Inhaltverzeichnis
1. Die Einleitung 1
2. Die Zeit vor der Oxford - Bewegung - „Bekehrung zu Gott“ 2
3. Die Oxford - Bewegung - Der hochchristliche Einfluss auf Newman 5
4. Zweifel an der Kirche von England - Der Weg zum katholischen Glauben 7
5. Die Schlussbetrachtung 10
6. Bibliographie 12
6.1. Quellen 12
6.2. Literatur 13
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1. Die Einleitung
Ein Mann, der in einem christlichen Bildungsbürgertum in England aufgewachsen ist und eine evangelikale Position innerhalb der Anglikanischen Kirche vertritt. Sich schließlich für ein Studium der Theologie in Oxford entscheidet, und hier die Vorzüge der katholischen Lehren kennen lernt, und später Mitbegründer der Oxford-Bewegung ist, welche die hochchristlichen Ansichten vertreten. Und dann eine lange Zeit an seinem Glauben zweifelt und nach langer Überlegung am 9. Oktober 1845 sich dazu entschließt, dem Katholischen glauben beizutreten, wird heute als einer der bedeutendsten Theologen und Glaubensgestalten der Neuzeit bezeichnet. Die Rede ist von John Henry Newman, der 1801 geboren ist, und im Jahre 1879, von Papst Leo XIII zum Kardinal ernannt wird und 1890 gestorben ist. Außerdem soll er am 2. Mail 2010 in Birmingham selig gesprochen werden 1 . Ein Mann, der es, wie kaum ein anderer, geschafft hat die christliche Menschheit zu spalten, um letztendlich doch alle von sich zu überzeugen. Ein Mann der stets auf der Suche nach dem wahrem Glauben war, bis er im Katholizismus angelangt, keinen Zweifeln darüber hatte, dass er die wahre Kirche Jesu Christi gefunden hat. Mit diesem Mann und seinem religiösen Werdegang, seinen Gedanken und Gefühlen, von seinem 15. Lebensjahr an, als er zum ersten Mal seinen Glauben fand, bis zum Ende seiner Suche, im Jahre 1845, als er nach langer Überlegung den Schritt wagt, in die Kirche von Rom einzutreten, möchte ich mich im Verlauf meiner weiteren Arbeit befassen 2 . Die zentrale Frage, die sich für mich stellt ist: Wie kam es dazu, dass John Henry Newman einen derartigen Glaubenswechsel durchzogen hat? Das ausführlichste Buch über Newman in deutscher Fassung ist Günter Biemers „Die Wahrheit wird stärker sein“ von 2000. Es führt den Leser mit vielen Zitaten und mit vielen Einzelheiten durch das Leben von Newman.
Die Quellen für die Beschäftigung mit John Henry Newman liefert er selbst. Sein unermüdlicher Drang seine Gedanken in den „Tracts of the Time“, in Büchern, Predigten, Briefen, Tagebüchern, Gedichten und Memoiren zu veröffentlichen, hilft dem Historiker sich ein genaueres Bild über diesen Mann zumachen. Am wichtigsten ist seine Autobiographie „Apologia pro vita sua“ in seiner deutschen Übersetzung von Brigitta Hilberling 1954 3 . Er veröffentlichte dieses im Jahre 1864, knapp 20 Jahre nach seinem Wechsel zum katholischen Glauben.
1 Der Termin wurde mehrfach verschoben. Ich gehe jedoch davon aus, dass der Termin dieses Mal feststeht und nicht mehr verändert wird.
2 Die Zeit von seiner Weihe zum Diakon, im Jahre 1824, bis er sein Pfarramt im Jahre 1828 in der Kirche von Oxford antritt, werde ich nur kurz anschneiden, da sich in dieser Zeit sein Glauben kaum verändert. Er macht lediglich, durch die Bekanntschaft mit Richard Hurrel Froude, neue Erfahrungen im Umgang mit der katholischen Lehre.
3 Eine neuere Übersetzung wird im Januar 2010 vom Media Maria Verlag veröffentlicht.
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Außerdem ist die „Selbstbiographie nach seinen Tagebüchern“, erschienen in englischer Sprache 1956 und in deutscher Sprache 1959, herausgeben von Henry Tristiam, eine wichtiges Zeugnis seines Lebens.
Des weiteren scheint für die Beschäftigung mit John Henry Newman die Ausgabe von seinen „Letters and Diaries“ sehr wichtig. Sie erscheinen in XXXI Bänden, jedoch fehlen die Bände von IX-X der Jahre 1842-1845. Die Bände I-IIX sind in den Jahren 1978-1984 in Oxford erschienen, die Bände XI-XXII in den Jahren 1961-1972 in London und die Bände XXIII-XXXI in den Jahren 1973-1977 in Oxford. Sie liefern ein umfangreiches Bild über das Leben, über die persönlichen Gefühle und Gedanken, des Theologen Newman.
