worauf ein Überblick über das Führungsverhalten von Männern und Frauen gegeben wird. In diesem Kontext wird auch der soziale Einfluss auf Führung thematisiert. Zum Schluss der Arbeit werden die Erkenntnisse in einer abschließenden Einschätzung zusammengefasst. Es wird der Fragestellung nachgegangen, inwieweit Unterschiede im Führungsverhalten von Frauen und Männern bestehen, oder ob diese Unterschiede aus der Wahrnehmung des Führungsumfeldes resultieren.
1. GESCHICHTLICHER HINTERGRUNG
Seit vielen Jahrhunderten ist die Diskussion über das Verhältnis zwischen Mann und Frau aktuell. Vorurteile, pauschale Zuschreibungen über Fähigkeiten und Hierarchiefragen prägen das Bild. Philosophie, Naturwissenschaft und Gesellschaftspolitik beschäftigen sich gleichsam mit diesem Thema, auch die Theologie. Beispielsweise in der Schöpfungsgeschichte der Bibel, bei Adam und Eva (Gen 3,16), wird das Thema der Geschlechterhierarchie angesprochen. Platon schreibt in seinem Werk „Politeia“ folgendes: „Es gibt also, mein Freund, keine Beschäftigung eigens für die Frau, nur weil sie eine Frau ist, und auch keine für den Mann, nur weil er ein Mann ist, die Begabungen finden sich vielmehr gleichmäßig bei beiden Geschlechtern verteilt“ (Platon). Die Geschlechterfrage war immer schon von Machtgedanken
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geprägt. Ebenfalls „mischen sich hier Wissen und Glaube, Wissenschaft und Wirtschaft und nicht zuletzt auch politische Interessen“ (Klingen: 2001, S. 1).
1.1. Entwicklung von Frauen in Führungspositionen
Betrachtet man den Lauf der Geschichte, dann zeigt sich, dass bis vor wenigen Jahren 50 Prozent der Menschen nicht die Möglichkeit hatten in eine Führungsposition zu gelangen. Dies, nicht aufgrund von minderer Befähigung, sondern aufgrund des Geschlechts. Noch vor etwa 100 Jahren war es undenkbar, dass Frauen eine Führungsposition ausüben könnten. Rechtliche Bestimmungen untermauerten dies (vgl. Klingen: 2001, S. 6f). „In der herkömmlichen Industrie- und Berufssoziologie erschienen Frauen als „besondere und mindere“ Arbeitskräfte, denen eine „ausreichende“ männlichen Arbeitskräften entsprechende berufliche Orientierung fehlte“ (Bührmann / Diezinger / Metz-Göckel: 2007, S. 13). In dieser Annahme wurde auch der Grund für die Benachteiligung von Frauen im Berufsleben gesehen. Somit wurde den Frauen selbst die Schuld für ihre Benachteiligung gegeben (vgl. ebd. S. 6). In ersten Frauenbewegungen nach dem ersten Weltkrieg, begannen die Frauen für ihre Rechte zu kämpfen. Die Beschränkungen für Frauen, bestimmte Berufe auszuüben, wurden aufgelöst. Jedoch wurde der Weg für Frauen in die Führungsebene nicht frei (vgl. Dienel: 1996, S. 146). Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Zahl von Frauen in Führungspositionen stark an. Häufig übernahmen die Frauen die Positionen ihrer Väter oder Ehemänner. Gesellschaftlich wurde dieses Phänomen jedoch lediglich als Lösung auf absehbare Dauer gesehen. Auf diese Weise blieben den folgenden Frauengenerationen die Führungsetagen wieder verschlossen. Weiterhin nahmen Frauen nur in seltenen Fällen Führungspositionen ein. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts traten dann einige Veränderungen ein, welche den Frauen neue Perspektiven aufzeigten. Diese Veränderungen waren:
• Geburtenkontrolle durch die Erfindung der Pille
• Reform des Abtreibungsrechts in vielen Ländern Europas
• Darauffolgend: sinkende Geburtenzahlen und steigendes Heiratsalter
• Reform des Gesetzes zur Eheschließung in vielen Ländern Europas
• Ölkrise
Diese gesellschaftlichen Veränderungen machten den Weg für Frauen- und Emanzipationsbewegungen frei. Die Chancen für Frauen ins mittlere Management aufzusteigen, stiegen ab diesem Zeitpunkt an. Sie sind aber bis in die heutige Zeit noch deutlich geringer, als die Chancen von männlichen Kollegen (vgl. Klingen: 2001, S. 6ff).
