Inhaltsverzeichnis
Einf ührung 5
1.Training Sporttherapie 6
Das sportliche Training 6
Das Üben 6
Die Sporttherapie 7
Das Übungsprogramm 7
Grundregeln (Leitlinien) der Belastung 7
Wichtige biologische Steuergrößen 8
Trainingsprinzipien 9
Prinzip des wirksamen Reizes
Prinzip der progressiven Belastungssteuerung 10
Prinzip der Variation
Prinzip der optimalen Gestaltung
Prinzip der Kontinuität
Prinzip der Individualität/Altersmäßigkeit
Prinzip der regulierenden Wechselwirkung
Modell der Superkompensation
Steuergr ößen beim Training/Üben 13
Intensität der Belastung
Trainingseffekte 14
Optimales Training
Summierte Trainingswirkung
Leistungsverlust
Leistungsstagnation 15
Erw ärmung und Belastungsvorbereitung 17
Erm üdung
Aspekt : biochemische Ermüdungsursachen 18
Aspekt : Übertraining- Übertrainingssyndrom- Überforderung 19
2. Regeneration (Wiederherstellung) und Entspannung 21
Regenerationsplanung 22
Aspekt : Regenerationsförderung
Regenerationsf örderung durch psychische Entspannungsmaßnahmen 24
Physiotherapeutische Maßnahmen
PNF
Massage
Massageformen 26
Weitere Formen mit direkter Wirkung
Weitere Formen mit reflektorischer Wirkung
Ger äteanwendungen
EMS /TENS 27
HTF (Hochton-Frequenz-Therapie)
Wasseranwendungen 28
W ärmeanwendungen
Entm üdungsbäder
K älteanwendungen 29
Eingeschoben : 30
„Kälteanwendungen in der direkten (sim.) Wettkampfsituation,
3
am Beispiel von U 20 Kaderathleten Sprint/Sprung“ Weiter im Text…: 34
Aspekt: Akutbehandlung einer muskulären Verletzung - (P)RICE
Überdruck Kryotherapie Ganzkörper-Kältekammer 3. Wirkungen des angepassten Training 37
Unterschiede zwischen Gesundheits- und Leistungssport Herz-Kreislaufsystem, Blut 39
Aspekt: kardiale Funktion und Ausdauersport
Pulmonales System, Atmung Skelettmuskulatur Binde- und Stützgewebe 42 Kalorienverbrauch/ Energiestoffwechsel Immunologische Wirkungen Hormonsystem
STH, ADH, Glukokortikoide, Mineralokortikoide, Androgen, 43
Gestagene/Östrogene, Adrenalin, Noradrenalin (INN), T3 & T4, Insulin/Glukagon Körperliches, geistiges Wohlbefinden 46
Aspekt: endogene Peptide mit opioider Wirkung 48
Einflussfaktoren auf die Ausdauerleistung, allgemein Basiskomponenten der körperlichen Leistungsfähigkeit Aspekt: langfristiger Trainingsaufbau im Leistungsbereich 49
Aspekt: Prinzipien des Trainingsaufbaus
4. Trainingsbereiche/ -formen 52
5. Trainingsmethoden 54 Dauermethode Intervallmethode Wiederholungsmethode Wettkampfmethode
6. Beispiele zur Trainingsgestaltung 61 Karvonenformel Extensiver Dauerlauf Intensiver Dauerlauf Tempo Dauerlauf Trainingsempfehlung nach PWC-Test
7. Literatur und weiterführende Literatur 63
Der Autor 67
Nachtrag 68
4
Die positiven Wirkungen einer Sporttherapie, insbesondere eines Ausdauertrainings, auf den menschlichen Organismus mit der Förderung von Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden von Körper und Seele und der Erhaltung oder Wiederherstellung von Gesundheit erscheinen uns bekannt. Das deutsche Gesundheitssystem mit seinem Reformdschungel verlangt jedoch den exakten Nachweis der Wirksamkeit aller erstattungsfähigen Therapeutika. Dazu gehört auch die Sporttherapie. Diese Wirksamkeit beim Gesunden und im Hochleistungssport wird durch Untersuchungen insbesondere zur Trainingsphysiologie ständig nachgewiesen und es ist inzwischen unbestritten, dass auch der kranke Organismus diesen Regeln folgt. Natürlich kann seine Adaptationsfähigkeit eingeschränkt und veränderte Qualität und Quantität im Vergleich zum „Gesunden“ vorhanden sein, aber auch hier sind positive Effekte in zahlreichen Studien (siehe auch Literatur) sicher dokumentiert. Sporttherapie ist also, fachlich kompetent eingesetzt, sogar erstattungsfähig, auch wenn manche Verbände oder Kassen damit Probleme haben.
