Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
Was ist eine Gesellschaft? 3
Definition und Bestandteile 3
Gesellschaftsformen und Leitmedien 4
In welcher Gesellschaftsform leben wir? 4
Was ist eine Informationsgesellschaft? 7
Definition 7
Begriff der Information nach Weizenbaum 7
Werkzeuge der Informationsgesellschaft 7
Ziele 8
Informatik als Triebwerk der Informationsgesellschaft 9
Entwicklung 9
Digitale Revolution 10
Bessere Lebensqualität durch Technologien 11
M ögliche Probleme und Gefahren in der Informationsgesellschaft 14
Informationsexplosion 15
Wissensexplosion 15
Informationen sinnvoll sammeln und verarbeiten 16
Verlust von Arbeitsplätzen durch die Informationsgesellschaft 16
Sicherheit und Schutz in der Informationsgesellschaft 19
Aus Software-technischer-Sicht 19
„Trustworthy Computing“ 19
Sicherheit auf Drei Säulen 19
Rechtliche Aspekte 20
Privatsph äre 21
Urheberrechte 21
Komplexit ätsreduktion und Informationsmanagement 22
Zusammenfassung 23
Quellenverzeichnis 25
1
Einleitung
Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte in der Entwicklung der Industrieländer haben innerhalb der letzten Jahre dafür gesorgt, dass moderne Informations- und Kommunikationstechnologien einen immer höheren Stellenwert zugeordnet bekommen. Die Möglichkeiten zur Gewinnung, Verarbeitung und Speicherung von Informationen haben einen gravierenden Einfluss auf den Austausch und die Vermittlung von Nachrichten im 21. Jahrhundert.
Die anhaltende Weiterentwicklung von bestehenden sowie die fortwährende Entwicklung von neuen Informationsmedien stellen gegenwärtige Ingenieurswissenschaftler und Ingenieurswissenschaftler der nachfolgenden Generationen vor beträchtliche Herausforderungen. Im Zusammenspiel mit gesellschaftlichem Wandel und zunehmender weltweiter Verflechtung von Wirtschaft, Politik und Kultur bewegen wir uns in einem Zeitalter, das es in diesen Ausmaßen noch nicht gegeben hat.
Das Zeitalter der Informationsgesellschaft ist geprägt von Massenmedien, die als Kommunikationsmittel dienen um Nachrichten durch den Fortschritt der Technik zu vervielfältigen und zu verbreiten. Die von Massenmedien adressierte Anzahl von Menschen ist nie eindeutig klassifiziert, so dass ein anonymes, kulturell-unterschiedliches und räumlich dezentralisiertes Publikum entsteht.
Im Rahmen dieser schriftlichen Arbeit zum Themenfeld „Informatik und Informationsgesellschaft“ sollen die verschiedenen Aspekte der Informatik innerhalb der Informationsgesellschaft aufgezeigt werden.
Das Ziel ist dabei die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der Informationsgesellschaft sowie die Kristallisierung von Problemen und die Aufbereitung einer Orientierungshilfe zur Sicherheit und zum Schutz innerhalb der Informationsgesellschaft.
In dieser Arbeit werden die Grundbegriffe der Gesellschaft beleuchtet und es wird verdeutlicht, inwiefern sich die Informationsgesellschaft von bisherigen Gesellschafts-formen unterscheidet. Der Einfluss des Internets wird dazu als wesentlicher Bezugspunkt herangezogen.
Als Ausblick werden mit dem Informationsmanagement und der Komplexitätsreduktion zwei Verfahren vorgestellt, die sich in der Informationsgesellschaft gebildet haben, um die heranwachsende Nachrichtenwelt zu beherrschen.
Was ist eine Gesellschaft?
Definition und Bestandteile
Der Begriff der Gesellschaft kann, wie viele weitere soziologische Begriffe, nicht konkretisiert werden. In der historischen Linguistik wird davon ausgegangen, dass sich der Begriff aus dem althochdeutschen Wort „gisellio“ ableitet, was übersetzt „Saalgenosse“ bedeutet.
