Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 AUSMAß UND FORMEN VON SEXUELLER BELÄSTIGUNG 3
3 URSACHEN UND FUNKTIONEN VON SEXUELLER BELÄSTIGUNG 4
4 SEXUELLE BELÄSTIGUNG - EIN GESUNDHEITSRISIKO. 5
5 RECHTSLAGE 6
6 GEGENWEHR DER BETROFFENEN UND UNTERSTÜTZUNG IM BETRIEB 8
6.1 REAKTIONEN UND HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER BETROFFENEN 8
6.2 REAKTIONEN UND HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN IM BETRIEB 9
7 FAZIT 10
8 LITERATURVERZEICHNIS. 12
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1 Einleitung
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist keine Ausnahmeerscheinung sondern eine stark verbreitete und verdeckte Form von sexueller Gewalt und geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Sie existiert, seitdem Frauen erwerbstätig sind. Bereits 1896 forderte das „Centralblatt für Sozialpolitik“ den Schutz der Arbeiterinnen vor den unsittlichen Anträgen ihrer Kollegen (Tebart, 1998). Zunehmende Berücksichtigung bekommt das Problem seit Studien in den 80er Jahren, nachdem es jahrzehntelang tabuisiert worden ist. Trotzdem findet sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz immer noch tagtäglich in verschiedenen Formen statt (Hugo, 2007).
Ich habe dieses Thema gewählt, weil mich interessiert, welche Folgen durch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz für die Gesundheit und Lebensqualität der Frauen entstehen können und welche Maßnahmen es gibt, um den Betroffenen zu helfen. Dazu soll die vorliegende Arbeit einen Einblick geben.
Es wird auf das Ausmaß und verschiedene Formen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz eingegangen und es werden Ursachen und Funktionen erläutert. Das Kapitel „Folgen von sexueller Belästigung“ soll zeigen, welche Auswirkungen es u.a. auf die Ge-sundheit der Frauen haben kann. Außerdem werden die wichtigsten rechtlichen Regelungen zum Tatbestand der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz genannt und es werden Handlungsmöglichkeiten für die Betroffenen und den Betrieb vorgeschlagen. Täter und Opfer von sexueller Belästigung können Männer und Frauen sein. Da Männer selten Opfer und Frauen selten Täter sind (Müller und Schröttle, 2004), habe ich entschieden, mich in der vorliegenden Arbeit auf Frauen als Opfer und Männer als Täter zu konzentrieren.
2 Ausmaß und Formen von sexueller Belästigung
Bevor auf das Ausmaß und die Formen von sexueller Belästigung eingegangen wird, soll der Begriff sexuelle Belästigung definiert werden:
„Sexuelle Belästigung ist ... ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören. Das Verhalten muss dabei bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird“ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2007). Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurde in der Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen durchgeführt. Die Studie konnte
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u.a. zeigen, dass sexuelle Belästigung keine Ausnahmeerscheinung ist und meistens von Männern an Frauen verübt wird. Dabei gab 58% der befragten Frauen an, schon einmal sexuelle Belästigung im öffentlichen und privaten Raum und Arbeitskontext erlebt zu haben. 42% der Frauen wurde durch Personen aus Arbeit, Ausbildung oder Schule belästigt. 95% der Frauen gab Männer als Täter an. Zu 45% waren es Arbeitskollegen, zu 25 % Vorgesetzte und zu 19% Kunden oder Patienten (Müller und Schröttle, 2004). In einer Studie zum Thema „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ aus den 90er Jahren wurden die betroffenen Frauen nach den Belästigungsformen gefragt. Dabei gab 54% der befragten Frauen an, dass ihnen berufliche Nachteile angedroht wurden bei Verweigerung der sexuellen Handlung. 84% wurde mehrfach belästigt und bekam wiederholt Telefonate und Briefe mit sexuellen Anspielungen. 50% der Frauen erhielt anzügliche Bemerkungen über ihre Figur und ihr Privatleben. Ein Drittel der befragten Frauen gab unerwünschte Einladungen mit eindeutiger Absicht, Pokneifen, Poklapse oder das Zeigen von pornografischen Bildern als Belästigungsform an. 25 % wurde an die Brust gefasst und 3% wurde zu sexuellen Handlungen gezwungen (Holzbrecher et al., 1997). Was sexuelle Belästigung ist, hängt von dem subjektiven Empfinden der belästigten Personen ab. Wobei man berücksichtigen muss, dass jedeR eine andere Toleranzgrenze hat. Außerdem gibt es zwischen den Geschlechtern unterschiedliche Vorstellungen davon, was unter sexueller Belästigung zu verstehen ist. Was für Frauen schon sexuelle Belästigung ist, kann für Männer nur ein Flirt sein (Hugo, 2007). Dadurch wird die Definition und Abgrenzung von sexueller Belästigung erschwert.
3 Ursachen und Funktionen von sexueller Belästigung
Eine Ursache für sexuelle Belästigung sind Geschlechtstereotype, d.h. „ ... stark vereinfachende, eingewurzelte Vorstellungen über angeblich charakteristische Merkmale von Frauen und Männern“ (Wobbe und Nunner-Winkler, 2007, S. 311). Durch Geschlechtsstereotype werden Frauen dafür verantwortlich gemacht, wenn sie belästigt werden. Aufreizend gekleidete Frauen hätten selbst Schuld, weil sie die männliche Erregung aktivieren, die Männer nicht kontrollieren könnten. Hinzu kommt die Vorstellung, dass sexuelle Belästigung durch Männer Ausdruck ihres gesunden Trieblebens und sexueller Freiheit sei. Sie stärken dadurch ihr Männlichkeitsgefühl und gewinnen in den Augen ihrer männlichen Kollegen an Status (Schnock, 1999).
Außerdem werden Männern und Frauen bestimmte Rollen von der Gesellschaft zugeschrieben. Geschlechtsrollen sind „ ... unterschiedliche Aufgaben, die die Gesellschaft jedem der beiden Geschlechter zuschreibt und als männlich oder weiblich charakterisiert“ (Wobbe und Nunner-Winkler, 2007, S. 311). Frauen sollen für den Haushalt und die Kinderbetreuung
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Arbeit zitieren:
Eveline Otte im Kampe, 2009, Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – eine Belastung für die Gesundheit von Frauen, München, GRIN Verlag GmbH
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