Die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten des sportlichen Trainings als Grundlage der Sporttherapie sollten schon Basiswissen von Sportmedizinern, sportmedizinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen und jedes Sporttherapeuten sein.
Wir geben hier jedoch keine Trainingslehre oder Grundlagentheorie wieder und unsere Ausführungen haben nur bedingt Lehrbuchcharakter. So ist dieser Teil II ein Mix aus Information zu Grundlagen, eigenen Erkenntnissen und ebenso wie der Teil I (Leistungsdiagnostik) nur ein repetitorisches Vademecum, mit Basiswiederholungen und mit Hinweisen auf einige wichtige trainingsphysiologische und allgemeine Aspekte für eine funktionelle Sporttherapie hier im Sinne. von Training, wobei der Schwerpunkt auf den Ausdauerbereich gelegt wird und die sportmedizinische Sichtweise überwiegt! Denn unter Ausdauertraining versteht man Trainingsprogramme und -formen, deren Ziel es ist, die Fähigkeit des Körpers zu verbessern, über einen ausgedehnten Zeitraum Leistung zu erbringen! Ausdauertraining trägt wesentlich dazu bei einen guten Gesundheitszustand zu entwickeln, also gesundheitsfördernd im Sinne der Ottawa-Charta zu sein. Insbesondere sind positive Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem zu nennen, was sich beispielsweise in einer deutlichen Reduktion des Herzinfarktrisikos ausdrückt (siehe Literatur) und in der Stärkung des Immunsystems, sowie einer „Verbesserung“ des Blutbildes. Für das Nachschlagen in den Standartwerken von Autoren wie Harre, Neumann, Hollmann, Shephard, Ảstrand oder Badtke u.v.a. findet sich als „Wegweiser“ das Literaturverzeichnis. Insbesondere sei auch auf die „Sports Medicine - Principles of Primary Care“ von Giles R. Scuderi, Peter McCann and Peter J. Bruno, Mosby St-Louis, verwiesen! Wie im Teil I sind unserer Meinung nach wichtige Dinge mit einem Merke versehen, Cave weist auf Beachtenswertes hin und unter dem Schlagwort: Aspekt, gibt es zu einigen Themen Zusatzinformationen, die auch Behandlungsgrundlagen und therapeutische Ansätze beinhalten.
Wir wollen aber auch erinnern an moderne Möglichkeiten der Belastungssteuerung und hinweisen auf die rehabilitativen Einsatzfelder, Laufen und Gehen (Walking, Nordic Walking), Radfahren und Skilaufen und wünschen uns damit insbesondere den Präventionsgedanken, sei es primär, sekundär oder tertiär, in Erinnerung gebracht zu haben. R.Gassel
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Training bezeichnet im Sport einen komplexen Handlungsprozess mit dem Ziel der planmäßigen und sachorientierten Einwirkung auf den sportlichen Leistungszustand und auf die Fähigkeit zur bestmöglichen Leistungspräsentation in Bewährungssituationen. Als komplex wird in diesem Zusammenhang ein Handlungsprozess bezeichnet, der darauf ausgerichtet ist, angemessene Wirkungen auf alle leistungsrelevanten Merkmale des Sportlers zu erzielen.