Im heutigen Sprachgebrauch findet sich der „Saalgenosse“ in Wörtern wie „Geselle“ oder „Geselligkeit“ wieder. Schlägt man das Wort Geselligkeit im Duden nach, so findet man als Beschreibung den „Umgang, Verkehr mit anderen Menschen“ 1 . Demnach ist eine Gesellschaft eine zusammengefasste Anzahl von Menschen, die miteinander interagiert.
Nach dem deutschen Soziologen Ferdinand Tönnies (1855-1936) steht die Gesellschaft für eine Form der gegenseitigen sozialen Bejahung, zum eigennützigen Endzweck der jeweiligen Akteure. Im Gegensatz zum Akteur einer Gemeinschaft sieht sich nach Tonnies der Akteur einer Gesellschaft nicht unbedingt als Bestandteil des sozialen Zusammenschlusses 2 .
Die Akteure einer Gesellschaft sind durch ein Gesetz oder eine Vorschrift festgelegt. In der Bundesrepublik Deutschland, sowie allen weiteren Staaten, bilden die Bürger die Akteure. Die Übereinkunft (soziale Bejahung) der Bürger besteht in ihrer Zugehörigkeit zum jeweiligen Land. Ein Eintritt sowie Austritt aus diesem rationalen Zusammenschluss ist durch den Erhalt beziehungsweise dem Verlust der Staatsbürgerschaft möglich. Jeder Bürger hat vertraglich festgelegte Rechte und Pflichten.
Neben dieser Definition gibt es noch weitere, die an sich sehr unterschiedlich sind. Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher bestreitet beispielsweise das Vorhandensein von Gesellschaften mit den Worten: „There is no such thing as society. There are only individuals“ 3 .
Der deutsche Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann hingegen behauptet, dass sich die modernen Gesellschaften im Laufe der sozialen Evolution zu hoch komplexen, funktionalen Systemen entwickelt haben. Als reduktionistischen Lösungsansatz schlägt Luhmann daher die Differenzierung der Gesellschaft in funktionsbezogene und voneinander unabhängig operierende Teilsysteme vor. In seinem Artikel „Differentiation of Society“ 4 untergliedert er in die Teilsysteme: Wirtschaft, Wissenschaft, Recht, Kunst, Politik und Massenmedien.
1 http://www.duden-suche.de/suche/abstract.php?shortname=fx&artikel_id=60826&verweis=1
2 Ferdinand Tönnies (1887). Gemeinschaft und Gesellschaft.
3 http://www.margaretthatcher.org/document/106689
4 Niklas Luhmann (1977). Differentiation of Society. The Canadian Journal of Sociology, S. 29-53
Wir werden uns in dieser Arbeit auf die Bereiche Wissenschaft und Massenmedien konzentrieren.
Gesellschaftsformen und Leitmedien
Unter einer Gesellschaftsform versteht man die Struktur und soziale Organisationsform von Gesellschaften. Gesellschaftsformen sind oft historisch bedingt und lassen sich in diesem Zusammenhang einordnen. Beschränkt man sich territorial auf Europa, so hat es in den vergangenen Jahrhunderten folgende gesellschaftlich vorherrschende Formen gegeben:
Bedingt durch den technischen Fortschritt der jeweiligen Epoche, gab es verschiedene Massenmedien für die Übertragung von Nachrichten an eine breite Zuhörerschaft. Durch Johannes Gutenberg, dem Erfinder des europäischen Buchdruckes mit beweglichen Metall-Lettern, waren im 18. Jahrhundert besonders das Buch und im 19. Jahrhundert die Tageszeitung als dominierendes Medium (auch Leitmedium genannt) vertreten. Im 20. Jahrhundert traten dann der Hörfunk und das Fernsehen als neuartige Kommunikationsmittel in Erscheinung.
In welcher Gesellschaftsform leben wir?
Es ist unmöglich diese Frage mit absoluter Gewissheit zu beantworten, denn als Individuum mit eigener Wertevorstellung und erlernten Denkkategorien können wir uns von Subjektivität nicht lösen und daher keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage geben.