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1.2. Führungsforschung im Bezug auf Geschlechter
Das Thema Frauen und Führung war bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in der Forschung nicht existent. Bis in die 60er Jahre hielt sich sogar die Ansicht, Frauen verfügten gar nicht über die Fähigkeit des Führens. Die Führungsforschung bezog sich anfänglich hauptsächlich auf Männer. Sie wurde „by males, of males, and for males“ (Porter / Geis: 1981, S. 39) gemacht. Als sich die Wissenschaft auch mit Frauen in Führungspositionen beschäftigte, waren diese noch selten an entsprechenden Stellen zu finden. 1990 stellten Eagly und Johnson fest, dass wissenschaftliche Untersuchungen wenig Unterschiede in der Führung von Frauen und Männern feststellten, in der populärwissenschaftlichen Literatur hingegen von „dramatischen und bedeutenden Geschlechtsunterschieden im Führungsstil“ (Klingen: 2001, S. 10) zu lesen war. Es wurde festgestellt, dass Frauen eine enorme Anpassungsleistung zu erbringen haben, wenn sie in den männerdominierten Führungsetagen fußfassen wollten. Aus diesem Grund sollten Frauen durch Kurse den männlichen Verhaltensweisen angepasst werden. Der Erfolg dieser Ansicht blieb aus. Die Folge war, dass neue Ansätze gesucht wurden. Strömungen waren: 1. Zwischen den Führungsverhalten von Männern und Frauen gibt es keine bedeutenden Unterschiede.
2. Die beiden Geschlechter ergänzen sich und daraus ergeben sich Vorteile für die Führung von Unternehmen (vgl. ebd. S. 9ff). Am Anfang der 1980er Jahre haben Clemens und Gilligan das „Zwei-Welten-Theorem“ formuliert. Es besagt, dass Frauen und Männer „in zwei verschiedenen Kulturen, mit unterschiedlichen Werten, Normen und Rollenerwartungen leben“ (ebd. S. 11). Literatur über Frauen in Führungspositionen folgen auch heute zum Teil dieser Theorie. Ein Beispiel dafür ist das Buch von Marion Knaths: „Spiele mit der Macht. Wie Frauen sich durchsetzen.“ Es werden praktische Tipps gegeben, wie sich Frauen in Führungspositionen behaupten können. Nachfolgend ein Beispiel:
In diesem Buch werden Geschlechtsstereotype stark betont. Frauen sollen sich mithilfe von gezieltem Einsatz ihrer „weiblichen Reizen“ und dem Spiel mit typisierten männlichen Eigenschaften in der Männerwelt der Führungsebene behaupten lernen. Ein weiteres Beispiel ist das Buch: „Gelassen und souverän führen. Die Stärken des weiblichen Führungsstils“ von Patrizia Haucke und Annette Krenovsky.
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Die Theorien der Geschlechterforschung sind Produkte ihrer Zeit, in die die jeweiligen Werte, Normen und gesellschaftlichen Ansichten stark Einfluss genommen haben.
1.3. Aktuelle Zahlen
Obwohl Frauen heute über die gleiche schulische und berufliche Ausbildung bzw. Qualifikation verfügen, haben sie viel seltener eine Führungsposition inne. Diejenigen Frauen, welche eine Vollzeitstelle als Führungskraft 1 haben, verdienen laut Führungskräfte-Monitor 2001-2006 rund 23 Prozent weniger, als Männer in Führungspositionen (vgl. Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend: 2008, S. 23).
Das folgende Schaubild zeigt einen Vergleich von Männern und Frauen in Führungspositionen in den Jahren 2001-2006.
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Arbeit zitieren:
2010, Gleich oder ungleich?, München, GRIN Verlag GmbH
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