Planmäßigkeit ist gegeben, wenn Teilziele, Trainingsinhalte, Trainingsmethoden, Trainingsaufbau und Trainingsorganisation (unter Beachtung trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse und trainingspraktischer Erfahrung) über einen längeren Zeitraum hinweg im Voraus festgelegt sind, wenn sich der Trainingsvollzug an diesen Vorgaben orientiert, wenn die Durchführung kontrolliert wird, wenn die Wirkung mit differenzierenden Leistungskontrollen überprüft wird, wenn also eine Steuerung und Regelung im Hinblick auf das angestrebte Ziel erfolgt. Sachorientiert heißt, dass alle Handlungen so ausgeführt werden, dass sie auf direktem Weg zu dem angestrebten Ziel einer bestimmten Leistung oder einem bestimmten Leistungszustand hinführen.
Je nach Trainingsziel soll durch Training der Leistungszustand des Sportlers erhöht, erhalten oder auch reduziert (Abtrainieren) werden. Im Training kann sowohl selbst trainiert (als Sportler) werden als auch jemand trainiert (als Trainer) werden (vgl. Harre, Hollmann, Röthig u.a. 1992)
Sportmedizinisch ist T. außerdem: die planmäßige Belastung mittels Körperübungen mit dem Versuch der psychischen und physischen Vervollkommnung oder Wiederherstellung (Rehabilitationstraining)
Trainingsziele u.a.:
Adaptation im überdurchschnittlichen Maß nur im leistungssportlichen Bereich erforderlich!
Umfasst Maßnahmen zum verbessern bestehender morphologischer Strukturen Übungseffekte treten bereits nach wenigen Wiederholungen, nach wenigen Tagen auf, dies ist ausreichend Evidenz basiert
Beispiel: tägliche gleichbleibende Ergometerbelastung
Fahren über drei Stufen von 25 bis 75 Watt über 9 Minuten führt bereits nach drei Tagen zu einer zunehmenden Senkung des Energieverbrauches! (siehe auch Literatur)!
Merke: man unterscheidet aus didaktischen Gründen zwischen Training und Üben, Übergänge sind fließend, morphologisch erfassbare Trainingswirkungen benötigen lange Zeit
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der Reizeinwirkung (Wochen bis Monate)! Im stationär/ambulanten Bereich zur Rehabilitation/Kur beruhen fast alle Effekte der Leistungssteigerung auf Übungseffekten!
ist die Anwendung von Körperübungen, dosiert nach Art, Dauer, Intensität, Wiederholungshäufigkeit, dem Verhältnis Belastung zu Erholung nach dem Grundprinzipien der wissenschaftlichen Trainingslehre
Soll grundsätzlich ganzheitlich ausgerichtet sein (körperlich, seelisch, sozial!) Gesundheitsfördernd wirken
Merke: Dies gilt auch für den kranken Organismus, angepasst und abgewandelt an seine veränderte Trainierbarkeit und Adaptationsmöglichkeit sowie der gewünschten Notwendigkeiten (siehe auch Literatur/ Reinhold)
Muss einfach und wiederholbar sein
Muss ein Körpergefühl erzeugen und erfahrungsbildend (ggf. auch durch Irrtum!) sein
Merke: bei einer stationären Heilbehandlung ist beispielsweise zu unterscheiden zwischen:
Beispiel: bei einer peripheren ADBS könnte ein Maximalkrafttraining zu einer Hypertrophie der Muskulatur führen (Wadenmuskulatur) weitere Herabsetzung der Leistungsfähigkeit der sowieso schlecht durchbluteten Muskulatur!
Merke: Schultz/Arndtsche Regel: schwache Reize wirken anregend, starke Reize lösen Anpassungen aus, sehr starke Reize können den Organismus schädigen!
Belastung kann als kybernetisches Modell einfach erklärt werden:
Belastung Merke: die körperliche Belastung entspricht dem typischen Stressmodell, es kommt immer zu einer Erschöpfung mit anschließender Erholung (siehe auch dort) bei adäquater Durchführung der Belastung antwortet der Körper mit einer Adaptation und einer Steigerung der Belastbarkeit! (siehe auch Überkompensation)
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Jede Belastung verändert den Organismus, sie ist immer entsprechend des Ziels und dem individuellen Leistungsvermögen zu dosieren (nach Anamnese, bei Patienten Klinik, Leistungsdiagnostik, Alter, Geschlecht etc.)
