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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Nachhaltigkeit 3
2.1. Konzeptionen von Nachhaltigkeit 4
2.1.1. Schwache Nachhaltigkeit 4
2.1.2. Starke Nachhaltigkeit 5
2.2. Kritik an den Konzeptionen 5
3. Bioregionalismus 6
3.1. Bioregion 6
3.2. Dezentralisierung 7
3.3. Kritik am Bioregionalismus 8
4. Bioregionalismus als Beitrag zur nachhaltigen Lebensweise 9
5. Fazit 9
6. Literaturverzeichnis 11
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1. Einleitung
In Zeiten des Klimawandels und vermehrter Umweltkatastrophen stellen sich viele Menschen die Frage, wie sie nachhaltiger, umweltbewusster und vor allem umweltschonender leben können, um sich, ihren Liebsten und ihren Nachkommen etwas Gutes zu tun. Die Anhänger der Bioregionalismus versuchen, eine Antwort auf diese Frage zu geben und verstehen ihr Konzept als eine Alternative zur Globalisierung und Modernisierung. In den angestrebten Bioregionen sollen die Menschen eine gesunde und nachhaltige Gesellschaft mit reduzierter Produktion und reduziertem Konsumverhalten und einer starken zivilen und demokratischen Basis bilden.
Doch was macht eine nachhaltige Gesellschaft aus? Um diese Frage zu klären, wird diese Arbeit sich zunächst mit der Nachhaltigkeit, mit ihren Vertretern und mit den verschiedenen Konzeptionen genauer beschäftigen. Darauf folgen die Theorie des Bioregionalismus und die Erläuterung der zentralen Forderungen nach den Bioregionen und der Dezentralisierung der Entscheidungsmacht. Letztendlich soll mit Hilfe der zuvor gemachten Überlegungen die Frage geklärt werden, ob - und wenn ja - wie der Bioregionalismus in der Lage ist, eine nachhaltige Gesellschaft zu formen.
2. Nachhaltigkeit
Über Nachhaltigkeit und ihre Umsetzung wird in der Forschung stark diskutiert. Es fehlt an einer einheitlichen Definition von Nachhaltigkeit. Nach Andrew Dobson kann es diese auch nicht geben. Er geht davon aus, dass in der Forschung immer wieder Fragen aufgeworfen werden, auf die unterschiedliche Antworten von unterschiedlichen Forschern und Forschungsrichtungen folgen werden. Die daraus resultierenden Streitigkeiten würden nicht zur Klärung des Begriffes, sondern zur Verwirrung führen. 1
Die verschiedenen Strömungen und Auffassungen von Nachhaltigkeit erschweren die Suche nach einer einheitlichen Definition. Die Forschung kann sich jedoch darauf einigen, dass der Begriff Nachhaltigkeit auf die „moralische Verpflichtung gegenüber künftigen Generationen gründet“ 2 oder anders ausgedrückt die „Verteilungsgerechtigkeit zwischen allen heute lebenden Menschen und gegenüber zukünftigen Generationen“ 3 zu sichern.
Durch unser Tun und Handeln ergeben sich Konsequenzen für die Zukunft. Deshalb müssen wir unser Handeln so ausrichten, dass die sich daraus ergebenen negativen Folgen minimieren. Dazu müssen wir zu allererst anerkennen, dass unsere Handlungen Konsequenzen nach sich ziehen und das Leben von zukünftigen Generationen beeinflussen. Bryan Norton schlägt vor, dass die
1 Dobson, Andrew (2003) S. 33.
2 Döring, Ralf (2009) S. 26.
3 Döring, Ralf (2009) S. 27.
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Menschheit Prognosen vollziehen muss, die Aussagen, inwieweit unsere Handlungen negative Konsequenzen haben. Auf Grund dieser Prognosen müssen wir unser Handeln analysieren, reflektieren und dementsprechend reagieren. Das heißt, bei negativen Konsequenzen für künftige Generationen die entsprechende Handlung möglichst zu unterlassen. Das Problem, das dabei entsteht, ist, dass wir immer wieder neuen Prognosen vollziehen müssen, da sich die Umstände, unter denen wir unser Handeln vollziehen, ständig ändern. Des Weiteren kann niemand genau voraussagen, inwieweit wir zukünftigen Generationen durch unser Handeln schaden. Prognosen sind deshalb immer ungenau. 4
2.1. Konzeptionen von Nachhaltigkeit
Wie die Verpflichtung gegenüber zukünftigen Generationen genau aussieht, hängt von den verschiedenen Konzeption ab. Man unterscheidet zwischen einer starken und einer schwachen Konzeption von Nachhaltigkeit. Zwischen diesen beiden 'Extremen' bewegen sich verschiedene andere Konzeptionen, die weniger stark, bzw. weniger schwach sind.
2.1.1. Schwache Nachhaltigkeit
Bei der schwachen Konzeption von Nachhaltigkeit geht es um die Erhaltung von kritischem Naturkapital für nachfolgende Generationen. Kritisches Naturkapital bedeutet, dass der Mensch sich um die Erhaltung dessen kümmert, was er zum Leben und zur Erhaltung seines Lebensstandards benötigt. Wie diese Erhaltung ermöglicht wird, beschreibt Dobson mit den Worten „renewing“, „substituting“ und „protecting“. 5
Man unterscheidet bei der Erneuerung zwischen erneuerbare Ressourcen, wie Holz, und nicht erneuerbaren Ressourcen, wie Kohle. Theoretisch sind alle Ressourcen erneuerbar, jedoch wird hier als Maßstab zur Unterscheidung die Zeit, die der entsprechende Rohstoff zur Erneuerung benötigt, benutzt. Holz erneuert sich im Gegensatz zu Kohle sehr schnell und wird daher als erneuerbare Ressource bezeichnet. Kohle wiederum benötigt viel Zeit, um sich wieder zu erneuern und wird deshalb als nicht erneuerbare Ressource verstanden. Ressourcen, die zu den erneuerbaren gehören, sollen nur soweit genutzt werden, dass der Bestand auf lange Zeit gleich bleibt. Für jeden Baum, den man fällt, müsste also ein neuer gepflanzt werden.
Beim Ersatz, bzw. bei der Substitution unterscheidet man zwischen der Substitution von nicht erneuerbaren Ressourcen durch erneuerbare Ressourcen und der Substitution von nicht erneuerbaren Ressourcen durch Sachkapital. Als Beispiel kann hier die Kohle angegeben werden, die eine hohe Halbwertszeit hat und deshalb zu den nicht erneuerbaren Ressourcen gehört. Wenn wir anstatt Kohle Holz als Brennstoff benutzen, substituiert Holz Kohle und damit wird eine nicht
4 Norton,Bryan (2005) S. 304-305.
5 Dobson, Andrew (2003) S. 39.
Arbeit zitieren:
Anne Biernath, 2010, Bioregionalismus als Beitrag zu einer nachhaltigen Lebensweise - Eine Utopie?, München, GRIN Verlag GmbH
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