Betrachtet man jedoch die vergangenen Jahrhunderte im Zusammenhang mit den damals gültigen Massen-Kommunikationsmitteln, so stellen wir fest, dass wir in den Industrieländern derzeitig außerordentlichen Gebrauch von multimedialen Inhalten machen.
Während man sich früher auf ein bis zwei wesentliche Massenmedien beschränken musste, hat man heute eine reichhaltige Auswahl an Kommunikationsmitteln in Schrift, Bild oder Ton.
Seit der Jahrtausendwende nimmt besonders das Internet einen großen Platz in den Reihen der Leitmedien ein. Für unsere Betrachtung reicht es aber nicht aus, nur die Anzahl der Leitmedien zu berücksichtigen. Wir müssen auch die Entwicklungszeiten jener Leitmedien in Verbindung bringen.
Zwischen dem ältesten Buch der Welt, dem Jikji, dessen Erscheinungsjahr von der UNESCO auf Juli 1377 datiert wird 5 und dem Erscheinen der ersten Tageszeitung der Welt in Leipzig 6 (1650) liegen rund 273 Jahre. Der erste Radiosender wurde 1901 von Nikola Tesla entworfen 7 , 251 Jahre nach der Einführung der Tageszeitung. Bis zum Beginn des Farbfernsehens am 25. August 1967 in der Bundesrepublik Deutschland 8 , dauerte es nur weitere 66 Jahre. Noch viel kürzer hielt die Entwicklungszeit bis zum Internet an, welches aus dem im Jahr 1969 entstandenen ARPANET hervorging 9 .
Wie aus den Zahlen ersichtlich, hat sich der Entwicklungszyklus exponential beschleunigt. Diese Technologiesprünge bescheinigen, dass das Interesse an Massenkommunikationsmitteln in der Gesellschaft gestiegen ist.
Laut einer Studie verbrachten Deutsche Bundesbürger im Jahr 2004 durchschnittlich 210 Minuten am Tag mit Fernsehkonsum 10 . Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das einer ununterbrochenen Fernsehdauer von ganzen zwei Monaten.
Nach 2007 gab es eine Trendwende in der Entwicklung: in den Jahren 2007 und 2008 hat der tägliche Fernsehkonsum erstmalig abgenommen. Stattdessen hat sich die tägliche Internet-Nutzung erhöht. Inzwischen ist aber auch der Fernsehkonsum wieder auf dem Vormarsch, so dass eine aktuelle Studie der ARD 11 von 2010 besagt, dass der Deutsche täglich 244 Minuten Fernsehen guckt, 187 Minuten Radio hört und 77 Minuten im Internet surft. In der Summe ergibt das 508 Minuten (8,5 Stunden), welche die Deutschen tagtäglich mit Massenmedien verbringen.
Zählt man zu diesen 8,5 Stunden noch 8 Stunden tägliche Arbeit sowie den empfohlenen Schlafbedarf eines Erwachsenen von 7 Stunden 12 hinzu, so nutzt der Deutsche nur 30 Minuten pro Tag außerhalb von Arbeit, Schlaf oder dem Einfluss von Leitmedien.
Anhand der von der ARD erstellten Statistik lässt sich ableiten, dass in unserer Gesellschaft mehr Zeit mit Massenmedien verbracht wird als mit allem anderen. Diese Tatsache lässt uns darauf schließen, dass wir im Zeitalter der Informationsgesellschaft leben, welches auf der massiven Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien beruht.
5 http://www.sub.uni-goettingen.de/archiv/ausstell/2003/jikji.html
6 http://www.bdzv.de/256.html
7 Michael Krause: Wie Nikola Tesla das 20. Jahrhundert erfand. 1. Auflage. Wiley, 2010
8 http://www.wdr.de/themen/kultur/stichtag/2007/08/25.jhtml
9 http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20090308131245AAVlQKW
10 Melanie Mühl: Siebzig Tage im Jahr vor dem Schirm, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Januar 2005
11 http://bit.ly/94jecH
12 http://www.solvital-lichttherapie.de/schlaf/wie-viel-schlaf-braucht-der-mensch.php
Arbeit zitieren:
Benny Neugebauer, 2011, Informatik und Informationsgesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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