Sie muss nach Art, Dauer, Trainingshäufigkeit/Erholungsphase individuell dosiert werden, ggf. Gruppenarbeit
Bei Adaptationseffekten muss die Belastung ggf. gesteigert werden (im Trainingsverlauf) um weiterhin Reize zu setzen (siehe Trainingsprinzipien) Die Belastung stört (gewollt) die Homöostase mit unterschiedlichen Auslenkungen je nach Alter, Geschlecht, Vorerkrankung, Trainingszustand.
Gleiche äußere Belastungsreize können völlig unterschiedlich adaptiert oder sogar negativ darauf reagiert werden
Das Dosis-Wirkungs-Modell trifft auch die Sporttherapie/Training zu
Je nach Ausgangssituation ist für das Behandlungs- oder Trainingsziel adäquat einer medikamentösen Therapie die Belastungsanforderung exakt festzulegen (schriftlich und in Absprache mit dem Probanden/Sportler/Patienten) und nur mit dessen Einverständnis
Merke:
Es sollte immer ein Basisprogramm geben, um das/ein vorher fest bestimmtes Trainingsziel möglichst rasch (Zeitziele, Zeitfenster) möglichst einfach (Wahl der Trainingsmittel, Aufwand) mit möglichst geringem (gesundheitlichen) Risiko zu erreichen. jede Trainingskurve verläuft asymptomatisch! je besser der Trainingszustand, umso geringer der Leistungszuwachs bei gleicher Trainingsintensität
Für den Anfänger wichtig:
Art der Trainingsmittel ist nicht entscheidend für Trainingsfortschritt, jedoch die Intensität! Anteil des VO 2max , der im Training umgesetzt wird!
Nach Svedenhag finden sich bei bisher Untrainierten keine Unterschiede ob Intervallmethode oder Dauermethode als Trainingsmittel eingesetzt wurde (siehe auch Trainingsmethoden)
Noch einmal: Jede Belastung bewirkt eine bestimmte Beanspruchung Wiederholt hohe Belastungen lösen Anpassungsprozesse aus, die psychophysische Leistungsfähigkeit steigt
Bei optimaler Steuerung von Be- und Entlastung kann die Trainingsbelastung und Trainingsadaptation bis zur individuellen Grenze genutzt werden. Je älter der Patient/Sportler um so geringer ist die Leistungsreserve (am höchsten zwischen 20-30, danach Abnahme um 8-10% pro Dekade (siehe auch Teil I Leistungsdiagnostik)
Herzfrequenz (Puls/min)
Herzfrequenzvariabilität
Sauerstoffaufnahme, maximale Sauerstoffaufnahme VO 2max Energieumsatz
Laktat (individuelle anaerobe Schwelle ist nicht trainierbar!) Harnstoff und CK (Kreatininkinase)
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siehe auch Leistungsdiagnostik (Teil I) und Abschnitt: Trainingssteuerung
Grundlage für einen Trainingserfolg ist die Anpassung des Individuums auf anatomischer (funktioneller), energetischer und psychophysischer Ebene, dies stellt immer eine Entität dar. Man spricht von einer biologischen Anpassung.
Die anatomischen und funktionellen sowie physischen Wirkungen werden später noch besprochen.
Um die genannten Anpassungsvorgänge auszulösen und zu stabilisieren müssen bei der Planung und Steuerung des Trainings einige allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten beachtet werden.
In der Trainingswissenschaft hat man hierzu Trainingsprinzipien verfasst, und entsprechend ihrer Absicht in solche zur Auslösung, Sicherung und Steuerung der Anpassung unterteilt. Die im Folgenden näher erläuterten Prinzipien sind diejenigen, mit denen sich der Skisportler aufgrund ihres biologischen Hintergrundes am häufigsten auseinandersetzen muss. Die Tabelle gibt einen Überblick über die Trainingsprinzipien und ihre biologischen Gesetzmäßigkeiten
überhaupt eine Anpassungsreaktion auszulösen d.h. um trainingswirksam zu sein. Die notwendige Höhe des Reizes ist dabei vom Trainingszustand des jeweiligen Sportlers abhängig.