2. Die Zeit vor der Oxford-Bewegung - „Bekehrung zu Gott“ 4
„Als ich ein Junge von 15 Jahren war und ein Leben der Sünde lebte, mit einem dunklen Gewissen 5 , so und einem sehr weltzugewandten Geist, hat 'Er' barmherzigerweise mein Herz berührt“ beschreibt Newman seine Bekehrung zum Glauben an Gott. Vor diesem Ereignis hatte Newman nach seinen eigenen Aussagen keine religiöse Überzeugung, obwohl er in einem christlich geprägten Bildungsbürgertum aufgewachsen ist. Doch dann geschah es, dass er im Sommer und Herbst 1916 in den Sommerferien nicht nach Hause konnte, weil er krank war und allein auf dem Internat war. Er schreibt über jenen Sommer: „(..) ging in meinem Denken eine große Änderung vor sich. Ich kam unter den Einfluss eines festen Glaubensbekenntnisses, und mein Geist nahm 6 . Es war also ein Prozess, in dem ihm klar wurde, dass man dogmatische Eindrücke in sich auf (..)“ 7 . an der Existenz Gottes nicht zweifeln kann
Wichtig für diese Entwicklung war Walter Meyers (1790-1828). Er gehörte zur evangelikalen Erneuerungsbewegung in der anglikanischen Kirche und legte in seinen Predigten großen Wert auf den Kontrast zwischen Gutem und Bösem in der Welt. Er vertrat die evanglikale Position innerhalb der Anglikanischen Kirche und arbeitete in der Internatsschule von Newman. Walter Meyers gab
4 Als die „Bekehrung zu Gott“ beschreibt Henry Newman diese Zeit vor der Oxford-Bewegung. In: Newman, John Henry: Corresdondence of John Henry Newman with Keble and others 1839-1845; ed. Birmingham Oratory, London 1917, S.314.
5 In:Newman, John Henry: Corresdondence of John Henry Newman with Keble and others 1839-1845; ed. Birmingham Oratory, London 1917, S. 314.
6 In: Apologia pro vita sua, S.21f.
7 Auch schreibt er einen Brief im Jahre 1846 an seinen Freund Henry Wilberforce (1807-1873): „(..) dreißig Jahre her, wie ich sagen darf, dass Gott mich religiös gemacht hat (..)“, in: Newman, John Henry: The Letters and Diaries of J.H. Newman, herausgeben von Charles Stephen Dessain, Bd. XI, London 1961, S.252.
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8 , die dem jungen Mann helfen sollten ihm neben dem normalen Unterricht, auch Buchempfehlung
seinen Glauben zu festigen. Aber auch seine Predigten und die persönlichen Gespräche zwischen 9 . den Beiden, halfen dazu bei
Im Jahre 1817 begann er sein Studium in Oxford, bei dem er sich vorwiegend mit der antiken Geisteswelt auseinander setzte. Er war ein ehrgeiziger Student, der es ablehnte sich mit seinen Kommilitonen vor kirchlichen Festtagen zu betrinken, da es ihm wie eine Gotteslästerung vor kam. Dazu äußert er sich in seinem Tagebuch: „(..), wenn mich jemand fragen würde, welche Fähigkeiten 10 für Trinity erforderlich seien, würde ich antworten: 'Nur die eine: trinken, trinken, trinken'“ .
Trotz seiner Abwesenheit im gesellschaftlichen Leben der Universität fand Newman einen Freund fürs Leben: John William Bowden (1798-1844). Der drei Jahre ältere hatte meist die gleichen 11 Interessen wie Newman und so verbrachten sie viel Zeit miteinander und studierten gemeinsam .
Als das Abschlussexamen bevor stand waren alle seine Freunde und Verwandten fest davon überzeugt, dass Newman es mit Bestnoten abschließen würde. Er hatte sich zuvor um ein Stipendium beworben, dass ihm neun Jahre lang ein gutes Auskommen ermöglichte, und dieses auch bekommen. Die Erwartungen an ihn waren hoch. So schrieb Bowden an seinen Freund: „Wenn du diesen Brief erhältst, hast du deine Examensnöte sich hinter dir und dir und dem College 12 . Doch es kam anders. Als die Ergebnisliste ausgehängt wurde, war sein Name Ruhm erworben“
nicht unter denen, die mit Auszeichung bestanden hatten. Dass war eine herbe Enttäuschung für den jungen Newman, der selbst damit gerechnet hatte, zu den Besten zugehören und seine Examen mit Auszeichnung zu bestehen.
Er verließ im Sommersemester 1921 das Trinity College und zog in eine Privatwohnung, in der er
8 Darunter die Bücher von Thomas Scott (1747-1821) „Die Kraft der Wahrheit“, William Law (1686-1761) „Ernster Ruf“, William Beveridge (1637-1708) „Private Gedanken über Religion“ und weitere.
9 Er schrieb gegen Ende des Jahres ein Gedicht, was seinen Glauben geschreibt:
„Gott und König, lass immer mich Deines teuren Namens erfreu'n lass zu deinem Lob mich singen stets mit dankbarer Stimme.“
in: Newman, John Henry: Selbstbiographie nach seinen Tagebüchern; herausgegeben von Henry Tristiam, Stuttgart 1959, S. 191f.
10 In: Newman, John Henry: Selbstbiographie nach seinen Tagebüchern; herausgegeben von Henry Tristiam, Stuttgart 1959, S.38.
11 Sie beschäftigten sich mit Aristoteles, Aischylos, Sophokles, Livius, Thukydidis, John Gibbon und Isaac Newton.
12 In: Newman, John Henry: Selbstbiographie nach seinen Tagebüchern; herausgegeben von Henry Tristiam, Stuttgart 1959, S.54.
Arbeit zitieren:
Anne Biernath, 2009, John Henry Kardinal Newman - Sein Leben und sein Wandel im Glauben in den Jahren 1816 bis 1845 , München, GRIN Verlag GmbH
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