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mehr überschwellig und ruft daher keine weitere Leistungssteigerung hervor. Die Konsequenz daraus ist die fortschreitende Steigerung der Trainingsbelastung in gewissen Zeitabständen. Diese kann je nachdem welche Vorraussetzungen beim Sportler vorliegen allmählich oder sprunghaft geschehen.
Trainingsbelastungen spielt das vegetative Nervensystem eine wichtige Rolle. Bei zu eintöniger Belastungsgestaltung und einer daraus resultierenden gleichartigen Stimulierung verliert der Sympathikus seinen ergotropen (Leistungssteigernden) Effekt. Es kommt zu einer Stagnation des Trainingsgewinns.
gewisse Zeit der Wiederherstellung (anabole Phase) folgen muss, um eine erneute gleichartige Belastung bei günstigen Voraussetzungen durchführen zu können. Dieses Prinzip basiert auf dem Phänomen der Superkompensation das besagt, dass die Wiederherstellung nach einer Belastung nicht nur bis zum Ausgangsniveau erfolgt, sondern darüber hinaus. (vgl. Abb.TL)
Niveau zu stabilisieren ist es notwendig, dass die Belastungen über einen längeren Zeitraum (Wochen - Monate) kontinuierlich wiederholt werden. Die endgültige Adaptation ist erst erreicht, wenn die Umstellung in allen Funktions¬systemen erfolgt ist.
ausgeprägt. Dies liegt zum einen an der unterschiedlichen Genexpression also den entsprechenden Erbanlagen und zum anderen an den Persönlichkeitsmerkmalen des einzelnen Sportlers. Diese wiederum unterliegen der biologischen Entwicklung des Individuums, also seinem biologischen Alter. Bestimmten konditionellen und koordinativen Fähigkeiten werden so genannte sensitive Phasen zugeordnet, also Zeitabschnitte in der biologischen Entwicklung mit erhöhter Anpassungsfähigkeit. Diese sind im Sinne der langfristigen Leistungsentwicklung unbedingt zu beachten.
Prinzip besagt, dass bei der Planung des Trainings darauf geachtet werden muss negative Wechselwirkungen einzelner Trainingsinhalte möglichst zu vermeiden.
Merke: der Nettoeffekt der Leistungssteigerung wird als Superkompensation bezeichnet
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Beste Form der Adaptation (siehe auch Kompensation/Regeneration)
Vom jeweiligen individuellen Leistungsniveau ausgehend
→ kommt es zunächst durch den Trainingsreiz zu einer Ermüdung (siehe auch dort!) und einem damit verbundenen Verringern des Leistungsniveaus, → dann setzt die Regenerationsphase ein, die zeitlich (Länge) abhängig von der vorangehenden Belastung ist
→ zum Ende der Regenerationsphase wird dann ein höheres Niveau der Leistungsfähigkeit als zu Beginn des Trainingsprozesses erreicht.
Dieser verschwindet jedoch wieder, wenn an diese zeitlich keine neuen Trainingsbelastungen mehr als Reiz gesetzt werden.(siehe unten)
Cave: die Superkompensation ist eines der wichtigsten Trainingsziele, da indirekt das physische Leistungsniveau gesteigert wird!
Einstellung eines neuen Gleichgewichtes mit verbesserter Grundleistung Je schlechter der Trainingszustand ums langsamer geht dieser Prozess Anzustreben: nächstes Training in der Superkompensationsphase mit dem Ziel einer optimalen Adaptation
Ein bestimmtes Maß an Zuwachs der Leistung sollte nicht überschritten werden (Gefahr neuer Gesundheitsschäden, muskuläre Hypertrophie, Herzbelastung ...)
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Kontinuierliche Trainingsreize führen beim Trainingsanfänger fast immer schnell zu einem höheren Leistungsniveau mit anschließendem fehlenden Kurvenanstieg (Sättigung) bei gleicher Trainingsbelastung erst nach Trainingsvariabilität mit höherem Leistungsniveau erneuter Zuwachs der Leistungsfähigkeit Je höher das Leistungsniveau ist umso geringer der weitere Zuwachs
Beispiel: ein Neueinsteiger kann bei passenden gesundheitlichen und Rahmenbedingungen seinen 2 Marathon oft bis zu eine halbe Stunde schneller laufen als den ersten! Im Hochleistungsbereich gibt es i.d.R. nur Minutenzuwachs! (eigene Entwicklung: erster Marathon 3:34, Zweiter 2:51 Sechster 2:25, im Laufe von drei Jahren)
Merke: Ökonomisierungseffekt: ist ein übrigbleibendes leicht erhöhtes Trainings- bzw. Leistungsniveau als Residuum des früheren Trainings
Beendigung eines jahrelangen Trainings führt zu raschem Leistungsabfall mit anschließender langsamer Rückbildung des Leistungsniveaus bis zum Ökonomisierungseffekt
Merke: es wird unterschieden zwischen motorischer Belastung (Außeneinwirkung) und innerer Beanspruchung!
Gleiche motorische Belastung kann individuell extrem unterschiedliche Beanspruchung auslösen
Beispiel: Patient nach Herzinfarkt bereits mit Laktat 4 mmol/l bei 1,7 m/s Lauftempo oder 25 Watt Fahrradergometer! Bei normal Trainierten dagegen 4 mmol/l Laktat bei 3 m/s oder 5,5 m/s bei Ausdauerläufern (siehe auch Literatur /Buhl)
Belastung kann in Watt (bei Ergometertraining/Fahrrad) in m/s oder km/h (Lauf/Gehband, Laufstrecke), Anzahl Wiederholungen/Zeiteinheit (Kreistraining), Masse in kg (Krafttraining) angegeben werden
Die Belastungsanforderung wird nach Leistungsdiagnostik (individuelle maximale Leistung) in % dieser Leistung angegeben z.B. extensiver Dauerlauf mit 65%
Die Dosierung der Beanspruchung erfolgt nach Hf, Blutdruck, Atmung und Laktatbestimmung
Weitere Kriterien: u.a. Glukose, FS, Ketonkörper, Kreatinphosphokinase im Blut…
Merke: das Verhältnis von Dauer der Belastung und Intensität hat großen Einfluss auf Energiegewinnung und Stoffwechselweg:
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Merke: koronare Durchblutungsstörungen kann man durch Wandern und Walking über Beanspruchung des Fettstoffwechsels günstig beeinflussen, aber auch über Förderung der Sauerstoffversorgung durch Laufen (Joggen)
Nachgewiesen ist der dadurch als Summation aus den Einzelwirkungen sichtbare kontinuierliche Leistungsaufbau
Beispiel Ausdauerläufe im aeroben Bereich, z.B. 3-4 /Woche
der Regenerationsphase es folgt eine überschießende Superkompensation (Aufstockung der Ermüdung mit anschließender Erholung)
Cave: diese Methode sollte nicht ohne Anleitung eines erfahrenen Trainers und nicht im Breitensport erfolgen
Beispiel: Höhentrainingslager mit anderer Grundvoraussetzung für den Gesamtorganismus und i.d.R. inkompletter Regeneration von Tag zu Tag und erst später erfolgender Adaptation Oder intensives Intervalltraining mit hoher Wiederholungszahl
Leistungsminderung bereits vorhandener Möglichkeiten.
Die neue Reizsetzung trifft auf unerholte Energiesysteme (Speicher) und beanspruchte unerholte Strukturen (Zellen, Gewebe u. Organsysteme) siehe Übertraining
deutlich gesteigerte Verletzungsgefahr des Stütz- und Bewegungsapparates ! Überlastungsschäden (siehe Teil 3 häufige Verletzungen und Folgen des Ausdauersports)
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Ass. Prof. Dr. med. Rolf Gassel, 2011, Sportmedizinische Grundlagen und Empfehlungen - Kleines Sportmedizinisches Repetitorium für die Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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